Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008Der Engel Ordnungen, Gedichte. axel dielmann - verlag 2009 d e

 

Die englische Sprache.

Ist wohl die reichste zumindest der westlichen Welt. Nur daß sich lauter Arme an ihr bedienen, so daß sie schließlich zur ärmsten aller Sprachen wird: zur allein funktionalen.

[Nach der Faulkner- und bei der >>>> Wallace-Lektüre.]


femme100tetes meinte am 2009/08/27 00:50:
Very well said,
man könnte sogar sagen: Der weltweite Ausverkauf der englischen Sprache vom Idiom Byrons, Shelleys, Sternes und Swifts (von Shakespeare rede ich gar nicht) hin zu "easy English" und "world English", bringt Engländer in größere Bedrängnis als Amerikaner: Denn im Vergleich zu jenen sind diese eine viel engere Sprachgemeinschaft, selbst wenn gewisse Klassen auf beiden Kontinenten sehr viel Wert auf 'das' Englische legen. Für den 'true born Englishman' wird Sprache als Heimat enger und enger. 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/08/27 02:29:
zu femme100tetes.
In diesem "Fall" sind "die" "Amerikaner" das Problem, obwohl es so große US-amerikanische Sprachler wie William Faulkner, Emily Dickinson, Thomas Pynchon, William Gaddis und und und gibt; das politische US-Amerika verrät die Sprache und exportiert die Haltung zum Verrat als eine zu affirmierende Kultur des Kulturverrats. Das ist aber keine Erscheinung mangelnder Kulturmoral, sondern ausschließlich eine der Ökonomie, die wiederum eine der Ober-Hoheiten ist - letztlich eines von Oligarchie. Ich habe momentan keine greifende Idee, was noch dagegenstehen könnte. Eigentlich fällt mir nur der Islam ein. Vielleicht noch - ein bißchen - der Katholizismus. Aber mit denen hat man sofort die anderen Hörner, die der Macht und des Militarismus (also des Patriarchats), im Bild. 
femme100tetes antwortete am 2009/08/27 13:05:
@ h/a
"das politische US-Amerika verrät die Sprache und exportiert die Haltung zum Verrat als eine zu affirmierende Kultur des Kulturverrats."

- Das ist mir etwas zu verschraubt formuliert, als dass ich es wirklich verstehen könnte.

"Das ist aber keine Erscheinung mangelnder Kulturmoral, sondern ausschließlich eine der Ökonomie, die wiederum eine der Ober-Hoheiten ist"

- Richtig. So eine Haltung kommt auf geradezu abstruse Weise zum Ausdruck, wenn man mit Amerikanern einer gewissen 'gehobenen' Schicht umgeht, ab Ivy League aufwärts: Da wird plötzlich höchster Wert auf sprachliche Nuancen, Stillagen und Register gelegt, wie mancher sie vielleicht nur von englischen 'highbrows' erwarten würde. Doch nein: Auch diese Leute wollen 'Global English' nicht in ihren vier Wänden haben, forcieren es aber nach außen, weil sprachliche Ausdehnung dort auch ökonomische bedeutet.

Unklar ist mir, wie Islam oder 'Katholizismus' (welcher? italienisch, polnisch, lateinamerikanisch?) "dagegenstehen" sollten. Sprachlich wohl nicht, Latein als Sprache der bekannten Welt ist einige Jahrhunderte passé, Hocharabisch wird es sicherlich auch nicht werden. – Warum eigentlich nicht Europa? Warum nicht derjenige Kontinent, wo auf engstem Raum so viele verschiedene Sprachen (nicht Dialekte – Sprachen) gesprochen werden, dass auch dem puristischen Harvardmen der sprichwörtliche Hut kreist? "Pourquoi pas?" 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/08/28 16:52:
@femme100têtes.
das politische US-Amerika verrät die Sprache und exportiert die Haltung zum Verrat als eine zu affirmierende Kultur des Kulturverrats.Kulturverrat wird zur Kultur kuliviert und als Kultur dann exportiert. Zu Islam und Katholizismus: Es geht mir hier um den Grundgedanken, nein, mehr um ein Grundgefühl, daß es Werte gebe, die nicht disponibel sind. Es geht mir um Haltungen, es war also n i c h t sprachlich gemeint. Was Europa anbelangt, so bin ich imgrunde vollkommen Ihrer Meinung, jedenfalls für die westliche Welt. Daß so etwas gehen könnte, hat die pfiffige Reaktion vieler, besonders auch junger Europäer gezeigt, die das von Donald Rumsfield so genannte Alte Europa flugs positiv besetzten und zum Symbol eines wenn auch sanften Widerstands umdrehten. Freilich gibt es zu wenig Identitätsbewußtsein jenseits dieser kleinen Bewegung, als daß sie tragfähig wäre. Das liegt wiederum, zumindest unter anderem, genau an dem, was im Beitrag gesagt ist.

Ah ja, das sah ich gestern groß projeziert auf eine Leinwand:
[>>>> Bildquelle.] 
andreas louis (Gast) meinte am 2009/08/27 06:41:
...
Eine feine, hellsichtige Beobachtung! 
 

Michael