Zum vermeintlich Reaktionären Der Dschungel.
In den letzten Monaten häuften sich in einigen, bezeichnenderweise meist anonym eingestellten Kommentaren Vorwürfe, die Positionen Der Dschungel oder ich, ihr Moderator, gar selber sei „reaktionär“, bzw. verträte reaktionäre Positionen. Ich nahm das anfangs nicht sehr ernst, ging einige Male spielerisch darauf ein und versuchte zu verdeutlichen, daß konservative Positionen mitnichten gleich reaktionäre seien, ja den Begriff des Reaktionären auf sie anzuwenden, sei eine Form von Propaganda und politischer Ideologie, gegen die man sich deutlich verwahren müsse – aber wie es in solchen Interessendynamiken zugeht, wird das absichtsvoll ignoriert und an dem Vorwurf festgehalten, weil der Angreifer ganz genau weiß, es bleibe immer etwas am Angegriffenen hängen; das soll ja grad erreicht werden. Die Dynamik selber entspricht der von Gerüchten. Insofern erfüllt der Vorwurf – als so unsubstantiierter – die Definition einer üblen, bzw. bösen Nachrede.
Dieses schadet und s o l l schaden, nämlich auch der auf diese Weise angegriffenen Person; es geht nicht allein um Positionsdiskussionen. Da ich nun nicht permanent irgend etwas löschen will, nur weil es mir nicht gefällt, richte ich hiermit eine neue Rubrik ein; sie stehe in Zukunft dem >>>> Anti-Herbst gleichberechtigt zur Seite und möge sich mit begründeten Vorwürfen füllen, also solchen, in denen die meinethalben auch anonymen Kommentatoren argumentieren, weshalb sie etwas und warum auch den Herausgeber Der Dschungel persönlich und was sie ü b e r h a u p t für reaktionär halten. Dann bekommen wir vielleicht ein Fundament, auf dem man, wenn man sich kontrovers unterhält, auch stehen kann, und nicht immer wird einer allein von diesem Fundament herunterkartätscht, d a m i t er eben falle, und die anderen bleiben unerkannt in ihren Hecken hocken, aus denen sie geschossen haben.
Der Begriff des Reaktionären ist namentlich in Deutschland eng mit der Rechten und seit einigen Jahren „Neu“rechten verbunden, das meint auch und besonders g a n z rechts und schwingt im Strahlungshof eines neuen Nationalsozialismus' mit, an den neben den faschistischen Implikationen u.a. auch Antisemitismus und völkisches Bewußtsein gebunden sind. Er wird von einer vermeintlichen Linken als ideologischer Baseballschläger eingesetzt, um unliebsamen Gegenpositionen nicht argumentativ entgegentreten zu müssen, sondern um die Diskussionen niederzuprügeln. Er errichtet und zementiert (fetischisiert!) Denktabus und drückt Leute an die Wand, die f r e i denken wollen, und zwar vor allem da, wo ein Heimat- und Kulturverlust eingeklagt wird, deren Recht in anderen Ländern von derselben „Linken“ durchaus mitvertreten wird.
Die Strategie funktioniert. Sie funktioniert, wie man am Fall >>>> Syberbergs sehen konnte („Fall“ ist hier durchaus mehrsinnig), und auch - unter vielem anderen - am „Fall >>>> Botho Strauß“, über gesellschaftlich-moralische Sanktionierung. Daß solch ideologisches Vorgehen letztlich genau die füttert, denen man die Nahrung nehmen will, nämlich die Neurechte, ist ein Efekt, den die politische Macht-Opportunität bewußt nicht in den Focus nimmt; man könnte es fast für gewollt halten.
[Eigentlich ist dies ein Text über >>>> die Korrumpel.]




















