Anobella meinte am 2005/08/24 17:06:
ich weiß nicht, ob axel dielmann den gleichen text hatte,
wie der download hier bot, aber mir schien der download für ein buch noch nicht literarisch genug zu sein. meines erachtens müssten die aufzeichnungen in eine ganz strenge form gegossen werden (d.h. sehr viel rausfliegen) und DANN könnte etwas sehr interessantes und packendes herauskommen. diese unmittelbarkeit und das ineinandergreifen verschiedener ebenen kann kein herkömmliches tagebuch hinbringen. aber das ist wirklich ein kunstgriff! und braucht glaube ich viel geduld. vielleicht die ruhe italiens, denn da möchte ich dem lieben g. doch zustimmen - zu viel ablenkung! ;-)
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/923074/#923733
albannikolaiherbst antwortete am 2005/08/24 18:08:
Das wurde so auch nicht geschrieben. Sondern.
Der >>>> download ist eine zwar bereits gestraffte Fassung der beiden Dschungelmonate Juni und Juli 2004, indessen in keiner Weise fertig. Sondern er soll den Überblick über die Möglichkeiten verschaffen, die in dem Projekt liegen. Tatsächlich wird die strenge literarische Durchknetung, die Sie mit Recht fordern, erst stattfinden können, wenn sämtliche von mir so genannten sechs Tranchen - also je zwei Monate für insgesamt ein Jahr - beisammensind. Eine sinnvolle Kürzung kann, von Banalem einmal abgesehen, das jetzt schon rausgeflogen ist, erst erfolgen, wenn sich die Bewegung des gesamten Materials absehen läßt. Etwa war ein ausgeführtes Tagebuch, wie es Die Dschungel derzeit ziemlich prägt, ursprünglich noch gar nicht vorgesehen, ja in den ersten Fragmenten der Kleinen Theorie des Literarischen Bloggens sogar expressis verbis abgelehnt worden. Die, wie Friedrich Cramer schreiben würden, eigenorganisierte ästhetische Bewegung hat jedoch etwas ganz anderes entstehen lassen. Selbstverständlich kann kein herkömmliches Tagebuch - jetzt in I h r e m, nicht im Sinn Der Dschungel - das Ineinandergreifen zuwege bringen, aber darum geht es auch gar nicht. Sondern der hier praktizierbare Link muß in Sinnformen, wahrscheinlich allegorischer Natur, transponiert werden. Die lassen sich dann t a t s ä c h l i c h, etwa als literarische Bilder, auf ein Buch übertragen.Und was nun die Ablenkung anbelangt, so bin ich völlig anderer Auffassung. Was ich derzeit hier zuwegebringe, wäre mit weniger Ablenkung gar nicht denkbar. Aber es ist selbstverständlich ein Kampf. Das "zurückgezogene Schreiben" ist mir dagegen - für meinen Geschmack und mein Temperament - zu esoterisch-romantisch. Aus einem solchen Zurückgezogensein entsteht in keinem Fall eine Ästhetische Moderne, sondern es stützt die bürgerliche Vorstellung von künstlerischer, "freier" Autonomie, die es zugleich an einen Begriff von Konzentration bindet, die unser aller Kinder momentan auf prächtige Weise aushebeln: multi-tasking-Fähigkeit wird das derzeit modisch genannt; es ist t r o t z des Begriffs viel Wahres daran. Hofstaedter hat das am Beispiel Bachs gut gezeigt.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/923074/#923880





















