Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008Der Engel Ordnungen, Gedichte. axel dielmann - verlag 2009 d e

 
kaira meinte am 2009/05/10 14:07:
wenn ich...
gegen eine Tür laufe, die zunächst offen
schien, dann merke es ist eine Glastür
und habe den Schlüssel nicht, kann ich - je nachdem wer -
kurz fluchen und die nächste Tür probieren
oder einen Schuh draus machen, mit dem ich anfange auf das Glas einzuhauen, bis es zerspringt
zurück in den ursprünglichen Zustand des Scheins.

Dahinter: ein Spiegelkabinett.
in dem sich unendlich gefangen riesige Schwerter, erigiert zum Spiel gekreuzt, aber lasch, es wirkt
wie Langeweile.
irgendwie einsam, mit einer Prise verschütteter Hoffnung, die Häme gebiert.
(Je schneller ein Urteil gefasst ist, desto weniger wurde verstanden)

Modernes Sklaventum, wie wahr.

Punkte. Punkt. Verstanden?
Komma, Strich.
Nein Punkt!
Ah Raute, Sternchen Sternchen Plus
Punkt Punkt Punkt Punkt Punkt.
Pfeil Unterstrich Unterstrich
Fragezeichen (ungesagt) PUNKT
Punkt! ^^

Es hat keinen Sinn.
Ja.
Auch gut.
Gings denn um irgendwas?
Pop.
Nicht poppen?
Wo ist der Unterschied?
Hmm....
Da können wir doch die Schwerter genausogut direkt in die Scheide stecken.
Stimmt.
Nur wo...
Tja.
Hier, ein Bier.
Geil. Danke.
Kein Dank, bitte. Du widerst mich an.
Du mich auch.
Sind wir uns ja einig.
Schön.
Cheers! 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/10 14:42:
@ Roman.
Ach Diadorima, good morning, Pasoli - nono,
but he sucks . It's verrrrry imporrrrrtant
forrrrrrrr my strrrrrrriemel
Bamm, bamm, bamm, bammm.
Oh mein Fagott!
Oh mein Fagott!
Stop!
Rettet die Fenster und Söhne.
Ein Bier her!
Vom Eise befrein! Befreit Euch vom Eise!
Los, mal'n paar Zeilen raus jetzt!
Stop das Fagott!
Stop das Fagott!
Die Fragen, Diadorim.
Die Fragen sind es! 
diadorim antwortete am 2009/05/10 14:50:
hm, kaira, mir scheint doch, hölderline liegt weiter vorn.

und, ich gestehe, den habe ich schon mal anderswo gebracht, aber er ist auch nicht schlecht, ich meine, eine googlenennung, das ist bei der ganzen worterschaffungswut und dem naheliegenden pop schon fast ein wunder, aber man berauscht sich halt immer noch lieber am eigenbuchdoping, ob nun pop oder nicht pop, ist dabei gar nicht die frage.
'eindrückewegschaffaufgabe' ist auch nur einmal genannt, von mir, nicht ein rezensent zu klage ist dieses schöne goetzenwort aufgefallen, mir schon, aber ist ihm ja nicht recht, dass ausgerechnet mir das auffällt, ich kann ihn ja verstehen, aber ist ihm ja nicht recht, dass ausgerechnet ich das verstehe, da kann ich nur ganz und gar auch nicht helfen, aber lesen werd ichs schon noch dürfen, ich habs ja auch bezahlt. obwohl, das wäre eigentlich mal was, das zensierende autorentum, nicht bücher werden verboten, nein, autoren verbieten lesern, bestimmten, ihre bücher zu lesen, aber das hat ja schon der pop gehabt, und wollte nicht, dass man seine lieder singt. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/10 15:52:
Ich fand
ja Spontanitäts-Tetrapak auch nicht schlecht.
Muss mich da mal wieder selbst loben.
Aber Diadorim, sie haben das da oben schon einmal gut gesagt mal: Ich möchte einen Menschen ganz sehen oder so ähnlich. Das war gut gefragt.
Kaira übernehmen sie. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/10 16:26:
@Herbst, und dann Diaotima
Schreiben sie erstmal 1 Roman.
Stellen Sie 1 Frage, Herbst. Einmal 1 einzige.

Diotima, ich bin nicht HölderLine,
also eigentlich doch, aber dan auch wieder nicht,
wie soll ich das sagen, nehmen sie's einfach so
wich es das gesagt habe.
Aber Sie wissen, was wichtig ist.
Das reicht. Das ist schon fiel.
Ich dichte nur manchmal
ein wenig. Ganz wenig.
Ich war HölderLine.
DAS GESICHT ZWISCHEN SCHWARZEN BRÜSTEN
oder so ähnlich
auf Jamaika.
Warum? Wofür? Was woll'n wir wüssten?
Oder Brasilien?
Egal, aber darum geht's ja nicht.
Worum geht's aber dann,
nicht? 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/10 19:06:
@obwohl
es ist ja eigentlich auch ganz egal, wer man da ist. Oder hier. Im Gegenteil, ich mein, es ist ja kein Widerspruch im andern Fall. So gesehen.
Kommt's einfach drauf an, auch die andere Seite mal zu betrachten.
Geht zum Beispiel son Mödchen übers Pflaster wie geklebt und sieht einfach nur sau.
- meinte ich - gut aus - jetzt als Kompliment.
Obwohl ich sie ja nicht kenne. Klackt da so mit den Schuhen.
Stramme Wade,
Voll die Ferse,
Aber keine Stute.
Eben nicht, oder doch, naja, ist halt Sommer.
Schenkt mir ihr Terz. Total lustig.
Mal Pasolini fragen, wie der das sieht. Pasolina Pisolino.
Obwohl der mir gerade in die Apfelsaftschorle
gepullert hat. Für drei Euro. Aber worum gehts?
Gefallener. Es geht ja wohl um die Frage -
Hab ich vergessen, hab ich total vergessen.
Mit Eis übrigens baden gegangen.
So sieht'S doch aus. sieht'S? Sehen'S sSie? n'das?
Frauzeichen wird man ja wohl mal stellen dürfen.
Da kommt ein Hund, klasse Vieh, mit Punkten,
kriegt volle Zahl, das Fell.
Dalmatiner, Bernhardiner, Teckel son Tengler, Terrier.
Tengelmann gibts nicht mehr zu haben.
Weiß ich doch nicht. Piep Piep Ja, Hallo? Nee.
Fischverbunden im Falschteich, Wiederhörn.
Ist das jetzt lustig?
Ist so was gut?
Das Brautpaar küsst sich auf den Hund ha ha. ja ja.
Ich bin auf den Mund gekommen,
also nur mal so um hier mal son bisschen
jetzt zwischendurch gewissermaßen
sozusagen spontan mal echt hier
Material einzulassen
In die Wanne.
damit hier ma son Zopf sich herbeilässt quasi
damit hier mal son paar Haare angewackelt kommen.
Ist echt langweilig.
Passiert nichts.
Wenn man son verhinderte Dichder ist,
da kann man hier auch mal rumdichden
so in aller Öffentlichkeit, passiert eim ja nichts,
rein garnichts.
Schlönes Wedder heuz.
Die Mödchen. Goil. 
diadorim antwortete am 2009/05/10 19:38:
na, noch einen versuch, hölderline, sonst gibt es punktabzug.

was ich mich frage, wie sind sie jetzt zu sprechen: hölderliene oder hölderlein?

und, noch eine frage, ist es auf jamaika schön? 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/10 20:00:
@diadorim
sprechen sie es vorerst wie Hölderlinie.
Meinten Sie jetzt gerade? Nein, es ist sehr stürmisch im Moment.
Nicht direkt schön, aber auch nicht uninteressant.
Ein bißchen kitschig müssen sie sich das vorstellen.
Die Palmen stehen unterm Wind wie beim Friseur mit ihren Köpfen.
Schütteln sie ein wenig. Es gibt hier Spiegelverkäufer. Kleine Spiegel,
Türkis gerahmte manchmal. Jetzt auch Hühner gerade.
Dann auch ein Fernsehgeschäft.
Ein Teleoskop steht auch da.
(ppa ist auch gerade hier, hört natürlich wieder seinen pop und schäkert mit ner Großbusigen, tüpisch, echt, und dann SONE Tüte dabei in der Hand. Laß mal ziehen.)
Ja Diadorim, es ist schön.
Manchmal ist es schön, gerade ist es schön, wie das klimpert und der Sand zwischen den Zähnen knirscht, dann weiß man, es sind nicht die Zähne, nur der Sand.
Ich sollte schon längst einen von diesen Schrottbussen genommen haben, aber es hält mich noch unterm Himmel. Hier ist jetzt schon die Karte zu ende sonst muss ich immer kleinerschreiben. 
kaira antwortete am 2009/05/11 15:37:
Ganz(s) Zeit
natürlich empfinde ich mich als ganz, und so und so sozial, aus-gerichtet, die Brechungen oder Vervielfältigungen finden statt zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung und von
Tag zu Tag, Stunde zu Stunde
Der Schmerz lässt nach, Neues wächst. Kein Widerspruch. Es fließt
aus Widerstand gegen sich selbst ständig Identischem, gib mir
den KONTRAPUNKT, den KONTRABASS
nur irgendetwas ANDERES,
ständig,
das ist GANZ, wo ALLES Raum findet

Der Grund, zu tauchen, in Zeichen
zu finden, zu wirken
Begegnung in Kontur

Ihr auf Jamaika, ich im Grünen
Garten der Eltern, spontan Open-Air-Konzert
predigend Theologen, die nicken
"an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen"
Jesus einatmen, Wittgenstein ausatmen
Heidegger in den Knochen, Foucault im Mund.

Für den Vater die Orgel spielen, Sonntag Kantate
Kaffee und Kuchen, dazwischen
HIER

wo will es hin?
was will es hören?
Was kann es hören? Nur was bereits angelegt ist im Fall des ständigen Ichs.
Für alles weitere braucht es
den Schnitt.

MAKE ME QUESTION

thanks. please. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/11 19:53:
also kaira
ihr fand ihr eingangskommentar völlig in ordung - z.b. dass das ich generell schon
aufgespalten ist in unterschiedliche verhaltensmuster, zwischen denen ein ich auswahlen treffen kann - also das spekrum an verhaltensmöglichkeiten.
diese beschrieben das spielerische des menschen hinsichtlich seiner jeweiligen umgebungen - und alles hätte irgendetwas mit loyalität zu tun auch innerhalb von streitereien in foren o.ä.
es git die möglichkeiten einer verhaltensänderung so als zurücknahme von möglichen animositäten oder aber als kippvorgang von antipathie in sympathie und das repertoire wird darüber dann anders benutzt.
innerhalb interaktion vor allem verbalisierter interaktion ergeben sich womöglich
transformationsprozesse für ein individuum zusätzlich - das läuft über das kreative moment einer z.b. diskussion - es kann auch über brainstorming laufen
also innerhalb einer streng nach erfolg ausgerichteten interaktionsform.
ich kann ihnen gerade aber keine frage stellen obwohl ich das gerade gerne täte.
und ich tippe dieses post nochmal völlig unnachbetrachtet raus - also wenn fehler wären bitte - nur zu ...
hm welche frage. 
kaira antwortete am 2009/05/12 13:52:
@ppa
danke für das Feedback. Ich bin ja neu hier und habe das Gefühl mit egal was ich sage in ein Wespennest zu stechen. Ihre Antwort zeigt auch wieder, dass eine Aussage, die ich in meinem Eingangskommentar völlig unabhängig von Animositäten oder Streitereien in "Foren" eher auf einer allgemeinen theoretischen Ebene getroffen habe, bei ihnen direkt dort eingeordnet wird. Natürlich, denn auch Herbsts übergeordneter Eintrag über das Spiel mit Avataren bezieht sich auf Diskussionen, die hier zwischen ihnen stattgefunden haben. Und obwohl ich hier zwar mit großem Interesse lese und den Diskussionen zu folgen versuche, vieles ging und geht an mir vorbei. Also versuche ich auf allgemeinerer Basis einzusteigen und gerate dabei aber sofort in das Kraftfeld bestehender Interaktionen, die ich durch Darstellung eigener Wahrnehmung zu spiegeln versuche, gleichzeitig aber bereits gerichtet und provokant, um eine Bresche zu schlagen. Nicht gut, vielleicht, aber manchmal lässt man sich gerne hirnreißen, wie ihr auch. Noch-nicht-Überblicktes wird schnell auf einen handlichen effektiösen Begriff gebracht und eingeworfen, in der Hoffnung dass egal welche Reaktion zur Klärung oder Wissensvermehrung beitragen kann, bzw. auch einfach nur im Sinne der Kunst zu egal welcher Rezeption zur Verfügung gestellt wird.
Ob es nun notwendig ist im Laufe dieses für mich prima facie offenen Prozesses mehr Kontrolle zu behalten um mehr Klarheit herzustellen, setzt man voraus, dass man doch irgendetwas sucht, eine Lösung vielleicht? Eine Entwicklung? Auf jeden Fall ein MEHR, das nur in der Interaktion mit Anderen erreicht werden kann.
Dazu habe ich gerade erst einen Text gelesen von Edward Tronick "Why is connection with others so critical? The formation of dyadic states of consciousness and the expansion of individuals' states of consciousness: coherence governed selection and the co-creation of meaning out of messy meaning-making."

Und meine Frage ist nun, ob das funktionieren kann, und ob es auch völlig unabhängig von doch oft sehr unterschiedlichen Standpunkten und Perspektiven (auch: Befindlichkeiten) gelingen kann.
Ich finde das alles sehr spannend und habe - egal was sich in manchen Äußerungen, die, wie im Eingangskommentar eben angedeutet, nur im Gefüge und Kraftfeld der Diskussion zu verstehen sind - großen Respekt auch vor einzelnen Akteuren. Ich habe mir angewohnt sehr wenig zu urteilen. Es gibt natürlich Kriterien, die man anlegen kann, Hierarchien auch, notwendige Selektion, aber eine Äußerung ist für mich in erster Linie das: Träger von Information; und erhält alleine dadurch schon ihre Berechtigung. Ob sich etwas damit anstellen lässt oder nicht, das entscheidet der Diskurs. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 15:15:
Hallo Kaira
Sie scheinen mir abzuzielen auf eine Idee von Gespräch, das in einem wertlosen Raum stattfindet. Gespräche in wertlosen Räumen - das wäre eine Idee von Kommunikation, die überhaupt wirklich nur zwischen Gesprächsteilnehmern stattfindet, ohne das es da noch Zeichen, - und Zeichenvermeidungszeichenwände, Bezüglichkeitstapeten, ethische Regale, Gedankengardinen und Geschichtsteppiche gibt, die ein geo - oder psycho, - oder semioakustisches Raumklima erzeugen. Erst dieses semioakustische Raumklima gibt allen Gesprächen noch einmal einen speziellen Wert, den sie von sich aus gar nicht haben wollen. Einen Gesprächsklang, ein Echo, eine Farbe, Eine Gesprächsluftfeuchtigkeit auch, die man immer mitzufühlen hat... aber prinzipiell übersetze ich mir ihre Frage eben so, als Frage nach dem Gespräch in wertlosen Räumen, die dann um so wertvollere Gespräche sein können. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/12 15:22:
ich selbst bin da gerade etwas überfragt und deshalb konstruiert sich an anderer
stelle womöglich ein kleines eigenes projekt was wohl erst einmal versucht wäre
etwas zielgerichteter zuwege zu gehen - es fiel z.b. der name g.günther.
dort wäre dann erst einmal ein technikinteresse ausgemacht jenseits einer pop diskussion. ihre obige idee - einfach nur ein wort als ausgangspunkt für assoziatives anbahnen zu verwenden halte ich dahingehend geradezu für vorbildlich weil dadurch erst einmal nichts schon irgendwie vorweggenommen wäre.
mir selbst fehlt wohl manchmal schlicht und ergreifend die sensibilität, mich in threads einzufühlen und daraufhin womöglich den zentralen punkt herauszule - sen an welchem ich dann anfangen kann ( könnte ) mitzudenken.
die dschungel ist halt ein reines kunstprojekt welches theoretisieren als teil eines
künstlerischen zulässt - wogegen ich ja nichts habe - nur manchmal kommen
themen auf die ich gerne mal etwas straffer in augenschein genommen hätte.
da manche ja jenseits eines akademischen betriebs agieren wollen und eben auf
ausgesprochene feedbacks angewiesen wären, so empfiehlt sich gelegentlich
so ich erst einmal vermute ein vorübergehendes dislozieren in eine art labor.
das wäre dann auch wohl zielgerichteter aber ob da etwas dyadisch sein müsste
das wird sich noch zeigen - wenn das überhaupt klappt.
sie können sich ja mal anschauen, was sumuze mit hor.de so nebenher macht -
gemeinsames schreiben mit gegenseitiger korrektur aber völlig abgeschottet und
somit voll langweilig für mich.
ich regte mich getsren darüber auf, wie streng sie trotzdem mit findeiss gedicht ins gericht gehen kann.
ja das wären für mich spaltungen, kaira - wo ich denke, da vergreift sich jemand entschieden im ton - aber es kommt halt sauber und offiziös und salonfähig daher.
imgrunde ist sowas für mich insgesamt gesehen ordinär aber herbst lässt das zu - also sowohl für mich ordinär wahrgenommenes als auch meine ordinären posts dazu.
das mag jetzt ein wenig boshaft oder gemein klingen aber naja das hatte mich zum beispiel echt geärgert abgesehen davon dass ich hierzu gerade wohl äusserst subjektiv interpretierte.
aber sie sehen das - eine bandbreite an verhaltensweisen ist möglich und womöglich im sinne dann des kunstprojekts.
gute grüsse
p. 
diadorim antwortete am 2009/05/12 16:00:
"Erst dieses semioakustische Raumklima gibt allen Gesprächen noch einmal einen speziellen Wert, den sie von sich aus gar nicht haben wollen. Einen Gesprächsklang, ein Echo, eine Farbe, Eine Gesprächsluftfeuchtigkeit auch, die man immer mitzufühlen hat... aber prinzipiell übersetze ich mir ihre Frage eben so, als Frage nach dem Gespräch in wertlosen Räumen, die dann um so wertvollere Gespräche sein können."

heisst, letztlich reicht ein chatprogramm, wenn es einmal gut genug ist?
aber liegt ein grosser reiz des sprechens nicht zwangsläufig in seinem echoraum und seinen spiegelmöglichkeiten?
die frage wäre für mich auch, kann man sich überhaupt gespräche ohne ihre sprecher vorstellen, wenn selbstverständlich die vorstellungen nicht mit den sprechern identisch sind. sprich, braucht es diese rückkopplung nicht, dass man überhaupt etwas sagen mag?
warum kreieren romanautoren sonst noch figuren und netzautoren avatare, wenn diese rückkopplung an einen irgendwie geformten sprecher nicht gewünscht wäre?

ein grosser reiz liegt für mich allerdings schon darin, diesen sprecher von autorenseite nur durch (s)einen sprachgestus vorzugeben und nicht mehr durch figurkonturen, die mir sagen, hier haben wir einen mann ohne eigenschaften, ulrich wollen wir ihn nennen und ihm ein jahr urlaub von seinem leben geben. sondern vielleicht eher so, hier haben wir eigenschaften ohne mann, bitte sorgen sie dafür, dass sie eine schwester bekommen, die einen mann daraus zu deuten versteht. einen, der eben noch nicht existiert. 
montgelas antwortete am 2009/05/12 16:06:
@Hölderline

Der Gedanke hat die Sprache zur Bedingung gemacht, und das heißt: nur in der Sprache führt er sein Leben. Davon ausgehend lese ich ihre Gesprächsidee als eine interessante negative Utopie, die allerdings nur näherungsweise, gleichsam asymptotisch, erfahren werden kann.
Denn ihre Gesprächsteilnehmer haben Sinne, die sich nicht einfach abstellen lassen und die dann in einem „sinn- losen“ Raum, sie nennen ihn wertlos, okay, auch das ist treffend, kommunizieren würden. Wer aber schon einmal in Isolationshaft gewesen ist, weiß, dass auch ein klopfendes Gespräch mit dem Nachbarn plötzlich ihr "semioakustisches Raumklima" erzeugt, das der Klopferei, und damit der reinen Information im Wege steht.

 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 16:27:
Vor allem
... aber ändern "klopfende Gespräche", verglichen mit dem, was in der Tradition über Religion und - meinetwegen, Herbst - Pop definiert ist, das Verhältnis von unzugänglicher Oberfläche und Tiefe. Es geht mir nicht mehr um Lineaturen, die eine Fragmentierung ermöglichen, nicht um Ornamente, die Unbedeutendes unterstreichen, oder gar um unverträgliches "Raumklima", es geht um die extrem beschränkte Inanspruchnahme menschlicher Sinne angesichts vollständiger Unsichtbarkeit. Die "Gesprächsidee", von der hier fabuliert wird, mag über Befehle hergestellt werden, ihr Sinn bleibt ausgeblendet, bei aller Klopferei höchstens unscharf wie ein Palmwedel in flirrender Sonne. 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/12 16:41:
@diadorim.
"in seinem echoraum und seinen spiegelmöglichkeiten" - Poetisch n u r darin, nirgendwo sonst. Eben n i c h t in der funktionalen Mitteilung. Das ist es, was ich immer mit Bedeutungs-H o f und Worthof meine; das ist es, weshalb ich auf der Körperlichkeit so beharre. Weshalb ich, streng genommen, ein Gegner der Vergeistigung bin. 
montgelas antwortete am 2009/05/12 16:43:
@HölderLine

Ich habe Sie schon begriffen. Kann Kommunikation, die eine Elimination der Adressaten/Absender und der Sinne voraussetzt und in der sich dann Zeichen akustisch oder visuell untereinander verständigen sollen, noch zum Gespräch geraten... denn darum soll es doch, wenn ich Sie richtig verstanden habe, immer noch gehen ?

 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 16:51:
Elimination
führt im Ergebnis doch dazu, daß das Phänomenologische insgesamt kommunikabel wird und bei der die absichtsvolle Kommunikation doch in Beweisnot gerät. Odwer? 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/12 17:31:
kommunikation
würde zweckfrei und suchte sich als halt ein thema - gedanken selbst bildeten
leitmotiviken - wobei zwecke nicht tilgbar wären, da ein "festhalten an" immer noch
als zweck auffassbar wäre.
ich tauschte wertlos gegen wertneutral - wobei ich montgelas argument hinzielend
auf sensorische deprivation oder hospitalismus als letzte konsequenz nicht unbedingt teile.
allerdings wäre aber eine ich-repräsentation an namen ( absender/adresat usf ) halt gebunden - verbindlichkeit zu einem anderen aber auch zu sich selbst in einfachen dyadisch verlaufenden oder dialektisch verlaufenden basis-settings müssen dann aber sowieso auf materialität verweisen um nicht zu kollabieren.
ein kommunikationsgebilde aus mehr als zwei teilnehmern also als multipolar auffassbar wird auch über ein traditionelles setting über namen letztlich zu
konsensen kommen müssen.
hm - vielleicht verfehle ich da grad was 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 17:44:
Konsensuale Verfehlung
seh ich nicht. Man kann durch settings berührt sein, aber mir fehlt im Gesamtkomplex des Wahrgenommenen jene Dramaturgie, die einen klaren Glaubwürdigkeitsbonus durch gezielte Distinktion ermöglichen würde. Vielleicht zu viel verlangt, zu wenig übermittelt. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/12 18:04:
gezielte distinktion
das trenne ich in teleologisches ( einfacher zielgesetztheit ) und distinktion -
was ich irgendwie mit "distinguiert" jetzt in verbindung bringe - und mit dramaturgie
verbinde ich dann ein sich-selbst-inszenierendes kommunizierendes gebilde hinsichtlich informationsschöpfung und als versuch grundsätzlich wie sich
intelligenz ( oder geist ) quasi selbst organisiert - das dürfte so etwas wie grundlagenforschung anreissen.
ich wiess auch nicht ob das eine kontradiktion wäre zu vorangegangenem - also
als erstes vermute ich ein heilloses durcheinander - später dann ein herauskristallisieren einzelner begriffe - aber eine totale netzwelt existiert ja nicht - also an so einen versuch wüsste ich nicht ganz genau mich zu binden ausser
vielleicht so richtig pflichtbewusst mit fester uhrzeit sone stunde am tag vielleicht
hm 
kaira antwortete am 2009/05/12 19:42:
dank eurer Einwürfe
Einige Korrekturen. Es ist interessant festzustellen, zu was auch nur eine ungenaue Formulierung führen kann, in diesem Fall: "u n a b h ä n g i g von unterschiedlichen Perspektiven (Befindlichkeiten)".

Das ist weder möglich noch gewünscht. Ohne diese Perspektiven GÄBE es garkeine Ichs (in welcher Form auch immer) die auch nur irgendetwas (ohne Geschichte? Zeichen?) sagen könnten.

Und dann "ich bemühe mich so wenig wie möglich zu urteilen" heißt NICHT dass ein wertfreier Raum entsteht. Wie gesagt, die Kriterien, die Selektion, auch Hierarchie... alles intakt. Ein wertfreier Raum, was wäre das anderes als ein Raum ohne Wert? Dada. Macht vielleicht Spaß, aber keinen Sinn. Die Begriffe URTEIL und WERT sind für mich nicht bedeutungsgleich, obwohl das WERTURTEIL natürlich naheliegt. Wert kommt zunächst allem gleichermaßen zu, genau wie jedem Stein auf der Straße und jeder Schneeflocke Existenz zugesprochen wird. Auf dieser Ebene kann man alles zunächst sein lassen, vor allem wenn man berücksichtigt, dass jedes Ding eben so geworden ist. Was man damit anfangen kann - und nichts weiter ist ein subjektives Urteil: werde ich von etwas affiziert, sprechen mich dahinterliegende Gedanken an, empfinde ich etwas als schön - ist schon der nächste Schritt in der Betrachtung, und sollte meiner Meinung nach sich erst daran ermessen lassen, welches "Transformationspotential" (zum Guten, würde ich hinzufügen wollen, aber da könnte man sicher diskutieren) es beinhaltet. Das als Konsequenz der Philosophie des Prozessuellen, der "Gemachtheit" des Ichs. Man formt nicht nur Kunst, man formt DURCH Kunst. (man formt auch indem man andere Dinge tut, natürlich. Nur um das in die Perspektive zu stellen). Aber ich schweife aus... einfacher wäre es vielleicht gewesen zu fragen, was sie sich denn überhaupt unter einem "wertfreien Raum" vorstellen würden?

Ihre "extrem beschränkte inanspruchnahme menschlicher Sinne angesichts vollständiger unsichtbarkeit" ist auch so ein Satz, an dem ich mich reibe. Es stimmt natürlich, dass Elemente "normaler" Begegnung wegfallen. Die Körperlichkeit, die Idee einer "ganzen" Person, die einem gegenübersitzt, Sprachklang, Mimik, Gesten, Blicke. Atmosphäre, Chemie.
Reale Begegnungen besitzen eine unglaubliche Informationsdichte, von der nur die Spitze des Eisbergs überhaupt zu Bewusstsein kommt. Und ich würde ein reales Gespräch auch immer vorziehen, nur
sehe ich gerade in der Reduktion dieser Informationsdichte auch Vorteile, zumindest gemessen am Ziel, das man erreichen möchte. Gewinnt ein Gespräch auch im realen eine gewisse gedankliche Tiefe, beginnt man (bzw. ich) auch dort, Irrelevantes auszublenden, und konzentriert sich auf die Entwicklung des Gedankens. Gestik, Mimik und Prosodie bleiben natürlich auch hier absolut zentral, weil sie wesentliches zum Verständnis der Gedanken des Anderen beitragen. Andererseits eröffnet die Schriftlichkeit gegenüber der Mündlichkeit viel exaktere und reflektiertere Formen des Ausdrucks, und gerade ihr hier kennt doch dieses Lied sehr gut und wisst, dass man da einiges wettmachen kann, ihr zieht euch ja bewusst auf diese Ebene zurück, weil ihr eben um die Vorteile der Schriftlichkeit WISST.

Auch bei der - ihr würdet es vielleicht Auflösung oder Zerstückelung oder Aufhebung in die Grundlosigkeit nennen - Zurücknahme der personellen Ebene, also der Sprecherrolle, geht es um eben das: Konzentration auf den Gedanken.
Eine Aussage gehört, sobald sie meinen Mund verlässt, nicht mehr mir. Sie erfährt eine Transformation bereits während der Übermittlung, und der Hörer nimmt sich auch nur die Teile heraus, die für ihn/sie Relevanz besitzen, die er/sie sich "einverleiben" kann. Es bildet sich dabei natürlich ein Bild von "mir" heraus, vielleicht ein Gefühl, der Sympathie oder Antipathie, aber woraus speist sich das wiederum? Inwiefern die Art und der Inhalt der Aussagen (bzw. im Realen zusätzlich: des Auftritts, der Kleidung etc.) dem eigenen entsprechen oder widersprechen. Das ist doch genau die Kluft, die Selbstreferentialität, die es zu überwinden gilt. Dazu muss man sie sich erst in aller Härte bewusst machen, und dafür gehe ich gerne bis zur Verfremdung, um zu zeigen, dass der Gedanke, die Identität einer Person zu fassen, von vorneherein auf einer Illusion basiert. Egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, wir bewegen uns alle im virtuellen Raum unseres persönlichen Wahrnehmungshorizontes, und die Menschen, denen wir begegnen, sind Figuren in unserer persönlichen Geschichte. Jedesmal, wenn ich über irgendjemand nachdenke, erschaffe ich dabei Vorstellungen von ihm oder ihr, die nicht der "Realität" entsprechen müssen, die aber trotzdem gleichermaßen Eingang in mein "Bild von Dir" finden. Jedes Klischee, das in unserem Unterbewusstsein haust, schafft innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Schublade, die uns dann garnicht mehr erlaubt, die Gedanken einer Person vorurteilsfrei zu beurteilen.

Ich plädiere wie gesagt nicht dafür, diesen persönlichen Wahrnehmungshorizont loszuwerden, genausowenig wie das Ich oder die Körperlichkeit (ganz abgesehen davon dass das garnicht ginge), sondern einzig für eine größere Offenheit und Bewusstheit der zu Grunde liegenden Prozesse.
Die Differenz ist es, der es nachzuspüren gilt. In Ihr liegt das Du und das Ich, reziprok.

Ich bin ja beeindruckt von der Schnelligkeit, mit der hier geantwortet wird. Ich versuche mich anzupassen, aber das geht auf Kosten der Kürze und der Korrektur.... wahrscheinlich wurden allein in der Zeit, in der ich das jetzt getippt habe, wieder 5 neue Antworten verfasst... nun gut... auch die Unvollständigkeit und Unausgegorenheit ist Teil des Prozesses.... 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 21:06:
@Liebe Kaira
Vielen Dank für ihren Brief. Wenn Sie oben noch mal reinschauen in mein eigenes Post, dann werden sie sehen, dass ich von wertlosen Räumen sprach und nicht direkt von wertfreien.
Insofern nicht ganz eine Haarspalterei, daran dann anknüpfend deshalb die kleine Beschreibung eines Raumes, in dem nichts ist, ausser die Sprecher.
Ich wählte hier das Bild eines Wohnzimmers ohne Wohnlichkeit, das wäre also ein Wohnzimmer ohne Gewohnheit. Wertlos insofern, als dass man es nicht besitzen möchte, könnte oder müsste.
Diadorim machte hier den Einwand, dass auch eine gewisse fühlbare Inneneinrichtung es Gewohnheitsraums das Gespräch reizvoll erscheinen lässt, um es von der Inneneinrichtung her - an - zureizen, was zu bedenken bleibt.

Was Sie dann schreiben erlaube ich mir kurz zusammenzufassen. Sie meinen:
Wir begegnen uns in unseren Weisen der Welterzeugung. Also eigentlich begegnen sich verschiedenen Welterzeugungen, die im Prozess fließend sich permanent selbst erzeugen, und also jenseits einer Kristallisation in Festes sich bewegen. Vor allen Dingen aber niemals sich an den selben Flusspunkten bei den Randberührungen "wiederbegegnen." Da stimme ich ihnen - bedingt - zu oder würde hier präzisierend einhaken - das betrifft ein sehr kniffeliges Thema. Ich werfe kurz Derrida ein, und möchte es dabei aber auch schon wieder belassen.

Tatsächlich würde sich, wenn man ihre Perspektive verabsolutieren würde, was sie ja auch nicht tun, eigentlich nichts wirklich zusammenbauen können.
Tatsächlich steht eine Frage im Raum: Welchen Grad von Gebautheit die Welt notwendig bedarf, um als gebaute Welt ihre Nichtgebautheit zu reflektieren als fließendes Erzeugtwerden.
Das betrifft dann tatsächlich auch die Ich-Du-Reziprokheit, der man nur auf die Schliche kommt, wenn man zunächst mal die Ich-Ich/Strich-Erzeugung im Bewusstsein verstanden hat, da auch schon das Ich selbst ein sich permanent reflektierendes Ich darstellt. Dieses Problem liegt auf der metaphysischen Seite. Das Ich selbst existiert nur oszillierend, es ist ein Echo zwischen den Wänden eines inneren Gewohnheitsraums. Das eigentlich hat ja schon der Philosoph Fichte erwähnt, und lag dann bei Hegel als Problem auf auf dem Tisch.
Und dort liegt es im Prinzip - immernoch.

So wäre zunächst meine Antwort bis hier her. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/12 21:26:
sie sagten - hölderline
"Ich werfe kurz Derrida ein, und möchte es dabei aber auch schon wieder belassen."

dieser satz in seiner prägnanz und geradezu bestechend anmutenden schlichtheit
entbehrt der grazie nicht. basierend auf einem unbändigen willen an aussagefreudigkeit, welche sich durch das geschickt eingeführte kommazeichen geradezu potenziert, intermittiert sich das ich als träger eines diskursiv vorgefassten
als ein zu einer blüte an autonomie herangereiften statthalters für diskursivität an sich.
zu weiterem muss ich später etwas nachfassen, bemerkt aber noch
@ kaira - ich finde ihre sprache wiklich attraktiv. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 21:40:
Wiklich?
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 21:43:
Wiklich?
Kein Ausdruck!
Also, ich, liebe Kaira, finde Sie wirklich attraktiv. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/12 21:45:
ja mensch hölderLine
dann lernen sie erst einmal zu schreiben.
das heisst doch wrklich. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 21:57:
Mensch, Keuschning:
übernehmen Sie! 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 22:45:
@ppa
ich glaubte bei Derrida einen kürzeren Weg nehmen zu dürfen, ohne ihn allerdings direkt zu übergehen oder gar kritisieren zu wollen. Weil mir zu Derrida einfach nicht viel mehr einfällt, als was Kaira hier ebenfalls (durchaus bestechend knapp) schon formuliert hatte...insofern mein Lob deshalb noch nachträglich dafür. Ja in der Tat, so muss gesprochen werden.
Dazu muss ich natürlich noch sagen, aber das wäre dann schon wieder wiederholend, dass ich Derrida immer dann nicht dabei habe, oder mir seine Ideen fehlen,wenn ich selbst irgendwo darauf angewiesen bin, eher eine identifizierbare, auf gemeinsame Verabredungen der Gebautheit von Welt anzunehmen, was nach meinen Erfahrungen, aber das ist nur so ganz subjektiv und aus dem Bauch heraus, sehr oft geschieht, um nicht zu sagen sehr sehr oft. Aber seine Leistung, auch, und nicht als einziger auf die Verabredbarkeit von Gebautheit oder Gefasstheit aufmerksam gemacht zu haben, in dem man dies also auch feststellt, sozusagen in Differance zu Derrida selbst, bleibt natürlich. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/12 23:39:
@Montgelas
Sie sagen: "Der Gedanke hat die Sprache zur Bedingung gemacht, und das heißt: nur in der Sprache führt er sein Leben."

Das ist eine Sache, die mir selbst nicht mehr ganz so fest steht, ob das wirklich nur so ist. Also ob es nicht auch sprachlose Gedanken gibt, als so eine Art Flussformulierung oder Temperaturbegegnung oder das Gewinnen von Fassung, die ohne Sprache auskommt, geben kann, also so etwas, wie eine Begegenung ohne Umweg, ohne das nun gleich wieder Spontanität oder Intuition nennen zu wollen. Das wäre allerdings nicht zu besprechen, es sei denn mit Sprache. . Ich würde auch gerne mal einen Mathematiker danach befragen wollen, ob er das Gefühl hat, zu sprechen, wenn er über eine mathematische Aufgabe brütet. Oder was er da eigentlich macht, ob das Gedanken sind. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 00:16:
hölderline
ein wertloser raum der sich mit worten füllt - verliefe das völlig zusammenhanglos
wäre das konfabulieren - schon eine art schizophrenes gerede - aber auch lyrisches.
bedeutung erahnt sich daraus allenfalls hinterher im rezipienten durch dessen apperzeptionsfähigkeit, welche irgendwie sozial und eigentlich über sprache geprägt wäre.
problematisch finde ich desöfteren die mehrfachbesetztheit von wissenschaftlichen begriffen - man schaue sich an welche unterschiedlichen auffassungen über den begriff determination kursieren - reicht schon die wiki-seite dazu.
eine art bedeutungssuchendes flussformulieren ( müsste man definieren finde ich einen begriff flussformulierung - flussdiagramme hm ) temperaturbegegnung -
ja das wäre auch wohl nonverbal informativ aber zeichen hm ohne interpretationsrahmen ohne etwas darüber zu wissen auf was sie verwiesen - meistens wohl als ein abbild eines gegenstands im gehrin ( das ginge natürlich noch weiter zu tönen oder gerüchen )- blieben das bild selbst und somit rein visuell - ästhetisch.
dazu lässt sich fühlen - garantiert.
naja die wahrnehmung eines mathematikers wäre wohl mal ganz interessant in erfahrung gebracht. 
montgelas antwortete am 2009/05/13 06:47:
@ HölderLine
Götz von Berlichingen. III. Akt, Szene 17. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 18:28:
@montgelas
Hölderlin. Kerker. M. "Heinrich! Mir graut's vor dir." 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 18:37:
so so.
hm. 
parallalie antwortete am 2009/05/13 19:03:
die vermiedenen worte sind grad die, die im kopfe allzu heftig rumoren. hölderlin im kerker! "Er rufe beynahe unausgesetzt: 'Ich will kein Jacobiner seyn, fort mit allen Jacobinern. Ich kann meinem gnädigsten Churfürsten mit gutem Gewissen unter die Augen tretten'." 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 19:12:
aber sie wissen schon,
dass der Goetz von Berlichingen überhaupt nicht zitierfähig ist hier. 
parallalie antwortete am 2009/05/13 19:19:
das bezweifle ich mittlerweile, dachte aber doch eher an das wort "faust". 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 19:31:
so
und jetzt muss ich besitzen wenn das so weitergeht - ich muss einen raum voller bücher besitzen ja und das ist dann kunst - so muss ich dann in die kunstwelt eintreten mit einem raum voller bücher.
ich bevorzuge philosophische bücher aber das ist etwas anderes - was ganz anderes.
sie können ja ihre literarischen bücher lieben aber eigentlich erwarte ich mir von einer kunst dass sie produziert.
reicht ja schon wenn sie von methoden redet und selbst das kann mir schon zu viel sein.
formale lösungen ja für WAS ?
WEM ist WARUM was geschmacklich nicht umgesetzt ?
nur zu - 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 19:37:
Sind das jetzt schon
Gähn, Endzeitgespräche...? Untergang? Paralyse? Zeitstrahlverknotung? 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 19:49:
das ist
bildungsbürgertum.
wenn ich die bücher nicht gelesen habe - so muss ich mich dem, der diese interpretiert unterwerfen sowie womöglich der interpretierende kenner selbst
als unterworfen - seiender agiert.
fest steht dass alles aus vergangenheit sich zu aktualität aufspielt - aufspielt
weil aktualität noch etwas erfreulicher sein kann weil aktualität ist.
und der thzread ist mega voll. 
HoelderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 19:55:
Das stimmt.
Ich müsste mal wieder mehr Bücher lesen. Ich müsste echt mehr kennen irgendwie. Die ganze Bildung, die da so an einem vorbeigerauscht ist, das ist schon erschreckend, immer nur Pop. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 19:58:
Das rächt sich irgendwann.
Montgelas war ja mal ein Aufklärer. Aber das ist lange her. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:02:
Herbst weiss
das ja, das man damit nicht weit kommt. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:03:
naja
insofern sie nicht gerade selbst hinter der hölderline - namens - übernahme stehen -
also dann zumindest ein ihrer was konsequenz angeht äquivalenter mensch.
dass sie den pop so brauchen für ihre existenz - also als reibungsfläche - spricht
absolut nicht für eine unabhängigkeit oder eigenständigkeit einer e - kunst.
sie sollten das lassen - aber sie fühlen sich vom pop ja immer höchst in ihrer
existenz gefährdet - schade, weil ich eher der meinung bin dass e - kunst sich selbst
zerfleischt insgesamt anbetrachtet.
aber naja - spielchen unter leuten die nichts zu melden haben in der gesellschft -
künstler halt. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:14:
Herr ppa
Ich muss hierzu jetzt auf Herrn Herbst Plaraplilomena verweisen. Da hat er alles schon erläutert und zwar sehr ausfühlrich dösefteren. Das Thema ist auch durch irgendwo. Es konnte hier weder eine Einigung noch ein Konsens erreicht werden. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:20:
ich erinnere mich doch
da ging es um bratwürste. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:32:
Ich habe
gerade überlegt, eine Technik des Herumlungerns zu schreiben.
Herumlungern als Prinzip 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:35:
Ich darf doch bitten,
Bratwürste gibt es im Kerker ("Du hast sie zerstört, Die schöne Welt"). Spargel, Kabeljauscheiben, Tränen im Studierzimmer ("Ist gerettet!"). 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:37:
Die erste Frage
Ist Herumlungern U oder E.?
Wegelagerei wäre eher E 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:38:
Herumlungern
ist, ja, Pop, da kann, mag und will geschehen, was muß, selbst als Logik des kleineren Übels nicht akzeptabel. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:42:
Nur das Gelage
ist opulent und nicht jeder, der einen Schwanz hat
und ein gieriges Auge, ist ein Kabeljau. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 20:43:
E zielt auf eingerichtet-sein
und
U zielt auf unterwegs-sein 
diadorim antwortete am 2009/05/13 21:17:
und eu zielt auf eingerichtetes unterwegs sein. aber fliegen sie mal nach paraguay. jaja. aber nehmen sie 5000 dollar mit, dann dürfen sie für immer bleiben. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:21:
Jaaaaa!
Danke ppa! 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:23:
Na das ist
natürlich die sehr vornehme Variante diadorim 
diadorim antwortete am 2009/05/13 21:27:
das vornehme kann nicht den zweiten satz betreffen. 
Peter (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:29:
Du hast mein Leben zerstört Heike, gestern dachte ich an Dich, ich habe ein Foto angeschaut und du 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:36:
Peter,
warum fragen sie Heike, ob sie ihre Foto angeschaut hat, und sagen, noch bevor sie ihnen Antwort gegeben hat, sie hätte ihr Leben zerstört? 
Peter (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:45:
Sie hat es ja gar nicht angeschaut, sie hat es ..... 
diadorim antwortete am 2009/05/13 21:47:
peter weiss, dass es was bedeutet, heike war bei der brigade. fragen sie aber nicht nach der farbe. es war ja nacht, wie sollte ich das erkennen. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:52:
peter
mensch doch nicht gleich in die hose machen - du befindest dich doch hier
unter emanzipierten männern - allerdings paraguys also was wären denn ditte
für jungs - diadorim - für 5000 was was machen die da ? 
Peter (Gast) antwortete am 2009/05/13 21:55:
aber sie will mich nimmer 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 22:02:
peter
mich hat sie schon auf den hardcore konzerten damals nur angeschaut und jetzt
sitzt sie lieber in ihrem mazda mx5 und kämmt sich ihre langen blonden haare.
naja die design-künstlerinnen.
aber grüssen tut sie mich noch. 
Peter (Gast) antwortete am 2009/05/13 22:04:
aber Heike ist nicht blond, sie ist hübsch, sie ist schön, ich kann gar nicht leben ohne sie, das habe ich ihr sagen wollen, aber dann dachte ich, wie weit will ich eigentlich noch gehen, ich hab doch immerhin schon ihre Hand berührt und sie griff nach meinem Schwanz, aber dann, diese Sache mit dem Bild 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 22:09:
verstehe schon
dann sah sie eine fotografie von dir, auf der du keine hass-maske aufhattest.
naja- das hat man davon als autonomer mit weichen oder femininen gesichtszügen. 
Peter (Gast) antwortete am 2009/05/13 22:11:
Autonomer bin ich nicht, ich hab höchstens mal einen Hund aufgegessen, aber der war in China, ich war nämlich mal in China ansässig, da lernte ich Im-Jo kennen, die war genial 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 22:17:
na gut
siehste und schon gehts dir doch besser wo du an IM_JO denken kannst -
und glaubs mir - es gibt schon echt geniale frauen auch.
aber eigentlich schnacke ich ungern über frauen - ich geniesse lieber frauen.
da lass ich mir auch gerne was erzählen über geniale frauen. 
diadorim antwortete am 2009/05/13 23:05:
viel machen die, sehr viel. allerdings die lage, die lage, die lage. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/13 23:24:
ach diadorim
werden sie doch nicht melancholisch oder allzu melancholisch oder wie das geht.
klar bräuchten sie ein gesicht ich sags doch - oder schauen sie sich kaira an -
also die hat ja so ihre signaturen drauf - also cheers kaira - ich trinke schon wieder - naja - also mal von sich weg ja wie ist in einem kunstprojekt frauenpolitik hochzuhalten - naja - ich schätze mal sowas übersteigt einen blograhmen.
aber naja - auf antithese in permanenz zu eindimensionalität ohne faktizitäten diadorim ja kunst genau aber wer da immer was anzufügen hätte ?
reservoirs - ja - oder quellen hm - ich kenne das aus meiner schulzeit irgendwie
und weiss ganz genau um die zähigkeit meiner umdenkfähigkeit - da müssen ganze gebäude kippen mitunter dass womöglich was klappt und wer bekommt das mit ?
womöglich alle frauen die es machen und dann auch nur innerhalb von reflexion auf sich und ihr tun oder vormachen zurückschauen.
es ist ein politisches thema der gesetzlichen regulierung man hat es gewissenhaft einzubinden, theoretisch.
naja - als anonymer darf man ja so reden ohne einen nachdrücklichen impetus
abgeliefert zu haben. 
diadorim antwortete am 2009/05/14 00:24:
ich bin an einem radikalen kommunikationskonstruktivismus nicht interessiert. wir leben auch von unseren vorstellungen der dna, unseren vorstellungen von psyche und ihrer logie. ja, um es mit goodman zu sagen, von weisen der welterzeugung, aber nicht alle sind zutreffend.
und, wenn ich die absichten nicht kenne, aus welchen gründen überhaupt kommuniziert wird, heisst das noch lange nicht, dass es keine absichten jenseits des reinen gedankenautausches gibt. sie sind nur schwerer auszumachen. aber, ja, wem nützt das, dass sich einige nicht aus der deckung trauen? diese frage muss man sich dann eben auch gefallen lassen.
und ich frage mich, was macht es eigentlich für einen unterschied, ob jetzt herr oder frau xy mit seinen/ihrem bürgerlichen namen schreibt, oder zwei bis vier avatare schickt, die aber genau so schreiben, wie er/sie es als herr oder frau xy vermutlich auch täte. dann sind es lediglich pseudonyme, aber keine avatare, figuren kreiert man ja nicht einfach in einem performativen taufakt.
ich schreibe unter pseudonym nicht als avatar und ich unterstelle das auch einigen anderen schreiberInnen hier. wenn es aber pseudonyme sind, dann steht natürlich das ganze als romanprojekt doch sehr infrage, was es darum ja nicht schlechter macht. aber ich wehre mich einfach dagegen, dass hier etwas für was ausgegeben werden soll, das es aber in meinen augen gar nicht oder nur partiell ist, das ist ein wenig wie etikettenschwindel, nicht, dass das wirklich wild wäre, aber es sieht dann so aus, als traue man der ganzen sache selber nicht, wenn man es eben nicht als dieses und jenes ausgibt.

ob man so reden darf, das können nur sie wissen ppa. saude. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/14 00:58:
meine liebe
wenn ich sie so nennen darf es gibt doch vielleicht einen streuungsfaktor oder sogar einen streuungsindex also wenn nicht zuminest informatives was die welt
anbeträfe sozusagen eingestreut wäre dann naja.
mathematiker sah ich letztens einen viedimensionale berechnung eines würfels
vorzustellen - wahrscheinlich ein mathematisches spiel aus den anfängen von mathematik.
sie halten fest an einer logizitätenaufspaltung die vielleicht nur sie selbst betrifft
ich weiss das nicht.
eine allzustrenge angebundenheitspflicht irgendwie innerpsychisch verortet womöglich und freugelassen sag ich mal mit katastrophaeler konsequenz für sie selbst.
sie schienen mir darüber ( indirekt ) berichtet zu haben.
mir machte das irgendwie sorgen, ganz klar.
also klar hat das mit einem weltganzen in seiner zerrissenheit zu tun.
aber das breitete ich generell gerne mal aus.
nun codes - ja die geworfenheit auf divergente oder wie auch immer sich statuiert habenende usw. codes.
ich bin nicht ihr beschützer, dass das klar ist.
nur wenn zufällig eine waffe im spiel sein müsste.
dann hätte sich mal was überlegen müssen, vorher. 
diadorim antwortete am 2009/05/14 01:06:
dürfen sie nicht. was sie schon dürfen, ist, sich erklären, worüber ich berichtet haben soll? was sie daran sorgt? und wovon sie sprechen? ich verstehe es nämlich nicht. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 17:41:
@sumuze Unschärfe/Folklore
Ganz kurz dazwischen:

Hier muss mal kurz eingehakt werden. Die H-Unschärfe eignet sich aus wissenschaftlicher Sicht ganz grundsätzlich nicht zur Diskussion von Rollen, Spielen, oder Identitäten. Nur metaphorisch, vielleicht, dann müsste man das aber dazu sagen. Aber es wäre eigentlich schon falsch.
Der Grund: Die H-Unschärfe hat nichts mit Freiheit, Kontingenz, oder Wahl zu tun. Das Wort hat immer wieder zu einer folkloristischen Fehlinterpretation verleitet. Alles sei irgendwie, irgendwann, irgendwas, irgendwo, vielfältig, möglich, offen, etc...anders ausgedrückt:
Die H-Unschärfe und die Quantentheorie wird oft dazu benutzt, gerade postmoderne Philosophieproduktionen oder Textstrategien "wissenschaftlich" zu parfümieren.
Defakto ist die Quantentheorie eine Therorie der Exaktheit und der klaren Methodik. Die H-Unschärfe ist ein Ding an sich, insofern, als dass sie eine naturgegebene Defacto-Unschärfe darstellt, die einen klaren Wert hat. Ebenso wie das Quant einen Wert hat, eine Zahl, mit der gerechent werden kann. Sie ist nicht das "Messproblem". Also der Witz ist der, dass sie faktisch verstanden, angewendet, benutzt und instrumentalisiert in die Technik hinein konstruktiv sich über die Anwendungen einschleift. Und daran ist nichts irgendwie offen, frei oder poetisch, sondern zweckmäßig,scharf und klar und berechenbar. Die Unschärfe ist kalkulierbar in klaren Anwendungen.
Die Frage ist nicht, ob etwas scharf oder unscharf ist, sondern durch welche Wechselwirkungen die Wahrscheinlichkeitswolke einer Unschärfe in den Identitätstropfen einer Schärfe auskondensiert. Und das passiert
sehr schnell. Jede Form der Wechselwirkung von einem Ding mit einem anderen Ding "zerstört" bereits die Unschärfe und bringt sie in die Form einer klaren Entschiedenheit. Ich hier- Du da. Und alle Entschiedenheit, ob sie sich nun in eine achtel oder sechzehntel-Zerteilung entscheidet, beruht letztlich immer auf eine duale Grundalternative Sein oder Nichtsein. Aus dieser Perspektive eignet sich die H-Unschärfe nicht, für Identitätsdiskussionen
oder Spiel oder Rollen-Möglichekeiten.
Hyperstabilität spricht von Systemen oder Systemzuständen. Hier ist nichts mehr unscharf weil hier bereits Dinge auf Dinge sich beziehen, miteinander wechselwirken, weit jenseits der Unschärfe
Ein kanonischer Einschwingungszustand, der harmonisch oder disharmonisch sein kann, geordnet oder ungeordnet,
ist nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit berechenbar. Kalkulierbar.

Wo Literatur sich strukturell auf die Quantentheorie bezieht, ist das dann - bei sehr guten Willen - vielleicht - metaphorisch zulässig, aber defakto falsch, und hat aber mit technischen oder physikalischen Wirklichkeiten
nichts zu tun und befördert nur die Illusion, die Unschärfe sei jetzt der "wissenschaftliche" Jagdschein , ungenau zu sprechen oder so.
Es sei damit jetzt wissenschaftlich irgendwie geadelt.
Schön das Wort Möglichkeit ist bereits etwas gezähltes oder von "jemanden" gezähltes, indem Falle "erzähltes" - und schon nicht mehr unscharf.
Die Unschärfe verortet sich weit jenseits von irgendwelchen "Bewusstseinen"oder "Sprachen", die miteinander sprechen.
Zusammenfassend: Aus der Unschärfe folgt eine Theorie der Genauigkeit, weil der Wert der Unschärfe bekannt ist und berechnet werden kann.
Ausdrücklich: Dies war kein antipoetisches Manifest, sondern nur ein Versuch, zum Verhältnis Text, Rolle, Figur, Avatar - in Bezug zur Hyperstabiltät oder Unschärfe etwas beizutragen. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 17:58:
danke. 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/15 19:08:
@HölderLine und diadorim.
Selbstverständlich ist mir völlig bewußt, daß sich Heisenberg keineswegs in irgend einem wissenschaftlichen Sinn, schon gar nich "exakt" auf ein poetisches Unternehmen übertragen läßt; ich nehme aber die Idee als poetische Metapher und beziehe mich dabei vor allem auf Poe:

To look at a star by glances - to view it in a side-long way, by turning toward it the exterior portions of the retina_ (more susceptible of feeble impressions of light than the interior), is to behold the star distinctly - is to have the best appreciation of its lustre - a lustre which grows dim just in proportion as we turn our vision fully upon it. A greater number of rays actually fall upon the eye in the latter case, but, in the former, there is the more refined capacity for comprehension. By undue profundity we perplex and enfeeble thought; and it is possible to make even Venus herself vanish from the firmanent by a scrutiny too sustained, too concentrated, or too direct.
Dupins Einwand entspricht meinem Einwand gegen die verlangte "Präzision". Diese stellt sich in einem völlig anderen Bereich her. Ebenso wenig wie Heisenberg läßt sich irgend ein wissenschaftliches Modell auf Poesie übertragen; sehr wohl aber kann es A n l a ß sein, sogar B i l d sein.Was dabei herauskommt, ist logischerweise kein wissenschaftliches, und schon gar nicht ein oder das gleiche, Ergebnis. Wäre dem so, man könnte es von vornherein unterlassen. Weil es n i c h t so ist, ist es reizvoll und führt zu, siehe Pynchon (auch Goethe übrigens in seiner Hinzuziehung der "Wahlverwandten"), großartigen Romanen 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 19:32:
Herr Herbst,
Ich rede ja schon garnicht mehr davon, dass Künstler oder Dichter sich für Wissenschaft wirklich interessieren müssten - also im Sinne von - man versucht als Künstler zu verstehen - was "genau" sich nun eigentlich verbirgt hinter gewissen Entdeckungen oder auch wissenschaftlichen Erklärungen oder technischen Anwendungen, davon rede ich ja schon garnicht mehr, so wie früher, als ich noch so dumm war und dachte, es sei fruchtbar, nein, also das hab ich mir ja schon beinahe abgewöhnt - ich habe lediglich davon gesprochen, dass das doch relativ ungenaue einschleifen von Worten und Mißverständnisfolkloren in die Kunst - das dies eben pö a pö zu einem Fehlerrauschen führt, das mittlerweise die Kunst und die Literatur zu einem selbstreferenziell von der harten Wissenschaft abgekoppelten System werden lässt, dass eben irgendwann dazu führt, dass es heißt: Ja, du musst dich nun entscheiden - willst du Dichter sein oder Wissenschaftler - ich will damit lediglich hier wieder eine Entscheidung andeuten, die unsere Gesellschaft aufteilt in zwei Sorten von Idioten: Wissenschaftler hier und Dichter da. Diese Entscheidung ist dann wieder sehr scharf plötzlich, ja sie wird sogar regelrecht vom systemischen Gesellschaftsbetrieb verlangt, indem sie zum Beispiel beinahe schon wieder die "Schönheit" eines Göthe-Romans erwähnten, während sie die "Schönheit" einer wissenschaftlichen Theorie im Prinzip nicht wirklich für sich stehen lassen können, sondern sie meinen allenfalls, eine wissenschaftliche Theorie als Bild - zu sich hinüberziehen zu müssen, um sie irgendwie einzubauen. Mein Beispiel des folkloristischen Mißverständnisses der Unschärfe kann ich auch anders formulieren. Wieviel Zeit verwendet Literatur darauf "Herzen" zu beschreiben. Und wieviel Zeit verwendet sie darauf "Herzschrittmacher" zu beschreiben. Sie werden hier ein krasses Missverhältnis erkennen. 
Menantes (Gast) antwortete am 2009/05/15 19:44:
Nun, wenn das:
"Und alle Entschiedenheit, ob sie sich nun in eine achtel oder sechzehntel-Zerteilung entscheidet, beruht letztlich immer auf eine duale Grundalternative Sein oder Nichtsein."

keine Poesie ist – sweet Mantuan – dann weiß ich' auch nicht. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 19:52:
das problem
sehe ich bezogen auf das wort genauigkeit - wo gibt es eigentlich eine absolute genauigkeit ?
soweit ich mich erinnere sind mehrere ( zig ? ) atomuhren synchron geschaltet um eine besonders genaue zeit an satelliten liefern zu können.
wenn ich identität ( eines gegenstands ) vor allem über eigenschaften beschreibe,
welche meinem subjektiven geschmacksempfinden entsprechen, dann bewege ich mich dabei je mehr ich das tue in bereichen von gefühls-vermittlung.
ich kann zum beispiel jemand erzählen ich fand ein fenster schön.
das wort schön wird von dem empfänger in der regel mit etwas angenehmem konnotiert ( auf manche wirkt es aber auch abstossend - wohl eher auf punks -
egal )
ich kann hinzufügen, dass der rahmen des fensters aus holz ist und nicht aus
plastik - dann hätte ich das bild präzisiert und zuordenbarer gemacht und
wenn mien gegenüber sich auch noch masse vorstellen kann, so kann ich sagen,
das fenster wäre 760 x 400 cm gross und man blickte durch dieses auf einen teil des spessarts, wo jetzt grad die sonne untergeht und ich jetzt aus diesem herausblickend gerade auf den perserteppisch unter meinen füssen pinkle, weil dieser morgen eh in die reinigung kommt.
naja nur so ein einschub. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:03:
@P
ich rede von der Genauigkeit, die operationsfähig ausreichend genau ist, um zum Beispiel Dinge wie Computer zu berechnen, zu verstehen, und zu bauen, an denen wir gerade sitzen.
Und die Genauigkeit, die es Wissensschaftlern ermöglicht, innerhalb eines ziemlich komplexen Mehrkörperproblems eine kühlschrankgroße Sonde so zu steuern, dass sie auf einem Kometenkern landen kann, und zwar ziemlich punktgenau nach einer Flugzeit von etwa 2,5 Jahren also, auf einem Kometenkern zu landen, um hier zielgenau Proben rauszusprengen, nur so als Beispiel, oder von der Genauigkeit, die ein laseroperierender Augenarzt in Anspruch nimmt und seine Patienten. Ich finde das alles sehr sehr genau, wenn auch nicht ohne toleranzen. Aber ich meine eben diese doch recht erstaunliche Genauigkeit. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:22:
also hölderline
wie sie unschwer erkennen können, nannte ich mich kurzentschlossen auch als
reaktion auf die heftigkeiten verganger tage im zuge von schmierigen namenskopierereien in p ( von ppa aus ) um - mir ist die kurzform auch lieber,
sollten sich diese doppelgängereien fortsetzen - p klingt etwas mwhr nach z.b
prototyp ( robot o.ä. )
also hölderline, ich verstehe sie doch völlig und ich frage mich doch auch warum ich selbst sone technikersprachen als eher kalt auffasse.
andererseits fällt mir aber so schnell weder ein philosoph ein der wirklich warm
geschrieben hätte noch eigentlich ein literat, es sei denn es wäre irgendwie um
erotisches ( im völlig allgemeinen sinn ) gegangen.
literatur finde ich eher fantasievoll umgesetzt, wenn sie mir gefällt - aber nicht unbedingt warm.
die frage ist aber, wieviel genauigkeit in technischer hinsicht eigentlich ein literarisches buch verträgt und wenn man poetik und technische sprache mischt,
wie lässt sich ein ehr rundes eines poetischen mit einem technischen vokabular
( welches ja auch als rund wahrnehmbar wäre desöfteren ) sprachmodulationstechnisch verarbeiten - zum beispiel. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:26:
@p ich gebe ihnen dazu gleich mal was rein:
moment bitte.... 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:30:
@p
"Wenn ein Raum von Körpern gleicher Temperatur
umschlossen ist und durch diese Körper keine Strahlen
durchdringen können, so ist ein jedes Strahlenbündel
im Innern des Raumes seiner Qualität und Intensität
nach gerade so beschaffen, als ob es von einem voll-
kommen schwarzen Körper derselben Temperatur her-
käme, ist also unabhängig von der Beschaffenheit und
Gestalt der Körper und nur durch die Temperatur be-
dingt.“

Für mich ist dieser Text saugut geschrieben Große Kunst. Richtig große Kunst. 
Rassel (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:37:
Selbstverständlich ist es großer Mist, ich rede vom Gedicht 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:39:
@Rassel
ist doch ein Gedicht. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:42:
also wenn ich kein a-physiker bin
verstehe ich nichts als klang.
ich würde sagen durch so einen lückenlosen körperverbund - das fände ich erst einmal präziser - wobei mir nicht klar wäre, wie eine lückenlosigkeit zu gewährleisten wäre sowie eine wirklich identische temperatur.

aber naja auf sound gelesen ist das an subjektive wahrnehmungspräferenz gebunden - das ist es doch - also selbst bei naturwisscenschftlichen texten über
ein und denselben sachverhalt können divergierende formale ( sprachliche ) darstellungformen auch divergierende reizqualitäten haben auf divergierende rezipienten. 
Rassel (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:45:
welches Gedicht? Übrigens wieviel muss man eigentlich trinken um
das Gequatsche von P zu verstehen?
Ich frag nur, weil unsere Tankstelle gleich zumacht 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:48:
@P
Würde das Internet funktionieren, wenn jeder seinen eigenen Übertragungscode so programmierte, dass er für ihn gut "klingt" oder so zahelnfolgenmäßig irgendwie cool aussieht. 
Rassel (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:51:
Paz brauchte keine cOdes um Gedichte zu schreiben 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:55:
@Rassel
aber er brauchte Essen und Trinken. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:57:
also
ich hab hier ein paar bücher über informatik stehen und hölderline man höre und
staune, man kann sie lesen - sie bestehen also nicht nur aus nullen und einsen
usz.
ich weiss nicht was sie wollen - ehrlichgesagt - also was wollen sie denn - bücher
nur noch aus strichcodes ?
für mich geht es in erster linie um modulationsvielfältigkeit in texturen - egal ob
literarisch oder technisch zuordenbar - es geht darum wie man mit sprache möglichst so muduliert, dass ein interesse an etwas möglichst lange aufrechterhaltbar ist - dass so etwas aber eben mit sicherheit nicht für alle zu konstruieren wäre, das ist doch klar.
und dass man für eine gewisse informationsdichte auch ein gewisses umfangreiches vokabular benötigt ja wohl auch.
was macht man also wie ?
es gibt keinen königsweg, h. 
Rassel (Gast) antwortete am 2009/05/15 20:59:
Paz braucht nix mehr 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:05:
@p
Stimmt. Gibt keinen Königsweg. Und man kann auch Informatikbücher als Dichtung auffassen. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:08:
@russel
ehrlichgesagt, lassen wir das, paz und nix, fast auch schon wieder informationell, sagt der
eine, poetologisch vielleicht der andere. hängt ab vom erkenntnisleitenden begriff und so
und mit sicherheit nicht von der informatiktradition und deren erwartungen, von rationialität
eine sehr spezifische form zu ge´ben und zugleich die spezifik dieser
form
durch die selbstverständlichkeit einer tradition zu verdecken, die ehrlichgesagt
keine andere denkmöglichkeit
zuläßt. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 21:08:
aber bitte erhoffen sie sich keine programmierhilfe von dichtung. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:11:
also hölderline
wäre ich damit beschäftigt ein literarisches buch mit naturwissenschaftlichem informationsangebot innerhalb dessem zu schreiben, wäre ich in ständigen feebackschleifen zu leuten, die irgendwie was verstehen können - also da
gäbe es sicherlich keine einsame schreibstube - aber ich suchte mir sowohl
naturwissenschaftlich vorgebildete ratgeber wie auch literarisch vorgebildete
ratgeber.
dann müsste ich noch wissen, wieviel ich überhaupt bei einem angesteuerten
rezipienten an bildungsniveau voraussetzte.
dann gin es mir um vermittlung von inhalten.
ja so seh ich das irgendwie. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:13:
@Diadorim
Diese Sache ist sehr zwiespältig, Diadorim, das ist genau das Problem, warum man das nicht erhoffen darf, ob es einfach ist, das ist ne andere Frage 
HölderLIne (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:15:
@p
Diese Argumente für die spezielle Form des Spezifischen lassen sich wohl
empirisch gut absichern. Es fehlt bisher nur eine wirkliche Theorie, die sie aufnehmen und verarbeiten könnte. Herbst ist da wohl überfordert. Er wird das nicht hinreichend korrigieren können, wenn er, eine Unterscheidung zwischen Kompatibilität und Sensorik aufgreifend, operativ auftreibende "Blüten" katalogisiert. Denke, die Antwort liegt im Universalismus von Geistes- und Naturwissenschaften, jenseits aller Partikularismen. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:18:
@P
Das mach ich ständig,p, die sache ist nur, da gibt es diese Feierabendtrennung bei Wissenschaftlern. Musil hat das gut beschrieben. Er spricht von den Hirschhornziernadeln an den Revers von Wissenschaftler und wundert sich darüber, warum Wissenschaftler ihr Wissen nie auf sich selbst anwenden. Aber es gibt ausnahmen. Bei den Dichtern ist es ebenso. Sie schreiben vom chtonischem Blubbern auf Computern. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:19:
@diadorim
im aristotelischen kontext ehrlichgesagt
gibts eh nur normative komponenten.
natur wurde als
ein ende gerichteter bewegungen verstanden. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 21:20:
hm, man kann alles möglich als alles mögliche auffassen, aber dichtung kann man wohl nur als dichtung auffassen.

baader, dem man ja nicht viel zutraute, prägte mal den denkwürdigen satz: berge von theorie, was ich nie wollte. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 21:25:
'genauigkeit und seele' war das musilsche programm, wobei man genauigkeit bitte nicht mit begriffsordnung verwechsele, zu ordnung ist eigentlich alles im hundertsten kapitel gesagt, sie geht irgendwann in das bedürfnis nach totschlag über. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:25:
Baader ist
aber auch an seinen strukturellen Bedinungen und seiner Semantik gescheitert. Er hat doch bei aller Bewunderung für Divianzen falsche Schlüsse gezogen. Wir leben noch, er nicht. Und das zeigt Steuerungsvorstellungen, die den Weltlauf beeinflussen, jenseits aller Perfektionszustände und offenkundig. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:26:
also hölderline
ich sagte bereits dass es keine einzige theorie über formale ( verbale ) darstellungstechnik geben kann weil rezeption etwas uneinheitliches ist aufgrund alleine schon der bildungsgefälle innerhalb so gut wie jeder gesellschaft.
also mehr muss ich ja auch nicht dazu sagen. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:31:
@ p
können sie mir ihre sätze betreffs aristoteles noch ein wenig näher beschreiben, p ?
und hölderline was baader anbetrifft - äh was meinen sie da ?
andres baader und überhaupt ? 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:33:
noch mal hölderline
nur das vielleicht noch dazu: innerhalb des gefälles melden
sich bruchstellen, ob du
willst oder nicht. die schönste informatik ist gespalten,
metatheoretisch, methodologisch und
auch empirisch. da hilft dir kein baader, kein musil und och keen herbst. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:39:
Baader, Musil und Herbst
haben je andere Unterscheidungen getroffen, sowohl verfahrensmäßig als auch substantiell, wobei ich den Baader da ganz rausnehmen würde, es sei denn es besteht der ausgesprochene Wunsch aufs paradoxe Insistieren. Könnte ja immerhin so sein, bei dem einen oder anderen, allein um Prinipien der Lebensführung zu festigen. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:42:
@p
uneinheitlich: nocheinmal: Es gibt irgendetwas, das letztlich Einheit erzeugt, zum Beispiel "das Internet." Oder "den PC" Oder "den Marsch" in den Krieg. Da können wir unsere privaten Poetismen hochhalten wie wir wollen... Es gibt eine Tendenz zur Homogenisierung, zur Vereinheitlichung. Und diese Tendenz empfinde ich als "wirklich" Und hier irgendwo ist für mich ein Grund, das zu verstehen zu suchen. Diadorim zum Beispiel - direkt an dem Rechner ist nicht Brasilien, sondern da ist Bildschirm und Tastatur. Wie bei mir. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:43:
@ p
sie sind wir noch eine antwort schuldig.
desweiteren an anderer stelle noch herbst und montgelas.
ich werde ab sofort wenn ich eine frage stellte einfach nur so oft nachfragen
bis ich eine antwort bekam.
und wenn 10 posts dann untereinander stünden mit ein und derselben sich
10 mal wiederholt habenden frage.
da dürfen sie dann aber echt löschen.
also p - wie stehts ? 
P (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:48:
@P
Aristoteles. Für ihn war es sehr klar, dass es eine Bewegung mit einer sehr klaren Richtung gibt. Von Aktualität in Richtung Potentialität. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:51:
@ hölderline / diadorim &c
also wriklich ist sowhol identiätsstiftendes auf gruppe hin ausgelegt seiendes
wie aber auch auf individualität hin ausgerichtetes.

und was diese pseudo hölderlines und p's anbetrifft kann ich nur sagen :
man verabredet sich eigentlich zu so etwas, leute.
und dann fixiert man sich auch nur noch auf einen namen - wäre schön wir verabredeten uns dahingehend in zukunft diadorim, hölderline und c. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:52:
@hölderline und diadorim
diadorim mag verfahrensmäßige rationalitäten an ihrer
tastatur
vollziehen, substantiell durchsetzt ist ihr anspruch, klage-lieder monologisch, selten dialogisch und autopoietisch, in die welt zu "trällern", sozusagen in
brazil
sitzen und das alteuropäische Rationalitäskontinuumherz schlagen hören. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:55:
@Diadorim
Genauigkeit und Seele..genau,,, und dummerweise finde ich das oft in den Biografien und Lebensläufen von Philosophen oder Wissenschaftlern. Ganz selten bei Dichtern.
Ordnungen führen immer dann in den Totschlag, wenn sie "gemacht" werden wollen, ohne verstanden worden zu sein. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:56:
@ p
ja immer noch blabla p.

dialogisch in die welt zu trällern - wie - ?
und brasilien - ähm wo wäre denn da was irrationaler so aus prinzipiellem heraus
angeschaut ?
die zuckerrohr und soja plantagen ? 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:58:
Halt ja viel von Form und
Konvention, aber diese Engführung ist nicht mein Ding. Herr Herbst könnte moderieren, wenn er könnte, gern, aber Rollenfixierungen widersprechen aller Verständigungsrationalität, Montgelas würde das nicht anders sehen. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 21:58:
Ich muss
mich mal ausklinken, habe auch noch eine genaue Seele.. bis demnächst. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 22:02:
hölderline
sie sind mir ja einer, erst von form und so
und dann
plötzlich eine seele haben. bleiben sie hier. hier gehts um
erkenntnis. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 22:03:
"Wir leben noch, er nicht."

skurrile begründung für richtiges schlüsse ziehen. ich dachte eigentlich vitale letztbründungen dieser art sind historisch etwas gewagt. nun denn. millionen von menschen haben da ein paar falsche schlüsse gezogen, selbst schuld?

langes gespräch heute mit r, der schlaf der vernunft, der da ungeheuer gebiert, ist eher der traum (el sueno) von der vernunft, der da ungeheuer gebiert, ganz ähnlich wie der wunsch nach überblick und ordnung in totschlag(argumente) übergeht, die andere seite der aufklärung.
und ich frage mich, wenn jetzt die dschungel nur aus ihnen 'beiden' bestünde wie beautiful ich solche minds dann noch fände. und ob ich nicht doch sehr froh darüber wäre, dass ein anh noch von seinen 'wichtigsten körperfunktionen' zu berichten wüsste. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 22:03:
und um braz 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 22:05:
@ p- und hölderline clones
fahren sie fort. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 22:06:
oh, ja und zum braz, genau, da draussen ist nämlich brasilien und ich habe hunger: http://www.casabraz.com.br/ 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 22:10:
diadorim
lassen sie sich nicht von diesen anzüglichen quatschköpfen aufhalten.
erzählen sie von
seinen funktionen
und erscheinungen, vor allem letztere, wären dann auch als sonderfälte eines
allgemeinen
prinzips zu verstehen. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 22:15:
ich werde mich hüten.
aber bitte, ich kann nicht mehr, ich gebe auf.
denken ausstellen, wegen mir in formaldehyd, hirn wegficken, wegen mir under a perfect sky, aber, bitte, try another drug. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 22:29:
verdammt, verdammt
ihr könnt mich hier nicht alleinlassen, könnt ihr nicht,
erst trennt ihr mir den kopf ab, um mich zum schweigen zu bringen,
und dann steckt ihr einen geköpften aal in den hals, try another
drug: ananaszahncreme. 
diadorim antwortete am 2009/05/15 22:35:
zufällig in berlin daheim? kenn ich noch eine: gemäldegalerie. goetz zum "Wispern der Geschichte, das von ihnen (den gemälden, anm. icke) ausgeht: da, du, Zeit, schön."
aber vermutlich ist jetzt an ananaszahncreme leichter ranzukommen. 
p (Gast) antwortete am 2009/05/15 23:01:
sie wissen doch ganz genau
mit einem aal im hals komm ich weder
in die
galerie noch in eine tanke.
danke. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/15 23:12:
Nur @diadorim, alle anderen bitte nicht mitlesen!
Wie Sie wissen, stehe ich mit p in engem email-Kontakt. Wir haben uns über den Verlauf des heutigen Abends ausgetauscht und teilen Ihnen hiermit, auch in seinem Namen, unsere Enttäuschung darüber mit, daß Sie durch weiteres und überflüssiges - was den Erkenntnisgewinn angeht - Kommunizieren mit diesen Schreiberlingen, die unter dem Deckmantel HölderLine, ppa, p usw. hier in unfreundliches cloneskes Unwesen treiben, das mühsam aufgebaute Niveau unterlaufen. Dies kann weder im Sinne Der Dschungel sein noch im Interesse des Kybernetischen Realismus. Wir fordern Sie inständig auf, in Zukunft nur noch mit uns zu kommunizieren. Andernfalls müssen wir, so bedauerlich das auch für Herrn Herbst sein mag, unsere Mitarbeit aufkündigen. 
durchsage (Gast) antwortete am 2009/05/15 23:18:
Die Neunzehn, die
Neunzehn, bitte bei Chef im vorderen Zugteil melden. Die Neunzehn, bitte, die Neunzehn. 
diadorim antwortete am 2009/05/16 01:47:
schlingels.

ich hätte das gerne aufs kopfkissn gestickt, das ist toll:

"sie wissen doch ganz genau
mit einem aal im hals komm ich weder
in die
galerie noch in eine tanke.
danke." 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/16 09:06:
Herr HölderLine: Dichtung und Wissenschaft.
man versucht (gar nicht mehr) als Künstler zu verstehenDoch, das versucht man s c h o n, jedenfalls versuchen es einige, unter anderem auch ich. Nicht alles und meist mit einem, wissenschaftlich gesehen, ungenügenden Ergebnis, poetisch gesehen jedoch mit recht guten, inspirierenden Ergebnissen. Die notwendige Spezialisierung, von der Sie weiter unten zu recht schreiben, verhindert, daß es wissenschaftlich mehr wird, aber in der Tat glaube ich, daß die Beschäftigung mit „den“ Wissenschaften, vor allem den „exakten“ Naturwissenschaften, für die Literatur überlebensnötig ist. Viele Ergebnisse finden einen poetischen wenigstens: Reflex, der seinerseits Naturwissenschaften inspirieren kann und auch immer inspiriert h a t. Dabei ist der Anspruch eines Natrwissenschaftler an eine Dichtung ja gerade n i c h t, daß sie ihm erzählt, was er berufshalber besser weiß, sondern sie bringt ihn und s e i n e Inspiration, die es eben a u c h gibt, durchaus weiter – oder kann das doch, potentiell.Ja, du musst dich nun entscheiden - willst du Dichter sein oder WissenschaftlerEben nicht; diese Alternative ist dann nicht zwingend, wenn ein Dichter, der sich mit Naturwissenschaften beschäftigt, weder vorgibt, deshalb nun Naturwissenschaftler zu sein, noch das überhaupt vorhat. Er will Dichter b l e i b en, nur nimmt er ein anderes Projektionsfeld her als das der Moralität. Es gibt etwa, um >>>> bei Polkinghorne zu bleiben, eine Stelle, die frappant an ein Gedankenspiel aus >>>> ARGO erinnert, ohne daß ich Polkinghorne vorher gelesen oder anderweitig etwas von diesem Erklärungsansatz zum Meßproblem der Quantenphysik gewußt hätte:
“Die Realität der Quantenwelt sei wesentlich umfassender, als eine solchermaßen eingeschränkte Sicht nahe lege. Es gibt nicht nur eine Welt, in der Schrödingers Katze lebt, sondern auch eine parallele, aber unabhängige Welt, in der Schrödingers Katze stirbt. Mit anderen Worten: Mit jedem Meßvorgang teilt sich die physikalische Welt in eine vielzahl getrennter Universen. In jedem dieser Universen beobachten verschiedene (geklonte) Experimentatoren die verschiedenen möglichen Ausgänge der Messung. Die Wirklichkeit ist ein Multiversum, kein einfaches Universum.
S.81
Das entspricht ziemlich genau dem, was bei mir, romanpoetisch, >>>> Möglichkeitenpoetik wurde. Vergleichen Sie das mal mit >>>> dieser Stelle. Dabei geht es gar nicht darum, ob die „Viele-Welten-Theorie“, die es – von nicht wenigen Wissenschaftlern vertreten - in der Quantenphysik bis heute tatsächlich gibt, sondern um das Spekulative daran, das sich in einem poetischen Text spiegelt, ob er es als Vorhergewußtes nun lediglich ausführt oder ganz für sich auf solch einen Gedanken kommt. In der Science Fiction ist er nicht neu, im englischsprachigen Raum ist diese akzeptiert; nur halt im deutschen wird sie vorschnell abgetan und läuft unter „U“.Diese Entscheidung ist dann wieder sehr scharf plötzlich, ja sie wird sogar regelrecht vom systemischen Gesellschaftsbetrieb verlangtStimmt, aber man muß sich solchen sozialen Nötigungen durchaus nicht fügen, auch wenn Sie jetzt an mir - ich weiß nicht, woher Sie das nehmen -, kritisieren, ich könne die "Schönheit" einer wissenschaftlichen Theorie im Prinzip nicht wirklich für sich stehen lassen. Weshalb kann ich das nicht? Ihre Antwort: „sondern sie meinen allenfalls, eine wissenschaftliche Theorie als Bild - zu sich hinüberziehen zu müssen, um sie irgendwie einzubauen.“ Weder muß ich das, noch meine ich das zu müssen. Ich kann diese fünf rasend blühenden Päonien auf meinem Schreibtisch sehr wohl als wunderschön-für-sich (für mich, klar, weil Schönheit wahrscheinlich erst im Betrachter wird) ansehen und dennoch von ihr zu erzählen versuchen, ohne daß das den Päonien etwas nimmt.Wieviel Zeit verwendet Literatur darauf "Herzen" zu beschreiben. Und wieviel Zeit verwendet sie darauf "Herzschrittmacher" zu beschreiben. Sie werden hier ein krasses Missverhältnis erkennen.Das mag am Herzschrittmacher liegen; Autos etwa werden sehr viel häufiger beschrieben, neuerdings sogar ganze Wirklichkeiten als Computer, der ja nun ein deutlich technisches Ding ist. Im übrigen feiert >>>> dielmann momentan ziemliche Erfolge mit einer Romanreihe, die „Wissenschaftsromane“ heißt und ganz speziell aus (natur)wissenschaftlichen Sujets ihre Themen bezieht und, soweit ich informiert bin, deren Bücher auch von Wissenschaftlern geschrieben sind. Solchen, die zugleich Schriftsteller sind.
Übrigens waren viele der alten Schriftsteller naturwissenschaftlich interessiert, auffällig viele Romantiker waren Mineralogen, zum Beispiel. Im englischsprachigen Raum ist das Interesse vieler Poeten gegenüber den Naturwissenschaften nach wie vor stark. Im deutschen Sprachraum herrscht dagegen eine Orientierung auf Moral und Gesellschaft vor. Das hat nachvollziehbare junghistorische Gründe: es sind aber s i e, die die deutschsprachige Literatur zunehmend uninteressant haben werden lassen - oder doch interessant mehr für deutsche als für Leser von Weltliteratur; will sagen: der Provinzialismus kommt d a her. Typischerweise war der bislang meistformulierte Einwand gegen >>>> THETIS der, daß es sich bei dem Roman „nur“ um Science Fiction handele.
[Poetologie.]
(Abgesehen von all dem gibt es sehr wohl auch in den Naturwissenschaften bzw. der Geisteswissenschaft Mathematik ästhetische Kategorien: wenn zum Beispiel von „Eleganz“ (etwa einer Gleichung) gesprochen wird. Das ist mir sehr leicht nachzuvollziehen.) 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/16 11:51:
@Herbst
Ganz kurz dazu nur eine Kleinigkeit: Was sie oben anführen, ist nicht von Polkinghorne sondern von Hugh Everret. Es handelt sich hier um ein nichtwissenschaftliche Interpretation der Quantenmechanik, die wissenschaftlich wertlos ist, weil sie nicht falsifiziert werden kann. (Karl Raymund Popper: Eine Hypothese ist wissenschaftlich nur, wenn sie falsifizierbar ist. Punkt.) Die beiden haben sich gekannt.
Logisch, dass man auf so etwas gerne abfährt, aber hier ist Skepsis angesagt.
Dazu also muss gesagt werden: Viele Wissenschaftler, wenn sie alt werden, oder aus ihrem Beruf aussteigen, bekommen dann so einen mystisch religiösen Zug. Da muss man stark aufpassen. Die haben dann so ein verschmiemeltes Gegenwendungsinteresse, zu dem, was sie selbst jahrelang gemacht haben, nämlich exakt in dieser einen Welt geforscht und gearbeitet. Die gehen dann im Rentenalter wieder in die Oper, fangen an zu malen oder werden plötzlich religiös. Seien sie vorerst froh, dass ein Röntgengerät, wenn sie mal eins brauchen, nicht nach der Viele-Welten-Interpretation konstruiert wurde, sondern nach der absolut einleuchtenden Interpretation, dass hier eine Welt ist, in der jemand ein Röntgengerät braucht.

Aber ich verstehe natürlich, dass sie sich jetzt wieder auf eine nichtwissenschaftliche Theorie berufen.
Sehen Sie, das meine ich. 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/16 12:08:
@HölderLine.
Was sie oben anführen, ist nicht von Polkinghorne sondern von Hugh Everret. Das mag richtig sein, daß Hugh Everret der Urheber der Theorie ist, sie wird von Polkonghorne aber als e i n e von mehreren Erklärungsmodellen an- und ausgeführt, dabei auch mit Vor- und Nachteilen diskutiert. Wobei, daß etwas wissenschaftlich wertlos sei, weil es nicht falsifiziert werden könne, auf ein P o s t u l a t der Naturwissenschaften abstellt, das selbst nicht falsifiziert werden kann. Ihr Argument ist also parteiisch, wogegen gar nichts zu sagen ist, außer, d a ß es parteiisch ist. Hier berühren wir Erkenntnistheorie im philosophischen Sinn. (Sie "parteien" sogar noch weitergehend mit den etwas abschätzigen Bemerkungen, "viele Wissenschaftler, wenn sie alt werden, oder aus ihrem Beruf aussteigen, bekommen dann so einen mystisch religiösen Zug. Da muss man stark aufpassen." Es könnte ja durchaus sein, daß g e r a d e Alter als zusammengenommene Erfahrungs-Sicht solche Haltung b e g r ü n d e t. Selbstverständlich ist auch das nicht falsifizierbar. Aber auch der Ulysses ist nicht falsifizierbar. Daß ich mich aus "den Wissenschaften" von etwas inspirieren lasse, das mir nahe ist, scheint mir dabei selbstverständlich zu sein.)
Aber Ihr Beispiel zeigt ein generelles Problem: Außenstehende - Nicht-Spezialisten - sind immer offenbar auf den Glauben angewiesen, auch Sie, sowie Sie Ihre Spezial-Kenntnis verlassen. Das geht allen Menschen so, weshalb Lévi-Strauss von unserer Weltwahrnehmung als von einer brikolierten spricht. Hier verbindet sich Erkenntnistheorie mit der Kunstform der Collage/Montage.
Im übrigen, ich wiederhole es, spricht Polkinghorne nicht etwa nur von einem Einzelnen, der die Viele-Welten-Theorie vertrete. Wenn wir das jetzt weiterdiskutieren, werden Sie Gegenstimmen suchen, ich Pro-Stimmen, und unterm Strich hat jeder nichts als Überzeugungen.
Ich würde an Ihrer Stelle anders reagieren: nämlich mich freuen, daß und wenn deutsche Autoren anfangen, Naturwissenschaften als Inspirationsquellen zu nutzen. Die Forderung dagegen, es müsse alles dann auch exakt sein, verfehlt den Gegenstand, zumal Sie nicht wissen können, zu welchen wissenschaftlichen Inspirationen wiederum die poetischen Weiter-Ideen dann führen. Hier wäre Bescheidenheit geraten, auf b e i d e n Seiten, denn die Selbstüberhebung von Autoren über Wissenschaftler ist von ganz derselben Unsinnigkeit. (Als Gegenbeispiel: Ich war zweidreimal von Daimler Chrysler zu Seminaren eingeladen, an denen Wissenschaftler, Künstler und Techniker beteiligt waren; Daimler hat die größte private Zukunftsforschungsabteilung der Welt: es ging um Synergien zwischen den Disziplinen und war ausgesprochen ergebig.)

Und dazu: "Seien sie vorerst froh, dass ein Röntgengerät, wenn sie mal eins brauchen"... -: na selbstverständlich. Dennoch glaube ich an die Funktionstüchtigkeit des Röntgengerätes, so, wie ich an die elektronische Einspritzpumpe eines Autos glaube, wenn ich nicht gerade Techniker bin, der sie hergestellt hat. Ganz ebenso glauben wir Politikern, wir können gar nicht anders; oder wir glauben ihnen eben nicht. Und wundern uns dann, wenn wir falsch lagen, wie bei >>>> Obamas nur auf den ersten Blick verwunderlichen Haltung zu Foltersoldaten
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/16 12:39:
@Herbst
Was will ich Ihnen da zwischen den Zeilen sagen? Sie fangen mir auch an, leicht verschmielelt zu werden und phantasieren das Religiöse in abseitige und nichtwissenschaftliche Absonderungen jeder Art. Ich habe lange geglaubt, Sie ironisieren nur Erleuchtungsbotschaften. Mehr und mehr aber habe ich das Gefühl, Sie glauben
nicht nur an Erscheinungen, sondern Sie glauben vor allem a n s i c h als Erscheinung. Das mag mit Ihrem Alter zusammenhängen, mit dem zunehmend enger werdenden Zeithorizont, mit Ihrer Lebenssituation im besonderen und allgemeinen, aber Sie schränken mit Ihrer Retrogradität Ihre Produktionsmöglichkeiten ein, verzetteln sich und bringen sich um lesbare Ergebnisse.
Akzeptieren Sie Viele-Welten, glauben Sie aber nicht, ausgerechnet Sie seien in der Lage Viele-Anders-Welten zu bündeln, gar schlüssig zu "programmieren". Mit dem Programmieren wirds so enden wie mit Ihrem Cello-Spiel, Leidenschaft kann Dilentatismus niemals überdecken.
Schreiben Sie, ja, schreiben Sie und leiden ... weiter. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/16 12:59:
@HölderLine
Sie werden schon wieder emotional, HölderLine. Und persönlich. 
albannikolaiherbst antwortete am 2009/05/16 13:00:
@HölderLine.
Das ist jetzt wieder so ein rhetorischer Schlenker mit gehässigem Anteil, mit dem ich g a r nichts anfangen kann und der Sie als Gesprächspartner, den man ernst nehmen möchte, völlig disqualifiziert. Weshalb tun Sie so etwas? Und w e n n Sie diese Meinung nun mal von mir haben, jesses, ich hab gar nichts dagegen, haben Sie sie; aber was w o l l e n Sie dann hier, wenn es Ihnen eben n i c h t um ein Gespräch geht? Wozu all diese, um's mal popsprachig zu sagen, waste of time? Ob mein Zeithorizont enger wird, weiß ich nicht, vielleicht weitet er sich ja gerade erst, und der Ihre ist eng. Keiner von uns beiden weiß, wer von uns beiden länger leben wird; ich will bekanntlich 124 werden, das ist ein Arbeitsvorhaben, und bisher habe ich viele meiner Ideen allein vermittels meines Willens gegen irrsinnige Widerstände sowohl der mich umgebenden Sozialitäten als auch anderer "Wahrscheinlichkeiten" durchgesetzt, von meinen vielen Büchern und Funkarbeiten bis hin zu meiner jetzigen Tätigkeit an einer Universität. Was meinen Cello-Dilettantismus anbelangt, so ist Ihre Bemerkung deshalb Unfug, weil ich ja nicht dilettiere, sondern mich seit knapp anderthalb Jahren bemühe, das Instrument zu erlernen. Schüler Dilettanten zu nennen, zeugt allenfalls von Arroganz, nicht aber von einer Haltung, die offen ist, geschweige etwas beibringen, bzw. vermitteln möchte. Und was nun meinen angeblichen "Glauben" anbelangt, viele Welten bündeln oder gar schlüssig programmieren zu können, so habe ich mit der ANDERSWELT-Serie genau das bereits getan - viele, wohlgemerkt, keineswegs alle Welten, und auch nur fiktiv konstituierte; anderes wurde aber auch nie behauptet. Was nun aber diese Bemerkung anbelangt: "Leidenschaft kann Dilentatismus niemals überdecken" - so möchte ich Ihnen einfach sagen, daß es immer L e i d e n s c h a f t ist, die zu den ersten wichtigen Ergebnissen auch in der Forschung führt, nicht etwa die selbstverständlich begleitend nötige Fliegenbeinzählerei. - Wieso Sie jetzt allerdings auf "leiden" kommen, das ist mir rundweg schleierhaft.
Schade, daß Sie die Möglichkeit eines Gespräches durchstreichen, weil sie unbedingt recht behalten wollen - und sei es, indem Sie mit dem Fuß aufstapfen, bevor Sie sich's metaphorisch ausreißen werden, weil Sie das Kind nun d o c h nicht bekommen. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/16 13:22:
@ppa
Komm jetzt, denk an unsere Vereinbarung. Sonst w e r d e ich persönlich und emotional. 
HölderLine (Gast) antwortete am 2009/05/16 13:30:
gut, Herbst
Ich entschuldige mich für den Ton. Man kann es ja auch ganz gelassen besprechen.
Ich respektiere jeden Versuch der Temperaturbegegnung. Wobei Emotionen auch dazu gehören, aber es geht ja auch um die Sache. Warum ich hier emotional geworden bin, kann ich Ihnen erklären. Oder ich versuchte zu erklären, gestern schon, dass Menschen, die verschieden veranlagt sind, sich in Ernährungszusammenhängen befinden, also das wäre nun das täglich Brot, dass man zu verdienen hat. Das wiederum ruft, je nach Veranlagung, verschiedene Futterstellen auf den Plan. Nun ist es so, das Künstler und Wissenschaftler, solange sie nicht pensioniert sind, aus verschiedenen Töpfen essen, die auf verscheidene Orte, der Welteinvernahme verteilt sind. Was mich daran ärgert ist einfach, dass sie solange sie wirklich futtern müssen, den Kopf unten behalten, und dann zum Beispiel auf der einen Seite so einen Schwachsinn erfinden, zum Beispiel die Wasserstoffbombe, und auf der anderen Seite so Dumpfsinn verzapfen wie Pound oder Joyce. Jetzt ist einfach die Frage, wie können beide Fraktionen noch vor dem Rentenalter ihre Futtergänge überkreuzen. Und ich meine wirklich überkreuzen, nicht erst immer dann, wenn es schon zu spät ist.
Bei der Leidenschaft stimme ich ihnen zu, aber das ändert nichts an meiner Frage. Also dass irgendwann einfach mehr Austausch stattfindet, als ein neckisches: Das Quark haben sie aber von Joyce hi hi hä hä 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/16 13:41:
hölderline
gut, mein lieber, ich will mich schon
an
unsere gemeinsame vereinbarung halten. schon, ja. aber nur
unter einer
bedingung, ehrlichgesagt, unter umgehung, vermeidung des wortes futter nebst allen kombinationen. wenn sie aber jetzt mit diesem wort/diesen wortkombinationen
arbeiten, verstoßen sie eindeutig. also,
in zukunft nicht. sonst: vereinbarung nichtig. 
ppa (Gast) antwortete am 2009/05/16 14:12:
es war einmal ein mann der keinen orgasmus haben konnte, obwohl er über ein mächtiges geschlechtsteil verfügte.
dieser mann war unglücklich, weil er nicht dichten konnte.
die wichtigsten ärzte des königshofs konnten ihm nicht helfen zu dichten und so
nannte er sich in ppa um, um fortan einen netzdichter als avatar zumindest zu nerven.
da begab es sich dass die welt aus den fugen geriet und von tag zu tag kopfloser zu werden drohte, gar unter verzicht auf sexualität.
und von da an, da hatte der mann zum ersten mal einen orgasmus - er dauerte ewig an und womöglich bis zu dessem hinscheiden als nicht dichten könnender avatar. 

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

 

Michael