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Korrespondenzen
(...) aus der Not eine Tugend gemacht - aber das kann ich doch nicht schreiben?!
Doch, das können Sie. Das sollten Sie sogar. Es gibt eine Art Regisseur, die die Schwächen ihrer Schauspieler ganz bewußt nutzt - berühmte Leute wie Straßberg waren darunter, die wahrlich keine schlechte Arbeit gemacht haben. Kunst ist in den seltensten Fällen ethisch, vor allem nicht während und wie sie entsteht.
An Ihrer Stelle versuchte ich, meine eigenen Ambivalenzen bis hin zu meiner schließlichen Überzeugtheit zu schildern, ganz nah an Ihnen selbst: das würde eine Spannung erzeugen, die den Leser nicht losläßt. Generell merke ich Ihren Arbeiten an, daß Sie aus einer Haltung der Wohlgesinntheit heraus schreiben. Das ist an sich sehr schön, hilft aber weder den Künstlern noch den Lesern; meist ist das Gegenteil der Fall. Was man versuchen muß (auch ich selber habe immer wieder das Problem, zuletzt hatte ich's >>>> dabei), ist, einen kritischen Ausgleich zu schaffen, der vor der künstlerischen Arbeit, die man beurteilen soll, spürbar den größten Respekt hat, sich aber dennoch nicht seine Meinung nehmen läßt. Die selbstverständlich begründet werden muß, und zwar gut. Es geht nicht um das Machtgefühl, das Verrisse verleihen; überhaupt nicht; das ist nur eklig. Sondern man muß eine Arbeit auf ihre eigenen Vorgaben abhorchen. "Wie fang ich nach der Regel an?/Ihr stellt sie selbst und folgt ihr dann." Wenn Sie diese Regel erkannt zu haben meinen, sollten Sie sie, und sei es nur für sich selbst, formulieren und dann analysieren, ob sie verletzt oder erfüllt wurde, oder wo das nur teils der Fall war. Sofern Sie dabei ganz bei sich bleiben, in der Ihnen selbst eigenen Weise sensibler Wahrnehmung, wird auch die kritischste Distanz niemals den Eindruck eines Verrisses machen - allenfalls den, daß Sie sich geärgert haben oder enttäuscht waren. Der Leser kann dann entscheiden, ob zu recht oder unrecht.
albannikolaiherbst - 6. Jun, 14:51- Rubrik: Korrespondenzen
(...) NUR: Menschen sind nicht eindeutig, Lebenssituationen sind nicht eindeutig, Schicksale sind nicht eindeutig. Wir stehen alle bis zu den Knien in der Ambivalenz und können nur waten. Ob man es wahrhaben mag oder nicht. Selbst die Begehren sind widersprüchlich, und das oft prinzipiell. Wobei die Begehren noch als erfüllte ein Leiden sein können, schon gar als unerfüllte oder unerfüllbare, und als solche, auf die man verzichtet, sowieso.
Genau aber dies ist der tiefe Leuchtgrund für Kunst, nicht ein Begehren selbst, nicht ein Glaube oder eine Überzeugung, eine Vision oder Inspiration, schon gar nicht eine gute Absicht: sondern diese unauflösbare, ständig wirkende Ambivalenz, in der wir leben. Der gibt die Kunst ihren bitteren oder ergriffenen oder wehen Ausdruck, indem sie an den Begehren - festhält.
albannikolaiherbst - 3. Jun, 14:52- Rubrik: Korrespondenzen
(...) Ich bin überzeugt davon, daß wir keine haben. Ich bin aber überzeugt, daß sie dann w i r d, wenn wir an sie glauben. Und wir können an sie sogar dann glauben, wenn wir zugleich überzeugt davon sind, daß es keine gibt.
H i e r liegt das Geheimnis. Jemanden um seiner selbst willen zu lieben, geht gar nicht, weil niemand motivlos lieben kann, so wenig, wie er sich auch sonst motivlos verhält. (...)
albannikolaiherbst - 1. Jun, 20:31- Rubrik: Korrespondenzen
(hielt. Und so spielten sie, vereint und ohne eine andere Leitung als ihr innerstes Ohr, man konnte es von den Berghängen schluchzen hören bisweilen, dann lachte wer. Sky hatte sich auf eine Treppenstufe gehockt, seinen Kopf schief auf den Handflächen, Ellbogen auf Knie, so hörte er zu. Welcome to a wonder: Wer hatte uns Ungeschickten Ausgerotzten dieses Spiel gelehrt, wer führte uns die Hand den Bogen? Wer machte es, daß unsre Finger links über die Stege rasten, als hätten sie niemals Frost abgekriegt, als wären sie nicht zahllose Male gebrochen und die Fingernägel rausgerissen, als die Wunde sich eitrig aufgeschwärt hatte? Woher nahmen diese Menschen ihre Kraft, nicht an eine bessere Zukunft, an Gerechtigkeit und Jenseits, denn damit hatten sie abgeschlossen, doch an das Leben selbst zu glauben? Wer hatte dieses Glühen in sie gegossen, den lachenden Ruf von Klippe zu Klippe durch Böen in Augen: ein alter gebrechlicher Kauz namens Olsen, über den sich der halbe New Yorker Musikbetrieb eine Zeit lang nur amüsieren konnte? Tatsächlich er? Oder etwas – wer? - durch ihn hindurch? Schlußakkord. C-Dur?
PAUSE
(Applaus, zögernd, misterioso -
Applaus, molto energico - Erste Leute stehen auf -
Applaus, morendo, zerfasert)
Manche blieben sitzen, andere rannten ganz aufgeregt umher. Waren Reporter dabei? Sonst sind Journalisten doch immer zur Stelle... Man war nur sprachlos. Und was Neill in seiner Loge tat - ja daß er überhaupt da war -, spielte gar keine Rolle. Aber erstes Gerede durchlief die Hänge: daß Maestro Chopstick von der CIA verhaftet worden sei oder)
albannikolaiherbst - 26. Mai, 13:16- Rubrik: Korrespondenzen
Berlin, den 16. Mai 2008.
Liebe Renate,
ich danke Dir sehr für Deinen Brief.
Wenn >>>> Marbach meine Arbeiten sammeln will, wäre es geraten, daß sich Marbach bei mir meldet und vielleicht auch selber Dateien sichtet. Das ist ja der Vorteil im Zeitalter der Kybernetik: Alles ist immer irgendwo gespeichert, und sei es als Backup. Nur muß das jemand durchgehen, der ich nicht selbst sein will noch überhaupt sein könnte, weil das ein riesiger Zeitaufwand ist, den mir weder jemand bezahlt, noch würde ich, selbst wäre das anders, die Zeit aufwenden können. Es gab zwar Jahre, da habe ich selbst sehr genau Buch über Publikationen und auch Unveröffentlichtes geführt, die sind aber vorbei, und es herrscht bei mir jetzt ein solch viertelorganisiertes Chaos, daß sich von meiner Seite aus kaum noch genaue Rechenschaft über meine Produktionen ablegen läßt.
Ein Leichtes ist es sicher, alles zu recherchieren, was sich im Netz von mir findet, Google ist da vortrefflich; schwieriger wird es bei den verstreuten Veröffentlichungen v o r der Netzzeit; aber darüber gäben, sichtete man sie, meine Backups sicher Auskunft. Ich habe freilich nicht einmal mehr eine Ordnung in den über mich erschienenen Rezensionen; manches habe ich vergessen, anderes gar nicht wahrgenommen. Zwar liegt hier in Berlin ein Riesenstoß an kopierten Zeitungsseiten, aber eben völlig durcheinander – bei meiner Produktionsmenge ist auch, das zu sichten, für mich selbst nicht zu leisten.
Etwas weiteres läßt mich in Sachen Marbach zögern. Ich bin mir des Wertes meiner Arbeit durchaus bewußt; dazu gehören die zahlreichen verstreuten Publikationen, insbesondere aber auch die gar nicht mehr zählbaren Reflektionen und Notate durchaus mit. Ginge das einfach so an Marbach, wäre es nur einmal mehr eine „Umsonst-Nummer“; ich werde für meine Arbeit ja so gut wie nicht entlohnt, und sowohl in Der Dschungel als auch auf der fiktionären Website verschenke ich laufend in großem Stil Texte, für die andere Autoren bezahlt würden. Gleichzeitig habe ich kein irgendwie anderes, geschweige ein geregeltes Einkommen, sondern schrabbe seit ein paar Jahren immer knapp am Privatkonkurs vorbei, bzw. steht der jederzeit vor seiner Eröffnung. Hier sammeln sich bereits wieder Forderungen, die ich nicht befriedigen kann. Dabei habe ich eine unterdessen fünfköpfige Familie; daß ich uns mal irgend einen Luxus leisten könnte, davon ist schon gar nicht die Rede. Ich habe bereits Hände und Kopf voll damit zu tun, das ganze Ausmaß dieser Bedrohung von meinen Lieben fernzuhalten, geschweige daß ich der permanenten Bedrohung angemessen begegnen könnte. Dazu addiert sich die Abfälligkeit des Betriebs mir gegenüber. Stünde da Achtung, wär ich längst in den Verteilungsmechanismen drin, von Jurortätigkeit bis zu entlohnten Kolumnen und ähnlichem. Davon ist nichts in Aussicht. Ich muß mir deshalb überlegen, ob ich mich ü b e r h a u p t auf Marbach einlasse oder nicht besser mit meinem Nachlaß z o c k e, d.h. ihn vorab zu verkaufen versuche; vielleicht findet sich ja einer, der ihn haben will. Ausgeschlossen ist das nicht – wie so weniges; mein Leben ist, seit ich zu schreiben begann, immer auf etwas ausgerichtet gewesen, das ein Kommen würde – ohne das hätte sich diese Art ungesicherter und meist rigoros abgelehnter Produktion nicht durchhalten lassen. Daß sich ihre öffentliche Einschätzung allmählich zu drehen beginnt – s e h r allmählich und auch nur in Kreisen der Literaturwissenschaftler, nicht hingegen denen der Pfründeverteiler -, ist allein d e m zu danken.
Was nun Dilimag anbelangt und die alten Beiträge meines „Vor“Blogs, habe ich Dir jetzt eine als rar gepackte Datei erstellt und sende sie in zweifacher Ausfertigung hier mit. Die eine habe ich in „Altblog.doc“ umbenannt, weil ich mich zu erinnern meine, daß Googlemail aus Sicherheitsgründen gepackte sowie ausführbare Dateien nicht verschickt; so wird dann immerhin e i n e ankommen. Die mußt Du dann in rar zurückbenennen; danach kannst Du nach gewohnter Routine entpacken. Das ist jetzt alles, was ich heut früh im Computer gefunden habe; ich habe die Dateien nicht gesichtet und auch nicht die Zeit, das zu tun; es sind schätzungsweise 200 Seiten, vielleicht auch einiges mehr. Die Dschungel. Anderswelt beginnt bei twoday mit dem 12. Juni 2004, freecity setzte bereits am 29. September 2003, also ein dreiviertel Jahr vorher ein, ziemlich genau mit dem Beginn des Prozesses um MEERE. Falls Ihr eine pdf erstellt, würde ich sie in Die Dschungel gern unter „Altblog“ übernehmen und dort dann einstellen.
Nun noch ein paar Worte zur VG Wort und dem dortigen Abrechnungsverfahren. Auch das ist für ein Einmannunternehmen wie das meine vollkommen unpraktikabel, zumal, wenn ich sämtliche bis heute erschienenen 15.508 Beiträge nachträglich mit Zählern ausstatten soll (ein paar dieser Beiträge sind über 5000mal gelesen worden, einer sogar, per eben, 26.577mal). So etwas ist von SPIEGEL ONLINE zu leisten, weil ein Unternehmen dahintersteckt, das einen Mitarbeiter eigens dafür abstellen (und bezahlen) kann; insofern ist die neue Regelung eine, die wie die Faust in die Schnauze jedes Kapitalismuskritikers paßt und sich sein Zahnwerk dabei freischlägt; es punktet ganz allein Großunternehmen zu. Außerdem ist das Verfahren an sich irre: da es die Beiträge nach Länge einschätzt und völlig übersieht, daß kurze Beiträge, die viel angeklickt wurden, wiederum Vorgänger längerer sind, um die dann debattiert wird. Ganz hinausfallen aber dabei vor allem die für Die Dschungel sehr wesentlichen Paralipomena – Aphorismen also, um die sich bisweilen über 100 Kommentare scharen, wenn nicht mehr. Das alles ist seitens der VG Wort derart unausgegoren, daß ich gar nicht erst anfangen werde, solche Zähler einzubauen. Etwas anderes wäre es, gälte der Zähler einem Weblog insgesamt und als solchem; das würde dann auch dem Umstand gerecht, daß die Zugriffshäufigkeit auf ein Weblog eben n i c h t von einzelnen Beiträgen abhängt, sondern von seiner Bedeutungsaura als Ganzem. Und dann... also, es ist völlig irre, völlig unpraktikabel, daß man jeden Beitrag eines Weblogs wie Der Dschungel zur Meldung als Doppel physisch an die VG Wort schickt. Allein dieser Arbeitsaufwand würde bei einem Organ wie Der Dschungel wenigstens einen halben Tag bedeuten; für die genuine literarische Arbeit bliebe dann überhaupt keine Zeit mehr. Dieses Modell ist insofern rein für Hobbydichter gemacht, die „nebenher“ noch ein Weblog betreiben und im übrigen das Wort „Freizeit“ kennen, das mir seit fünfundzwanzig Jahren ein Echo aus allerweitester Ferne ist.
Wie nun auch immer, ich grüße Dich ganz ganz herzlich und hoffe, meine offenen Worte verärgern Dich nicht.
Dein
A.
P.S.: Ich habe diesen Brief >>>> hier in Die Dschungel gestellt; es wäre also auch möglich und im Dschungelsinn wüschenswert, würde dort geantwortet. So fächerte sich das Unternehmen um n o c h eine Farbe auf.
albannikolaiherbst - 16. Mai, 09:34- Rubrik: Korrespondenzen
Lieber verstorbener >>>> Ulrich Horstmann,
es gibt von Ihnen einen noch zur Lebzeit verfaßten Aphorismus, der ungefähr so lautet:
Warum schreibst Du? - Aus Ruhmsucht. - Mit der Grandezza eines Renaissencefürsten wäre die Frage ein- für allemal aus der Welt gebracht.Ich habe ihn aus der Erinnerung so >>>> in meinen Heidelberger Vorlesungen zitiert. Nun werden diese für den Druck vorbereitet, und in dem Buch hätt ich das Zitat schon gerne "in echt" und mit der zugehörigen Quelle versehen. Ob Sie für mich vielleicht einmal in Ihrem Nachlaß nachschauen würden?
Auch posthum Ihnen querköpfig irgendwie verbunden... ja ja, ich weiß, was Nietzsche über solche Vereinnahmungen geschrieben hat... dennoch:
Ihr
ANH
www.albannikolaiherbst.de
albannikolaiherbst - 4. Mrz, 16:37- Rubrik: Korrespondenzen
An die
Acer Computer GmbH
Geschäftsführung
Kornkamp 4
22926 Ahrensburg
Berlin, den 18. Dezember 2007.
Sehr verehrte Damen,
sehr geehrte Herren,
ich bin ein deutscher Roman-Schriftsteller, Lyriker, Rundfunkregisseur und, unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Musikkritiker, der es fertiggebracht hat, die Tastatur seines Acer Travelmate 291 in zweieinhalb Jahren Taste für Taste durchzuschreiben. Mein Computerfreund M. fand das so phänomenal, daß er aus der Tastatur ein in Quarzplaste eingegossenes Kunstwerk gemacht hat. Vorher, selbstverständlich, war mein Acer insgesamt zusammengebrochen. Ich war aber mit seiner bisherigen Leistung ausgesprochen zufrieden und schriebe gern auf Acer weiter. - Von M. stammt nun die Idee, die ich mit diesem Brief zu realisieren versuche: Wollen Sie mir wohl ein neues Gerät sponsorn?
Ich bin als Schriftsteller nicht unbekannt, betreibe mit bis zu 25000 Zugriffen pro Monat eines der intensivst frequentierten Literarischen Weblogs deutscher Sprache (DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT: http://albannikolaiherbst.twoday.net) und bin derzeit zur Poetik-Dozentur der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg berufen. Über mein Werk geben sowohl meine fiktionaere Homepage (www.albannikolaiherbst.de) Auskunft, als auch, sowieso, wikipedia sowie der Brockhaus und alle übrigen einschlägigen Literatur-Lexika.
Da ich oft unterwegs bin, ohne dabei meine Arbeitsvorgänge unterbrechen zu dürfen, noch zu wollen, bin ich auf ein funktionierendes Notebook sehr angewiesen; aber die Gelder sind mehr als knapp. Ich arbeite für meine Rundfunk-Hörstücke auch musiktechnisch am Laptop, brauche also eine gute Soundcard sowie möglichst zwei akustische Eingänge (Micro und Line in getrennt), und vor allem muß ich meiner Webpräsenzen wegen quasi ständig im Netz sein. Ich habe über die Firma Moobicent einen auf dem vodafone-Netz beruhenden Flat-HSDPA/UMTS-Netzzugang und wurde deshalb auf Ihren Aspire 5920 aufmerksam, der eine UMTS-Zugangs-Hardware gleich mitliefert. Zur Zeit schreibe ich an dem steuertechnisch abgeschriebenen Gerät, das mir eine Freundin zur Verfügung gestellt hat, das aber ebenfalls schon alt ist und einen Schaden an der Hauptplatine hat, der es ungewiß macht, wie lange das Gerät noch durchhält – vor allem bei meiner Art unentwegter und intensiver Beanspruchung.
Sollten Sie mir ein solches Gerät sponsorn, würde ich, und gern, auf meinen Netzpräsenzen oben sichtbar den Button „ANH schreibt auf Acer“ anbringen und auch gern auf Sie oder einen Ihrer Vertragshändler verlinken. Falls Sie sich drauf einlassen, hätte ich allerdings gerne ein Gerät ohne vorinstalliertes Vista.
Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit, die Sie diesem meinen Brief widmen,
und bin, unbekannterweise,
Ihr
ANH
www.albannikolaiherbst.de
P.S.: Der direkte Weg in mein Werkverzeichnis lautet:
http://www.die-dschungel.de/ANH/werke.html
albannikolaiherbst - 18. Dez, 17:29- Rubrik: Korrespondenzen
Sehr geehrter Herr Stuke,
dann hat Ihr neuer Redakteur Christoph Schulte im Walde sein Ziel also erreicht.
Ich fordere Sie hiermit auf, meine sämtlichen bei Ihnen publizierten Texte unverzüglich aus dem Netz zu nehmen und entziehe Ihnen also hiermit die Veröffentlichungsrechte. Dafür setze ich Ihnen eine Frist von einer Woche seit Erhalt dieser Email. Sollten die Texte bis dahin noch im Opernnetz stehen, werde ich Ihnen Rechnungen stellen, denen ich ein gängiges Zeichenhonorar zugrundelege. Dieses werde ich mit vergleichbaren Redaktionen und der VG Wort abstimmen.
Meine bislang im Opernnetz erschienenen Texte werde ich anderweitig publizieren. Den eigens für das Opernnetz in DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT gelegten Link werde ich löschen.
Ich bedaure Ihre Entscheidung, der ja in der Form eines quasi-Ultimatums m e i n e Entscheidung vorhergegangen ist und die einer, so sehe ich das, Not entspringt, die Ihnen wurde, weil Sie das Opernnetz aufgrund Ihrer Emeritierung nicht mehr über eine Wissenschaftliche Hilfskraft am Leben halten konnten. Insofern habe ich Verständnis; Sie sind da verletzbar. Bitte haben Sie nun Ihrerseits dafür Verständnis, daß ich meinerseits an einem persönlichen Treffen mit Ihnen k e i n Interesse mehr habe. Es gäbe für ein solches keinen anderen Grund als den einer verwässernden Harmonisierung.
Eine Kopie dieser Mail geht an meinen Anwalt. Weiters erhalten die Berliner Opernhäuser diese Mail als CC.
Hochachtungsvoll
ANH
www.albannikolaiherbst.de
[Regelmäßige Dschungelleser werden wissen, daß es in der letzten Zeit, nämlich seit Herr Christoph Schulte im Walde die redaktionelle Betreuung des Opernnetzes übernommen hat, zu heftigen Mißstimmungen zwischen ihm und mir gekommen ist. Zuvor war das Opernnetz wie ein universitäres Projekt von einer wissenschaftlichen Hilfskraft betreut gewesen; das war nach der Emeritierung Herrn Stukes nicht mehr möglich, und er mußte sich nach jemandem umschauen, der die Arbeit unentgeltlich weitermachte. Dafür ist Herr Christoph Schulte im Walde gefunden worden, der mir ziemlich gleich nach seinem „Amts“antritt einen unverschämten Brief geschrieben hat; >>>> davon habe ich hier in Der Dschungel erzählt. Im Rahmen des Versuchs einer Einigung nahm ich seinen Namen aus den Erzählungen wieder heraus und >>>> pseudonymisierte ihn.
Eine Einigung wurde aber letztlich, trotz vieler freundlicher Telefonate mit dem Mitherausgeber Stefan Ulbrich, nicht erzielt; ich habe mir das Berliner Erstbesuchsrecht einräumen lassen wollen, da meine Mitarbeit für das Opernnetz ebenfalls unhonoriert war. Herr Schulte im Walde hat nun einige Pemierenbesuche mit sich selbst und einer neuen Mitarbeiterin des Opernnetzes besetzt, ohne mir vorher davon Kenntnis zu geben. Das habe ich emfpunden und empfinde es weiterhin als einen Vertrauensbruch. Mein Eindruck ist dabei, daß es letztlich um Machtpositionierung geht.
Ich werde nun außerhalb Der Dschungel ein eigenes Opern-Forum im Netz gründen, an dessen Konzeption ich schon herumdenke, seit die unangenehmen Mißstimmungen mit dem Opernnetz erstmals aufgetreten sind.]
albannikolaiherbst - 12. Dez, 07:13- Rubrik: Korrespondenzen
Empfaenger: Alban Nikolai Herbst
Name: Katja Findeklee
Email: katja_findeklee@web.de
Betreff: Beschwerdeanfrage
Nachricht: Sehr geehrte Damen und Herren,
ich rauche ihre Marke " Marlboro " sehr gerne..doch in letzter Zeit
befinden sich immer wieder riesige Tabakstückchen die aussehen wie
Holzstücke in den Zigaretten. Ich habe in einer Woche 3 Schachteln
weggeworfen.. weil man diese Zigaretten einfach nicht rauchen konnte.
Ich würde Ihrer Marke gern treu bleiben, aber dafür hätte ich gerne
eine Entschädigung.
Sie können mich per E mail erreichen wenn Sie meine Postanschrift
benötigen.
Ich bedanke mich im voraus.
Mit freundlichen Grüssen
Katja Findeklee An Katja Findelklee.
Von ANH.
Betreff: Marlboro. Holzstücke in Prosa. Sehr geehrte Frau Findelklee,
wir wissen für Ihre Not erst einmal keine andere Erklärung, als daß die Packungen, die Sie erstanden haben, mittlerweile 26 Jahre alt sind. Wie bei gutem Olivenöl können auch in Texten mit der Zeit Untrübheiten entstehen, die aber nur einer leichten Erwärmung bedürfen, um sein Gold wiedererscheinen zu lassen. Bei Honig, wie Ihnen vielleicht bekannt ist, ist es ähnlich: dort sind es aber Kristalle. Allerdings fällt erzählter Tabak bisweilen rein historisch Stoffe aus, die allein durch die Veränderung des allgemeinen Sprachgebrauches inkompatibel erscheinen. Und sowieso kann es sein, daß Sie, falls Sie die Light-Version unseres Produktes bevorzugen, mit der Schärfe Schwierigkeiten haben, die allein von jenen durch Sie beklagten Stücken garantiert werden kann.
Wir bedauern es sehr, Ihnen alleine diese Auskunft erteilen zu können.
Hochachtungsvoll
gez. ANH.
Herbst & Deters Fiktionäre.
albannikolaiherbst - 7. Dez, 10:02- Rubrik: Korrespondenzen
AS....und wundere mich dann, dass Ihnen >>>> da teilweise so viel Unverständnis entgegenschlägt.
ANHIch glaube nicht, daß es Unverständnis ist. Ich glaube, daß es A n g s t ist. Die Art, in der ich die Dinge betrachte, rührt fast immer an Tabus - oft unbewußt gefühlte -, so daß Selbstbilder angesägt werden. Die >>>> daraus resultierende Angst ist eine irrationale, und weil dem so ist, wird nicht bedacht, daß ich ja am eigenen Selbstbild ebenfalls säge und permanent versuche, dem mir dämmernden deterministisch/matrischen Zusammenhang qua Kunstanstrengung etwas entgegenzusetzen. Nein, es soll >>>> manches einfach nicht gedacht und schon gar nicht niedergeschrieben werden.
Von irgend woher muß mein schlechter Ruf ja rühren.
albannikolaiherbst - 27. Sep, 13:38- Rubrik: Korrespondenzen
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
Melville - 18. Jul, 22:56
Bd1
crap-us-cul(e)
der beschissene Morgen nach einer durchzechten Nacht. Es waren aber diese Augen. Ich ... walhalladada - 18. Jul, 21:30
Hänschen Wurst fühlt sich ganz einverstanden ...
Hänschen Wurst fühlt sich ganz einverstanden ! Paul Reichenbach - 18. Jul, 19:52
Proteus Hanswurst. 18. 07. 2008. ...
„…
Von Leuten verfolgt, nahm er die Gestalt / eines Löwen an oder einer Flamme, /eines Baumes, der ... Paul Reichenbach - 18. Jul, 19:49
>>>>Der Blogger Hanswurst ...
>>>>Der Blogger Hanswurst heißt Proteus ;-) albannikolaiherbst - 18. Jul, 14:52
気 und Lancôme oder Die Aufladung. ...
(...)
Wie aus der wolkenzerrissenen Bamberger Nacht nun die Sonne,
Anahit, meine Geliebte, heraufsteigt. ...
DIE DSCHUNGEL.ANDERSWELT
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zuletzt aktualisiert am 18. Jul, 22:56
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60316 Frankfurt am Main
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Technische Betreuung: Michael Geiger.
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