Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008 d e

 

Paralipomena

Obama und Osama.

Ises-Osiris-Mozart-

Letztlich ist Obama nichts als ein politischer Pop-Star und als solcher replikant. Er muß gar keine Inhalte „bringen“, es reicht völlig, für die Hoffnung-als-Inhalt zu s c h e i n e n. Dafür hat ihn das Markinteresse designt. Er ist seine eigene Boy's Group; genau so sieht er auch aus: der „reine“ Vater als demokratischer Bubmann. Imgrunde aber bleibt es beim Alten: Menschen wollen Führer. Obama ist das Sed libera nos a malo der Gegenwart, das die fundamentalen Islami ganz genauso säkularisiert von Bin Laden erbeten. Bin Laden, der maskuline Patriarch, auf der einen Seite, Osama, der feminisierte Hybrid, auf der anderen.
Obama & Osama, so sprechen wir alle das Amen.

(DXII).

Körperflüssigkeiten auszutauschen.

Ist der unmittelbarste Ausdruck von Information. Ihr natürlichster. Der am wenigsten vermittelte. Anti-Entfremdung.

(DXI).

(Nur wollen manche manches besser nicht wissen.)

Kunst als Transporter.

Viele wollen abladen, endlich. Ich lade auf.

(DX).


Kastriert.

H. ist ein sehr guter Denker. Bloß denkt er nur noch über das nach, was man denken d a r f, und wie.

(DIX).


Frauen und Männer: „Das ist biologistisch argumentiert!“

Ja sicher, wie denn sonst?

(DIX).

[Wenn man einmal begriffen und akzeptiert hat, daß wir Biologie sind und nichts sonst (daß auch unsere Sozialsysteme Ergebnisse der Biologie sind, wie unser Gehirn etwas ist, das chemophysisch organisiert ist, und n u r das), dann wird deutlich, welche Bedeutung >>>> „Aufladung ist das Geheimnis“ dafür hat, daß es den Menschen als ein emphatisches Subjekt überhaupt geben kann. Doch man täusche sich nicht: auch diese Emphase und das moralische Bewußtsein sind Prozesse der Biologie. Indem ein solches Bewußtsein überhaupt wird, Selbstbewußtsein, wird die Ausschließlichkeit der natürlichen - physikalischen - Steuerungsprozesse ins Unbewußte verschoben, das so zum Pendant des Instinkts wird. Indem man sie leugnet (abwehrt), erfüllen sie sich. Genau dem entspricht die klassische Idee des Tragischen.]

[Poetologie.]

Was „hype“ ist, macht sich verdächtig.

Prinzipiell, ob Obama ob Jackson, ob Fußball ob Kunst, ob Pädagogik.


(DVIII).
Man kann auch sagen: Gefolgschaften machen verdächtig. Den, dem gefolgt wird.

[Antipoliteia 1.]

Der Gesellschaftstanz wiederholt rituell die Unterwerfung des Matriarchats.

Der nicht gebundene Babel.

(DVII).

Zum ästhetischen Urteil.

Es ist ja ein Merkmal der Zustimmung, daß man zustimmen w i l l. Will man es nicht, kann man es nicht. Nie. So, wer verurteilt.

(DVI).

>>>> Deshalb werden wir niemals, was wir nicht gutfinden wollen, gutfinden können. Kein Argument noch eine objektive Qualität werden uns umzustimmen vermögen. Wir werden beharren, stur, bis wir sterben.

Die unsterbliche Liebe verlangt.

Immer den Tod der Liebenden. Entweder d e r e n Ende oder ihres.

(DV).

Pop ist die Ideologie des Kapitalismus.

Mit Michael Jacksons Tod >>>>> zertanzt sie den Rest, den er der Menschheit noch ließ: Trauer. Die schlägt nun besonders Rendite heraus.

(DIV).