Literaturnobelpreis 2009. Moralische Anmerkung.
Seltsam, wie klein der Preis plötzlich wird, den man seit Kindheit für riesig gehalten, für fern. Nun ist er plötzlich ganz nah. Dadurch werden die Dinge aber, anders, als geht man an etwas Wirkliches nahe heran, nicht größer, sie verschwimmen auch nicht, sondern werden – übersichtlicher, schrumpfen sich gleichsam in etwas so Begreifbares wie Voraussehbares zurecht; man sieht die Menschen der Jury und empfindet ihre Willen, Hoffnungen mit, auch ihre vermeintlichen Identitäten, die Selbstbilder. Es geht zu wie überall sonst, und die „Macht“ zeigt sich als etwas, das rein aus dem Ruf kommt. - Auch dies ist eine Form der Profanierung. Der Lebenslauf[(t) - in Mehrzahl „-läufte“ - bringt sie mit sich.
Andererseits ist da auch Schönheit: Welch Glück jetzt über eine Verwundete kam! Wie sehr's ihr zu gönnen ist. Diesen Aspekt hätte eine ästhetisch begründete Preisvergabe n i c h t gehabt; der Literaturpreis an, z.B., Thomas Pynchon, wäre auch nicht von ungefähr so menschlich gewesen, auch der an Philip Roth nicht. Die Humanität der Entscheidung macht glücklich, nicht die Entscheidung.





















