Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 d e

 

Paralipomena

Hört alle Kunst a u f.

(CDXLXXI).

Hat die Menschheit nicht verloren.

(CDXLXX).
[Evolution & Menschmaschine (1).]

Software aber hängt am Glauben. Sie ist immer, letzten Endes, irrational.

Endes meint: G r u n d e s.

(CDXLXIX).

P.S.: Glaube ist Software.

Der kapitale Markt
erinnert sich gern moralischer Maximen, wenn er sich entfesseln will.

Jede Antwort auf eine moralische Frage wird um so banaler ausfallen, je ungeheuerlicher ihr Anlaß ist. Es sei denn, man betrachtet beide, die Frage und die Antwort, in den naturwissenschaftlichen Wirkzusammenhängen der biologischen Chemie. Und das befragte Geschehen.
Also als Physik.

(CDXLXVIII).

Man handelt manchmal doch lustvoll und aus Gründen der Lust gegens Wissen - also berechtigt. Betrachtet vom Standpunkt der Cleanness aus, ist zu leben an sich ein Akt der Unvernunft. Insofern muß Vernunft in manchen ihrer Aspekte als dumm betrachtet werden.
(CDXLXVII).

Undemokratisch. (CDXLXVI).

Der Osten ist der Auf-, der Westen ist der Untergang, und geht man weit nach Osten, kommt man im Westen an.

(CDXLXV).

(Breschnew: „Wir werden den Kommunismus erreichen, wenn wir die Überflußgesellschaft erreicht haben werden.“)

Daß es freien Willen gebe, ist von Zweifeln frei dem Gefühl zu entnehmen. Daß es ihn n i c h t gebe, von Zweifeln frei dem Denken.

(CDXLXIV).

Sukhvinder S. Obhi/Patrick Haggard, >>>> Spektrum der Wissenschaft im April 2005: Die ganglische Vorbereitung zu einer Handlung geht der Willensentscheidung zu einer Handlung v o r a u s. Mich wundert daran nur der experimentale Aufwand: daß etwas, d a s geschieht, mit Gründen geschieht, die hinreichend und notwendig sind, begründet ja den Erfolg des Denkens schlechthin. Immerhin verschafft der Artikel die Ahnung, es werde eine Entscheidung des Gehirns als freie Entscheidung empfunden; die hirnelektrische Vorbereitung hat den A u s d r u c k der Empfindung, so, wie ein Schlag ins Gesicht den Ausdruck eines Schmerzes hat, nicht aber Schmerz i s t.

P.S.: Entscheidung des Gehirns. Schon von „Entscheidung“ zu sprechen, ist unangemessen anthropomorph.

Ist eine Spielform des Wissens.

(CDXLXIII).

[Das erklärt, weshalb er die Wissenschaften vorbereiten konnte und, möglicherweise, immer noch weiter vorbereitet. Dabei enspricht „Spiel“ dem Spielen von Kindern.]