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LexikonDerPoetik
Mitunter gibt es Vertipper, auf die >>>> selbst Google keine andere Antwort als die einer stillschweigenden Korrektur weiß; tatsächlich setzt das vertippte Wort als ein neues Wort aber etwas Neues in die Welt. Dieses wäre nur über eine Geschichte zu „beantworten“: über etwas, das dieses Neue erzählt. Es ruft geradezu danach: gebier mich! Mancher Vertipper hat einen seltsamen, geradezu mythischen Bedeutungshof, gerade seiner Ähnlichkeit wegen, aber gerade auch der fehlenden Identität wegen. Man muß sich an das vertippte Wort, wie es nun dasteht, heranschreiben, muß es umkreisen und aus seinem Himmelsfeld herauszulösen versuchen. Es zeigt ganz deutlich auf seine „eigentliche“ Bedeutung, aber eben auch darauf, daß da noch ein Anderes sei, das jetzt wie zufällig („versehentlich“) ans Licht gekommen ist und wie nackt daliegt, und hilflos, und darauf wartet, daß jemand es aufnimmt und kleidet.
[Poetologie.
Referrers.]

albannikolaiherbst - Mittwoch, 26. August 2009, 07:13- Rubrik: LexikonDerPoetik
Die Gestalten des Mythos leben viele Leben und erleiden viele Tode, anders als die Personen des Romans, die immer nur auf eine Handlung festgelegt sind.Das war, weiß ich heute, zu ändern, die mythische Vielidentität auf den Roman zu übertragen; das ist geschehen, und zwar, ohne daß ich es mir vornahm, um eine Aufgabe zu erfüllen, sondern rein aus der poetischen Bewegung – weil nämlich:(...) in jedem dieser Leben und dieser Tode (...) alle anderen zugleich gegenwärtig (sind), in jedem schwingen sie mit.Und jetzt kommt das primum movens aller Dichtung:Wir haben nur dann die Schwelle zum Mythos überschritten, wenn wir plötzlich einen Zusammenhang zwischen dem bemerken, was unvereinbar ist. Roberto Calasso, >>>> Die Hochzeit von Kadmos und Harmonia.[Poetologie.
Romantheorie.]
albannikolaiherbst - Freitag, 6. Februar 2009, 09:09- Rubrik: LexikonDerPoetik
Sie wollte angebetet werden, von allen und jedem. Ihr Geschenk für den Liebenden war Verständnis, falls er dessen würdig war, andernfalls Lächeln und Küsse, die sie verschwenderisch austeilte. Geliebt zu werden hielt sie für ihr natürliches Recht wie das Anrecht auf Luft und Wasser. Wo sie es nicht erhielt, wurde sie ärgerlich, deprimiert, gehässig.
Albrecht Joseph, nach >>>> Weidle nach >>>> wikipedia.Wie auch: Sie wollte nur, daß die, denen sie gnädig war, Wachs in ihren Händen wurden. Was ihr gelang.
albannikolaiherbst - Dienstag, 3. Februar 2009, 14:24- Rubrik: LexikonDerPoetik
(...)
Aber mal ein generelles Wort zur Interpretation: Ich fand bislang jeden Ihrer Ansätze sehr spannend, und ich habe die Tendenz, Ihnen zu empfehlen, solchen Spuren einfach zu folgen, egal, ob sie einen "wirklichen" Hintergrund haben oder nicht. Sondern wichtig ist bei so etwas, daß Sie solche Interpretationen zu einem geschlossenen System machen, aus dem sich die Spuren wechselseitig schlüssig erklären lassen. Es kann dabei einiges herauskommen, was ich selbst, als der Autor eines Romanes, nicht weiß, und es kann dabei ein Licht auf Romane und/oder Erzählungen fallen, auf manche ihrer Seiten, die auf eine andere Weise nie beleuchtet würden. Das heißt, die Realitätskraft der Fiktionen, wenn man sie schlüssig faßt und ihren Eigenbewegungen folgt, kann etwas zum Vorschein bringen, daß tatsächlich da ist. Stellen Sie sich das wie die Fiktion des Meters vor, es g i b t ja keinen Meter in der Natur, sondern er ist eine Abstraktion wie besonders die Mathematik im Ganzen: Wir legen etwas, das es nicht gibt, an etwas an, das es gibt, und erkennen etwas, das es a u c h gibt. - Also kleben Sie nicht an "realistischen", bzw. gar autobiographischen Interpretationsansätzen, sondern tun Sie besser aus sich selbst etwas hinzu, das Kant, um das mal lax zu vergleichen, Kausalität aus Freiheit genannt hat. Sie werden merken, wie sehr sich Dichtungen I h n e n dann plötzlich zuneigen, ohne daß S i e sich zu ihnen hinunterneigen müssen.
albannikolaiherbst - Donnerstag, 8. Januar 2009, 11:26- Rubrik: LexikonDerPoetik
albannikolaiherbst - Mittwoch, 26. Juli 2006, 09:01- Rubrik: LexikonDerPoetik
Mir scheint, man trifft heute weniger Wichtelmännchen in unserer Welt, als da ich ein Kind war, doch kann ich nicht glauben, daß ein Leser des Kapitels über Lappland die Stirn haben könnte zu leugnen, daß es ein wirklicher Wichtelmann war, der auf dem Tisch in Forstugan saß und vorsichtig an meiner Uhrkette zupfte. Natürlich war es ein wirklicher Wichtelmann, wer könnte es sonst gewesen sein? Ich sage euch, ich sah ihn ganz genau mit meinen beiden Augen, als ich im Bett aufsaß – gerade als das Talglicht ins Verlöschen flackerte. Onkel Lars Anders in Forstugan und Mutter Kerstin sind beide lange tot. Aber der kleine Wichtelmann lebt immer noch irgendwo im fernen Lappland.Das Buch von San Michele.
[Poetologie.]
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albannikolaiherbst - Donnerstag, 30. Juni 2005, 14:25- Rubrik: LexikonDerPoetik
Cord-Polor Kignčrs nennt ihn das OCR-Texterkennungsprogramm.

albannikolaiherbst - Dienstag, 21. Juni 2005, 16:17- Rubrik: LexikonDerPoetik
Vertragsbruch mit der Erde; Verrat; Synonym für "Vergeistigung".
LEXIKON DER POETIK.
albannikolaiherbst - Sonntag, 13. März 2005, 12:12- Rubrik: LexikonDerPoetik
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
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zuletzt aktualisiert am 2009/11/27 10:49
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