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Korrespondenzen
Und parallel denke ich über eine Lebensaufgabe nach: Wie leben wir so, daß sich Leidenschaften sowohl ausleben wie auch erhalten? Die Frage wird bei der >>>> Eigner-Lektüre ebenfalls ständig virulent: bei ihm rasen die Obsessionen immer, bis sie irgendwann auseinanderfliegen. Er findet sich nie ab, er macht nie Zugeständnisse, aber das Ergebnis ist dann meist ein katastrophales, sozusagen der Preis, den man für auch erotische Unbedingtheit zahlt.
Wiederum ist es auch eine luxuriöse Frage und eine ohne Nachkommen: Sowie Kinder da sind, wird sie notgedrungen obsolet. Das Seltsame ist, daß die Frage also Zukunft ausklammert, obwohl es ihr doch gerade um sie geht. Sie ist für Zukunft gestellt. Deshalb nenne ich >>>> den Eignertext mit zweitem Titel auch "Das irdische Leben" - nach dem Wunderhorn-Stück.
Das irdische Leben 3 <<<<

Korrespondenz - Dienstag, 24. November 2009, 14:30- Rubrik: Korrespondenzen
Sie mögen gnadenlose Männer. Ich glaube, >>>> der Impfstoff hilft da nicht, der dreht im Bürgerbildungstum*. Gibt tolle Collagen von Ror Wolf darüber. Wie diese Gründer- und Biederzeitmenschen plötzlich in ihren Lofts stehn, aber der Boden unter ihnen bricht auf. Sie rufen dann nach MariavollderGnaden, die aber eigentlich lieber nach den anderen Männern schaut. Ihr Befruchter, wenn auch durchs Ohr, war immerhin der mosaische Gott, und der hat sich eigentlich nie durch Gnadenreichtum ausgezeichnet.
[*) Bitte nicht verwechseln: Das Bildungsbürgertum gibt
es nicht mehr, das Bürgerbildungstum aber sehr wohl.
Es ging aus den Studierendenbildungswerken hervor.]
Korrespondenz - Donnerstag, 24. September 2009, 08:30- Rubrik: Korrespondenzen
Hemingway, alias Argo, espion dilettante
Quel agent de renseignements plus improbable qu’Ernest Hemingway ? Et pourtant, il semble bien que le KGB l’ait recruté en 1941. Il l’avait été à sa propre demande par les services soviétiques ; ce qui signifie qu’il avait fait le premier pas en les rencontrant à La Havane et à Londres. Une offre de services qui lui valut de figurer sur la liste de leurs agents sous le nom de code de “Argo”. Les Soviétiques l’avaient enrolé à la veille de son voyage en Chine ; il y accompagnait sa femme, journaliste à Collier’s ; ils y rencontrèrent officiellement Tchang Kaï-chek et clandestinement Chou En-laï. Mais comme il ne fournit rien de concret ni de tangible sur le plan politique à ses agents traitants, il fut rayé des listes avant la fin des années 40.
C’est ce qui ressort de Spies: The Rise and Fall of the KGB in America (Yales University Press). Dans ce document, qui vient de paraître sous la signature de John Earl Haynes, Harvey Klehr et Alexander Vassiliev, le romancier est noté comme “un espion dilettante”. Vassiliev, l’un des trois auteurs, est un ancien officier du KGB qui a eu accès aux archives des services de renseignement de l’époque stalinienne durant la brève période où elles ont été ouvertes, dans les années 90. Dilettante, ---->> Argo? Plutôt rassurant. Dommage que cela ne lui ait pas inspiré une nouvelle ou un roman. A moins qu’un inédit sorte également un jour d’autres archives…
Auszug aus dem Blog von Pierre Assouline: "La République des lettres"
10 juillet 2009 Publié Histoire littéraire | 68 Commentaires | Lien permanent | Alerter
Prunier - Freitag, 17. Juli 2009, 11:01- Rubrik: Korrespondenzen
fiktionaere at gmx de.
Herrn Dietrich Daniello.
Betreff:Eilig Geschäftsvorschlag.
Datum:Sat, 07. Mar 2009 04:13:09 +0200
Lieber Freund,
Ich entschuldige mich, dass ich Ihnen diese Nachricht auf diesem Wege zukommen lasse, da wir uns noch nicht kennen. Aber wenn Sie ihr die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient, werden wir am Ende alle glücklich sein. Dies ist eine private Geschäfts Transaktion, die uns sehr viel einbringen wird.
Mein Name ist Herr St**** R*** und ich arbeite in der *rt*r*d Bank von Johannesburg in Süd Afrika. Ich habe Ihre email adresse über eine Agentur, die Einblick in die europäische Datenbank hat, erhalten.
Während einer kürzlich durchgeführten Buch- und Rechnungsprüfung von Konten,sind wir auf ein Konto gestossen, dass seit über fünf Jahren stillgelegt ist. Das Guthaben auf diesem Konto beläuft sich auf die Summe von $ 14,3 mio (USD). Der Name des Kontoinhabers ist Herr Indra Begum, ein deutscher Kunde pakistanischer Herkunft, der hier in Südafrika im Diamantengeschäft und Handel tätig war. Nach unseren Ermittlungen kam Herr Begum, gemeinsam mit seiner gesamten Familie, vor ca. 4 Jahren bei einem flugzeugabsturz ums Leben. Nach unseren Informationen reiste er regelmässig in die Schweiz, nach Deutschland und Österreich. All unsere Bemühungen einen Verwandten ausfindig zu machen erwiesen sich als erfolglos.
Nach dem Gesetz unseres Landes geht in der Regel ein solches Vermögen, wenn nicht von jemandem angefordert,in die Taschen der Regierung. Aus Erfahrung, die ich während meiner vielen Jahren in diesem Land gemacht habe, enden Fonds dieser Art meist in Hände von korrupten Beamten, die sich daran bereichern und ihren selbstsüchtigen Interessen nachgehen.
Ich habe Sie nun kontaktiert, um mir behilflich zu sein diese Fonds anzufordern, weil ich selbst dazu nicht befugt bin, da ich in der selben Bank angestellt bin. Ich möchte aber, dass der Erlös wieder in würdige Hände, vor allem wieder nach Europa fliesst. Wenn Sie mit mir zusammenarbeiten, werde ich gemeinsam mit Kollegen und Anwälte alles Nötige veranlassen, Sie als Erbberechtigten von Herrn Begum einzutragen, nur so kann die Bank die Einlösung der Fonds genehmigen und ohne Verzögerung freigeben.
Sie können sicher sein, dass dieses Geschäft 100%ig risikofrei ist und wir auf legalem Wege alles arrangieren. Sie erhalten 30% des Erlöses für Ihre freundliche Unterstützung, die restlichen 70% werde ich mir mit den anderen involvierten Personen teilen.
Wenn Sie in dieses Geschäft interessiert sind, dann schicken Sie mir freundlicherweise Ihren vollständigen Namen, Adresse, Alter, Beruf, persönliche Telefonnummer, wenn vorhanden Faxnummer an meine emailadresse: st**ra**@s*f*.com
Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
St***** R***.
daniello - Montag, 9. März 2009, 15:46- Rubrik: Korrespondenzen
Dr. Grammaticus Praecox
Unterrühle 42b
69827 Kleindorf i.Fr.
Kleindorf i.Fr., 5.10.08
Abbestellung
Die „Horen“ haben sich bisher mit der Literatur von Ländern oder der zu bestimmten Themen befaßt. Ein Heft zu einem einzigen Schriftsteller von untergeordneter Bedeutung wie Herbst interessiert mich nicht. Ich bestelle die Zeitschrift deshalb vom 1.1.09 an ab.
Mit freundlichen Grüßen
gez. G. Praecox
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Herrn
Dr. Grammaticus Praecox
Unterrühle 42b
69827 Kleindorf i.Fr.
Berlin, den 16. November 2008.
Sehr geehrter Herr Dr. Praecox,
mir liegt in Kopie Ihr Fax an Johann P. Tammen wegen der Abbestellung Ihres >>>> Horen-Abonnements vor. Es macht mich ein wenig ratlos. Ich werde deshalb und weil ich mit ähnlichen Vorgängen schon mehrfach konfrontiert worden bin, den Wortlaut Ihres Faxes sowie diese meine Reaktion in die öffentliche Diskussion geben, aber dabei Ihren Namen verborgen halten. Es versteht sich von selbst, so etwas diskret zu behandeln, allein schon, weil das Fax nicht an mich, sondern an jemanden anderes gerichtet worden ist.
Wir sind uns nie persönlich begegnet; vor mehr als zwei Jahrzehnten verrissen Sie für die FIIIIIIIIIIEEP meinen FIIIIIIIIIIEEP Roman FIIIIIIIIIIEEP, und zwar – ich habe die Rezension aufgehoben – vor allem wegen der falschen Handhabung des deutschen Konjunktivs. Ihre Kritik ist für mich von großer Bedeutung gewesen, weil ich mich nach der Lektüre und, zugegeben, einer Verletzung auf meine vier Buchstaben gesetzt und die grammatisch korrekte Verwendung des Konjunktivs derart gebüffelt habe, daß ich heute selbst an Lektoren gemessen zu den nicht sehr vielen Menschen gehöre, die ihn noch beherrschen. Das habe ich indirekt Ihrer Kritik zu verdanken, für die ich deshalb dankbar bin. Mein Beharren auf seiner korrekten Verwendung hat sich auf der letzten Leipziger Buchmesse sogar >>>> dem Vorwurf aussetzen müssen, ich sei ein „Sprachfaschist“ - so eine blutjunge Fischer-Lektorin. In meinen Seminaren an der Heidelberger Universität streite ich immer wieder für diese Aussageform.
Dies zur Vorgeschichte. Nun zu Ihrem Fax. Sie schreiben, die Horen hätten sich bisher mit der „Literatur von Ländern“, was eine eigenartig verkürzte Aussage ist, sowie mit derjenigen „zu bestimmten Themen“ befaßt. Das ist richtig, aber es hat auch immer wieder Autorenbände gegeben, etwa den zu Christian Geissler im Jahr 1998, ferner Albert Vigoleis Thelen, Wolfgang Hildesheimer, Gregor v. Rezzori, Max Aub und Edith Södergran, sowie erst kürzlich zu Günter Grass und Walter E. Richartz. Insofern kann Sie ein spezieller Autorenfocus eigentlich nicht überrascht haben. Sondern Ihr Ärger scheint deshalb speziell mit mir, bzw. mit meiner Arbeit zu tun zu haben, die Sie als „von untergeordneter Bedeutung“ bezeichnen.
Das ist Ihr Recht. Zwar haben sich in dem Band namhafte Wissenschaftler zusammengetan, um Bewertungen wie der Ihren, die mir aus dem Betrieb nur zu gut bekannt sind, argumentativ etwas entgegenzusetzen, aber selbstverständlich kann nicht von Lesern verlangt werden, sie sich auch nur anzuhören. Ich weiß aus meiner Erfahrung, wie unangenehm es oft ist, eigene Urteile, an die man sich gewöhnt hat, revidieren zu müssen. Allerdings meine ich schon, daß jemand, der als Kritiker urteilt, eine Art Sorgfaltspflicht hat. Die sehe ich verletzt, und zwar um so mehr deshalb, als Sie anderen verübeln, Sie in sie zu nehmen.
Sie waren bislang mit den Horen offenbar zufrieden; daß Sie Ihr Abonnement jetzt kündigen, bedeutet, daß Sie auf die Herausgeber der Zeitschrift einen Druck ausüben wollen, sich gefälligst nicht mit Autoren zu beschäftigen, die Ihnen persönlich, aus welchen Gründen auch immer, mißbehagen; diese Gründe wiederum wollen Sie nicht zur Diskussion stellen, sondern an ihnen ideologisch festhalten. Ob man so etwas tut oder nicht, ist ebenfalls jedem selbst überlassen; man muß sich ethischen Fingerproben nicht aussetzen. Doch reagieren Sie mit Ihrer Kündigung ausgesprochen irrational, ja eine seltsame Wut schwingt in Ihren Zeilen mit. Hätte es nicht genügt, einfach den Band beiseitezulegen, schon weil in keiner Weise zu befürchten steht, es werde ein weiterer Herbst-Band folgen?
Ich möchte Ihnen die Wut gerne nehmen. Der Band ist da und wird seine Wirkung entfalten, das ist Fakt. Aber so etwas muß nicht in Ihrem Arbeitszimmer geschehen. Deshalb biete ich Ihnen an, daß Sie mir den Band schicken und ich Ihnen dafür den Kaufpreis nebst Portokosten erstatte. Dafür behalten Sie Ihr Abonnement und verzichten darauf, die Herausgeber der Horen negativ zu sanktionieren.
Mehr kann ich kollegialerweise für Sie nicht tun. Es ist mir höchst unangenehm, wenn andere Personen, die sich für mich verwenden, bestraft werden wie ein Bote, der schlechte Nachricht bringt.
Hochachtungsvoll
ANH******
Korrespondenz - Mittwoch, 19. November 2008, 10:47- Rubrik: Korrespondenzen
Das werden sie n i e lernen - aber w ir werden lernen: nämlich:: sie zu umgehen.
[>>>> Axel Dielmann – Verlag.]
Korrespondenz - Donnerstag, 6. November 2008, 14:26- Rubrik: Korrespondenzen
>>>> Formmailer an fiktionaere.
Name: B*** S***
Email: bs***@freenet.de
Betreff: Alban Nikolai Herbst. AEOLIA. GESANG. Harald R. Gratz.
STROMBOLI.
Nachricht: Hallo Herr Herbst, ich wünsche mir ein Exemplar der >>>> Stromboli-Gedichte mit Autograph; ich bin ehrlich und gebe zu, dass ich nicht vorhabe, Ihre Miete zu überweisen. Nicht aus Geiz und nicht aus Bosheit.
Herzliche Grüße und gutes weiteres Gelingen bei allen Ihren Vorhaben. Ich bestaune Ihren unermüdlichen Schaffensdrang, freue mich immer, Sie zu lesen, kommentieren zu hören. Ich liebe Catania und Meere. Alles fremd und vertraut.
ANH an bs***@freenet.de.
Sehr geehrte Frau S***,
Ihre Ehrlichkeit ziert Sie, und ich verstehe auch gut, daß Sie sich solch ein Exemplar wünschen. Ich mag Ihnen Ihren Wunsch aber nicht erfüllen, zum einen, weil es anderen gegenüber sehr unfair wäre, zum weiteren, weil Sie normale Exemplare ja sehr einfach >>>> über die Galerie Jesse bestellen können, und sollten wir uns einmal persönlich begegnen, würde ich es Ihnen auch signieren. Die Autographen sind etwas anderes, sie verändern das Buch und sind als eigene kleine Kunstwerke zu betrachten. Dem gibt die Geste entsprechenden Ausdruck, eine meiner Monatsmieten >>>> direkt an meinen Vermieter zu überweisen, die sich seit August übrigens um 5 Euro auf 170,35 Euro erhöht haben. Der genannte Betrag ist für den Gegenstand, das Verfahren einmal als Tausch betrachtet, immer noch nicht hoch. Und mir hilft es schlicht, über die Runden zu kommen, da ich nahe der finanziellen Existenzgrenze leben muß. Abgesehen hiervon, wenn Sie in irgend ein Geschäft gehen, tun Sie das wohl auch nicht mit dem Anliegen, der Verkäufer oder Inhaber des Ladens möge Ihnen den Gegenstand Ihres Begehrens unentgeltlich, bzw. ohne irgend einen anderen Ausgleich überlassen.
Mit bestem Gruß
ANH
albannikolaiherbst - Mittwoch, 24. September 2008, 09:55- Rubrik: Korrespondenzen
  Lieber Christoph Jürgensen,
ich danke Ihnen sehr für die Übersendung >>>> des Buches mit Mergenthalers, den ich gar nicht kenne, Beitrag zu Bongartz' und meinem Inzest-Roman als Jubiläums-SCHREIBHEFT. In der Tat sind wir damals sehr gebeutelt worden für den Text; sowohl für Bongartz wie für mich war das nicht ungewöhnlich; Norbert Wehr war eine solche Erfahrung aber neu und, so mein deutlicher Eindruck, außerordentlich verstörend und kränkend. Es soll sogar wütende Abbestellungen von Abos gegeben haben. Da empfinde ich Mergenthalers Essay nun geradezu wie eine Rehabilitierung Norbert Wehrs, der sich etwa von dem in die bürgerliche Mitte rückemigrierten Thomas Hettche auch persönliche Vorwürfe hat anhören müssen, des Tenors, wie man denn als Herausgeber solche moralischen Ungeheuerlichkeiten (um nicht „solchen Dreck“ zu sagen) verantworten könne... - jedenfalls, was da seinerzeit auch hinter den Kulissen abgegangen ist, war schon prächtig und gewissermaßen ein Protuberanzfeld der durch das Attentat aufgeschossenen Emotionen selbst.
Mergenthaler sieht, glaube ich, die Feuilleton-Reaktion auf Bongartz' und meinen Romantext, wie auf einige andere poetischen Texte des Umfeldes, ganz zurecht als eine Art der Abwehr. Wobei sowohl Bongartz als auch ich sowieso schon zu den abzuwehrenden Autoren gehören und gehörten; die Haltung etwa Ina Hartwigs setzte imgrunde nur eine ohnedies vorhandene "Haltung" fort und hatte gewiß weniger mit 9/11 zu tun, als ihr Feuilletontext vorgibt. Moralisch gesehen hat sie, die Moralisierte, 9/11 benutzt. (Und erschien seinerzeit, ein besonderer Akt der Peinlichkeit, mit US-Flagge am Kragenspiegel zur Buchmesse Leipzig.) Wiederum >>>> Weidermann gehört weder z d b I n b I, aber zu den Pfiffigen; deshalb muß man ihm seine Einlassungen nicht übelnehmen. Das einzige wirkliche Ärgernis ist Plath. Dessen Verdikt tat weh. Rein unabhängig von Mergenthalers Schlüssen zur Inzest-Ästhetik in Hinblick auf 9/11 (ich habe das später in Der Dschungel zu den Grundzügen einer Perversions-Ästhetik ausgebaut und in meine Heidelberger Poetik-Vorlesungen übernommen), - unabhängig davon wundert es mich bis heute, daß bzgl. 9/11 von einer Traumatisierung und überhaupt einem Trauma gesprochen wird - nämlich in Bezug auf uns Europäer. Ich selber k a n n mich nicht traumatisiert fühlen, da ich nicht attackiert, auch nicht verletzt wurde - jedenfalls nicht stärker traumatisiert als durch das Völkerschlachten auf dem Balkan, im Sudan und und und...; w a s ich verstehe, das ist, daß sich ein US-Amerikaner traumatisiert fühlt. Aber ich bin ja keiner, der Fernsehturm steht noch ebenso wie in FFM der Messeturm, und die meisten, die sich hierzulande traumatisiert fühlen, tun nur so. Es wäre denn eine mentale Trauma-Übertragung möglich, etwa als dominant vererbliche Anlage innerhalb der Mitglieder von Nato-Staaten, deren Lebens- und Sendungsgefühl der Pop ihnen vorgibt.
Mir kommt dieses Trauma (...) wie die Simulation von Vasallen (vor), die die Krankheit ihres Herrn markieren, um sich ihm möglichst nah zu zeigen.
Seien Sie gegrüßt,
Ihr
ANH
albannikolaiherbst - Freitag, 8. August 2008, 13:34- Rubrik: Korrespondenzen
(...) aus der Not eine Tugend gemacht - aber das kann ich doch nicht schreiben?!
Doch, das können Sie. Das sollten Sie sogar. Es gibt eine Art Regisseur, die die Schwächen ihrer Schauspieler ganz bewußt nutzt - berühmte Leute wie Straßberg waren darunter, die wahrlich keine schlechte Arbeit gemacht haben. Kunst ist in den seltensten Fällen ethisch, vor allem nicht während und wie sie entsteht.
An Ihrer Stelle versuchte ich, meine eigenen Ambivalenzen bis hin zu meiner schließlichen Überzeugtheit zu schildern, ganz nah an Ihnen selbst: das würde eine Spannung erzeugen, die den Leser nicht losläßt. Generell merke ich Ihren Arbeiten an, daß Sie aus einer Haltung der Wohlgesinntheit heraus schreiben. Das ist an sich sehr schön, hilft aber weder den Künstlern noch den Lesern; meist ist das Gegenteil der Fall. Was man versuchen muß (auch ich selber habe immer wieder das Problem, zuletzt hatte ich's >>>> dabei), ist, einen kritischen Ausgleich zu schaffen, der vor der künstlerischen Arbeit, die man beurteilen soll, spürbar den größten Respekt hat, sich aber dennoch nicht seine Meinung nehmen läßt. Die selbstverständlich begründet werden muß, und zwar gut. Es geht nicht um das Machtgefühl, das Verrisse verleihen; überhaupt nicht; das ist nur eklig. Sondern man muß eine Arbeit auf ihre eigenen Vorgaben abhorchen. "Wie fang ich nach der Regel an?/Ihr stellt sie selbst und folgt ihr dann." Wenn Sie diese Regel erkannt zu haben meinen, sollten Sie sie, und sei es nur für sich selbst, formulieren und dann analysieren, ob sie verletzt oder erfüllt wurde, oder wo das nur teils der Fall war. Sofern Sie dabei ganz bei sich bleiben, in der Ihnen selbst eigenen Weise sensibler Wahrnehmung, wird auch die kritischste Distanz niemals den Eindruck eines Verrisses machen - allenfalls den, daß Sie sich geärgert haben oder enttäuscht waren. Der Leser kann dann entscheiden, ob zu recht oder unrecht.
albannikolaiherbst - Freitag, 6. Juni 2008, 14:51- Rubrik: Korrespondenzen
(...) NUR: Menschen sind nicht eindeutig, Lebenssituationen sind nicht eindeutig, Schicksale sind nicht eindeutig. Wir stehen alle bis zu den Knien in der Ambivalenz und können nur waten. Ob man es wahrhaben mag oder nicht. Selbst die Begehren sind widersprüchlich, und das oft prinzipiell. Wobei die Begehren noch als erfüllte ein Leiden sein können, schon gar als unerfüllte oder unerfüllbare, und als solche, auf die man verzichtet, sowieso.
Genau aber dies ist der tiefe Leuchtgrund für Kunst, nicht ein Begehren selbst, nicht ein Glaube oder eine Überzeugung, eine Vision oder Inspiration, schon gar nicht eine gute Absicht: sondern diese unauflösbare, ständig wirkende Ambivalenz, in der wir leben. Der gibt die Kunst ihren bitteren oder ergriffenen oder wehen Ausdruck, indem sie an den Begehren - festhält.
albannikolaiherbst - Dienstag, 3. Juni 2008, 14:52- Rubrik: Korrespondenzen
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Kontakt zu Alban Nikolai Herbst:
fiktionaere At gmx DOT de.
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