Seltsam, wie klein der Preis plötzlich wird, den man seit Kindheit für riesig gehalten, für fern. Nun ist er plötzlich ganz nah. Dadurch werden die Dinge aber, anders, als geht man an etwas Wirkliches nahe heran, nicht größer, sie verschwimmen auch nicht, sondern werden – übersichtlicher, schrumpfen sich gleichsam in etwas so Begreifbares wie Voraussehbares zurecht; man sieht die Menschen der Jury und empfindet ihre Willen, Hoffnungen mit, auch ihre vermeintlichen Identitäten, die Selbstbilder. Es geht zu wie überall sonst, und die „Macht“ zeigt sich als etwas, das rein aus dem Ruf kommt. - Auch dies ist eine Form der Profanierung. Der Lebenslauf[(t) - in Mehrzahl „-läufte“ - bringt sie mit sich.
Andererseits ist da auch Schönheit: Welch Glück jetzt über eine Verwundete kam! Wie sehr's ihr zu gönnen ist. Diesen Aspekt hätte eine ästhetisch begründete Preisvergabe n i c h t gehabt; der Literaturpreis an, z.B., Thomas Pynchon, wäre auch nicht von ungefähr so menschlich gewesen, auch der an Philip Roth nicht. Die Humanität der Entscheidung macht glücklich, nicht die Entscheidung.
(Wir hatten eine Zeit lang zugleich denselben Lektor. Haben Sie schon Bücher von Gerd-Peter Eigner gelesen, Marianne Fritz, Rohner-Radegast, Don DeLillo?)
Mich interessiert nicht, ob eine Dichtung von Frauen oder Männern stammt. Weshalb soll Roth ihn n i c h t bekommen? Weil er keine Frau ist? (Auch Peter Kurzeck, der Dichter, hat neben der Tatsache, keine Frau zu sein, sicher das Pech, daß er keine widerständige Haltung unter Diktaturen, sondern einfach nur (s)eine hessische Kindheit zum Thema hat, von der er ebenso wenig loskommt. Kein Diktator gibt ihm posthum den ewigen Wert.)
Vielleicht ist die Frau Müller einfach sprachlich die beste die es gerade gibt , vielleicht ist sie das einfach und Roth eben nicht, Roth hat seine Qualitäten, aber er kriegt den Preis nicht, Tisma hat ihn auch nicht bekommen, oder Borges , Fientes wird ihn nie bekommen und hätte ihn weiß Gott verdient, auch die Aichinger, die Mayröcker, der Handke, Danilo Kis hat ihn nicht bekommen, Thomas Bernhard....
es gibt eine Menge die ihn nicht bekommen haben, Antunes, wer anderes als Antunes sollte ihn bekommen, aber gibt es ernsthaft einen Unterschied zwischen Antunes und Müller? Sprachlich sind beide von so große Gewicht, dass ich froh bin, nicht die Wahl zu haben. Ich würde wahrscheinlich allen einen Preis geben,.
Es gibt einen Preis, wenn man den gleichen Lektor wie ein Nobelpreisträger hatte :-))nennen wir ihn "Schattenpreis", den humanitären Nobelschattenpreis für den sprachlich zwar nicht sehr heraus ragenden Herrn Herbst, aber menschlich sehr bedürftigen beglückten "Kollegen".
Besser menschlich bedürftig als bedürftig menschlich, Herr Harfim, und besser sprachlich bedürftig als sprachlich ohne Kenntnis. Ich denke, da verstehen wir uns.
ob wir uns verstehen, Herr Herbst, und irgendwie wäre es mir auch gar nicht recht. Schon als ich kürzlich feststellte, dass man keine guten Ohren benötigt, um ein Amüsement mit den den Zähnen knirschen zu hören (und also es sich um eine Hör- oder besser Wahrenhmungsstörung handeln muss), registrierte ich zugeben zufrieden, dass Ihr "eben" dazu ein Missverständnis war :-)
Dazu passt auch die Interpretation meines Einwurfs hier. Also ich sage es mal so:
Wer Menschlichkeit bedarf, ist aus lauter Neid beglückt über einen Schattenpreis (in diesem Fall im Schatten einer Autorin, die sprachlich außerordentlich heraus ragt), da er selbst nicht über diese Fähigkeiten verfügt... vielleicht verstehen wir uns jetzt. Das wäre mir dann allerdings recht.
chaincrusher (Gast) antwortete am 2009/10/15 03:11:
unglaublich erstaunlich
mit welcher ernsthaftigkeit geradezu teleologisch anmutendes vorgetragen wird, um
ein fettgespinst zum menschlichen hin zu biegen, zu erfrechen.
ohne die dialektik der grausamkeit kein preis gross genug, darüber larmoyant zu schwätzen und inhaltlichkeit dabei mit gewissenhaftiger gewissenlosigkeit zu unterschlagen.
vorwissentschaftlich nenne ich sowas.
Klaus-Dieter Aphe ( Kiel ) (Gast) antwortete am 2009/10/15 03:24:
wie sich der Sorgecharakter der Struktur
doch so anhänglich manchmal zeigt, zeigt man ihn auf oder verkörpert man /Frau ihn.
Es geht dann nicht um Brötchen oder bites es geht um Motiviertheit.
Nixxs für Einsame schätz ich mal so ganz frank und frei und so.
Mann muss zu den Waffen, ganz klar, und Frau halt auch.
Wir verstehen uns sowieso recht. Wobei mich amüsiert, daß Sie erniedrigen müssen, wo nicht gebetet wird. Interessant nämlich, daß Sie, was Sie und wie Sie es dann "wahr"nehmen; es reicht Ihnen nicht, daß einer sagte, es handle sich um eine gute Autorin, nein Sie möchten gerne Gefolgschaft in Ihrer Meinung, daß sie göttlich sei. Bekommen Sie die Jüngerschaft nicht, möchten Sie den Widerspenstigen niedriger machen. Ich kann das schon verstehen. Nun eigne ich mich aber für Gefolgschaften nicht, was dann wieder Sie so ärgert, daß Sie abermals herkommen müssen und abermals - eine missionarische Dynamik, die sich auch bei anderen Kommentatoren beobachten läßt, denen daran gelegen ist, mir irgend eine Verletzung beizufügen, immer wieder, seltsam nachdrücklich - als müßte man den Herbst doch nun endlich ruhigbekommen, indem man ihn dauernd und dauernd liest. Ich selber reagiere bei so etwas anders: Wenn mich ein Autor und eine Site nicht interessieren oder ich sie "schlecht" finde, geh ich einfach nicht hin. Sie sehen also, w i e gut wir einander verstehen.
Da Sie nunmehr deutlich gesagt, welch schlechter Schriftsteller ich sei, und ich das in Ihrem Sinn gern noch unterstreiche, halte ich unseren Zwist nunmehr für abgeschlossen. Sollten Sie da anderer Meinung sein, dann bereiten Sie sich für Argumente doch bitte erst einmal >>>> hier vor. Die hiesigen Leser hingegen können Herrn Harfim >>>> d o r t etwas Leserschaft schenken. Das tun wir gerne für ihn.
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
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what a mess. das süße, der zucker, die sprühsahnetorten, die sprengung. drei tische, eine bühne, zwei ...
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