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Hier liegen Tretminen. Denn darunter liegt >>>> die Frage nach Gott, die eine danach ist, was moralisch sei. „Wenn die Wissenschaftspolitik bisher die Aufgabe hatte, die Wissenschaft qua Forschung soweit es irgend ging zu fördern, unter der Bedingung knapper Mittel Prioritäten zu setzen und ein innovatives Klima zu schaffen, so geht es jetzt darum, die Forschung zu überwachen, für Forschungsvorhaben Genehmigungsverfahren einzurichten, einen moralischen Konsens über mögliche Forschungen sicherzustellen, die Anwendung von Forschungsergebnissen zu beschränken und zu kanalisieren. Man könnte sagen, es geht um Wissensmanagement, aber das wäre ein zu schwacher Ausdruck. Genauer gesagt geht es darum beständig auszuhandeln, was wir überhaupt wissen wollen und welche Anwendungen von Wissen wir als legitim ansehen. Es geht darum, einen gesellschaftlichen Konsens zu finden, aufgrund dessen die Erzeugung und Anwendung von Wissen geregelt wird. Diese Verschiebung im Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft hat einen Grund in einer Tatsache, die mir Anlass gegeben hat, von einem Ende des Bacon'schen Zeitalters zu sprechen (Böhme 1993): Das Vertrauen, das seit Francis Bacon die Beziehung von Wissenschaft und Gesellschaft getragen hat, ist zerbrochen, nämlich das Vertrauen darauf, dass wissenschaftlicher Fortschritt in jedem Fall zugleich humaner und gesellschaftlicher Fortschritt sein werde.“ Gernot Böhme, 2004.
Weiter >>>> d o r t Abermals, letzten Endes: Wir kommen um den Glauben nicht herum. Im Zeitalter der Globalisierung bedeutet genau das aber - Krieg. >>>> Es ist notwendig, daß unser ganzer Lebenswandel sittlichen Maximen untergeordnet werde; es ist aber zugleich unmöglich, daß dieses geschehe, wenn die Vernunft nicht mit dem moralischen Gesetze, welches eine bloße Idee ist, eine wirkende Ursache verknüpft, welche dem Verhalten nach demselben einen unseren höchsten Zwecken genau entsprechenden Ausgang, es sei in diesem, oder einem anderen Leben, bestimmt. Ohne also einen Gott, und eine für uns jetzt nicht sichtbare, aber gehoffte Welt, sind die herrlichen Ideen der Sittlichkeit zwar Gegenstände des Beifalls und der Bewunderung, aber nicht Triebfedern des Vorsatzes und der Ausübung, weil sie nicht den ganzen Zweck, der einem jeden vernünftigen Wesen natürlich und durch eben dieselbe reine Vernunft a priori bestimmt und notwendig ist, erfüllen. Kant, KdrV, II,2,2
albannikolaiherbst - Sonntag, 8. November 2009, 10:37- Rubrik: Buchverbot
Ich stimme dir komplett zu, dass wir unser Leben moralischen Maximen unterordnen müssen. Allerdings glaube ich, dass es in der Hinsicht noch sehr viel zu tun gibt.
Die praktische Umsetzung stellt sich nämlich deshalb als extrem schwierig dar, weil unsere kaum vorhandene Nächstenliebe erstmal zu einem Gefühl von Fernstenliebe werden muss, diese aber aufgrund unmöglicher Reaktion der "Fernsten" garnicht in der Mentalität unseres Zeitalters liegt.
Die Grundfrage, Herr Erp, ist, denke ich, eine n o c h ganz andere, nämlich eine >>>> anthropologische, auf die in Der Dschungel der Condor immer wieder pocht: was wird Mensch sein. Das ist so heikel zu beantworten, weil selbst, was er i s t (was er sei), durchaus nicht international einig ist. Bekanntlich scheitert die Weltgemeinde bereits am Menschenrecht, und das meint nicht "nur" Länder der Dritten und/oder Zweiten Welt.
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