HölderLine (Gast) meinte am 2009/05/16 23:29:
Machen Sie uns
(und sich) nichts vor: das Arschloch - der Begriff stammt von Ihnen - ist als Störgröße (s. a. Klaus/Liebscher/Ashby/Sachsse/Flechtner/Wiener/Cube usw) konstitutiv für Ihren kybernetischen Realismus oder anders ausgedrückt: ohne Arschloch kommt I h r "Literarischer Blog" gar nicht aus. Blieben im "Literarischen Blog" die Literaten unter sich, bliebe angesichts der Botschaften, die Sie hier transportieren wollen, das (lesende) Publikum aus. Ganz davon abgesehen, daß Sie gar nicht in der Lage wären, professionelle Partner für Ihr Vorhaben zu gewinnen, wen auch, wer wäre schon bereit, sich mit Ihnen in dieser Wortspielhölle zu tummeln. Nicht nur Sie sind ausgestattet mit überbordender Eitelkeit, nicht nur Sie wachen eifersüchtig über Erstverwertungsrechte und Ideenhoheit.
Kommt die originäre Ebene eines "Literarischen Blogs" nicht in Frage, könnten die Hoffnungen auf der derivativen liegen. Zwar arbeiten Ihnen Ihre Fiktionäre, Ihre Brüder und Schwestern im Geiste, Ihr Paul und Bruno, Ihre Cellini und Goetz(en)anbeterin, brav zu, aber die Beiträge wirken so betulich befördernd, bejahend, konstruktiv, belesen und gestelzt und vor allem allzeit klageführend. Hinter fast jedem Satz, jedem Beitrag, jedem Bildchen ein Bückling vor der vermeintlich genialen Idee des "Literarischen Blogs" (als Beitrag zum kybernetischen Realismus). Alles agiert im zielsetzenden System, pulsiert zäh im Rahmen der von Ihnen gesetzten Stellgrößen. Lesbar? Ja, aber nein, nein, gähn, ja.
So richtig triefend wirds auf der dritten Ebene Ihres Blogs: Sie als fahnentragender Hauptprotagonist, dahinter Ihre solidaritäts- und sachbekundenden Fiktionäre und schließlich die registrierten Vasallen, die kritiklosen Nicker, die bedingungslosen Bestätiger, das Fußvolk, ob SabineA oder Ihr Niveauwächter und Stalkerexperte Keuschning, ob Su oder Aiki, jeder für sich jederzeit bereit, jedes Arschloch zusammenschreiben bzw. -zutreten.
Und damit wären wir bei der vierten Ebene, eine ziemlich amorphe, zugegeben, Ebene der anonymen Arschlöcher. Sie ließen sich jederzeit programmroutinemäßig ausschließen oder individuell in den Giftkeller verschieben oder auslöschen, aber ohne sie wäre dieser "Literarische Blog" ein garstig langweiliger Regelkreis. Ohne uns Arschlöcher wäre dieser "Literarische Blog" im Arsch oder vornehmer ausgedrückt: ein schwarzes Loch. Herbst weiß das, er füttert uns und wir Arschlöcher füttern ihn, manchmal, nach Lust und Laune, vor allem dann, wenn der Widerspruch lohnt.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705176
diadorim antwortete am 2009/05/17 00:04:
ich bete nicht, ich lese. und irgendwann ist auch ein goetz runtergebetet. und ob man dann wieder nach ihm oder nach musil greift, entscheiden die, die nach ihm oder musil greifen.man kann jeden garstig langweiligen regelkreis verlassen, umgehend, man muss sich nicht in dschungeln oder riesenmaschinen aufhalten, man muss nicht in berlin wohnen, in mitte nicht, und auch nicht in biesdorf. wer meint, ohne wen oder was gut auszukommen, der geht.
störgrößen bestimmen nicht immer über die qualität des kaviars, my dear.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705208
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/17 00:32:
Ja
wir Arschlöcher (wie gesagt, die Begrifflichkeit stammt nicht von mir) haben sie, die Freiheit und nutzen sie, auch wenn dies systemimmanent gar nicht erwünscht ist. Sie aber und mit Ihnen alle derivativen Akteure können ihn nicht verlassen, ob in Frankfurt, Berlin, Hamburg oder SP, selbst, wenn sie es wollten. Und gerade Sie als kybelinische Anhängerin des Pops müssen darunter leiden. Und was den Kaviar angeht, Sie ahnen es schon, vorrangig Alter und Größe bestimmen ... wenn er aber die Sollwerte für Sie großzügiger einstellen würde, würden Sie in dieser Wortspielhölle auch älter werden (können).
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705229
Menantes (Gast) antwortete am 2009/05/17 00:42:
Machen "wir" "uns" nichts vor:
Kein höherer Organismus kommt ohne Arschloch aus. Nur: Was die Äußerungsmöglichkeiten desselben betrifft, so ist deren Bandbreite nun einmal begrenzt...oil slicks from u'r arse...
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705236
Menantes (Gast) antwortete am 2009/05/17 00:48:
OR:
Gimme the looking-glass.'kay
..
What d'ya see?
Dammit, I can see Uranus.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705241
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/17 00:55:
Menantes, meditieren
Sie jetzt mit dem oder über das Arschloch (wie schon gesagt, dieser Begriff stammt nicht von mir)?
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705252
Gregor Keuschnig antwortete am 2009/05/17 10:14:
@HölderLine
Sie haben vollkommen Recht (auch mit Ihrem Seitenhieb auf mich, was mich dazu veranlasst hat, meinen Kommentar zu löschen).
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705457
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/17 10:40:
@Keuschnig.
Würden Sie das bitte begründen? Ihr Kommentar gibt HölderLine, s o formuliert, in allem recht. Da HölderLine aber nur behauptet, hörte ich von Ihnen, den ich als besonnenen Nachdenker schätze, gerne Argumente.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705482
Gregor Keuschnig antwortete am 2009/05/17 11:38:
Nein
Ich habe nichts zu begründen. Ich finde Ihre Einlassungen auf Dauer ermüdend (Sie vermutlich meine auch). Einerseits beschweren Sie sich über Trolle und drohen sogar (in Ihrem neuen Eintrag) mit der Staatsanwaltschaft (was in Anbetracht der Tatsache, dass Sie agieren können - durch Löschen - absolut lächerlich ist), andererseits kultivieren Sie geradezu diese Form. In letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass Ihr Projekt gerade hieraus den Nektar bezieht. Daher weigern Sie sich auch, die normalen zivilisatorischen Umgangsformen, die der Beleidigte zur Verfügung hat zu akzeptieren und anzuwenden (und denunzieren diese Vorschläge durch Anführungszeichen) Ehrlich gesagt glaube ich inzwischen, dass einige (nicht alle; noch nicht einmal die Mehrheit, aber eben einige) dieser Trollereien von Ihnen selber stammen. Leuten wie Perkampus mag dies noch als Pflege ihres Egotrips gefallen; die haben auch wochentags die Zeit zu kommentieren. Ich konstatiere, dass dies als diskursphilosphisches Experiment vielleicht interessant sein mag, für jemanden, der jedoch so etwas wie einen Erkenntnisgewinn (ja, ein grosses Wort!) erwartet ziemlich unbefriedigend ist.
Daher hat HöldeLine Recht: Sie kultivieren die "Arschlöcher", beschweren sich jedoch darüber, dass sie "dreckig" sind. Und ich habe wenig Neigung, zu den Arschlöchern zu gehören und ihnen bei ihrer Tätigkeit zuzuschauen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705563
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/17 12:06:
@Keuschnig (ff).
Ihre Vermutung, ich gehörte selbst zu den Trollen, ist unrichtig. Sie zeigt aber, wie normiert Sie denken - wie angepaßt an Normen und wie resigniert, indem Sie die Möglichkeit, daß ein zivilisierter Umgang möglich sei, von vornherein negieren. >>>> Mein neuer Eintrag bezieht sich im übrigen auf einen tatsächlich strafrelevanten Kommentar; hier geht es n i c h t um pure Häme. Und selbstverständlich klage ich die Häme immer wieder an, aber ich lasse mich nicht von ihr nötigen, mein Konzept zu verwerfen, das Ihnen offenbar - da s i n d Sie angepaßt - unangenehm ist. Es ist n i c h t lächerlich, für das Wohlergehen eines Kindes zu streiten, zugleich sich aber nicht dem Willen zu fügen, daß man "saubermacht". Die anonyme Kommentarfunktion ist in Der Dschungel in der Tat wichtig, weil es ein Spiel erlaubt, auf das >>> u.a. read an völlig zu recht hingewiesen hat; die Möglichkeit, unter verschiedenen Identitäten zu kommentieren, ist sogar ein Herzstück Der Dschungel. Sie ist nämlich ein Herzstück sowohl des Internets als solchem wie des Weblogs im besonderen.Was Ihre fehlende Neigung anbelangt, den "Arschlöchern" zuzuschauen, ist, Pardon, die Lächerlichkeit ganz bei Ihnen, nicht bei mir, denn S i e kommen ja immer wieder her. Es ist mir unbegreiflich, weshalb Sie das tun, wenn es doch ganz offenbar derart schlimm und schlecht um das Konzept Der Dschungel steht. Ich kann Ihnen hierzu nur raten: Bleiben Sie weg, vergessen Sie Die Dschungel und machen Sie es sich >>>> auf Ihrer ja im übrigen sehr schönen Site mit den Löschungen des Unangenehmem bequem. Löschung ist Wegdenken, nicht Umgang mit Unbequemem. (Ich lösche auch, ja, aber höchst selten: nämlich immer dann, wenn der Grat des Zumutbaren de facto unerträglich ist; es kann aber gut sein, daß wir aus lebensgeschichtlichen Gründen für das, was unerträglich sei, völlig verschiedene Empfingsamkeitsschwellen haben. Sie dürfen hierbei nicht vergessen, daß ich es, seit ich publiziere, auch im Printbereich permanent mit persönlichen Angriffen zu tun hatte, die nicht selten w e i t unterhalb der Gürtellinie stattfanden. Hätte ich mich davon beeindrucken lassen - wiewohl ich es zugleich anklage, jawohl! -, wären mindestens zwei Drittel meines Werkes nie erschienen. Es geht hier darum zu k ä m p f e n.)
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705625
Gregor Keuschnig antwortete am 2009/05/17 12:33:
Kämpfen Sie ruhig Ihren virtuellen Kybernetikkrieg weiter (lesen Sie aber vorher bei bei Jünger nach, wie das geht). Ich lösche Trolle, weil ich mich mit nicht unter Niveau prügeln will. Ich gehe auch nicht in einer Eckkneipe, lese aus Handke vor und beschwere mich dann, dass das keiner versteht. Wenn Sie nichts anderes als den Vorwurf des "normierten Denkens" haben, tun Sie mir fast leid. Ihr Projekt mag ja Relevanz haben - für mich ist es in dem Moment uninteressant, wenn ich mich mit irgendwelchen maskierten Besoffenen und/oder Schwachköpfen herumzuärgern habe, die nur noch Blödsinn stammeln. Sie können aber natürlich gerne damit auseinandersetzen. Erinnert ein bisschen an diesen sozialrevolutionären Impetus der 70er Jahre.
denn S i e kommen ja immer wieder her. Es ist mir unbegreiflich, weshalb Sie das tun,
Stimmt, Sie haben Recht. Soll nicht mehr passieren. Meine ohnehin in nächster Zeit schrumpfende PRIVATE Zeit werde ich für diese Art von Sandkastenspiele nicht mehr verschwenden.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705666
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/17 12:42:
@Keuschnig: Ohne Utopie.
Ich gehe auch nicht in einer Eckkneipe, lese aus Handke vor und beschwere mich dann, dass das keiner versteht.Ich habe in den späten Siebzigern, frühen Achtzigern Lesungen aus dem Ulysses in Eckkneipen g e m a c h t, ich bin damit getingelt. Haben Sie eine Ahnung, wie viel mehr die Leute d o r t davon begriffen haben als das gesamte bürgerliche Publikum in traditionellen Lesungen!
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/meditation-masochismus-theorie-literarischen-bloggens/#5705682





















