(...)
Eine trug das Kabelschloß ihres Fahrrads, das sie schob, um die Hüften, die viel zu breit warn, was man nur deshalb bemerkte. Eine war bis unters Kinn vermummt, als wäre schon Spätherbst; doch an den Füßen trug sie hohe durchbrochene Pumps, die Zehennägel leuchteten wie Himbeern über die Straße. Ihre Fersen waren schmal wie die Rücken silberner Messergriffe, beidseits die Knöchel glichen den provozierenden Versen der verlorenen Suren. Ich, Carah, folgte ihr, der vor Verlangen erblindete Sucher. (...)
und großartig und wunderbar, solche rhetorischen Beobachtungen, die in keiner vernünftigen Antwort aufgelöst werden, sind im absurden Theater der Jetztzeit nicht üblich. Gerade deshalb: von elementarer Größe, den Blick auf die Hüften und auf den Boden zu lenken. Gewiß nichts für Nicht-zu-Ende-Denker, gewiß nichts für Unruhegeister, aber alles für das magisch Feinbeoachtete. Und fast schon gebrechlich der Schluß. Zwar nur aus einem Entwurf, aber - eben doch - Literatur, große Literatur.
Find ich irgenwie gut, dass sich hier eine freundliche Grundstimmung breit macht. Dieses ganze Schlechtgerede und Relativierende wird Ihrer Kämpfernatur nicht gerecht. Sie haben durch Ihre Biographie bewiesen, dass dieser Entwurf keine leeren Worte für Sie sind. Diese Anfeindungen und Angriffe, die Sie bisher ertragen mußten, macht Sie offensichtlich leicht und diese Leichtigkeit macht das Geschriebene wahr. Ich schreib dies, weil ich hoffe, dass auch andere sich anschließen, werden wir alle doch zwischen den Zeilen beschenkt heroischem Lächeln
Methaphorische Zeichen (Hüftenkabelschloß), verheißungsvolle Verzückung (Himbeeren) und unbedachte Unerreichbarkeit (Messergriff). Nichts Außergewöhnliches. Horizonte der Fahrradwege, erlebt, ins Bild gebracht, Sehnsuchtszielort. Ein Blinder wandelt in Reflexen und Reflexionen. Und "schön" und "feucht" ist allenfalls die andere Seite der Welt. Als Urheberin besungener Ortswechsel. Sie? Wissen's schon.
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Anna Häusler - 2009/12/21 14:59 Montag 21. Dezember 2009
Jetzt hatte ich eigentlich etwas total Schlaues und Wichtiges über Männer und Frauen schreiben wollen, ...
albannikolaiherbst - 2009/12/21 08:14 Arbeitsjournal. Montag, der 21. Dezember ...
7.35 Uhr:
[Arbeitswohnung. Händel, Messiah.]Sehr gelöst gestern nacht in der >>>> Bar. Dabei ...
ist seit 2018 Tagen online,
zuletzt aktualisiert am 2009/12/21 20:24
IMPRESSUM
Die Dschungel. Anderswelt
Herbst & Deters Fiktionäre
Redaktion:
Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main
ViSdP: Alban Nikolai Herbst
Technische Betreuung: Michael Geiger.
HAFTUNGSAUSSCHLUSS
Der Autor diese Weblogs erklärt hiermit
ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen
Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle
und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft
der gelinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss.
Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten
aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung
verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb
des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für
Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Gästebüchern,
Diskussionsforen und Mailinglisten, insbesondere für Fremdeinträge
innerhalb dieses Weblogs. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige
Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung
oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen,
haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde,
nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung
lediglich verweist.