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VERANSTALTUNGEN
Das ist Berlin, wir sind halt d o c h Metropole; >>>> viermal geht (engl. aussprechen:) Paris hier rein. Vor zwanzig Leuten, irgendwo in einem Schmuddelclub, singt Bob Dylan nachts zur Klampfe, während andernkiezes Daniel Barenboim den Tango im Quartett gibt; daneben stehen die „offiziellen” Auftritte, für die das uneingeweihte Publikum in alten Tempeln und neuen Stadien, die „Arenen” genannt sind, am Geldbeutel blutet. Im „Alten Europa” tritt schon mal - unangekündigt - eine Operndiva auf, plötzlich, um die sich sonst die Welthäuser reißen, und das Horenstein-Ensemble gibt sein Gründungskonzert in einer Plattenladenklitsche. Gerald Stern, (worauf er Wert legt: jüdischer) Meister US-amerikanischer Poesie („Whitman was Goethe”), prallvoll eines gebrechlich gewordenen, fünfundachtzigjährigen Körpers, dessen Geist unbrechbar voll Geschichte ist, „two thousand years old” voll Haltung und Witz: „comedy” sagt er, „there is a difference between comedy and wit”... und schmückt das mit der freundlichsten Schwärze: „American culture is European, but Europe didn’t need the Indians” - ... Gerald Stern also, auf seinem Gehstock, vorgebeugt und eine Schiebermütze auf dem Kopf, kommt, begleitet von seinem jungen Übersetzer Thomas Pletzinger, der geradezu reinlich wirkt gegen diesen Ausbund von schnaubendem Leben, ins >>>> SOUPANOVA. Den Zigarren hat er, den Frauen, Gedichte gewidmet, eines der schönsten heißt „Box of Cigars” und geht so: >>>>> Gerald-Stern-Box-of-Cigars-150310 (mp3, 1,300 KB). Was der Verlust für eine Rolle in seiner Dichtung spiele, will der Moderator nach der Pause wissen, Stern wehrt das konziliant ab, indem er drüber Allgemeinpätze plaudert, überhaupt - hätte man früher gesagt: - causiert er genußvoll und gut, Persönliches, das jeder gern hört und wozu wir alle nicken, das sich aber nicht über die Gedichte legt: s i e sagen’s eigentlich. „Gossip”, sagt er, „all human beings love gossip”, woran er eine Poetologie des Lyrischen hängt, die den Erzähler favorisiert: lächelnd, ja witzelnd, wobei er sich im Gefallen des jugendlichen Publikums mit dem vollen Lebensrecht eines wiegt, der sagen kann: junger Mann, warten Sie ab! Aber weiß doch: hier entsteht Zukunft, indes e r, noch immer, gerne junge Frauen küßt, sinnlicher Berührungsmann mit weichen Tatzen zu Händen, einer des vergangenen Times Squares, Giuliani verspottend noch, da der siegte und die Hygiene in die Dichtung kam: „I l o v e d cigars, but now I’m a good citizan”. Läßt sich hinterher freilich von den Zigarren geben, die ein Gast dabeihat, allein schon, weil er hier gesetzwidrig rauchen darf und wider, wahrscheinlich, den Rat seines Arztes. Man sah vor ihm, ihm lauschend, den poetischen Aufbruch der Jungen sitzen, die ihre Geschichte, meinen sie, fanden. Er wußte das. Er nahm es selbstironisch entgegen, vertrauter ganz offenbar mit Europas Kunst als sie: traumhaft locker eingebunden eine Hommage an Franz Schubert, „eine Stelle bei Mahler”, erzählt er von seiner „very short musician career” als Posaunist, da war er Kind und quälte mit einem Übespiel zwanzig Familien, der Schnee war g r a u daheim in Pittsburg, „I loved the smell”.
Sterns Lyrik hat einen Rhythmus, einen Beat, den man „a mood” nennen muß. Das fängt Pletzingers Übersetzung nicht ein, was schlichtweg an der rhythmisch anders organisierten deutschen Sprache, aber auch an der Haltung liegt und sowieso an unübersetzbaren Wortspielen, Bedeutungsspielen, für die auch Alter maßgeblich ist, Erfahrung, durchgelebtes Dasein, und, das war gestern abend deutlich zu hören, Tradition; ein wenig war’s, als versuchte Pletzinger als erster Weißer, Schwarzen Blues zu fassen, und formuliert ihm doch nur hinterher: es fehlt spürbar die Geschichte des Vertriebenen, des Auswanderers, der Aufbruchsgedanke, Aufbruchswille, endlich zu tun, was man will: einst Grundmotor des US-amerikanischen Credos quer durch die Kulturen dort, und die Resignation darüber, wie sich das militarisierte im pervertierten Rock ’n Roll der Rules and Regulations, wie es Stillstand ward und Disneyfication: „the fucking marines”, höhnte Stern, „fucking Woodrow Wilson, son of a bitch, to Clinton, Bush undsoweiter, they were going to destroy this country, they destroyed it, and we blame them for it, we blame them for AIDS and... - forgive me for being so political”, lächelt schon wieder, schnauft, es gibt da ein Klacken in seiner Nase, das er, bevor er liest, freidrückt, das er mitten im Gedicht freidrückt, immer wieder, eine Art velar-ingressiven Verschlußlauts, den man aus afrikanischen Sprachen kennt. Das durchsetzt Sterns Vortrag wie ein gegen Rhythmik und Mood beharrender Kontrapunkt, der unter all der Freundlichkeit, all der Konzilianz auf Momente von Störung beharrt und ahnen läßt, was Gossip eigentlich ist. Dem k a n n ein junger Mensch nicht gerecht werden, es wäre Unrecht, es zu verlangen. So wird man Pletzingers ja doch sensible Übertragungen als Interlinear-Übersetzungen auch dort lesen müssen, wo sie es nicht sind und er sich Freiheiten genommen hat, die das Gedicht interpretieren. Darüber wurde gestern abend gesprochen, es ist mehr als ehrenvoll, den Komplex bewußt zu machen. Ein Dichter selbst ist Pletzinger wohl eher nicht. Noch nicht, vielleicht. Dankenswerterweise ist die jetzt >>>> bei Matthes & Seitz erschienene Auswahl der Gedichte zweisprachig gehalten, so daß wir vergleichen können und eine Ahnung davon bekommen, was zu übersetzen h e i ß t. Die Schönheit, Komik und Trauer von „Standing up” zum Beispiel fängt das Deutsche nicht ein: >>>> Gerald-Stern-Standing-up-150310 (mp3, 1,500 KB), zumal Sterns Gedichte den Vortrag verlangen, Interpreten verlangen, deren bester wahrscheinlich er selber noch ist. Ein Wort zur fibula formae: Wie unmittelbar mir einsichtig wurde, daß zwei der jungen Zuhörer im privaten Gespräch Szene von Betrieb unterschieden. Der Betrieb läßt uns, w e n n er uns läßt, leben; er gibt uns das Geld. In der Szene aber lebt das Gedicht, das im Betrieb erstarrt und stirbt. Das weiß SternseiDank auch Stern. Gerade er.
[Die Veranstaltung wurde ausgerichtet von >>>> Earl Adler & Söhne.]

albannikolaiherbst - Dienstag, 16. März 2010, 09:12- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
>>>> So w a r es. Erzählung der Veranstaltung, mit Tondokumenten. Salon Adler & Söhne III
G e r a l d S t e r n
Premiere der erstmals auf Deutsch erscheinenden Gedichtsammlung „Alles brennt”.
Stern wird mit seinem Übersetzer Thomas Pletzinger aus seinen
Gedichten lesen und sich immer selbst unterbrechen:
um aus seinem Leben zu erzählen,
wie fett Orson Welles war,
wie Allen Ginsberg starb,
wie Andy Warhol von Zuhause auszog.
Geschichten von Frauen & Zigarren, von Rabbis & Opossums,
von Schlägereien und dem Glück zu leben.
Moderation: Patrick Hutsch
>>>> SOUPANOVA, 20 Uhr.
Stargarderstr. 24
Prenzlauer Berg
5.- / 3.- Euro>>>> So w a r es. Erzählung der Veranstaltung, mit Tondokumenten.
albannikolaiherbst - Montag, 15. März 2010, 11:23- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
Alban Nikolai Herbst
liest
AEOLIA. GESANG
Hessisches
Literaturform im Mousonturm.
Donnerstag, der 25. Februar 2010.
20 Uhr.
Waldschmidtstraße 4, FFM.

>>>> Eintrittskarten. Es ist die erste öffentliche Lesung aus dem Gedichtzyklus überhaupt.
Die Lesung wird mitgeschnitten werden; Bestellungen des Mitschnitts, 10 Euro zzgl. Porto, >>>> dort.
Alban Nikolai Herbst, AEOLIA.GESANG / Harald R. Gratz, STROMBOLI.
Limitierte Auflage, 333 Exemplare. Einband in schwarzem Leinen, 56 Seiten Großformat (33 x 24), davon die Hälfte Abbildungen der Stromboli-Gemälde Harald R. Gratz'. Edition Jesse, Bielefeld. 50 Euro. >>>> Bestellungen.
Wegen persönlicher Exemplare mit Autographen siehe >>>> hier (13.52 Uhr).
albannikolaiherbst - Donnerstag, 25. Februar 2010, 17:09- Rubrik: VERANSTALTUNGEN

FR 05.02.10 | 20.00 Uhr | Großer Saal
SA 06.02.10 | 20.00 Uhr | Großer Saal
19.00 Uhr Konzerteinführung
Ernst Křenek "Orpheus und Eurydike"
Oper in drei Akten (Konzertante Aufführung mit Szene)
Konzerthausorchester Berlin
Ernst Senff Chor
Lothar Zagrosek
Maxim Heller Kodirigent
Steffen Schubert Choreinstudierung
Daniel Kirch Tenor (Orpheus)
Brigitte Pinter Sopran (Eurydike)
Claudia Barainsky Sopran (Psyche)
Barbara Senator Mezzosopran (Erste Furie)
Christa Mayer Mezzosopran (Zweite Furie)
Kismara Pessatti Mezzosopran (Dritte Furie)
Christoph Schröter Tenor (Ein Matrose)
Christian Immler Bariton (Ein Krieger, Der Narr)
Tye Maurice Thomas Bass (Ein Betrunkener)
Christian Koerner Schauspieler
Karsten Wiegand Inszenierung
Annemarie Türckheim Regieassistenz
Franck Evin Licht
Jan Speckenbach Video
Jens Crull Videotechnik
Andreas Deinert Kamera
>>>> SYNOPSIS mit Zitaten: Orpheus-Synopsis-mit-Zitaten (pdf, 88 KB)
>>>> PROGRAMMHEFT
>>>> DIE PREMIERE, Das Ungeheuer Muse (19)
Das Ungeheuer Muse (17), DIE GENERALPROBE <<<<
albannikolaiherbst - Samstag, 6. Februar 2010, 13:11- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
André Jolivet "Chant de Linos" für Flöte, Harfe und Streichtrio
André Caplet "Conte fantastique" nach Edgar Allan Poe für Harfe und Streichquartett
Samir Odeh-Tamimi "Philaki" für Flöte, Klarinette, Harfe und Streichquartett Uraufführung
Wolfgang Amadeus Mozart Klarinettenquintett A-Dur KV 581
albannikolaiherbst - Mittwoch, 20. Januar 2010, 07:28- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
Die Kooperation von >>>>Coco Hauschel (coma) und >>>Michael Wagener (gutleut 15 ausstellungsraum), die u. a. bereits den Ausstellungsraum helberger 23 gemeinsam betrieben haben, wird nun fortgesetzt mit dem neuen Ausstellungsprojekt [skeips].
Die erste Kurzausstellung „beschaffenheit eines x“ vereint Positionen von Frankfurter Künstlern (Studenten und Absolventen der HfG Offenbach, der Städelschule und der Uni Frankfurt),
die in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur sowie Video und Installation arbeiten und sich hier im Wesentlichen der Auseinandersetzung mit Text und Bild widmen. Die teilnehmenden Künstler sind Franz Dittrich, Xenia Lesniewski, Raul Gschrey, Sandip Shah sowie Michael Wagener in Kooperation mit dem Frankfurter Autor >>>>Marcus Roloff. Im Rahmen der Ausstellung findet im 1. Stock des >>>>>KAISER&CREAM ART DISTRICT eine begleitende dreitägige Veranstaltung mit Lesung, Performance, Elektronikkonzerten und Party mit Lichtinstallationen von Karl Kliem (Dienstelle) statt.

montgelas - Dienstag, 22. Dezember 2009, 08:14- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
"Damit ich dich besser küssen kann."
>>>>Doris Lerche:
Lesung & live Zeichnen.
Die Jazzgeigerin >>>>Julia Busch
verstärkt oder konterkariert mit
überraschenden Improvisationen.
Internationales Theater,
Sonntag, 29. 11. 09, 19 Uhr, Hanauer Landstr. 7 (Zoopassage)
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montgelas - Samstag, 28. November 2009, 13:48- Rubrik: VERANSTALTUNGEN

Anderson liest in der Frankfurter Romanfabrik unter der Überschrift "Über Leben Oder Kunst" älteste und neueste kurze Prosa sowie Gedichte (aus: >>>>>Da ist ... 33 Gedichte über Kunst oder Leben, Gutleut Verlag): „Der Maler malt nicht das Auge. Schade. Wirklich schade. Das arme, arme Auge, das derart vollendet vergangene ...“
Dienstag, 17.11. 20:30 Uhr | Eintritt: 6 Euro (ermäßigt: 3 Euro)
Romanfabrik Frankfurt Hanauer Landstraße 186
montgelas - Dienstag, 17. November 2009, 18:58- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
>>>> "NordNote" - Finnland zu Gast
Taavi Oramo Klarinette - Tuomas Lehto Violoncello - Roope Gröndahl Klavier
Jean Sibelius "Malinconia" für Violoncello und Klavier op. 20 Magnus Lindberg Klarinettentrio (2008) Ludwig van Beethoven Klarinettentrio B-Dur op. 11 ("Gassenhauer-Trio") Michail Glinka "Trio pathétique" für Klarinette, Violoncello und Klavier d-Moll
>>>> Karten.
albannikolaiherbst - Dienstag, 17. November 2009, 12:30- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
albannikolaiherbst - Donnerstag, 12. November 2009, 09:47- Rubrik: VERANSTALTUNGEN
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Kontakt zu Alban Nikolai Herbst:
fiktionaere At gmx DOT de.
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
@Wiebke Hoogklimmer.
Das Problem der "reinen" Innensprache zum inszenierten...
albannikolaiherbst - 2010/03/22 14:39
musikverleger
1. redete ich von > womöglich, also von einer...
klaus (Gast) - 2010/03/22 13:58
Die Kritik spricht mir...
Die Kritik spricht mir aus dem Herzen! Vor allem:
"Das...
Wiebke Hoogklimmer (Gast) - 2010/03/22 13:49
dramaturgische Schwächen....
Um meinen Kommentar zur sshr, sehr, sehr eintönigen...
Wiebke Hoogklimmer (Gast) - 2010/03/22 13:41
LOOP - ROUTINE - HALTUNG
Naja...
LOOP - ROUTINE - HALTUNG
Naja - mit Leuten, die von...
Herr Überflieger (Gast) - 2010/03/22 13:40
DIE DSCHUNGEL.ANDERSWELT
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zuletzt aktualisiert am 2010/03/22 14:39
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