„Wenn jemand uns zusammen träumt – dann treffen wir uns.“ >>>>> Marina Zwetajewa an Rilke 2. August 1926
Die letzten 2 Tage habe ich damit verbracht von Autohändler zu Autohändler zu ziehen, nebenbei suchte ich noch 4 Gedichte, um dann am späten Abend den Wagen doch per Internet zu kaufen Am 30. Dezember wird er direkt von Stuttgart ins Haus geliefert. Ich bin es zufrieden. Bei der >>>>Suche nach den 4 Gedichten, 3 davon sind von Adam Zagajewski, (Bis jetzt, danke cellini und Bruno für eure angebotene Hilfe, wurde ich nicht fündig.) finde ich dann plötzlich einen Band wieder, den ich schon lange vermisse und der mir eine gutes Weihnachtsgeschenk für die „Unerklärte“, das artemisiade Leibseelchen aus dem nahöstlichen Zweistromland, zu sein scheint. Leider habe ich keine Adresse. >>>>>Rilke - Zwetajewa.
Ein Gespräch in Briefen. Ein wunderbarer Briefwechsel, beide haben sich nie getroffen, der mir , sie dürfen mich dafür jetzt beschimpfen, wie ein Vorläufer virtuellen Eros' erscheint, ohne jemals dabei in die Kiste seines abgegriffenen Vokabulars zu greifen. Ein Beispiel, am Ende des Briefes vom 2. August 1926 schreibt Marina: Rainer, es wird Abend, ich liebe Dich. Ein Zug heult. Züge sind Wölfe, Wölfe sind Russland. Kein Zug – ganz Russland heult nach Dir. Rainer, sei mir nicht böse, bös oder nicht, heut Nacht schlaf ich mit Dir. Ein Riss in der Dunkelheit, weil es Sterne sind, schließ ich: Fenster. ( Ans Fenster denk ich, wenn ich an Dich und an mich denk, nicht ans Bett.) Die Augen weit offen, denn draußen ist es noch schwärzer, als innen. Das Bett ist ein Schiff, wir gehen auf Reisen.
...mais un jour ne le vit plus
Le petit navire sans voiler,
Lassé des océans maudits,
Voguant au pay des étoiles -
Avait gagné le paradis
Kinderlied aus Lausanne
ausweichend, wie ich finde. ..„Antworten brauchst Du nicht…, schlossest Du. Konnt’ ich nicht, vielleicht: denn wer weiß, Marina, war mein Antworten nicht vor Deinem Fragen da? In Val-Mont damals schon hab ich sie auf den Karten gesucht: cette petit ville en Savoye…, nun sprichst Du’s aus! - Rück’s aus der Zeit, machs gewährt, als ob’s schon gewesen sei: dacht ich, da ich Dich las….
Rilke war zu jener Zeit doch schon krank oder? Ich glaube die Zwetajewa hat das auch gewusst, ich meine dass sie sich in dieser Welt nicht sehen, aber sie haben
sich ja auch so getroffen, ganz ohne Bahnhof, ganz ohne ankommen
Ja - er war krank. Und trotzdem, nicht wegen der Krankheit, meine ich, kniff er. Starke Frauen hielt er nicht lange aus. Ich denke da z.B. auch an Lou Andre Salome. Marina wollte ihm entgegenfahren, nachreisen. Nur Datum und Ort, darum bat sie ihn inständig, sollte er nennen.
Nach seinem Tod schrieb die Zwetajewa sinngemäß: " Ich war ihm die letzte Freude."
"Nett". Hier die Referenz zu lesen. Es war 1987, als ich alles las, was ich von Zwetajewa und Achmatowa in die Hand bekommen konnte. Die gesammelte Achmatowa habe ich noch immer auf russisch in drei Bänden. Nur lesen kann ich die heute nicht mehr. (Aus sprachlichen Gründen)
Ich glaube, es gab eine ostdeutsche Ausgabe von Rilke-Zwetajewa.
Irgendwie kommt man von Rilke aber leicht auf die gesamte russische Lyrik. Man kann ja auch einmal bei Pasternak anfangen.
Und wieder auf Rilke zurückgeworfen werden. "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr." Und das nach der Vorstellung einer letzten Süße, es sind diese Gegensätze, die erkennen lassen, dass Menschen eine unterschiedliche Sensibilität aufweisen.
Ich bin allerdings Techniker, ich verstehe von diesen Dingen nichts.
Vielen Dank. So weit ich weiß, ist der Briefwechsel bei INSEL/Frankfurt/Main (siehe Link im TB-Eintrag) erschienen. Pasternak hat übrigens den Kontakt Rilke - Zwetajewa vermittelt, was ihn dann später, eifersüchtig wie er war, zeitweise reute. Zwischen Rilke und Pasternak herrschte dann, dies entnehme ich jedenfalls dem Briefwechsel, eine Weile Funkstille. Ich muss da noch mal nach genau nachschauen.
Schade dass man das Neujahrsgedicht nicht posten kann von der Zwetajewa, darüber hat Joseph Brodsky übrigens mindestens 30 Seiten Interpretation geleistet. Auch sehr lesenswert, aber was zählt ist das Gedicht
böse zungen behaupten, das werde gemeinhin überschätzt, so ein vorrat an hirnstürmen. man sei für ständigen wetterwechsel nicht gekleidet und sowieso. nun ja, ich fasse es mal als kompliment auf und bedanke mich herzlich.
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