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Vierter Tag vor den Nonen.
Kalenderblätter, die sich selbst nicht verstehen: „Nonae, arum f (Anfangstage der zweiten achttägigen Woche, bsd. ‚der neunte Tag vor den Iden’; nonus) die Nonen (im März, Mai, Juli, Okt. der siebente, in den übrigen Monate der fünfte Tag).“ Und vorgestern einen Fehler gemacht: A. D. steht für ante diem, das war vor Pridie überflüssig. Wenn’s Jahr herum ist, und ich mich nicht wieder ins Bockshorn jagen lasse, dann gehe ich zum Aztekenkalender über, um dann Tage zu haben, die etwa heißen „Karnickel, Karnickel, Karnickel“ (auf dem alten PC, dem mit dem unheilbaren und unwiederbringlichen Festplattencrash von vor paar Jahren, hatte ich ein Programm, mit dem in drei verschiedenen Modalitäten (je nach dem Weiterspinner des auch bloß hypothetischen Kalenders) der Tag unseres Kalenders in einen Tag nach dem Aztekenkalender umgerechnet werden konnte, eine davon gab mir für meinen Geburtstag die drei Karnickel aus: natürlich konsultierte ich fortan nur noch diesen der hypothetischen Kalender (ich finde gerade so einen > Umrechner im Internet). Sieht hübsch aus und macht 2 Sekunden lang Laune. Ja doch, ich langweile mich in diesen Tagen. Die dicke angekündigte Arbeit ist noch nicht da, die mich dann wieder die Langeweile herbeisehnen lassen wird. Nach dem Motto: Alles, was ich habe, das will ich nicht. Dem Wünschen und Sehnen entspricht das Sehren. Man könnte sprechen von der Lebensversehrtheit. Für die die Lebensversicherungen erfunden wurden. Um das Leben der sich Versichernden noch mehr zu versehren, damit diese sich noch mehr versichern. (Wahrscheinlich so ein Zwangsgedanke angesichts der in diesem Monat fälligen Beträge). Die andere Möglichkeit wäre, das Sehren als den Bereich eines immer scheinbar unmöglichen Möglichen zu bezeichnen, der daraus eine mögliche Unmöglichkeit macht, die sich um so mehr der Wahrscheinlichkeit nähert, als man sich darin verliert. Es heißt hier, Schaltjahre brächten Unglück. Vielleicht dem Rat T.’s folgen, gemeinsam die als Museum hergerichtete Wohnung von Mario Praz in Rom zu besichtigen (Eintritt umsonst). Denn auch von ihm heißt es, er habe denen Unglück gebracht, denen er begegnet ist. > Wenn man den Salon betritt, so hängt gleich links ein Bild, von dem man sich irritiert abwendet, und blickt hilfesuchend nach der Führerin. Die kennt das schon und erklärt: „Nein, das ist kein Bild, das diesen Salon zeigt. Es ist das alte Bild eines alten Salons. Praz hat seinen nach diesem Bild eingerichtet.“ So hängt mein Bild auch neben mir, auf dem was ganz anderes zu sehen ist.
Leggera pioggia, l’ombrella chiuso nella mano destra.
Bruno Lampe - Dienstag, 2. Dezember 2008, 20:16- Rubrik: Tagebuch
ich hab geschlafen. seit jahren habe ich nicht mehr mittags geschlafen. wenn ich das zweite mal an einem tag erwache, habe ich oft an mir bemerkt, wache ich nicht mehr im selben tag auf. parallel läuft der begonnene tag neben dem zuletzt erwachten weiter. ich weiß nicht, wie ich diese tage zählen soll. sie kommen doppelt vor, indessen ich mir gewiss bin, nur einmal zu sein, was ja zwei kosmologen nicht wenig glaubhaft widerlegen: http://www.zeit.de/2008/07/P-Linde-Valenkin. eigentlich brauche ich einen namen für solche tage.
dies verspricht wieder ein jahr der stromausfälle zu werden. das gewitter brachte eine weitere zeitzone mit sich. ich hab es noch vorher mit dem rad in den park geschafft. es war drückend wie gestern, nur die sonne war schon weg.
'karnickel karnickel karnickel' klingt wie die beschwörungsformel einer alice im nullgrundland und es erinnert mich an die examensarbeit von x, für die das korrekturprogramm, die synoptischen vehikel von corinna vorschlug (die synaptischen vesikel von coryne), aber an den kanninchen sich 'volle kanne' vorbeigeschmuggelt hat. seitdem warte ich noch darauf, dass mir x endlich diese vehikel zeichnet, wie er mir im mittelhochdeutschseminar helmbrechts mützen http://de.wikipedia.org/wiki/Meier_Helmbrecht zeichnete, dass ich wach blieb, während wir im wintersemester den frühkurs besuchten. meine idee war das bestimmt nicht, aber dafür gibt es seitdem einen vollen hutschrank und diese erinnerung an den armen helmbrecht.
This is the way to the museyroom. Mind your hats goan in! Der Kalender schläft vor. Das Kaninchen hat es eilig. Die Antipoden wollen sich essen und trinken lassen. Die Tage nicht.
finnekähns feg, oha. mantegna? dolle dinger!
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
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