Zitate
TEMPO
Ist es nicht ermüdend, Filme zu machen, die kaum jemand sehen will?
GODARD
Wenn man weiß, daß nur zehn Menschen und nicht 30 Millionen einen Film sehen, dann denkt man sehr genau an die Zuschauer. Weil man nicht weiß, wer sie sind, hat man große Lust, wieder auf sie zuzugehen und einen neuen Film zu machen..
[In einem 1990 gegebenen Interview zu >>>> „Nouvelle Vague“.]
Ist es nicht ermüdend, Filme zu machen, die kaum jemand sehen will?
GODARD
Wenn man weiß, daß nur zehn Menschen und nicht 30 Millionen einen Film sehen, dann denkt man sehr genau an die Zuschauer. Weil man nicht weiß, wer sie sind, hat man große Lust, wieder auf sie zuzugehen und einen neuen Film zu machen..
albannikolaiherbst - am Freitag, 9. November 2007, 08:29 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Auch sah er, wie das Licht nun nicht unstet war, nicht trübselig auf dieser Erde wanderte wie an jenem Tag, da es den Leichenwagen umhüllte. Die Orgel hinterließ in der Luft Lichtinselchen, Trauben, in denen die Engel wie Gnome zusammenhingen und die Tonkrüge rieben, um mit ihren Nadeln den Polyeder zu durchstechen; ihre bemalten Nester setzten sich fort in ihren Leibern, die sich in Weiße verloren, tosend vom rauhen Rascheln ihrer Flügel.*[>>>> José Lezama Lima, >>>> Inferno.]
[Es kann doch wohl nicht sein, daß dieses berauschende Buch bei amazon schon wieder nicht mehr greifbar ist! Immerhin >>>> führt es faz.libri noch.]
Fronesis konnte die liebevolle Zärtlichkeit beobachten, mit der Champillion das Fenster öffnen ging, damit die Brise Margarets schweren Schlaf kämmte.*
[Es kann doch wohl nicht sein, daß dieses berauschende Buch bei amazon schon wieder nicht mehr greifbar ist! Immerhin >>>> führt es faz.libri noch.]
Fronesis konnte die liebevolle Zärtlichkeit beobachten, mit der Champillion das Fenster öffnen ging, damit die Brise Margarets schweren Schlaf kämmte.*
[*) Dtsch. von >>>> Klaus Laabs.]
albannikolaiherbst - am Donnerstag, 8. November 2007, 08:31 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
albannikolaiherbst - am Freitag, 26. Oktober 2007, 08:59 - Rubrik: Zitate
albannikolaiherbst - am Dienstag, 18. September 2007, 09:39 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Wiederum elf Seiten nachher:So ist die Bildung zwar stark gesunken, doch jedem zugänglich. Sie ist kein Vorrecht von Schichten mehr. Desgleichen der Komfort – was früher die Kornverteilung oder der freie Zutritt zu den Spielen, das ist heute der Anteil an der Energie, der Anschluß im Strahlungsraum. Man kann doch sagen, daß sich das alles seit den ersten primitiven Formeln wie 'Sozialismus plus Elektrifizierung' stark vereinfacht hat. Der einzelne hat eine Reihe technischer Formeln, die ihm das Leben sowohl erleichtern wie verständlich machen und fühlt kaum das Bedürfnis, darüber hinauszugehen. Man darf behaupten, daß der Heliopolitaner sich, vor allem in den ruhigen Phasen, in hinreichendem Besitz der Freiheit fühlt. Es fällt kaum eine wichtige Entscheidung, die nicht plebiszitär gesichert ist. Im Gegenteil – Sie sehen Kriege gegen den Willen der Armee beschlossen und Führer, die nur dem Demos wohlgefällig sind. Es mag das daran liegen, daß, wie die Bildung, so auch das Bewußtsein zwar im Niveau gesunken, doch allgemein geworden ist. Auf diese Weise hat es Formen angenommen, die dem Instinkt recht ähnlich geworden sind, und es verschmelzen die kollektiven Triebe mit einer automatisierten, berechenbaren Intelligenz.
Heliopolis, 347.
>>>> All dies sagt in dem Roman de Geer, der selbst nicht ohne Gegenredner bleibt, so daß sich das Buch als ein sokratischer Pluralog darstellt, dessen Schlüsse (Entscheidungen) ein Leser selber ziehen (fällen) muß und dessen Grundlagen eine nicht immer angenehme Herkunft restatuieren – in direkter Gegenbewegung zu den verschwiegenen Beweisgründen, die - als Recht und ontologisch - behauptete Gründe sind, des demokratischen Glaubens an autonome Emanzipation. Hier liegt das Unbehagen, das Jünger zumindest in diesem Buch für den aufgeklärten, profanen Gegenwartsbürger nicht ausbläst, sondern, wie die Alten ein Feuer, wahrt.
Heliopolis, 347.
albannikolaiherbst - am Mittwoch, 8. August 2007, 15:58 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
In dieser Untersuchung kam er zu dem Schlusse, daß sich im Phonephor ein ideales Mittel der planetarischen Demokratie entwickelt habe, ein Medium, das jeden mit jedem unsichtbar verband. Die Gegenwart der alten Volksversammlung, des Marktes, des Forums war hier auf ungeheure Räume ausgedehnt*. Vor allem war der Phonophor ein ungemeiner Vereinfacher. Es hatten, seit er in die Perfektion getreten war, die Volksabstimmung und die Volksbefragung jede technische Schwierigkeit verloren; der Wille, die Stimmung der großen Massen war unverzüglich zu erfahren und abzumessen, fast durch Gedankenkraft. Im Punktamt war eine der Maschinen aufgestellt, die wunderliche Rechenkünste meisterten. Das Ja, das Nein, die Unentschieden der Legionen summierte sich in ihr in Funkenströmen und wurde im Augenblick ablesbar.“
Heliopolis, 336/336.
Heliopolis, 305.
*) nämlich wie bei einem bei sich getragenen, interaktiv befragbaren Internet (!).
albannikolaiherbst - am Mittwoch, 8. August 2007, 14:57 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
gut:
Riley war Seemann und schon mit fünfzehn Jahren dem Elternhaus entlaufen, um auf Segelschiffen Dienst zu tun. Solche Männer sind schwindelfrei.
Riley war Seemann und schon mit fünfzehn Jahren dem Elternhaus entlaufen, um auf Segelschiffen Dienst zu tun. Solche Männer sind schwindelfrei.
albannikolaiherbst - am Dienstag, 7. August 2007, 16:30 - Rubrik: Zitate
Das ist die Ouvertüre; ihr schließen sich Gänge durch den Hafen, durch die Bazare und engen Viertel an. Der Anblick der Menschen, die dort wimmeln, steigert meine Heiterkeit. Je weniger ich ihre Namen, ihre Geschäfte, ihre Sprache kenne, desto lichter tritt der geheime Sinn hervor. Sie werden von innen illuminiert. Es wird mir deutlich, daß dem Sein und Treiben der Menschen ein Mythos zugrunde liegt, der einfach ist wie eine Bilderschrift. Wir nähern uns dem Glück, wenn wir in diesen Mythos eintreten.
Im Fluge steigt die Sonne zum Zenit und senkt sich dem Meere zu. In wundersamem, schmerzlosem Laufe eilt die Zeit dahin. Die Lebensbilder fallen in mich ein wie Adern, die sich in mir vereinigen.Lucius de Geer, EA 130.
Im Fluge steigt die Sonne zum Zenit und senkt sich dem Meere zu. In wundersamem, schmerzlosem Laufe eilt die Zeit dahin. Die Lebensbilder fallen in mich ein wie Adern, die sich in mir vereinigen.
albannikolaiherbst - am Sonntag, 5. August 2007, 19:12 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Auch fühlen sich Kenner der kurzen Form durch RKs von Leben strotzende, die ganze Welt umfassende Prosa eher beunruhigt als angetan - es gibt hier nichts Vergleichbares, nur Betuliches. (...)
Daß Kipling, technisch vielleicht der perfekteste Erzähler überhaupt, einerseits Kritikern und Wissenschaftlern bis heute ungelöste Probleme zu knacken gibt und bis ins hohe Alter experimentiert hat, dabei andererseits immer lesbar, spannend und witzig blieb, ist fast empörend.
[Auf schlecht deutsch, in: >>>> Kipling Companion, 1987.]
Daß Kipling, technisch vielleicht der perfekteste Erzähler überhaupt, einerseits Kritikern und Wissenschaftlern bis heute ungelöste Probleme zu knacken gibt und bis ins hohe Alter experimentiert hat, dabei andererseits immer lesbar, spannend und witzig blieb, ist fast empörend.
[Auf schlecht deutsch, in: >>>> Kipling Companion, 1987.]
albannikolaiherbst - am Freitag, 27. April 2007, 11:04 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Der Mensch und der Wald. Und wenn es nichts mehr als den Menschen geben wird, so wird der Mensch sich tödlich langweilen. Er hat schon den Kontakt mit dem wilden Tier verloren (Freude der Heimkehr von der wirklichen Jagd) und teilweise mit den Naturkräften (Stadtkultur); und nun verwandelt er den Erdball in Gemüseland.Jaja, der Saint-Exupéry, meine lieben Sentimentalen, des „petit prince“:Eure Rettung wird sein, wenn ihr die Liebe zu den Waffen wiedergefunden habt. Wert hat, was sie euch lehren.
Ihr seid zu Haustieren geworden...
[Carnets, 1936 – 1944.]
Ihr seid zu Haustieren geworden...
[Carnets, 1936 – 1944.]
albannikolaiherbst - am Dienstag, 24. April 2007, 09:59 - Rubrik: Zitate
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen

















