Lesetag. Das Arbeitsjournal des Donnerstags, dem 29. September 2011. Mit Vorbemerkungen zu Chen Reiss' neuer CD.
5.50 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Um halb sechs aufgestanden. Jetzt die Morgenpfeife und den ersten Latte macchiato.
Ich werde heute noch einmal über >>>> den Opernaufsatz drübergehen, auch hie und da ein paar Ergänzungen anbringen, im übrigen aber den Roman lesen, den mir der WDR-Redakteur zur Rezension hat herschicken lassen. Außerdem spinnt mein OpenOffice, jedenfalls das Schreibprogramm: hat sich auf seinen Anfangseinstellungen zurückgestellt, ja, von alleine, hat es den Eindruck. Mit „es“ bin kosend ich gemeint („kosen“ von „causieren“). Da muß ich mal gucken, was los ist, weil nun einige Dateien fehlen, die ich nicht gespeichert hatte, weil ich mich drauf verlassen kann, jedenfalls konnte, daß das Office sie selbst immer wieder herstellt, wenn ich es neu starte. Tja. Auch das soll man nicht. Sich auf sowas verlassen. Jedenfalls üb ich mich wieder im frühen Aufstehen ein und darin, den Tag mit einem Journal zu beginnen, das den Tag dann begleitet. Der nächste Wiederentwicklungsschritt wird sein, das Training wieder aufzunehmen, körperliches, mein ich; ich kann kein Bäuchlein leiden. Aber Sie haben ganz recht: Der Zwiebelkuchen, den ich gestern abend abermals – nein, nicht denselben – bei लक् aß, ist, so gesehen, kontraproduktiv, obwohl er eben s e h r produktiv ist. Das Zwillingsbüblein, plötzlich: „Ich habe eben 'Paps' zu Dir gesagt.“ Beide Kleinen hatten es sich, einige Zeit nach meiner Trennung, angewöhnt, mich beim Vornamen zu nennen. Nur लक् war, und ist, bei „der Papa“ geblieben, ein insgesamt ebenso seltsames wie auch wieder selbstverständliches Sprachverhalten, über das ich immer wieder nachsinnen mußte.
Verschwunden ist auch die Wanduhr, die ich gestern für den großen Monitor installiert hatte. Hm. „Welt ist Klang“ dachte ich gerade mit einem Motto, ich weiß nicht mehr:, ob des >>> Ensembles Modern oder der >>>> Jungen Deutschen Philharmonie. Musikalisch werde ich heute mein Bezugssystem wechseln; der >>>> Maderna und die vom Deutschen Musikrat herausgegebenen Aufnahmen zeitgenössischer Musik (gestern Henze, Riedel, Rihm, Kagel, Huber, Hespos, Zimmermann, Yun) kommen zurück in die CD- bzw. Schallplattenregale, und die Einstimmung auf den >>>> Janáček hebt an, der massiv den Beginn der neuen Berliner Opernspielzeit prägt: sowohl Das schlaue Füchslein wie Aus einem Totenhaus stehn als Vinyl schon bereit, tschechische Pressungen aus den Siebzigern. Über die beiden Premieren werde ich nach diesem Wochenende berichten. Außerdem liegt >>>> Chen Reiss' neue CD zur Besprechung hier. Ich habe leider das Problem, daß ich solche, quasi, Medleys nicht mag: „schöne Stellen“ nannte Adorno sowas: Klassik als Schlagermusik. Bei wirklich nur - kunstära-bezogen: - klassischen Stücken wirkt das noch klebriger als etwa bei barocken; Mozart wird zur Mozartkugel. Das gefällt dem Publikum natürlich gut, auch wenn das Wort „natürlich“ in diesem Zusammenhang wenig zu suchen hat. „Gefällt gut“ heißt „verkauft sich gut“, jedenfalls wird drauf gesetzt. Aber ich nehme meine Kritik schon vorweg. Das sollte ich nicht tun. Später also mehr.
In den Tag!
(Auf dem Hinterhof beginnen sich die Elstern zu streiten).

[Arbeitswohnung.]
Um halb sechs aufgestanden. Jetzt die Morgenpfeife und den ersten Latte macchiato.
Ich werde heute noch einmal über >>>> den Opernaufsatz drübergehen, auch hie und da ein paar Ergänzungen anbringen, im übrigen aber den Roman lesen, den mir der WDR-Redakteur zur Rezension hat herschicken lassen. Außerdem spinnt mein OpenOffice, jedenfalls das Schreibprogramm: hat sich auf seinen Anfangseinstellungen zurückgestellt, ja, von alleine, hat es den Eindruck. Mit „es“ bin kosend ich gemeint („kosen“ von „causieren“). Da muß ich mal gucken, was los ist, weil nun einige Dateien fehlen, die ich nicht gespeichert hatte, weil ich mich drauf verlassen kann, jedenfalls konnte, daß das Office sie selbst immer wieder herstellt, wenn ich es neu starte. Tja. Auch das soll man nicht. Sich auf sowas verlassen. Jedenfalls üb ich mich wieder im frühen Aufstehen ein und darin, den Tag mit einem Journal zu beginnen, das den Tag dann begleitet. Der nächste Wiederentwicklungsschritt wird sein, das Training wieder aufzunehmen, körperliches, mein ich; ich kann kein Bäuchlein leiden. Aber Sie haben ganz recht: Der Zwiebelkuchen, den ich gestern abend abermals – nein, nicht denselben – bei लक् aß, ist, so gesehen, kontraproduktiv, obwohl er eben s e h r produktiv ist. Das Zwillingsbüblein, plötzlich: „Ich habe eben 'Paps' zu Dir gesagt.“ Beide Kleinen hatten es sich, einige Zeit nach meiner Trennung, angewöhnt, mich beim Vornamen zu nennen. Nur लक् war, und ist, bei „der Papa“ geblieben, ein insgesamt ebenso seltsames wie auch wieder selbstverständliches Sprachverhalten, über das ich immer wieder nachsinnen mußte.
Verschwunden ist auch die Wanduhr, die ich gestern für den großen Monitor installiert hatte. Hm. „Welt ist Klang“ dachte ich gerade mit einem Motto, ich weiß nicht mehr:, ob des >>> Ensembles Modern oder der >>>> Jungen Deutschen Philharmonie. Musikalisch werde ich heute mein Bezugssystem wechseln; der >>>> Maderna und die vom Deutschen Musikrat herausgegebenen Aufnahmen zeitgenössischer Musik (gestern Henze, Riedel, Rihm, Kagel, Huber, Hespos, Zimmermann, Yun) kommen zurück in die CD- bzw. Schallplattenregale, und die Einstimmung auf den >>>> Janáček hebt an, der massiv den Beginn der neuen Berliner Opernspielzeit prägt: sowohl Das schlaue Füchslein wie Aus einem Totenhaus stehn als Vinyl schon bereit, tschechische Pressungen aus den Siebzigern. Über die beiden Premieren werde ich nach diesem Wochenende berichten. Außerdem liegt >>>> Chen Reiss' neue CD zur Besprechung hier. Ich habe leider das Problem, daß ich solche, quasi, Medleys nicht mag: „schöne Stellen“ nannte Adorno sowas: Klassik als Schlagermusik. Bei wirklich nur - kunstära-bezogen: - klassischen Stücken wirkt das noch klebriger als etwa bei barocken; Mozart wird zur Mozartkugel. Das gefällt dem Publikum natürlich gut, auch wenn das Wort „natürlich“ in diesem Zusammenhang wenig zu suchen hat. „Gefällt gut“ heißt „verkauft sich gut“, jedenfalls wird drauf gesetzt. Aber ich nehme meine Kritik schon vorweg. Das sollte ich nicht tun. Später also mehr.
In den Tag!
(Auf dem Hinterhof beginnen sich die Elstern zu streiten).
albannikolaiherbst - Donnerstag, 29. September 2011, 06:32- Rubrik: Arbeitsjournal
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