Der beabsichtigte Skandal. Das verbotene Buch. Wieder einmal.
Ich höre grade, manche Leute im Betrieb, die selbstverständlich nicht genannt werden sollten, würfen mir nachdrücklich vor, ich hätte den vermeintlichen Skandal um meinen hier ungenannt bleiben müssenden Roman absichtlich angestoßen.
Dazu sage ich hier ein weiteres Mal – und da die Leute nicht genannt werden können, d a r f ich das auch so: Diese Menschen sind schlichtweg dumm. Nicht nur verstehen sie offenbar von der Dichtung nichts, sondern auch Liebe ist ihrem Wesen und Wollen grundsätzlich fremd. Aber selbst die einfachste Kalkulation eines kleinen Verlages scheint ihnen unzugänglich zu sein: - also was es meinen Verlag g e k o s t e t hat, ein Buch nicht nur herzustellen und auszuliefern und zu bewerben, nein, es wieder zurückzuziehen, ganze Seiten aus den Buchmessenprospekten herauslösen zu müssen, wenn nicht sogar die teuren Prospekte wegzuwerfen und zu makulieren; was es es diesen Verlag g e k o s t e t hat, Überkleber zu drucken und per Hand in Tausende Flyer einzukleben, damit mein Buch nicht mehr zu sehen war. Was es ihn schließlich kostete und weiterkosten wird, einen solchen Prozeß zu führen, über mehrere Instanzen und sehr wahrscheinlich zum Bundesgerichtshof und darüber noch hinaus. Und sie machen sich auch keine Vorstellung davon, was es für einen V a t e r heißt, einen Sohn zu haben, dem man liebend verpflichtet ist. Den man fördern möchte. Dem aber dieser Prozeß die Möglichkeit dafür nimmt, dem kleinen Jungen zu geben, was er braucht und was ihm zustünde bei dieser begabten Intelligenz. Weil der Vater nämlich kaum mehr seine Miete zahlen kann, da es Mahnungen Zahlungsbefehle Drohungen hagelt. Weil der Vater in Gefahr gerät, nicht einmal mehr die Krankenversicherung seines Kindes zahlen zu können, von seiner eigenen – aber das ist egal – ganz abgesehen. Sie hängt sowieso dran. Er selbst kann das tragen, nicht aber ein Kind.
All das geht diesen – ich wiederhole es –schreiend dummen Menschen nicht auf. Sie glauben allen Ernstes, jemand wie ich setze das Wohl seines Kindes aufs Spiel. Woher nehmen diese dummen Menschen das, wenn nicht offensichtlich aus irgendetwas in sich selbst? Sie kennen offenbar kein Gefühl, wenn es um ihr Einkommen geht. Das Buch selbst kennen sie meist sowieso nicht. Deshalb ahnen sie nicht und wollen nicht ahnen, welchen Schmerz die Kunst bereitet, wenn man ihr folgt. W a s diese schreiend dummen Menschen (man muß ihnen fast v e r z e i h e n, weil es das intellektuelles Mitleid erheischt) aber wollen, das ist:
1) Ihre Leasingraten zahlen können (oh mein Auto, oh mein Haus).
2) Mittags bekocht werden.
3) Keine schwierigen Bücher lesen.
4) Geregelte Arbeitszeit und geregeltes Einkommen.
5) Nicht so oft nachdenken müssen, weil zu denken hieße: sich selbst nach seinen moralischen Normen betrachten.
6) Ihre Renten- und Krankenvorsorge.
7) Bisweilige Nebenverdienste durch Lehraufträge in den USA.
8) Bisweilige Nebenverdienste durch Fernsehauftritte.
9) Bisweilige Nebenverdienste für Artikel in Focus und Spiegel.
10) Bisweilige Nebeneinkünfte durch Lehraufträge an Literaturinstitutionen.
11) Bisweilige Nebeneinkünfte anderer Art.
12) Daß 7) – 11) von 4) nicht abziehbar sei.
13) Um so anerkannter sein als Spezialisten für Literatur.
14) Darüber hinaus viele nette soziale Kontakte, zum Beispiel in Jurys.
15) Im Alter einen Professor h.c.
16) Und insgesamt bloß keine Leidenschaft, damit ihr gefälschtes Lebenskonzept nicht zerfällt.
Dazu sage ich hier ein weiteres Mal – und da die Leute nicht genannt werden können, d a r f ich das auch so: Diese Menschen sind schlichtweg dumm. Nicht nur verstehen sie offenbar von der Dichtung nichts, sondern auch Liebe ist ihrem Wesen und Wollen grundsätzlich fremd. Aber selbst die einfachste Kalkulation eines kleinen Verlages scheint ihnen unzugänglich zu sein: - also was es meinen Verlag g e k o s t e t hat, ein Buch nicht nur herzustellen und auszuliefern und zu bewerben, nein, es wieder zurückzuziehen, ganze Seiten aus den Buchmessenprospekten herauslösen zu müssen, wenn nicht sogar die teuren Prospekte wegzuwerfen und zu makulieren; was es es diesen Verlag g e k o s t e t hat, Überkleber zu drucken und per Hand in Tausende Flyer einzukleben, damit mein Buch nicht mehr zu sehen war. Was es ihn schließlich kostete und weiterkosten wird, einen solchen Prozeß zu führen, über mehrere Instanzen und sehr wahrscheinlich zum Bundesgerichtshof und darüber noch hinaus. Und sie machen sich auch keine Vorstellung davon, was es für einen V a t e r heißt, einen Sohn zu haben, dem man liebend verpflichtet ist. Den man fördern möchte. Dem aber dieser Prozeß die Möglichkeit dafür nimmt, dem kleinen Jungen zu geben, was er braucht und was ihm zustünde bei dieser begabten Intelligenz. Weil der Vater nämlich kaum mehr seine Miete zahlen kann, da es Mahnungen Zahlungsbefehle Drohungen hagelt. Weil der Vater in Gefahr gerät, nicht einmal mehr die Krankenversicherung seines Kindes zahlen zu können, von seiner eigenen – aber das ist egal – ganz abgesehen. Sie hängt sowieso dran. Er selbst kann das tragen, nicht aber ein Kind.
All das geht diesen – ich wiederhole es –schreiend dummen Menschen nicht auf. Sie glauben allen Ernstes, jemand wie ich setze das Wohl seines Kindes aufs Spiel. Woher nehmen diese dummen Menschen das, wenn nicht offensichtlich aus irgendetwas in sich selbst? Sie kennen offenbar kein Gefühl, wenn es um ihr Einkommen geht. Das Buch selbst kennen sie meist sowieso nicht. Deshalb ahnen sie nicht und wollen nicht ahnen, welchen Schmerz die Kunst bereitet, wenn man ihr folgt. W a s diese schreiend dummen Menschen (man muß ihnen fast v e r z e i h e n, weil es das intellektuelles Mitleid erheischt) aber wollen, das ist:
1) Ihre Leasingraten zahlen können (oh mein Auto, oh mein Haus).
2) Mittags bekocht werden.
3) Keine schwierigen Bücher lesen.
4) Geregelte Arbeitszeit und geregeltes Einkommen.
5) Nicht so oft nachdenken müssen, weil zu denken hieße: sich selbst nach seinen moralischen Normen betrachten.
6) Ihre Renten- und Krankenvorsorge.
7) Bisweilige Nebenverdienste durch Lehraufträge in den USA.
8) Bisweilige Nebenverdienste durch Fernsehauftritte.
9) Bisweilige Nebenverdienste für Artikel in Focus und Spiegel.
10) Bisweilige Nebeneinkünfte durch Lehraufträge an Literaturinstitutionen.
11) Bisweilige Nebeneinkünfte anderer Art.
12) Daß 7) – 11) von 4) nicht abziehbar sei.
13) Um so anerkannter sein als Spezialisten für Literatur.
14) Darüber hinaus viele nette soziale Kontakte, zum Beispiel in Jurys.
15) Im Alter einen Professor h.c.
16) Und insgesamt bloß keine Leidenschaft, damit ihr gefälschtes Lebenskonzept nicht zerfällt.
albannikolaiherbst - 31. Aug, 22:55- Rubrik: Buchverbot
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