7.57 Uhr: [Arbeitswohnung. Vaughan Williams, Sir John in Love.]
Morgencigarillo & Latte macchiato. Eben vom Terrarium hergekommen, will ich gleich >>>> „den Eigner” abschließen; ich denk mal, ich werd gegen Mittag ganz fertig damit sein und mich dem Nächsten zuwenden können, sowohl >>>> Danz als auch dem, ja, gut, nun sag ich's d o c h: Kinderbuch„projekt” (Projekte, Projekte, lo so).
Mist, jetzt entdeckt mein Mobilprogramm die Modemcard nicht... was is’n nu’ schon wieder los?
Gut, nehm ich vorübergehend halt das alte, etwas langsamere USB-Modem. Ich mag mich in der Arbeit jetzt nicht von einem Computerproblem aufhalten lassen. - Okay, das funktioniert.
Die Nacht war unruhig, die Zwillingskindlein wachten immer mal wieder weinend auf und riefen nach der Mama; ich also immer rüber zu ihnen, sie kurz beruhigt, was wirklich einfach war, dann wieder zurück ins untere Bett des Doppelstockbetts meines Jungen, wieder eingeschlafen, wieder aufgewacht. Um halb fünf dann ging der Tag für mich los, लक kam gegen sechs heim, die Löwin, jetzt eben am Telefon, verschlafen noch wie लक schon; lächelnd (gewiß, ich kann so etwas hören) haucht sie - jene, nicht diese - „du bist bereits im fünften Gang”, worauf ich: „den hab ich gerade erst eingelegt”. Schön, übrigens, diese Vaughan-Williams-Oper am Morgen, indes der Abend mit Hilliards/Garbareks Mnemosyne ausgeklungen war und شجرةs von Fernen Küssen zur Nacht. (Ernstlich mit Verdi messen läßt sich die Vaughan-Williams-Vertonung freilich nicht).
Die Früharbeit widmete sich >>>> dem nächsten Eigner-Auszug, dann war der Kakao für die Kinder vorzubereiten. Einträchtiges Beisammensitzen schließlich, die Zwillingslein an und auf der Mama, die drei auf dem Sofa, Du, mein Sohn, dann dazu, und ich vor Euch auf dem ledernen Corbusier-Schaukelstuhl aus dem Nachlaß meiner Mutter, Euch ansehend. Wobei mir jetzt einfällt, daß ich in den Eignertext unbedingt noch den zweiten Titelteil hineinerden muß, Des Knaben Wunderhorn. Kaum denk ich nun d a s, kommt hier eine Mail-von-Eigner (!!) herein, die einiges, das ich nicht wußte und deshalb fehlannahm, korrigiert. Ich hätte es aber noch nicht wissen können, schreibt er, dies „alles steht in dem Buch, das Du noch nicht kennen kannst”, an dem er nämlich grad wie ein Berserker schreibt. Gute Arbeit, Dichterswunsch zu Dichter. (Aber schön, wirklich, ist dieser Vaughan Williams. Das wußt ich gar nicht mehr. Ewigkeiten nicht gehört.)
9.52 Uhr:
Au Mann! Den Aufnahmetermin von gestern versaubeutelt... wegen des Lernens mit meinem Jungen. Mist. Na gut. Angerufen im Hauptstadtstudio, Frau H.: „Oh je”. `tschuldigung. „11.30 in Regie 1?” „Danke Ihnen.” - Also die Datei mit Reicharts Korrekturen eben ausdrucken und um 11 losradeln.
albannikolaiherbst - Freitag, 20. November 2009, 08:39- Rubrik: Arbeitsjournal
Wobei das so überaus Erstaunliche ist, daß dieser Romancier a l s Romancier mit seinem ersten Roman schon ganz fertig gewesen ist. Er war schon deshalb keiner, den man hätte entdecken oder gar „machen” können, sondern da bereits vollständig ausgebildet, so, als würde sich an ihm nichts mehr verändern – ob das auch für den Menschen Eigner so war, wage ich sicherheitshalber nicht zu fragen. Doch ist er darin grundsätzlich anders als viele seiner Kollegen, die sich, wie’s Portomonaeie und der Zeitgeist so wollten, in dessen Läufte fügten, und zwar nicht, weil sich ihre Ästhetik, sich verändernd, entwickelte, also aus Gründen der, sagen wir, literarischen Evolution, sondern aus ökonomischer „raison”. Die wenigsten blieben ihren gesellschaftlichen Überzeugungen treu – zu nennen wäre allerdings noch der große Stilist Hermann Peter Piwitt (auch er ein Apostat schon zu Beginn: er ließ sich auch kommunistisch den sogesagten Faschisten D’Annunzio nicht nehmen) -, jedenfalls hat Eigners Romanwerk seine frühe politische Einlassung Punkt für Punkt realisiert, zu der auch und gerade und immer wieder Erde gehört: gegen alle abstrahierende Feinsinnigkeit beharrt Eigner auf dem Geschlechtlichen. „(...) Habe ich gesagt, daß sie ein Höschen anhat unter dem Kleid? Eines, das so weiß leuchtet wie keines sonst auf schwarzer Haut?” Diese spezielle Weise, die Erscheinungen, sinnliche, irdische Erscheinungen, zu bew u ndern, gehört zu den innigsten Momenten eignerscher Erzählkunst. „‚Genau genommen lecke ich ihr erst das Meersalz weg und versinke dann in ihrem Eigengeschmack und Eigengeruch, ich schmecke, rieche und lecke sie und höre nicht auf unter ihren Händen, die meinen Kopf umklammert halten, bevor sie nicht -: ich habe einen solchen Schrei,’ sagte er, ‚in meinem Leben noch nicht vernommen, ein Schrei wie ein Vogelruf, ein einziger zum Himmel gerichteter Schrei, Schmerz und Jubel zugleich, als stieße’, sagte Brandig, ‚die gefiederte Seele im Sturzflug (...) vor zum Kern des irdischen Planeten. (...) Der Körper aber dazwischen,’ fuhr er fort, ‚reglos. Oder besser: aus der reglos mir entgegengestemmten Straffung niedersinkend in reglos weiche Ermattung. Und sie sagt, so habe es bei ihr noch keiner geschafft. Sie umschlingt mich. Sie reibt ihre Wange über meine von ihrer Mondmilch geglättete Haut.’” Es hat ja seinen Grund, wenn Eigner in dem drei Jahre nach diesem, nach „Brandig”, erschienenen Roman „Mitten entzwei” - er sollte eigentlich „Stroff” heißen und eine imaginäre Personal-Trilogie komplettieren -, den frischen Geruch nach weiblichem Geschlecht mit dem Duft des Watts vergleicht, in welchem der Held, ein Kunstspringer, Kopf über Hals steckenbleibt, wonach er querschnittgelähmt, das heißt a u c h: impotent ist. „Ich habe, soweit ich weiß, nicht das Bewußtsein verloren. Ich habe die Trennung gespürt. Man wird durchschnitten, zerhackt, guillotiniert. Und wundert sich nur, wenn man die Augen aufmacht, daß die abgetrennte Hälfte noch an einem dranhängt. Daß sie, überflüssig, nicht weggedriftet und davongeschwemmt worden ist in der Strömung. Hinausgetragen mit dem Ebbstrom aufs offene Meer. Zu Vögeln und Fischen”, Mitten entzwei, 1988. Die Erde treibt uns, sie bindet uns aber auch fest. Der Verführung, sich dies billig mit Abstraktionen wegzulügen, widerstehen Eigners Außenseiter alle: es g i b t kein Entkommen. Genau deshalb ist Kunst auch nicht „ein willkommenes Hilfsmittel (...), das als begleitendes Ingredienz einer zuvor festgelegten gesamtgesellschaftlichen Planngsentwicklung revoltionäre Politik kämpferisch verkörpern müsse”, wie Eigner es in Richtung KPD und DDR ausgesprochen scharf formuliert hatte. Nein, wir bleiben in den tragischen Verhängnissen, sie, eigentlich, machen unser Leben aus – zumindest so lange nicht tatsächliche Gleichheit der Lebensverhältnisse, also Befreiung, erreicht ist. Schon deshalb, so Eigner weiter, werde „Kunst (...) nicht gemacht für jene, die Muße haben und ein Vergnügen am Kunstwerk”, obwohl allein sie es sind, die sie ökonomisch ermöglichen, sondern „Kunst wird gemacht für jene, die k e i n e Muße haben und k e i n Vergnügen am Kunstwerk.”
22.55 Uhr: [Am Terrarium. Sohnes- und Zwillingskindlein„wache”.]
Den ganze Tag über, seit acht Uhr, am >>>> Eigner gesessen, quasi durchgearbeitet, bis spätmittags mein Bub fürs Essen, für die Hausaufgaben und das Cello kam, womit insgesamt dann auch der Nachmittag „rum” war. Latein dauerte. Dann die Sachen gepackt für die Abendarbeit, hierher geradelt, zu Abend gegessen mit der quasi-Familie, die Kleinen ins Bett gebracht, ihnen vorgelesen, der Bub lag da schon. Alles dauerte ein wenig, seit halb zehn wieder am Eigner-Text. Er selbst rief noch an, kurzes Nachgespräch zu unserem Treffen gestern abend. >>>> Titania sagte wegen morgen abend ab, was mir arbeitshalber nicht ganz unlieb ist.
Jedenfalls ist der Eigner-Text nahezu fertig. Ich werde nur noch den morgigen Vormittag brauchen, dann steht das Ding, muß eine Woche abhängen, dann geh ich noch mal drüber, dann wird abgegeben. Haken dran.
Die Löwin am Telefon; das Gespräch war belastet eben, hatte die erotische Freiheit nicht ganz, weil ich über die quasi-Familie sprach und شجرة aufs sensibelste wahrnimmt, spürt, er- und begreift; was auch wieder ganz wunderbar ist. Ich kann nie anders, als, wenn ich wirklich jemanden spüre, auch ganz zu sein; Abspaltungen funktionieren bei mir nur bei kalter Sexualität. Von Kälte kann bei uns aber weißGöttin nicht die allergeringste Rede sein. Alle Nähen, die es sind, haben etwas von Verhängnis. Um so intensiver glühen sie, unabgefunden. In einer ihrer Nachrichten schreibt die Löwin davon, man müsse die Absprachen meiden, die die Nähen profanieren, aber in festen Lebensbeziehungen unvermeidlich, weil notwendig seien. Darüber kann man bitter nachdenken: es sagt etwas über die condition humaine.
albannikolaiherbst - Donnerstag, 19. November 2009, 23:08- Rubrik: Arbeitsjournal
5.52 Uhr: [Sibelius, Malinconia für Cello und Klavier.]
Latte macchiato. Pfeife. Um halb sechs aufgestanden, an den Funk-Netzeinstellungen noch herumgefriemelt, weil mir gestern nachmittag die Internetverbindung völlig zusammenbrach. Bis jetzt hab ich keine Ahnung, wie das passiert ist; am Musikcomputer funktionierteb Modem und SIM-Card einwandfrei. Also am Laptop deinstallieren, drüben neue Software runterladen, hier neu installieren – wozu ich aber erst nachts kam, nachdem ich aus >>>> dem Konzert , über das ich gleich schreiben will, und >>>> der Bar zurückwar. Mich warf die Angelegenheit einigermaßen aus der Arbeit, doch blieb ich ruhig, anders als sonst, bzw. früher; neuerdings schaff ich’s ja immer häufiger, mich nicht allzu sinnlos aufzuadrenalinen. ن شاء ال: is’ halt so, wenn was passiert: einfach gegen ansteuern:: sò, sowieso, ich war ja mit dem >>>> Eigner-Text erstaunlich weit gekommen. Da लक mich anrief und fragte, ob ich vielleicht Donnerstag, heute also morgen (: hübsch!), abend die Kinder übernehmen könne, aus privaten Gründen, hab ich mein Treffen mit Eigner auf heute abend verlegt und werde vielleicht danach in die Bar gar nicht mehr gehen, obwohl da dieses Künstlertreffen sein soll, zu dem mich gestern eigens noch mal >>>> Sigurd Wendland eingeladen hat; oder ich geh halt erst später, nach 22 Uhr; dann wäre aber wieder das frühmorgendliche Arbeits-Aufstehen in Gefahr. Mal sehen. Wendland hat >>>> auf meine kritischen Bemerkungen neulich noch per Mail ragiert, ich schlug ihm eine öffentliche Diskussion in Der Dschungel vor, darauf mochte er aber wohl nicht eingehen und will jetzt vielleicht in der Bar persönlich diskutieren; mir wiederum ist mehr an öffentlicher Auseinandersetzung gelegen; aber nur hinzuradeln, um ihn dazu zu überreden, dafür hab ich momentan wirklich keine Muße.
Der Profi war mit in der Bar. Wir besprachen diese Manager-Geschichte; er kennt jemanden gut, die so etwas seit Jahren professionell betreibt, „mach das mit B. zusammen! Die kennt das Geschäft in- und auswendig und ist gut!”: „gut” mit fünf „u”s... Also telefonierten B. und ich noch nachts nach meiner Heimkehr, während ich Brot und ein Stück Makrele futterte und dabei versuchte, شجرs Stimme ins Mobilchen zu bekommen. Was nicht gelang, ich wollte es aber so spät auch nicht allzu lange klingeln lassen in der Serengeti, das störte die afrikanische Nacht: es ist ja schon unschön, wenn man >>>> an den nächtlichen Herrenhäuser Gärten das permanente Röhren vom Autobahnzubringer an die Ohren kriegt.
[Lindberg, Klarinettentrio.]
Erstaunlich übrigens die Klangqualität des neuen Aufnahmegerätes, das sehr viel praktischer als mein DAT-Recorder ist, weil sich die Aufnahmen g l e i c h als wave auf den Computer überspielen und entsprechend leicht bearbeiten lassen. Also das war ein guter Kauf. Andererseits bin ich in diese Digi-Bedienung noch nicht eingefuchst und mach immer noch Fehler. Weshalb der ganze Beethoven von gestern verlorenging, da ist jetzt nur häßlichstes Schrillrauschen; alles andere aber prima und, wie gesagt, erstaunlich in der Qualität. Ich werd die Bedienung einfach noch etwas üben müssen.
Na gut. Jetzt die Kritik von gestern. Dann Eigner ff.
9.57 Uhr: >>>> Die Kritik fertigbekommen, den Link ans Konzerthaus und das Finnland-Institut rübergemailt, dann mit dem ARD Hauptstadtstudio Termine gemacht: morgen, 17 Uhr, sprech ich meine vanMersbergen-Kritik für Manuela Reichart/WDR ein, wichtiger aber ist der Aufnahmetermin für das >>>> Danz-Stück: anderthalb Stunden (aber zwei hat man mir gegeben) am 8. Dezember, morgens um 10 Uhr. Freu mich auf diese Arbeit, besonders auf die Spracharbeit mit den beiden Frauen.
Außerdem schon wieder weiter am Eigner gesessen. Im Gespräch mit dem Profi wurde mir gestern abend noch einiges mehr klar. Was ich ursprünglich für den >>>> horen-Essay vorgehabt hatte, nämlich aus meinen bisherigen Eigner-Texten, von denen durchaus nicht alle schon veröffentlich sind, eine Art Melange zu kochen, laß ich nun völlig fallen; es ist nicht ökonomisch, aber entspricht mir einfach mehr, meiner Arbeitsart mehr, etwas ganz Neues zu machen. Und es läuft ja wirklich wie am Schnürchen. Die Löwin, übrigens, läuft gerade auch, irgendwo durch einen Park, und erschreckt die Passanten. Das direkt Letztere nicht, aber das davor skypte sie mir, als ich in der Küche stand und zwei Brotscheiben aß mit der letzten Scheibe Makrele.
[Chrístobal de Morales, Requiem para Felipe II.]
Eigentlich sollte ich aber, bei Eigner, Gesualdo hören.
12.35 Uhr:
Bis eben >>>> am Eigner gearbeitet. Schnell noch was in der Küche gegessen, mach ich mich zum Mittagsschlaf bereit, Couch abdecken usw. - da kommt endlich شجر ins Netz. Aber ich leg mich erst mal. (Zwischendurch noch ein schöner Brief von >>>> Danz, und ein wunderbares Projekt mit dem Konzerthaus läßt sich an; ob’s da allerdings Geld gibt? Es geht >>>> hierum. Nein, das ist n i c h t vergessen.)
albannikolaiherbst - Mittwoch, 18. November 2009, 06:22- Rubrik: Arbeitsjournal
8.19 Uhr: [Sinopoli, Suite nach seiner Oper „Lou Salomé“-]
Was um Herrgöttins Wille ist denn in diesem Royal White Beast gewesen, den ich gestern nacht >>>> in der Bar trank, daß ich heute morgen derart verschlafen habe??? Es klingelte Sturm in meinen Schlaf, der prallvoll Träume gewesen ist und immer noch war, klingelte und klingelte, ich dachte: Wer klingelt morgens um fünf Uhr Sturm? raste irgendwie an den Summer zur Tür, schwerköpfig, sprach hinein in die Gegensprechanlage, die hektisch rot blinkte. Niemand antwortete. Ich, ein Klingelstreich, sowas. Pinkeln. Pinkelte. Wieder dieses Sturmläuten, während es aus mir heraussprang und -quellsprang, immer noch kapierte ich nicht. Statt zu ziehen, gleich wieder an die Gegensprechanlage, hallo, hallo... „Papa, bringst du mir meine Schultasche runter?“ D a begriff ich. Fliegend. Packte fliegend seine Tasche, was hat er heute für Fächer? der Stundenplan hängt neben der Tür Ich wollte ihm doch die vier übrigegebliebenen Fischstäbchen von gestern mitgeben, das hatte er sich gewünscht, und eine gekochte Kartoffel mit Salz Verpacken, schnell, schnell Ich muß verdammt was anziehen, stand immer noch nackt in der Küche, so kann ich doch nicht runter Wie spät ist es? wo liegt die Uhr?
Ich hab‘s dann noch geschafft, aber die Zeit heute morgen, die kostbare Morgenarbeitszeit ist dahin. Ich kann mir sowas momentan überhaupt nicht leisten Egal, nicht jammern, sondern‘s anpacken. Das tu ich jetzt. Während diese Komposition Giuseppe Sinopolis singt, deutlich an Berg angelehnt, wunderschön, aber hätte das eigene Kraft besessen, fragte ich mich auch noch nebenher. Aber wunderschön. Viel zu früh gestorben, der geniale Bursche, zusammengefallen, hier in Berlin an der Deutschen Oper, bei Verdi, aber war das Aida, war das Il trovatore? keine Ahnung mehr, müßte ich googlen, Herzanfall, glaub ich, für Verdi darf man eh nur beim Otello sterben oder, mit feudalstem Spott, mitten am Falstaffpult -
- immerhin hatte ich gestern nachmittag den Ansatz für meinen >>>> Eigner-Aufsatz; ich fand einen alten Essay von ihm, ach die Erinnerungen, 21 war ich damals in Bremen, Kulturplatz Dammweg, es „muß dies – bei wohlwollender Betrachtung – eine verworrene Sprache sein, die Kunst und Kultur immer wieder in einem Atem nennt“ (Eigner, 1976). Dazu „Wider die Justiziabilität der Gerechtigkeit“: d i e s e Predigt solltest du schreiben. So der Profi, mit dem ich intensiv und lange sprach, der etwas fast Dankbares darüber ausstrahlt, daß mir die Löwin begegnet ist, die dauerkätzisch meine Beine umstreicht, halb drohend, halb lockend und, wenn sie sich zur Menschwerdung aufrichtet, gütig: „Schreib dein Managerkonzept, dann lachst du über die Honorarchen der Uni nur“, weil ich spätnachmittags noch Ärger, mal wieder mit der Auszahlung, hatte, für den meine Ansprechpartnerin wirklich nichts kann; dauernd werden die formalen Modalitäten der Honorierung geändert, „losgelassene Selbstverwaltung, die sich selbst begründen muß“, so der Profi, „es gibt einen Engländer, der hat das treffend benannt, Mensch, wie heißt der noch?“ Wobei man im poetischen Ansatz weiter auseinanderliegen gar nicht kann als >>>> Danz und Eigner, das strudelt durch meinen Kopf auch immer mit, und daß ich heute abend >>>> im Konzert bin, um vielleicht j e t z t endlich mal etwas über „die Finnen“ zu schreiben, all das a u c h noch obendrauf. Latte macchiato. Pfeife. Guten Morgen, Leser. Weder Lust noch Zeit, mein Bett zu machen. Alpaka-Jacke, Kapuze überm Kopf, ich „ziehe mir meinen Hut über die Ohren, da höre ich sie nicht. Ich ziehe mir den Hut über die Augen, da finden sie mich nicht“ (Eigner, Golli, 1978).
13.03 Uhr: [Hindemith, Sinfonie Die Harmonie der Welt.]
Ich arbeite unerbittlich an dem Eigner-Aufsatz; es sprudelt nur so aus mir heraus. Nebenbei Telefonate, eine Email-Konversation, durch die die Löwin ihre Krallen fahren läßt, ein Email-Hin-und-Her mit der Uni Heidelberg wegen des Honorars, Telefonabsprachen für Termine; dann skypte >>>> Titania, daß sie am Freitag in Berlin sei, ob wir uns sehen könnten? sie wird also am Freitag abend hier sein, es wird viel viel zu sprechen geben; dazu die fernmündliche Frage an Eigner: „Hast du deine Hörspiele da? auf Band?” - die hol ich morgen bei ihm raus; wir werden abendessen und reden; vielleicht hab ich den Aufsatz dann schon einigermaßen im Entwurf stehen; manches wird ihm wahrscheinlich nicht schmecken, andres um so mehr – mal sehn. Zwischendurch schickte شجرة einen Kuß in meine Arbeit; dann Korrespondenz mit der Komischen Oper wegen >>>> einer Kindervorstellung für die Schulklasse meines Jungen, der im übrigen in einer halben Stunde fürs Mittagessen hiersein wird, das ich auch noch vorbereiten will und jetzt vorbereiten werde. „Eben dadurch, daß sie”, die Kunst, „ auf das direkte Begehren des Gemeinwesens keinerlei Rücksicht nimmt, wird sie zur Statthalterin der Menschlichkeit. Dieser Grundgedanke Eigners ist möglicherweise der Grundskandal, für den sein Werk dasteht.”
13.03 Uhr: [Hindemith, Sinfonie Die Harmonie der Welt.]
Ich arbeite unerbittlich an dem Eigner-Aufsatz; es sprudelt nur so aus mir heraus. Nebenbei Telefonate, eine Email-Konversation, durch die die Löwin ihre Krallen fahren läßt, ein Email-Hin-und-Her mit der Uni Heidelberg wegen des Honorars, Telefonabsprachen für Termine; dann skypte Titania, daß sie am Freitag in Berlin sei, ob wir uns sehen könnten? sie wird also am Freitag abend hier sein, es wird viel viel zu sprechen geben; dazu die Frage an Eigner: „Hast du deine Hörspiele da? auf Band?” - die hol ich morgen bei ihm raus; wir werden abendessen und reden; vielleicht hab ich den Aufsatz dann schon einigermaßen im Entwurf stehen; manches wird ihm wahrscheinlich nicht schmecken, andres um so mehr – mal sehn. Zwischendurch schickte شجرة einen Kuß in meine Arbeit; dann Korrespondenz mit der Komischen Oper wegen >>>> einer Kindervorstellung für die Schulklasse meines Jungen, der im übrigen in einer halben Stunde fürs Mittagessen hiersein wird, das ich auch noch vorbereiten will und jetzt vorbereiten werde. „Eben dadurch, daß sie”, die Kunst, „ auf das direkte Begehren des Gemeinwesens keinerlei Rücksicht nimmt, wird sie zur Statthalterin der Menschlichkeit. Dieser Grundgedanke Eigners ist möglicherweise der Grundskandal, für den sein Werk dasteht.”
Sò, zu Mittag essen.
albannikolaiherbst - Dienstag, 17. November 2009, 09:04- Rubrik: Arbeitsjournal
5.26 Uhr: [Birtwistle, Io-Passion.]
Um 5.15 Uhr hochgekommen, ganz 4.30 Uhr schaff ich immer noch nicht; um halb eins lag ich. Mit der >>>> Danz-Lektüre bin ich quasi durch; ich werde jetzt noch >>>> ihre Homepage auf „Brauchbares“ durchsehen, von dort meine Exzerpte machen, dann leg ich diese Arbeit erst mal zur Seite, bis K. und Julietta gelesen haben werden, die die Sprecherinnenparts übernehmen sollen, also bis zum Ende der Woche etwa; bis dahin geh ich an den >>>> Eigner-Text für die >>>> horen. Dafür also noch einmal alle meine bisherigen Eigner-Rezensionen durchsehen; es macht sich jetzt bezahlt, daß ich für längere Buchbesprechungen auch immer alle meine Notat-Dateien aufhebe; außerdem, selbstverständlich, seh ich ein weiteres Mal durch seine Bücher. Bis Freitag spätestens soll mein horen-Essay stehen, „Selbstvornahme“, vielleicht auch schon abgegeben oder aber auch mit ihm durchgesprochen sein; auf jeden Fall brauch ich von ihm noch ein paar Daten. Er ist computer- und netzfremd, also hat er seine Hörspiele nicht als CDs, was sehr schade ist. Aber vielleicht hat er sich jeweils Cassetten ziehen lassen, so daß ich die auch noch durchhören und dabei gleich in den Musikcompter überspielen kann. Ich werd ihn nachher anrufen und vielleicht gleich zu ihm hinüberradeln heute vormittag.
Um kurz vor acht bring ich meinem Buben, der wieder bei der Mama geschlafen hat, seine Schultasche, Schulbrot, Schulgetränk hinunter. „Drüben“ ist alles wieder einigermaßen auf den Beinen; die Hühnesuppe half: ein kleines Huhn, hab ich nun gelernt, macht 9 Personen und zweieinhalb Kleinkinder satt: 3 Familien-Abend-, bzw. Mittagsmahlzeiten „gibt es her“: letzte Ahnung von unverfügbarer Wirklichkeit heißt es >>>> bei Danz; Brühwürfel haben uns sowas längst vergessen lassen. Denaturalisierung. Ein Prozeß, den Danzens nach Osten schauenden Texte kurzzeitig aus dem Leser wieder herausnehmen.
Vor dem Schlafengehen ein wenig mit شجرة geskypt; das lief fast etwas schief: die Entfernung von sich nach nächster Erfüllung sehnender Erfüllung macht es schwierig, weil ja auch Verstellung hinzukommt, ein anderes Leben, das das vorherige ist, will weitergeführt sein; zugleich soll das Begehren in der Schwebe gehalten werden; da lauert eine Art Enttäuschung, der ein Chat kein Ausgleich ist. Also hilft das Telefon, zur Nacht, den Kopf schon im Kissen, in das wir quasi hineinsprechen; ein Ohr aber lauscht zur Welt hoch. M e i n „Part“ ist hier der - sagen wir mal: leichtere, weil die Kinder da sind, für die ich da bin, und gewiß bin ich auch für लक da, wenn sie mich braucht: nicht-sexuell, patriarchal verläßlich, „verantwortlich“ wäre das in diesem Fall nicht justiziable Wort. Innenwort. Wie: „im Wort stehen“. Also versuch ich etwas, das ergriffene Frauen sonst sehr viel besser können als ergriffene Männer: mich in der Entfernungszeit zu „normalisieren“... so vieles hier steht heute in der Uneigentlichkeit der Anführungszeichen, ich weiß. Dennoch, und trotz der derzeit irren Arbeitsmasse, will ich spätestens in zwei Wochen, nicht erst in vieren, wenn mich das nächste >>>> „Real“-Seminar wieder über Frankfurtmain führen wird, nach Frankfurtmain fahren; allerdings ist das auch eine Frage der Kosten; wenn Heidelberg mein Honorar schnell anweist, wird es kein Problem sein, wenn sich aber der endlose Verwaltungsweg wieder dazwischenschiebt, schon. Sich dämpfen: auch das lerne ich nun. Es ist eine komische Form lebenspraktischen Meditierens: man hält sich unter der Decke. شجرة schrieb, es mache sie unterschwellig wütend, daß sie, was zwischen uns sei, handhaben müsse: „Ich will nicht freiwillig zu praktisch werden. Es kommt mir vor wie ein Verrat an der Magie“. Wir verlieren als Erwachsene zunehmend die Unmittelbarkeit, wir verlieren an Nicht-Ambivalenz. Das ist ein Kindheitsverlust; Wohl und Wehe denen, >>>> die, das noch zu spüren, nicht abwehren. Sensibilität hat immer etwas mit Schmerz zu tun. Weisheit wäre, den Schmerz und die Lust sehend in Balance zu halten? Das aber dämpft ja a u c h. Man muß zugleich, deshalb, das Feuer wahren: g e g e n die pragmatischen Ernüchterungen, die uns das Leben kleinmachen wollen. Gegen das uns und unserem Stolz viel zu billige „Alles ist eitel“. Das Leben als einen Roman zu betrachten (11), wäre ein Weg?
[>>>> Das Leben als Roman (12). Das Leben als Roman, (10; 11.37 Uhr im Link) <<<<. Wobei
mir auffällt, daß dieses „Projekt“ jetzt schon zweimal
eigens erwähnt wurde: bei Giacomuzzi in Innsbruck und
nun auch wieder in Hannover. Es ist den Menschen
unheimlich. Aber es fasziniert auch. Ich sollte darüber
mal wieder einen eigenen Beitrag schreiben.]
An den Eigner. Ah ja, die Essays zusammenstellen. Heut vormittag ebenfalls noch zu >>>> Matthes & Seitz rüberradeln. Außerdem warte ich noch immer auf Nachricht wegen meines Scelsi-Textes; also anrufen. Und das Treffen mit den >>>> Kulturmaschinen terminieren. Dann ist mit Barbara Stang zu telefonieren. Die Elegien an T.G. schicken, die Email-Adresse heraussuchen; oder es Stang tun lassen; das ist vielleicht sogar klüger. - Zweiter Latte macchiato. Erster Cigarillo.
10.30 Uhr: [Britten, Cellosinfonie.]
Mein Cello fehlt mir. Ich merkte es bereits gestern, beim Üben mit meinem Jungen. Aber mit fehlt eben auch die Z e i t ! Also höre ich nur. Zugleich rasen de Gedanken, mir fällt einiges von den Augen ab, indem ich Danz lese; habe eben eine Mutmaßung für Die Dschungel darüber geschrieben, will sie aber erst nachmittags einstellen, weil ich – parallel – auch noch >>>> an d i e s e r Betrachtung geschrieben und sie eben eingestellt habe; die wird erstmal etwas Zeit brauchen, um durchdacht und eventuell gegenkommentiert zu werden. Nachmittags dann mein Danz-Text. Jetzt erst einmal etwas frühstücken, dann für das Mittagessen einkaufen; Fischstäbchen; bin eh auf Fisch.
Im Wartezimmer zu >>>> Eigner gelesen. Die Essays sind noch nicht zusammengestellt; evtl geh ich zu Matthes & Seitz erst morgen rüber.
Der Löwin Morgenmail, wunderbar in dieser Balance aus Klugheit und Begehren: „Ich mag die Zeiten zwischen unseren Begegnungen; ich brauche sie. Auch wenn jener Teil von mir jammert, der Unmittelbarkeit sucht. Hätten wir sie, sie würde nicht lang währen, der Alltag fräße sie - die unvermeidlichen Abkommen, die man immer trifft. Lassen wir die kleinsten Informationen unter der Haut der Erscheinungen ihr seltsames, unwägbares Spiel spielen.“ Diese „Abkommen“, genau d i e nimmt ja auch >>>> d a s aufs Korn. Vielleicht, daß auch ich wirklich einmal erwachsen werde.
11.13 Uhr: [Britten, Konzert für Geige, Bratsche und Orchester .]
Makrele, Brot. Tee. Pfeife. Mailwechsel. Jetzt aber schon wieder hinaus: „ins feindliche Leben“ zu PENNY. Vor allem auch: die Telefonrechnung bezahlen.
albannikolaiherbst - Montag, 16. November 2009, 06:12- Rubrik: Arbeitsjournal
[Arbeitswohnung. Sculthorpe, Requiem für Cello solo.]
Mein Junge auf dem Vulkanlager, ich erst um halb sieben auf, latte macchiato, die erste Zigarette; Kopfhörer; will weiter lesen, Danz, >>>> Türmer. Heute sollte ich das Buch mindestens „fertig“haben (häßlich, häßlich, das Wort, und unangebracht); dann an den Eigner-Text gehen. -
Gestern war ich quasi allezeit bei meiner quasi-Familie; vom Aufwachen bis abends, da war nicht viel Arbeitszeit, aber es war auch gut so. (Pfeife stopfen...) Mit und bei den Zwillingskindlein gewesen, auch für लक dagewesen; vorabends bereits eine Hühnersuppe gekocht, weil mir meine Großmutter erinnerlich, daß solche Suppen gegen Erkältungen hülfen (es scheint zu stimmen); für meinen Buben dagewesen; schließlich hier hinüber, weil लक die Nacht durch arbeitet und die Zwillingskindlein für den Sonntag vom leiblichen Vater abgeholt wurden: für bis heute abend. Also mein Junge zu mir; ich überraschte ihn damit, daß ich zur Abendvorstellung Tickets für Roland Emmerichs „2012“ besorgt hatte; der Film ging bis fast zehn Minuten vor Mitternacht. Großes Kintop, keine Frage, mit einem gealterten Obama, der „bei seinen Menschen“ bleibt, anstelle sich zu retten; heiter dabei, eine Schauspielerin Angela Merkel darstellen zu sehen; untergejubelt nebenbei die Botschaft, nicht nur Obama bleibe bei seinen Menschen, nein, auch Berlusconi, der auf dem zerschmetternden Petersplatz mit seinen Menschen betete... da stellen sich dann ulkige Nähen in einem ansonsten glatt funktionierenden Film her, der Seelenkonflikte indes auf die bekannte US-Art löst: sind zwei „gute“ Männer bei einer Frau, zumal mit Kindern, muß einer von beiden sterben, hilft nichts, man will ja keine Ambivalenzen, jedenfalls nicht sie noch ins nächste Leben mit reinschleppen.
[Henze, Serenade für Cello solo.]
Die Bilder der Weltzerstörung sind tableauartig und so inszeniert, daß sie Grausamkeitslüsternheiten nicht unnötig bedienen; deshalb kann auch ein Junge mitschauen, wobei der Focus von den eigentlichen Gefahren selbstgemachter Naturzerstörung auf ein Unglück verschoben wird, das sich prinzipiell so wenig vermeiden ließe, daß schon die Mayas es haben voraussagen können. Daneben aber >>>> die behutsame, soghafte, doch vorsichtig distanzierte Sprache Daniela Danz‘ , ihre Liebe zu alten Wörtern, „Kerfe“, „Laibung“, in kleinen Kapiteln erzählt, entfernten Kapiteln, wie aus einer Erinnerung herausgeschrieben, die der Danzens ja doch nicht sein kann; dennoch trifft sie d e n, trifft sie also einen Ton: anschmiegsam, melancholisch, sanft mit den Dingen: „Und wenn sie hoch hochsahen, dann nicht wie zu ihresgleichen, zu einem, der sie beobachtete und sah, was keiner sehen sollte. Sondern wie zu einem, der alles wissen darf, weil er doch von einer anderen Welt ist und nicht als Mitwisser zählt.“ Danz zu lesen, stimmt einen selber poetisch. Meine drei Frauen, denke ich, denke/ein Satz Αναδυομένηs, weiter, vier/Frauen, fünf, wem hielt ich/in der Erinnerung, die/mich noch immer innert?
Gut. Ich lese jetzt weiter. Warte auf شجرة, daß sie sich über Skype meldet, wenn erwacht. Ich habe ein Löwinnenbild aufgenommen, so pikant wie innig, daß ich mir gern auf Postergröße abziehen ließe, um es dann mit ein paar Strichen, Farbe, weiterzuformen. Sie sagt: Tu das. Wie vor Bamberg kommt die Idee zurück, mit Bildern zu arbeiten. Es ist hier aber gar kein Platz. Und mein Cello steht und möchte gerne selbst wieder angefaßt werden. Doch ich lese jetzt erst einmal weiter. Mein Junge soll ausschlafen, so lange er mag.
8.59 Uhr: [Hindemith, Requiem.]
Ich versuche gerade, das auf meiner Innsbrucker Dschungel-Lesung aufgenommene Video in Youtube zu laden. Dabei wieder dieser Hindemith mit Fischer-Dieskau. Beeindruckend, faßt mir sofort ums Herz, ich muß davon nur dreivier Klänge hören, schon hat‘s mich. Von Weitem schlagen Glocken leise in die Kopfhörermusik. Der Bub schläft noch, Du schläfst noch, mein schöner Junge...
17.15 Uhr: [Schumann, Études symphoniques (S. Richter).]
Danz‘ Türmer fertiggelesen, jetzt ein paar Notizen übertragen, dann geht das Buch an K., die im Hörstück eine der Rollen sprechen soll und möchte, sich aber Prosa dafür gewünscht hat. Die Exzerpte, insgesamt, fertige ich später an, weil ich K. bitten mag, ihrerseits Stellen auszusuchen, die ihr gefallen. An sich würde ich jetzt gern kommentieren, zumal Danz einen sehr zärtlichen Gegenblick auf Serbien/Kroatien wirft, was nicht untergehen sollte, auf keinen Fall untergehen sollte; doch meine Kommentiererei stünde im Widerspruch zu meiner Vornahme, mich selbst, wie bei dem >>>> Filips-Hörstück, aller direkten (An-)Sprachen zu enthalten; was ich vermitteln möchte, soll allein aus der Montage und den in ihr verwendeten Tönen hervorgehen, seien es Musiken, seien es gesprochene Texte oder Auskünft, die mir die Dichterin-selbst gibt.
Nebenbei immer wieder versucht, das Video von meiner Innsbrucker Lesung auf Youtube hochzuladen; funktioniert nicht. Unnütze Zeitvergeudung, jedenfalls bisher. Noch mit meinem Jungen was für die Schule getan, gegen vier schoß er dann zu seiner Freundin ab. Um sechs soll er wieder hier sein: Cello. Danach geht‘s noch mal zu लक fürs Abendessen hinüber. Hinterher vielleicht Bar, aber ich bin unschlüssig, hab den Profi auch noch gar nicht angerufen, würde vielleicht gern weiterlesen: Arachne von Danz, Serimunt von Danz. Und sicher wird in der früheren Nacht die Löwin in Skype nach mir schauen.
albannikolaiherbst - Sonntag, 15. November 2009, 07:31- Rubrik: Arbeitsjournal
6.06 Uhr: [Am Terrarium. Jarrett, La Scala II.]
Bin bei der quasi-Familie geblieben; alle sind grippal angekränkelt, लक sollte einfach mal ausschlafen; so schlief ich einmal wieder mit den Zwillingskindlein in einem Bett. Die Nacht war auch ein wenig unruhig, aber ich komme damit, auf meine entschiedene Art, immer ganz gut klar; „behutsam und nachdrücklich“ skypte mir gestern zu meinem leisen Stolz شجرة noch herüber. Nun schläft hier alles weiter, indes ich weiter >>>> Danz lesen will; nunmehr >>>> ihren Türmer; sehr leis geht dabei „der Jarrett“ in den Ohrhörern. (Allerdings sollte ich schon mal den Morgenkakao für alle drei Kinder vorbereiten und irgendwie लक, die abends neben auf der Echse af der Couch eingeschlafen war und offenbar seither überhaupt nicht mehr aufgewacht ist, zu unsrem Jungen ins Zimmer hinüberbekommen, ins untere Etagenbetteil, sonst ist‘s mit ihrem Ausschlafen nichts. Hm.)
Das Buch>>>>„projekt“ („“: siehe 16.13 Uhr im Link), über das ich nicht reden will, vielleicht auch niemals reden werde, hier, muß angegangen sein. Der Eigner-Aufsatz. Die Niebelschütz-Arbeit. Das sind die vordringlichsten Sachen. Für heute nachmittag habe ich >>>> d afür Presse- und Steuerkarten bestellt, ich würd gern mit meinem Jungen hingehen, aber mein Pressemann war, sagte der „Responder“, nicht da... nun weiß ich nicht. Auch hm.
Die Essays sind zusammenzustellen. Am Montag würd ich ihretwegen, auch der Elegien wegen, gern bei >>>> Matthes & Seitz reinschauen. Außer >>>> weissbooks, deren Verleger die Elegien prinzipiell gerne hätte, aber meint, wer die herausgebe, müsse auch das Gesamtwerk herausgeben, und das, in der Tat, sei ein Problem – außer denen also gab es noch keine Rückmeldung... gut, >>>> die Kulturmaschinen meldeten sich; wie wollen uns, ebenfalls in der kommenden Woche, treffen und dann sprechen. Mit denen wäre es ein Coup, mal wieder einer, aber die Erfahrung mit >>>> Volltext hat gezeigt, daß auch meine Coups weiträumig verschwiegen werden können.
„Red nicht immer öffentlich über das, was du vorhast, nenne vor allem keine Namen. Man wird es hintertreiben, und du selbst gibst den Leuten noch die nötigen Informationen an die Hand.“ So K.L.B. Stimmt schon. Es hat aber etwas rauschhaft Reizvolles, sich n i c h t dem taktischen Verschweigenmüssen zu beugen; es ist eine Herausforderung, wie: allein auf den M. Blanc zu steigen, in Turnschuhen, free climbend. N i c h t zu dienern. Nie. - Egal.
Mojn, Leser.
7.11 Uhr:
Sò, alles auf die richtigen Schienen gelenkt; लक liegt drüben; kaum war das gefügt, kommen die Lütten heraus. Der Kakao ließ sie dann grinsen. „Ist das m e i n Kakao?“ frag ich mit den Fläschchen je in einer Hand. Das Zwillingsmäderl, langgezogen: „Neiiin.... du bist ja nicht klein!“ Recht hat sie.
Mal sehn, wie‘s jetzt mit der Arbeit vorankommt. Jarrett, eben, seufzt laut durch den Konzertsaal; dieses Klavierspiel ist für ihn, ganz ganz offenbar, ein erotischer Akt: Immer. Genau das wäre, letztlich, für meine Arbeit zu erreichen.
albannikolaiherbst - Samstag, 14. November 2009, 06:38- Rubrik: Arbeitsjournal
Es ist gerade nicht genug Zeit, ich erzähle später. Erst einmal den Kaffee trinken, denn ich fand welchen. Überhaupt ist's hier ausgesprochen angenehm. Einsam und angenehm, ich möchte sogar sagen: angenehm einsam. Aber ich bin für halb neun in der Stadt zum Frühstück verabredet. Wie auch immer, wie ich hierherkam, ist schon eine kleine Geschichte wert. Gedulde dich, Leser!
9.45 Uhr:
[Hannover HBF, DB Lounge.]
Kakao. Das ist einer der Vorteile, wenn man bahn comfort-Kunde ist. Jedenfalls sah ich, als ich eben aufs Gleis 9 hochtreppte, nur noch die Rücklichter, na ja, eigentlich auch die nicht mehr. Also eine Stunde Aufenthalt, die ich netterweise fürs Arbeitsjournal nutzen kann.
Hier noch einmal ein Abschiedsbild meiner Nachtbleibe:Dann den kurzen Kilometer an den Gärten entlang, da war auch schon die S-Bahn-Station; alles ging sehr viel flinker, als die nasse Nacht hatte erwarten lassen. Zu früh, nahezu eine halbe Stunde zu früh, war ich dann am Kröpcke, telefonierte rauchend mit der von meinem Anruf erwachenden, noch schlafestrunkenen شجرة, schleppte meinen Rucksack danach zur Markthalle weiter, wo ich immer noch zu früh war und vor dem Eingang wartete. Die Veranstalterin kam auf die Minute pünktlich, wir frühstückten, das heißt: nur ich; sie hatte bereits gefrühstückt. Nun ein gutes angenehmes Gespräch über den Kulturbetrieb; ich werd nachher mal im Zug so zusammenfassen, daß nicht heraus ist, was s i e sagte, was ich. Gehen Sie dann einfach und traditionsgemäß davon aus, daß die, sagen wir, konservativen Bemerkungen allein von mir getätigt worden und zu vertreten sind.
Aber die Nacht, davor die Lesung.
Es kamen nicht so viele Leute wie avisiert, vor allem waren, was ich anders gehofft hatte, die alten Freunde, Mitstreiter, guten Bekannten nicht da. Vielleicht ist es problematisch, in meinem Umgang gesehen zu werden. Oder man hat sich, wie ich erfuhr, in sich zurückgezogen, mein alter Freund und Mitkämpfer V.A. etwa, den ich wirklich gerne in die Arme genommen hätte nach so vielen Jahren. Immerhin war meine erste Verlegerin da, Postscriptum, Marlboro-Zeit, Svantje Hanck. Mit ihr gingen wir dann auch essen.
Danach fuhr mich die Veranstalterin an meinen Nacht-Ort. Es ist derzeit Messe in Hannover, Agro-Tech, na ja, der Name... jedenfalls waren keine „normalen“ Hotelzimmer mehr frei, nicht solche mit einigermaßen plausiblem Preis. So brachte sie mich bei den Herrenhäuser Gärten in einem „Naturfreundehaus“ unter, einer Mischung aus Herberge für, hm, „gestandene Jugendliche“ und Vereinshaus... was ich ja immer ganz reizvoll finde, sowas. Aber wir fanden es nicht, erst nicht, wir rauschten mit dem Auto durch die unbeleuchteten Alleen der Herrenhäuser Nacht, bogen hier ab, falsch, da, auch falsch, dort, wiederum falsch.... irgendwann mußten wir wenden. Nix erleuchtet, nur wenige Hauslichter weit zurückversetzt von der Straße, hinter Rasen Bäumen Busch.
Endlich waren wir da. „Das ist es!“ Aber ein Schild NATURFREUNDEHAUS stand nicht dran, obwohl wir allezeit nach einem Ausschau gehalten hatten. Egal, die Veranstalterin war sich sicher. Fand aber nun den Schlüssel nicht. Am angeblich dafür vorgesehenen Ort war Leere. Unter den Füßen dichter Laubmatsch, nahebei rauschte der Autobahnzubringer. Versuche zu telefonieren, niemand nahm ab, aufs Klingeln an der Haustür reagierte eh keiner; weitere Telefonversuche, nun kackte der Veranstalterin Mobilchen ab. Nahmen wir halt meines. Endlich meldete sich wer, ich ging derweil im Garten auf und ab, lachte, überlegte, ob Svantje anrufen und fragen, ob sie vielleicht einen Couchplatz habe... rief شجرة an, um sie an dem Abenteuerchen teilhaben zu lassen, kurz: war sehr vergnügt. Ich mag sowas halt. Besser als jedes Luxushotel. Na gut, obersten Luxus nehm ich aus, Marmorbadewannen für drei und so... aber sowas kriegt man nur beim Fernsehn. Da man das bei Kulturbüros n i c h t kriegt, ist ein Naturfreundehaus die absolut ideale Alternative für Typen wie mich.
Also, der Schlüssel lag dann nicht da&da, sondern dort&dort; das kam nachts endlich heraus. Wir schlossen auf. Riesig. Leer. Aber eine Küche. Mein Zimmer oben im ersten Stock. Nicht jedes Licht funktionierte. Öffnete ich das Fenster, kam der Autobahnzubringer zu mir herein. Ideale Monadologie. Die Veranstalterin fuhr davon, ich durchstreifte das Haus, legte mich dann aufs Bett und entschlief für die nächsten paar Stunden.
10.54 Uhr: [ICE Hannover-Berlin.]
Eh ich's vergesse: Eine klasse... sagen wir: Replik Αναδυομένηs >>>> dort. Gute Art, mit der Dschungel Positionen umzugehen, auch und gerade in der Aufspaltung und dem imaginären Gesprächscharacter. Sicher bin ich in Einzelheiten anderer Meinung und sehe manches anders als sie, aber das scheint mir zu normal zu sein, um eigens darauf einzugehen oder gar zu antworten. Nein, prima ist das so. Es entspricht dem ästhetischen Modell. Da mich Αναδυομένη aber darum gebeten hat, ihre Belange nicht weiter in Der Dschungel zu behandeln, werde ich nunmehr über sie schweigen; es sei denn, sie entbindet mich von der Verpflichtung wieder.
Zurück zur Lesung. Wie gut sie war, läßt sich meist daran ermessen, wie viele Bücher verkauft werden. >>>> Beide Anderswelt-Sätze gingen weg, die Sizilienbücher gingen weg (davon hatte ich enschieden zu wenige mitgebracht), die Orgelpfeifen gingen weg... und nach der Niedertracht der Musik wurde gefragt, die ich nicht dabeihatte...
13.16 Uhr: [Arbeitswohnung. Latte machiato aus der PAVONI.]
Ich komme zurück, und Du liegst hier: seitlich, tief im Schlaf, den Teddybären fest im Arm; nicht einmal mein Kuß auf Deine linke Wange kann Euch wecken. Bereits im Zug erreichte mich ein Anruf der Schule: „Ihr Junge sitzt hier bei mir, es gehe ihm schlecht, ihm sei übel, er habe Kopfschmerzen.“ „Dann soll er heimgehen, gleich in die Arbeitswohnung, sich hinlegen, wenn er mag; ich komme in einer Stunde an.“ Das tat er nun wohl; er hat sich hier einen Pfefferminztee zubereitet, keinen Teebeutel, sondern aus den feingestoßenen Blättern mit einem gesonderten Filter; seine Tasse ist leer.
Ich mach mir ein wenig Sorgen; möglicherweise sind diese Kopfschmerzen nicht n u r, jedenfalls, gesundheitsbedingt; die Schule läuft im Moment nicht gut, und es ist die stille Rede zwischen Deiner Mama und mir, daß Du unglücklich verliebt seist. Schlaf, mein Junge, schlaf einfach, bis Du von selber aufwachst. Der nächste heiße Tee ist schon fertig. Ich wache über Dich.
albannikolaiherbst - Freitag, 13. November 2009, 07:23- Rubrik: Arbeitsjournal
7.08 Uhr: [Bei Kühlmanns. Küche.]
Kaffee. Zigaretten, Cigarillos hatte ich mir ja vor der Abreise nicht mehr besorgen können in Berlin. Eben >>>> die Ankündigung für heute abend geschrieben, jetzt mein Journal, danach gleich will ich die Rezension für Reichart/WDR modifizieren. Leichter Kopfschmerz, weil ich gestern nacht, ähm... heute nacht mit Kühlmann bis halb zwei Schwarzwälder Kirschgeist soff, nachdem ich vorher schon >>>> im Heidelberger Knösel Bier getrunken, freilich auch eine Kleinigkeit gegessen. Dabei mit den Studenten, vor allem aber E. gesprochen. Dazu sein Gespräch mit einem Kommilitonenfreund über das mystische Erlebnis, das Sprache nicht sein könne; es sei, wenn verlautbart (verwortet), immer schon weg; Wittgensteins Schachtel, dachte ich, sagte ich: wir wissen nicht, ob etwas drin ist; prinzipiell nicht. Aber ich denke dabei immer: ohne das Namenlose der Vereinigung ist es nicht; es ist, w e n n, Eros pur. - Auch >>>> Würker kam hinzu, hochgebildet, ganz leicht verschroben, dabei von einem leisen boshaften Witz. Er machte gern auch meine Essays, im nächsten Jahr, nur möchte er erst sehen, ob auch >>>> genug Kybernetischer Realismus verkauft worden ist, um dem Vorhaben wenigstens theoretisch einen unternehmerischen Sinn anzuheften. Er gebe mir im Dezember, zu meinem nächsten >>>> „virtuellen Real“seminar, bescheid. Ich selbst denke, daß es mir auf einen solchen Sinn nicht ankommen darf, und fahre zweigleisig; wer zuerst „Mach ich!“ ruft, bekommt den Zuschlag.
Kühlmanns >>>> Rezensionen aus zwanzig Jahren sind erschienen; schönes Buch, auch ich bin nett bedacht. Dann wuchtete er, tiefnachts, drei >>>> Killy-Bände aus der Bibliothek runter; mochte mir den Eintrag zeigen, der mein Werk beschreibt; ich mochte den freilich auch sehen. Blätterte durch, sah mir die Gewichtungen nach Platz an; war hochzufrieden; kann das auch sein. Dazu futterten wir die Süßigkeiten weg, die Frau K. bereits für den Nikolausmorgen besorgt. „Da wird sie aber sauer auf mich sein“, sagte ich. „Wir lassen einfach die leeren Packungen hier liegen,“ antwortete er zuckerpragmatisch, „dann kann sie ja volle nachkaufen.“ Im Seminar neue Gesichter, wir untersuchten nahezu eine Stunde lang ein einziges Gedicht; ich versuche immer, von der speziellen Fragestellung zu allgemeinen poetologischen Fragen zu kommen; das „reine“ Lektorat ist im virtuellen Seminar an sich besser aufgehoben.
Zuvor ganz شجرة حبة. Große große Nähe, wir schauten Fotoalben an, blätterten uns durch Vergangenheiten, die a l s solche sind und die es bleiben. Verwandlungen, ein Haus auf dem Lande. Der Geruch brennenden Holzes, das Feuer besorgte nicht sie, sondern ich. Die Nähen sind deutlich nicht nur sexuelle, sondern sie sind aus dem Sexuellen herausgestiegen; es löste sie: Sexualität als Katalysator: Erkenntnis-Katalysator. Einander erkennen. Umgekehrt sieht wieder sie die Nähe als vorgängig: etwas, das schon da sei, bevor es ist. Tatsächlich wissen wir sehr genau, was wir meinen, wenn wir von „Kunst“ sprechen. Ich sah alte Arbeiten von ihr, war spontan-erfaßt, aber schon im Atelier, ein brennendes Meer, doch auf diese weibliche Art, nicht Ahab, der den Wal stellt und nicht weiß, der stellt i h n, sondern s i e weiß es und bereitet sich vor. Auf der Fahrt, auch wenn wir mit eiskalten Fingern ankamen, tatsächlich das Verdeck geöffnet und offen durch den November gebraust. Ich dachte: Erlkönig... wie bekommt man den Erlkönig ans Auto, wie riefe er d a Ich lieb deine schöne Gestalt? wie käme seine lockende Drohung der Geschwindigkeit nach? Dabei waren wir längst erfaßt: unser beider Uhren waren stehengeblieben, offenbar schon in der Vornacht, so standen wir auf und lebten den Tag über eine Stunde zurück; wir lebten parallel in der Zeit. Ich wäre beinah zu spät ins Seminar gekommen und hätte geglaubt, völlig pünktlich zu sein. Dieses Gebiß! Dieser Frauenblick, wenn er bricht, ich will darüber schreiben, wie er fleht. Ob auch Männer diesen Ausdruck bekommen, weiß ich nicht.
Ich werde gegen halb zehn abfahren. Noch einmal zweidrei Stunden die Löwin sehen, dann zur hannöverschen Lesung weiterfahren; morgen früh geht es nach Berlin zurück. Etwas Magisches ist im Gang.
G a n z irre aber: Vor den Fenstern des Knösels lief das Laternelaufen vorbei... aber vorweg ein Polizeiwagen mit Blaulicht und hintennach auch. ...aber meine liebe Laterne nicht: Kinderumzüge als Demonstration. Es ist unfaßbar, zu was der Correctnesswahn führt. St.-Martins-Demonstrationen: Brenne aus mein Licht...
16.13 Uhr: [ICE Frankfurtmain-Hannover.]
Jetzt wird es also ernst mit dem Manager-Coaching; schönes Vorgespräch geführt, nun soll ich ein Exposé schreiben. Schwerpunkte Rhetorik und Selbstdarstellung („das können Sie, wissen wir, gut... selbstverständlich: wir haben verfolgt, was Sie tun.“); außerdem ist ein Akzent auf Projektentwicklung zu legen... „Projekt“ ist so ein Modewort geworden, das sich fast unmerklich eingeschlichen hat, auch in mich, übrigens, ich nehme mich überhaupt nicht aus. Kühlmann, wegwerfend heute früh: „Alles sind neuerdings Projekte, ob ich einen Roman schreibe, wie man das früher mal nannte, ob ich eine Vorlesung schreibe, ja selbst, ob man eine Vorlesung besucht; alles Projekte...“ Das andere Modewort ist >>>> „Event“. Das benutze ich allerdings n i c h t – oder doch nur selten.
Die WDR-Rezension revidiert, jetzt gefällt sie MR; ich möchte also bitte die Aufnahme terminieren; werd ich morgen machen. Mitten durch die Mails jagte ein Zunami über die Körper, gefolgt von einem tollen Satz Claire van Huygans, den ich aber heute nicht mehr einstelle, erst morgen, wegen >>>> der Lesungsankündigung. Aber er paßt, dieser Satz, paßgenau ins >>>> Melusine-Walser-(ecco:)„Projekt“. Wie deutlich das jetzt wird, daß ich es schreiben muß, „einfach“ schreiben m u ß. Aber n a c h >>>> ARGOs Erscheinen erst. Dann schrieb Sigurd Wendland auf >>>> meine Bemerkungen hin, die er jetzt erst las. Kann sein, daß sich – vielleicht auch für Die Dschungel – eine gute Korrespondenz daraus entwickelt: politische ./. „nicht“-politische Kunst. Des weiteren fängt das >>>> virtuelle Seminar jetzt rundzulaufen an.
Jetzt werde ich die Texte für heute abend durchschauen, dann weiter >>>> Danz lesen. In etwa anderhalb Stunden rolle ich in Hannover ein. (Bin gespannt, wer da sein wird, wen ich alles wiedersehen werde; ich habe das Gefühl, es wird ein sehr sehr schöner Abend... auch und vielleicht gerade n a c h der Lesung.) Ah ja, ich muß unbedingt mit Delf Schmidt sprechen wegen der Aragon-Idee, die ich bezüglich >>>> Matthes & Seitz hatte. Mit Rötzer treff ich mich nächste Woche.
albannikolaiherbst - Donnerstag, 12. November 2009, 07:45- Rubrik: Arbeitsjournal
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
diadorim - 2009/11/20 14:50 unverhofft meldete sich ein drehbauchautor ...
unverhofft meldete sich ein drehbauchautor und prof der hff bei mir. mit ihm, samt sohn und dessen freundin, ...
Computerprobleme?
Hin und wieder den festen Sitz der Sim-Karte in der...
Bodo Blaumann (Gast) - 2009/11/20 11:14
albannikolaiherbst - 2009/11/20 09:55 Arbeitsjournal. Freitag, der 20. ...
7.57 Uhr:
[Arbeitswohnung. Vaughan Williams, Sir John in Love.]
Morgencigarillo & Latte macchiato. ...
albannikolaiherbst - 2009/11/20 09:17 Familienstand: Selbstauskunft.
Ich habe eine Frau, zu der ich nicht „Frau” sage, eine erotische Dienerin, zu der ich „Frau” sage, sofern ...
albannikolaiherbst - 2009/11/20 09:02 Jede Sucht will ihre Katastrophe ...
(...)
Nicht nur einer Verwaltung aber hat sich >>>> Eigner nie eingepaßt, sondern überhaupt ...
ist seit 1987 Tagen online,
zuletzt aktualisiert am 2009/11/20 14:50
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