Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

e   Marlboro. Prosastücke, Postskriptum Hannover 1981   Die Verwirrung des Gemüts. Roman, List München 1983    Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger. Lamento/Roman, Herodot Göttingen 1986; Ausgabe Zweiter Hand: Dielmann 2000   Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, Dielmann Frankfurtmain 1993, dtv München 2001   Wolpertinger oder Das Blau. Roman, Dielmann Frankfurtmain 1993, dtv München 2000   Eine Sizilische Reise, Fantastischer Bericht, Diemann Frankfurtmain 1995, dtv München 1997   Der Arndt-Komplex. Novellen, Rowohlt Reinbek b. Hamburg 1997   Thetis. Anderswelt. Fantastischer Roman, Rowohlt Reinbek b. Hamburg 1998 (Erster Band der Anderswelt-Trilogie)   In New York. Manhattan Roman, Schöffling Frankfurtmain 2000   Buenos Aires. Anderswelt. Kybernetischer Roman, Berlin Verlag Berlin 2001 (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie)   Inzest oder Die Entstehung der Welt. Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, Schreibheft Essen 2002   Meere. Roman, Marebuch Hamburg 2003 (Verbotene Fassung)   Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen. Poetische Features, Elfenbein Berlin 2004   Die Niedertracht der Musik. Dreizehn Erzählungen, tisch7 Köln 2005   Dem Nahsten Orient/Très Proche Orient. Liebesgedichte, deutsch und französisch, Dielmann Frankfurtmain 2007    Meere. Roman, Letzte Fassung. Gesamtabdruck bei Volltext, Wien 2007.

Meere. Roman, „Persische Fassung“, Dielmann Frankfurtmain 2007    Aeolia.Gesang. Gedichtzyklus, mit den Stromboli-Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage ohne ISBN, Galerie Jesse Bielefeld 2008   Kybernetischer Realismus. Heidelberger Vorlesungen, Manutius Heidelberg 2008   Der Engel Ordnungen. Gedichte. Dielmann Frankfurtmain 2009   Selzers Singen. Phantastische Geschichten, Kulturmaschinen Berlin 2010   Azreds Buch. Geschichten und Fiktionen, Kulturmaschinen Berlin 2010   Das bleibende Thier. Bamberger Elegien, Elfenbein Verlag Berlin 2011   Die Fenster von Sainte Chapelle. Reiseerzählung, Kulturmaschinen Berlin 2011   Kleine Theorie des Literarischen Bloggens. ETKBooks Bern 2011   Schöne Literatur muß grausam sein. Aufsätze und Reden I, Kulturmaschinen Berlin 2012   Isabella Maria Vergana. Erzählung. Verlag Die Dschungel in der Kindle-Edition Berlin 2013   Der Gräfenberg-Club. Sonderausgabe. Literaturquickie Hamburg 2013   Argo.Anderswelt. Epischer Roman, Elfenbein Berlin 2013 (Dritter Band der Anderswelt-Trilogie)   James Joyce: Giacomo Joyce. Mit den Übertragungen von Helmut Schulze und Alban Nikolai Herbst, etkBooks Bern 2013    Alban Nikolai Herbst: Traumschiff. Roman. mare 2015.
________________________________


 

ANH, Sämtliche Erzählungen. Band II, Azreds Buch, Kulturmaschinen Berlin. Überarbeitung (2): DER SCHUT. Auszug.

(...)
Durch den Hain kieselte Gelächter von den Wein- und Cocktailgläsern her, mit denen Liebespärchen zum flirtenden Eifer der Zikaden klirrten. Das ging dem Schut etwas nah, der, seit er wieder nachsann, nicht mehr schwitzte. Er war in die Nacht wie ein Ausrufezeichen auf einen ermatteten Spiegel gemalt. Die Pinie reflektierte seinen hölzernen Duft auf wisperndes Gebüsch, und das warme Dop­pelrohr roch nach Spuren von Schwarzpulver. Ein Satz lag dem Schut im Ma­gen. Er hatte das Gefühl, es beule den wie jenes schoßhundskleine meta­phorische Ungetüm, von dem er gehört hatte, der Philosoph führe es abends gern gassi, zu späterer Stunde, bevor er am Dorfplatz einen letzten Pastice zu sich nahm. Angeleint ziehe er das Tier über die Dorfstraße hinter sich her.
Es war nicht schwer, sich beide vorzustellen. Des Alten etwas gehässiges, doch auch philantropisches Lächeln, dazu der wehrbereite Blick aus dem gesenk­ten Kopf hinauf, worauf die eine der beiden Brillen gesetzt, die er stets trug und oft im Reden wechselte, bis sich die Haltebändel verwirrten. Und der Oktopus in einer Kunststoffhaut, in der ihn Meerwasser kühlte und am Leben erhielt, den Anus gen Himmel, den Schnabel zur Mutter. Die zweite hintere Seite. Natur sei, so der Satz, was man erkennen könne, ohne es anerkennen zu müssen: sei ein fortschreitend künstlicher Ausschnitt der Welt. Dem zu widersprechen, war der Schut hergekommen, und um das Tier zu töten. Kunst sei vielmehr, wollte er sagen, ein aus der Natur herausge­nommener Ausschnitt: sei Interpretation und eine, je mehr sie voranschritt, Krankheit, die die Entfremdung chronifiziere. So kam er, der Schut, um der Unmöglichkeit zu begegnen.
Er hatte gelitten und war nicht bereit, es neuerlich zu tun. Er kam im Auftrag der Empirie. Wenn man die störte, schlug sie zu. Wie er so verborgen im Nachtglanz mit einem Zeigefinger an der Baumrinde kratzte, demütigte ihn bereits, daß er überhaupt und wieder dachte. Als Folge, dachte er, des Kunstgriffs in Welt.
Dem Schut war übel. Schienenbeinaufwärts saugte die Kunst. Er ließ Platon herabgleiten, einen Bolzen im geschmierten Rohr der Hand, faßte am Schutzring des Auslösers nach, pfiff tonlos, kauerte sich zu Füßen der Pinie. Da sprang der Faber in den Lu­dens zurück und fluchte.
„Bilderwichser!”
Der Neologismus machte ihn lachen, flüsternd setzte er nach „Quale seduzione!”
Die Warterei war zermürbend. Die synkopische Gewalt des inneren Widerspruchs, dachte er, sei eine der Folgen des äußeren zwischen Söldner und Besol­der. Wahre, gute und schöne Taten, dachte er, sind Werke des schöpferischen Dialogs zwischen Lehnsherrn und Jäger: sie berechtigten zu der Hoffnung, es fielen nicht alle Aktionen dem emportauchenden Universum der puren Einbildungskraft zum Opfer. Auch darauf wäre der Philosoph anzusprechen, käme er denn die sandige Straße noch entlanggeschritten: klein und kompakt, ein bißchen zu nervös für sein Alter, doch eben deshalb bereit, alles immer umzukehren, wenn er’s für denkbar hielt: sein ganzer Körper war eine manngewordene Inversion des Bilderverbots.
„Ich werde Sie Aaron nennen”, sagte der Schut und trat aus dem Schatten auf ihn zu.
Der Alte stoppte und zog an der Leine, die den latexnen Raumanzug des Mollusken zugleich mit Sauerstoff versorgte. Das Tier kam langsam und ein bißchen wabernd hinter dem Philosophen einhergewatschelt. Jetzt wollte es die Überraschungssekunde nutzen und versuchte, sich gen Büsche fortzuwinden.
„Kant, bei Fuß!”
Der Molluske gehorchte. Doch sah das ziemlich ironisch aus, wie er die Radula zeigte.
(...)


Selzers-Singen-Titel-kleinErster Band, Selzers Singen <<<<
stumpfrichter (Gast) meinte am 2010/05/05 10:45:
von der
Anlage her gut, aber sie sollten noch bisschen an der ausführung radulieren, sonst wirkts wie aus dem schreibwörkschop... flirtenden eifer der zikaden klirrten...lehrbuch: nutze starke verben, aber strapazier das nicht in einem satz, sonst wirds masche.. synkopische gewalt des inneren widerspruchs? - ist genitivistische bedeutsamkeitsschwurbelei, unten bitte ein anderes wort finden - molusken watscheln nicht "ein bisschen wabernd", das wirkt nachlässig und unbeholfen, da sollten sie im literarischen sinne ein ganz neues wort erfinden, wenn sie beschreiben wollen, wie ein moluske sich an land fortbewegen würde, (so macht es ein guter autor: "Der Moluske schwaberluzierte herbei" oder "Der Moluske kam schwabbelawenzelnd herbeigesaugt." (Das sind die Gelegenheiten, die einen Text erst zu einem literarischen text machen, wenn die phantastisch gewählte anlage neue worte geradezu erzwingt und kreiert. Gerade das phantastische Genre erfordert eine geradezu unphantstische Genauigkeit. Hier würde Literatur anfangen. Bis dahin bleibt es Entwurf.) der schnabel eines molusken ist im grunde sehr schwer bis kaum sichtbar, denken sie da bitte nochmal drüber nach, auch wie er sichtbar sein sollte, wenn der moluske einen wasseranzug trägt....ein phantastischer text, der innerhalb seiner anlage nicht genau ist, verliert seine spannung und gerät zum neckischen, also er wird ein regie-einfall für seinen autoren, der vom eigenen einfall sprachlich überfordert bleibt.. bleibt also Ideenskizze, aber er ist noch nicht gearbeitet. ein anderer möglicher Ausweg wäre hier: man erfindet ein Tier, das es garnicht gibt, dann hat man wieder alle Freiheiten.
und sätze wie: "Des Alten etwas gehässiges, doch auch philantropisches Lächeln, dazu der wehrbereite Blick aus dem gesenk­ten Kopf hinauf, worauf die eine der beiden Brillen gesetzt, die er stets trug und oft im Reden wechselte, bis sich die Haltebändel verwirrten.......-----
sind füllgesten, die nichts beitragen, ausser irgendwie papier zu füllen. sie riechen nach fleißigkeit, die zwar zu einem schriftsteller gehört, aber hier bleiben sie reine fleißigkeit, ohne witz, und ohne, dass sie irgendetwas zur sache tun...(soll der leser darüber schmunzeln, dass sich die haltebändel zweier brillen verwirren?) fleißiges detailcolorit, das in der luft hängt, ist noch keine prosa, jedes eintauchen oder mitschwimmen mit dem text. "schoßhundkleines metaphorisches Ungetüm" ist auch sehr problematisch, zumal schoßhundklein bereits ein metaphorisches ungetüm ist, wenn es aber schoßhundklein und metaphorisch genannt wird, dann wäre das - pardon - nochmal zu überdenken, ebenso wie "philantropisches Lächeln" - was bitte soll das sein? was macht ein lächeln philantropisch?
also nochmal etwas radulieren....

hier nochmal ein beispiel sowohl guter als auch sinnlicher als auch gedanklich ebenso wie musikalisch gut geführter prosa, die ausserdem von erhöhter präzision ist:

"Ein geräuschloser Strom glanzlosen Blütenschnees schwebte, von einer abgeblühten Baumgruppe kommend, durch den Sonnenschein; und der Atem, der ihn trug, was so sanft, dass sich kein Blatt regte. Kein Schatten fiel davon auf das Grün des Rasens, aber dieses schien sich von innen zu verdunkeln wie ein Auge. Die zärtlich und verschwenderisch vom jungen Sommer belaubten Blätter und Sträucher, die beiseite standen oder den Hintergrund bildeten, machten den Eindruck von fassungslosen Zuschauern..."

nur mal so als vergleich...von wegen Sinnlichkeit und Musikalität etc.... 
albannikolaiherbst antwortete am 2010/05/05 10:52:
"schwabbelawenzelnd".
Um Göttinswillen! Sie sind genauso wie Sie heißen.... jedenfalls ist's Ihr literarischer Geschmack. Wenn Sie sich weiterer Versuche, ein Lektor zu sein, enthalten möchten, wäre ich Ihnen sehr verbunden. Auf Ihre Einwände mag und werde ich nicht eingehen. Weiteres in dieser Richtung wird gelöscht. (Selbstverständlich fehlt Ihnen, wie so oft, der Zusammenhang; Sie verstehen nicht einmal, welche Art Text hier gespielt wird. Aber sei's drum.)

Doch für die anderen Leser: "mataphorisch" bezieht sich selbstverständlich >>>> darauf: http://www.amazon.de/Vampyroteuthis-infernalis-Vilém-Flusser/dp/392328361X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1273120709&sr=8-1 
Thea (Gast) antwortete am 2010/05/05 11:40:
oktopussierte
vielleicht könnte man schreiben: Der Moluske knetet sich seinen Weg.
Oder: Der Moluske oktopussierte...
oder: zog sich oktopös und zwangsamphibisch durch seinen Unweg.
Jedes einzelne Ploppen seiner Saugnäpfe klang wie ein Vorwurf.

Ausserordentliche Situationen verlangen ausserordentliche Sprache..

"watschelte" wäre verschenktes Potential. 
albannikolaiherbst antwortete am 2010/05/05 18:24:
@Thea.
"oktopussierte" geht gar nicht, schon wegen der Nähe zu "poussiren" nicht, vor allem aber wegen James Bond nicht. Die Idee mit dem Vorwurf ist freilich hübsch, paßt aber nicht in die Perspektive des Textes; das Tier hier ist, wie Becs/Flussers Vampyrotheuthis, das Fremde, genau-Andere; ihm Gefühle des Vorwurfs aufzuprojezieren, würde es zu einem Nahen machen. 
phryne antwortete am 2010/05/06 07:17:
Philantropisches Lächeln
Das philantropische Lächeln sollte jeder verstehen können. Im Rahmen beruflicher Emotionsarbeit gibt es ein sehr gehässiges philantropisches Lächeln. Es soll dem anderen gut gehen, deshalb wird's gezeigt, oder aufgesetzt. Dieses Lächeln sieht man sehr oft bei Menschen, die beruflich seit vielen Jahren mit Menschen zu tun haben. Verkäuferin, Krankenschwester, aber auch Friseure. Sie zeigen dem Menschen damit eine Art Zuwendung, die den Kunden freundlich, den Patienten guter Hoffnung, stimmen soll. Der Kunde, der zum Friseur geht, lächelt oft genauso, weil er einen guten Schnitt haben will. Ein solches Lächeln ist kein unverbindliches, auch Menschen, denen es sehr schlecht geht, setzen es auf, weil die anderen es nicht merken sollen. Insofern ist das Bild für mich stimmig, auch das Gehabe mit den zwei Brillengestellen beim Reden.

Die in diesen Berufen arbeitenden Menschen will ich jetzt über einen Kamm scheren. Im Grunde wird dieses Lächeln nur für die Umgebung aufgesetzt... damit andere nicht merken, daß man die Schnauze voll hat. 
Sumuze (Gast) meinte am 2010/05/06 00:16:
Zum Zwecke des Kommentierens
hätte ich mich gerne angemeldet, um nicht als Anonyma dazustehen, aber eine freundliche Website verkündete mir nach meinem Anmeldeversuch im Namen von twoday.net, daß seit dem 18.02.2010 Wartungsarbeiten (für ca. 5 Minuten) statt fänden.

Nun, diese 5 Minuten wollte ich nicht abwarten, daher also hier mein Kommentar als Anonyma, was ich an sich hasse. Er lautet:

Ich kann sehr gut verstehen, daß Ihnen der Kommentar des Anonymus stumpfrichter gegen den Strich geht. Mir auch. Jedoch:

Ich sehe nicht ein, warum Sie, wenn Sie im Web Ihre Texte (auch Auszüge) zugänglich machen (was mir sehr gefällt, da ich mehr als genug mir mißfallendes Gerede über das Zugänglichmachen von Texten via Web, aber leider nur wenig mir gefallende Verwendungen des Webs zu diesem Behufe kenne) eine solche Reaktion auf Ihren Text so eklatant nieder machen wie in diesem Falle. Die positiven Kommentare, die ich hier zu Hauf lese, halte ich nicht unbedingt alle für erheblich fundierter oder aussagekräftger. Im Grunde ist es mir gleichgültig, ob nun ein paar hundert Jahre Anlauf oder nur ein paar Minuten hinter einem Kommentar stecken. Mich reizte, wie jemand dagegen seinen Text behauptete.

Geschieht dieses in der Form wie hier ("Selbstverständlich fehlt Ihnen, wie so oft, der Zusammenhang; Sie verstehen nicht einmal, welche Art Text hier gespielt wird. Aber sei's drum."), bin ich in meiner Neugierde enttäuscht. Eben dieser Zusammenhang (der mir auch fehlt, gebe ich gerne zu) würde mich interessieren, und falls Ihr Text eine Art von Text spielt, die ich ebenso (noch) nicht kenne, wäre ich höchst erfreut, sie (endlich) kennen zu lernen.

Mag sein, genau meine Unkenntnis nimmt dieser meiner Enttäuschung das (argumentative) Recht, irgend auf Abhilfe zu hoffen. Selbst dann aber wäre ich jedoch sehr froh, zumindest die Andeutung der Gründe für diesen Mangel zu lesen, statt sie nur behauptet zu sehen.

Und, zu guter Letzt, noch eine meiner beliebten Besserwissereien:

"das Fremde, genau-Andere; ihm Gefühle des Vorwurfs aufzuprojezieren, würde es zu einem Nahen machen." ist in meinen Augen eine nicht hinreichend durchdachte Aussage. Ein genau Anderes ist, weil es genau ist, bereits nah! Das diffus Andere nur ist fern, da ungenau, fremd und all das. Präzision aber nähert imho stets an! 
albannikolaiherbst antwortete am 2010/05/06 06:55:
Liebe Sumuze,
ihren kleinen Ärger verstehe ich. Allein, ich werde auch auf dem Umweg über Sie dem Stumpfrichter nicht antworten. Das liegt vor allem an dem Ton eines Literaturfunktionärs, den er mir gegenüber immer wieder anzuschlagen wagt – aus dem Schutz seiner Anonymität heraus und nicht etwa offen, wie sich das zwischen Gegnern gehört. Ein anderes wäre es, kommentierte so und a l s er, sagen wir, Joachim Kaiser; dann hätte ich die Möglichkeit, Sätzen entsprechend zu kontern, die meine Berufsehre angreifen, welche immer auch die meiner Person ist, etwa gleich zu Anfang: „sonst wirkts wie aus dem schreibwörkschop” (zumal ist „wirkts” falsch, weil ein übler Anglizismus; im Deutschen hat da „wirkt’s” zu stehen). Die ganze Haltung des Stumpfrichters ist nicht fragend, freundlich, einhakend, vorschlagend, sondern richtend wie schon sein Pseudonym, das eben doch die Kapuze trägt, damit man den Scharfrichter nicht erkennt, von dem der Nickname ulkend abgeleitet ist. So antworte ich auf den Stumpfrichter vor allem nämlich seines Nicknamens wegen nicht. Es ist etwas anderes, legt sich jemand einen nom de guerre zu, gern auch nom de plume, der n i c h t aus der witzelnden Schreibstube Wiglaf Drostes stammt. Zum Dritten schließlich habe ich dem Stumpfrichter auf seine imgrunde immer gleichen Einwürfe, die ästhetische Abfälligkeiten eines unangemessen Selbsterhöhten sind, bereits so oft geantwortet, daß ich dessen müde bin. Ich nehme sie schlichtweg nicht mehr ernst.

Ihre Frage nach dem Text, auf den ich anspiele, beantworte ich hingegen gern. Wobei ich das längst getan habe, allerdings nicht Ihnen gegenüber, sondern... aber ich sehe gerade, daß der html-Link nicht funktioniert... - also zu Fuß: >>>> dort :: http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/6322782/#6323030 (der Link dort sollte auf Vilém Flusser/Louis Bec, Vampyroteuthis infernalis von 2002 gehen).

Schließlich Ihre philosophisch-logische Auslegung von „nah”. Sie ist eine, mit Schopenhauer gesprochen, Hegelei. Sie schreiben:Ein genau Anderes ist, weil es genau ist, bereits nah! Das diffus Andere nur ist fern, da ungenau, fremd und all das. Präzision aber nähert imho stets an!Bereits das „weil” im ersten Satz ist falsch, jedenfalls ist es nach dem Kalkül des logischen Schließens nicht zu gewinnen. Daß etwas präzise 500 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist, macht es nicht näher: es wird aus der Differenz lediglich begreifbar. Begreifbarkeit setzt aber immer noch keine Nähe. Ich begreife den Stoffwechsel eines Hirschkäfers, ohne daß er dem Menschen dabei phylogenetisch näherrückte. Daß wiederum Präzision immer annähere, halte ich für die Aussage einer fraglichen Anthropologie; letztlich ist es eine moralische Aussage. In Flussers und Becs Vampyrotheutis infernalis wird dieser als das Fremde des Menschen, als sein Gegenentwurf, bestimmt. (Übrigens weiß ich nie, was „imho” heißt, und vergesse es immer wieder, wenn ich nachgesehen habe.) 
stumpfrichter (Gast) antwortete am 2010/05/06 10:01:
herbst,
ich sag ihnen das mal so, und werde ihnen auch gleich noch tiefer begründen, ich bin trotz meines namens eher zartfühlend, ich lese hier immer morgens 5 uhr beim 1. frühstück, während ich mein Porrigde esse und danach zur Arbeit ins Zuchthaus gehe. Also ich lese ihren blog. ich bin nicht ihr gegner und muss mir deshalb auch keinen kampfnamen zulegen. stumprichter ist mein beruf...aber jetzt zur begründung: sie haben hier an anderer stelle einmal geschrieben, dass man sehr wohl jemanden töten darf, ihn aber nicht dabei verletzen sollte, dieser ausspruch entspricht genau meinem berufsethos. Bei meiner Arbeit als Stumpf - oder Scharfrichter weiß ich sehr genau um die Empfindlichkeit diese Ballance. Selbstverständlich muss ich gegenüber jedem Delinquenten, der mir zugeführt wird, professionelle Distance walten lassen - einerseits, und andererseits bin ich aber auch der letzte Mensch, der gewissermaßen Hand anlegt - so jedenfalls Hand an das Leben eines anderen Menschen - und bin hier zu einer empfindlichen händischen Würde verpflichtet - dem Delinquenten gegenüber. Mein Vorgänger im Zuchthaus, der mich einarbeitete, hat mir etwas höchst erstaunliches gesagt. Er sagte: Du musst wissen und darfst nie vergessen, dass alle Delinquenten, denen du mit deiner schwarzen Kapuze vor Sonnenaufgang gegenübertrittst, für Dich immer unschuldig sind. Du richtest Unschuldige hin. Jeder gute Stöker, der seinen Beruf ernst nimmt, sollte das beherzigen. Wenn ein Nachrichter sich einredet, er richte Schuldige hin, oder Verbrecher, dann erst wird ihn ein schlechtes Gewissen plagen. Diese innere Maßregel, die mir mein Vorgänger beigebracht hat, macht möglich, dass ein Henker sich gegenüber dem Delinquenten würdevoll verhällt. Erst dann und nur so kann er ihn töten, ohne ihn zu verletzen und selbst dabei unschuldig bleiben. Ein guter Henker richtet i m m e r Unschuldige hin. Er weiß das.
So ähnlich verhält es sich auch mit literarischen Texten. Denn jedes Kunstwerk, jeder Text ist eine Execution. (sprich: Ausführung, Abarbeitung, Erledigung.) Meine wesentliche Kritik gestern wollte darauf hinaus, dass Sie diesen ihrem eigenen Text, und ein Text ist immer ein Delinquent, nicht auf Augenhöhe begegnen. Sie haben eine Idee und dann executieren sie diese Idee, ohne daran zu denken, dass jede Idee oder jede Anlage gegenüber dem Autor/Henker eine gleichberechtigte Stellung einnimmt, eine Würde hat. Wenn Sie einen Molusken sprachlich watscheln lassen oder irgendwie ein bisschen wabern, dann machen Sie den Molusken zu einer Ente. Er ist aber keine Ente sondern in diesem Fall ein Oktopus. Und ein solcher Oktopus verlangt von dem Henker/Autor sprachliche Zuwendung. Der Henker ist verpflichtet diesen Oktopus als Oktopus zu executieren (..."auszuführen") und nicht als Ente.
Ich hänge mich an diesem Detail so auf, weil man an diesem Detail eine Gesamthaltung ablesen kann, die sie gegenüber ihren Gegenständen und Figuren in diesem Text einnehmen. Und daran ändern zunächst einmal auch keine klügelnden Querverbindungen zu anderen Autoren, Geschichten, Gedanken..irgendetwas. Wer einen Molusken watscheln lässt, nimmt ihm als Gegenstand und Figur, selbst noch als Metapher seine Würde....und deshalb habe ich den Text gestern kritisiert als ungute Form der Execution. 
stumpfrichter (Gast) antwortete am 2010/05/06 10:15:
kurz gesagt:
ich habe gerade davon gesprochen, dass da eine Ethik und eine Moral i n n e r h a l b
von Texten und innerhalb der Beziehung zwischen Text und Autor ist, die nicht mit gesellschaftlicher oder konventioneller "Moral" zu verwechseln ist. 
albannikolaiherbst antwortete am 2010/05/06 10:33:
@stumpfrichter.
"Ich hänge mich an diesem Detail so auf, weil man an diesem Detail eine Gesamthaltung ablesen kann, die sie gegenüber ihren Gegenständen und Figuren in diesem Text einnehmen." Das genau ist Ihre Projektion und der ästhetikmoralische Vorwurf, den Sie permanent gegen mich lautwerden lassen - anstelle mal auf den Gedanken zu kommen, daß hier eine Haltung erzählt wird, die die der Protagonisten ist. Kurz: Sie identifizieren. Schlimmer aber: Sie identifizieren persönlich. Was ich zurückweise. Wenn Sie also morgens um fünf Die Dschungel lesen, bevor Sie Ihrem anderen Henkersberuf nachgehen, so ist das Ihr Bier. Dürfen Sie tun, können Sie meinethalben aber auch sein lassen. Sollten Sie Der Dschungel für immer den Rücken kehrten, empfände ich das nicht als Verlust. Sie dürfen aber auch gerne hierbleiben: mein Haus hat viele Wohnungen, aber in manche trete ich nicht wieder ein. Kurz: Ihre Meinung ist mir so egal, wie Sie selbst mir egal sind, solange Sie nicht Gesicht zeigen. Damit beende ich unseren für mich allzu belanglosen Disput und wende mich meiner Arbeit wieder zu. Seien Sie dankbar für meine Jovialität, die Ihre Kommentare noch immer hier stehenläßt. 
stumpfrichter (Gast) antwortete am 2010/05/06 10:57:
bevor ich fern bleibe:
das problem ist, dass der Oktopus nicht das "Andere" sein kann, wenn sie ihn wie eine Ente watscheln lassen. 
sumuze antwortete am 2010/05/06 11:05:
Das Problem der Anmeldung
scheint an den Cookies und den Browser-Einstellungen bei mir gelegen zu haben. Jetzt funktioniert's wieder, nachdem ich sie für Ihre Site und für die twoday.net Anmelde-Site erlaubt habe. Das, falls auch andere dieses Problem haben.

Das 'imho' heißt: in my honourable (oder auch honest/humble) opinion. Sie haben Recht, es ist etwas affig, solche anglizistischen Abkürzungen in einem deutschen Text zu verwenden. Ich werde versuchen, es zu vermeiden. (*rofl* := roll over floor laughing)

Meinen herzlichen Dank für die Komplettierung des ehemals leeren Links auf das von Ihnen angesprochene Buch der Herren Louis Bec und Vilém Flusser . Ich kenne es leider nicht, was ich bei Gelegenheit vielleicht nachholen werde.

Ihre Ausführungen zu 'Nähe' habe in meinen Augen eine kleine Schwachstelle: Ihre Argumente müssen immer eine spezifische Metrik bemühen (Entfernung im Raum, auf einer phylogenetischen Landkarte usw.), um Dinge, die (begrifflich) gemeinsam gefaßt (und damit für mein Verständnis 'angenähert') wurden, wieder unter dieser Metrik auseinander zu bringen. Das geht jedoch an meinem Einwand vorbei, der eben bereits in der näheren Bestimmung eines Anderen schon 'Nähe' sieht. Das macht aber weiter nichts, in dem eingeschränkten Sinne, der Ihnen vorzuschweben schien, als Sie sie trafen, ist Ihre Aussage mit der heimlichen Einführung einer solchen Metrik einigermaßen gerettet.

Zu dem eigentlichen Thema: Mir leuchtet ein, daß Sie Ihre Zeit nicht mit einem Ubenamten verschwenden wollen, zumal wenn Sie den Eindruck haben, daß sich Inhalt und Absicht auf lähmende Weise wiederholen. Schon aus Gründen des beruflichen Fortkommens müssen Sie sich eher auf einen Raum der im konventionellen Sinne bekannten Namen konzentrieren.

Doch glaube ich, daß damit leicht eine Seite des Internets verloren gehen kann, die ich als seinen Vorteil gerade gegenüber diesen herkömmlichen Namensräumen und ihrer Tendenz zur Abgeschlossenheit (Mit wem ich diskutier', des' Name helfe mir usw.) und ihren oft Sach-fernen Rücksichten ansehe. Nämlich die Chance der Diffusion sehr verschiedener Bereiche (des Sprechens, Lebens, Arbeitens usw.)! Und zu dieser Seite gehören neben genehmen, 'im Rahmen' bleibenden Anwürfen und 'angemessenen' Kommentaren eben auch andere. Gegen die Sie sich, wie Sie oben zeigen, ja durchaus ausreichend zur Wehr setzen können.

Kurzum: ich wäre froh, wenn Sie die Taktik des fallweisen Ignorierens (womöglich mit kurzer Darlegung der Gründe) solcher Kommentare beibehielten und nicht durch eine dann tatsächlich 'stumpfrichtende' Direktive ersetzten. Die Zahl der mir bekannten Sites, denen es gelingt, auf diesem schmalen Grat zu wandeln und dabei ihre Attraktivität für Nicht-Mitglieder des jeweiligen Betreiber-Umkreises nicht zu verlieren, ist leider recht gering. Ihre zähle ich bisher gerne dazu! 
albannikolaiherbst antwortete am 2010/05/06 11:25:
@sumuze.
Ihren letzten Einwand halte ich für richtig. Nur bin halt selbst ich manchmal ein wenig müde - zumal, wenn ich mich gerade um ganz anderes kümmern muß, weil da Termine drängen. Ich will auch gar nicht bestreiten, daß unter dem Einsturm meiner Ideen, Verpflichtungen, Projekte mir manchmal ein Satz, mal eine Parataxe, mal ein Bild danebengehen: Stumpfrichters Einwand mit dem "Watscheln" halte ich für hergesuchten Unfug, nicht aber den wegen des schwarzen Raumanzugs: ich werde das Latex durchsichtig machen.

Ihre "stumpfrichtende Direktive" hat jedenfalls getroffen, und sie sitzt
joe (Gast) antwortete am 2010/05/06 13:29:
jetzt verstehe ich gar nichts mehr. einerseits tadeln sie hier auf's schärfste einen avatar aufgrund dessen avatarentums ( sprich dessen anonymität ) andererseits veröffentlichten sie gerade eben einen fast schon plädoyerhaft wirkenden artikel ad 'borges' bzgl. einer wohl komplett fiktiven existenz ausserhalb eines realen ich's.
( wenn ich das richtig verstehe )
und zu sumuze :
also frau sumuze - worin unterscheidet sich ein registrierter nick von einem unregistrierten, insofern selbst bei gewissenhaftester nachforschung kein klarname zu bekommen wäre ( wie in ihrem persönlichen fall ) sondern allenfalls ein anonymes blog ?

anbei : was eine "synkopische gewalt des inneren widerspruchs" sein soll ist mir ein grosses rätsel. ein synkope wirkt meiner meinung nach zuvörderst verbindlich über zwei taktstriche hinweg, wie eine brücke über widersprüchlichkeiten hinweg, wenn überhaupt zwischen zwei taktfeldern widersprüchliches auszumachen wäre innerhalt eines singulären notationssystems ( meine umschreibung für ausschliesslich eine notenzeile )
eigentlich verflüssigt eine synkope in der regel eine harte, ohne synkope z.b. auf reine 8-tel gestochene rhythmik.
diese metapher werde ich wohl noch ad ultimo lesen müssen mit grossem stirnerunzeln oder halt als bedauerlichen patzer (über)lesen.
ansonsten finde ich den text als prosaische metapher klanglich irgendwie in ordung. 
joe (Gast) antwortete am 2010/05/06 14:02:
also wenn ich läse "synkopische gewalt d e m inneren widerspruch" so fände ich das
irgendwie überlegenswerter, ohne jetzt mal nachzulesen in welchem kontext das steht.
für mich steht allerdings ambivalenz ( oder innere zerrissenheit ) selbst für gewalttätigkeit, also interprtierte ich dann diese matapher als ausgleich.
( gewalttätig einem gewalttätigen gegen über sein )
dass ein innerer widerspruch qua selbstaufhebung von thetisch/antithetischem zur synkope wird kann ich nicht interpretieren, weil eine synkope an sich kein nullwert ist sondern allenfalls innerhalb ihrer anhand einer symmetrieachse so etwas wie eine waage exakt auf "nullstellung" wäre, allerdings desavouiert so eine betrachtung so gut wie die gesamte musik, welche ja konkret nur ein eine richtung verläuft, abgetrennt der zeichenhaftigkeit des notierens selbst.
( wenn ich das soweit einigermassen exakt verstehe ) 
sumuze antwortete am 2010/05/06 14:21:
Sehr gewissenhaft kann Ihre Suche
nicht gewesen sein, Anonymus joe.

Via des Nicknamens (hier sumuze) stoßen Sie auf eine keineswegs anonyme Website, die über ein ordentliches Impressum verfügt, welches jedermann Klarnamen und postalische Anschrift kund tut.

Ein registrierter Nick hat den Vorteil, daß (sofern niemand mein Passwort stahl) nur ich ihn verwenden kann. Ein Grund, warum ich es gar nicht schätze, als Gast zu kommentieren, wie ich mich oben aus den dort genannten Gründen gezwungen sah. Daher können an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten ins Netz gestellte Kommentare recht verläßlich diesem Nick zugeordnet werden. Daß ich als Nick allerdings nicht mit Beinchen und Ärmchen vor allen Augen herum zappele und generell meine soziale Existenz nicht beliebig im Netz ausbreite, ist meinem persönlichen Geschmack geschuldet. Ich lese gerne Texte, in Büchern oder im Netz, und gebe ebenso gerne meinen Senf dazu. Aber meine Freizeit verbringe ich lieber mit lebendigen Menschen, die ich mir dazu im Alltag aussuche und anfassen kann. 
joe (Gast) antwortete am 2010/05/06 14:54:
naja sumuze, wir hatten diesbezüglich ja schon mal ein privates geplänkel am laufen,
da signierte ich mit lu, das war ja soweit auch für mich in aller sympathie abgehakt.
machte selbst in den letzten zwei wochen eine art pseudoblog allerdings mit kommentarfunktion bei blogger, wo dann allerdings auch kein geklammerter appendix wie "gast" oder "anonym" mehr steht, was ich irgendwie stringenter finde.
ich selbst schätze ja nicht nur das anonyme eines nickisierens, ich schätze auch die unübersichtlichkeit des webs, d.h. man kann ja durchaus versucht sein, texte zu veröffentlichen ohne auf breitenwirksamkeit hin das zu organisieren also versucht zu sein das nur ( sicherlich versuchsweise ) potentiellen freunden zu lancieren.
( mich stört eigentlich exhibitionistisches gebaren, insofern man nicht sich mit einer öffentlichkeit anlegen will - dann sollte man aber schon mit klarnamen veröffentlichen - nun ich hab das derzeit nicht vor - aber auch nicht dass jeder meine texte liest und sich womöglich was wegpickt und in anderen kontextualitäten verfremdend verwendet - und die übermessage - sprich ein völlig entideologisiertes
denken hab ich leider für meine begriffe nicht drauf )
mich lässt dieser satz nicht los und nach ein paar "gedanken" mehr komme ich zu dieser version :
synkopische gewalt den inneren widersprüchlichkeiten - also das suggeriert mir im augenblick exaktheit, ( die synkope kann sich meiner meinung nach nur auf einen ton beziehen und ein ton kann keinen widerspruch in sich tragen mal von lautstärkeverhältnissen ( beim vortragen ) abgesehen
naja, bevor ich mir daran die zähne ausbeisse, salu erst einmal. 
joe (Gast) antwortete am 2010/05/06 16:25:
na gut - letzte überlegung dazu
eine synkope verlängert den letzten ton eines taktes in den darauffolgenden takt.
interpretiere ich den darauffolgenden takt als fremdes territorium, so findet eine art
okkupation statt, zumindest eine art okkupierendes vordringen und einschreiben des tonalen materials eines taktes in den nächsten.
dann wird es subtil.
es kann sein dass dieses okkupieren völlig zärtlich ( oder weich ) verläuft und trotzdem eine art gewalttätigkeit darstellt - ein zärtliches übergreifen.
nun das wäre das prinzipiell gewalttätige ( repressive ) der synkope ( also egal ob feindlich oder freundlich gefühlt )
bleibt die innere zerrissenheit übrig.
also konkret :
die synkopische gewalt der inneren geschlossenheit, das begriffe ich irgendwie obwohl ich zärtlichkeit selbst höchst ungern völlig spritzfindig mit gewalt in verbindung bringe.
nun steht hier aber singular also 1:1 - patt. die widersprüchlichkeit.
bloss wie soll ein zustand der aufgehobenheit im 1:1 widerspruch noch aktivität ( gewalt ) haben ?
als gewalt des absoluten widerstands gegen aktivität.
frage mich wer sich das so zusammen interpretiert im rahmen der synkope. 
Herr Überflieger (Gast) antwortete am 2010/05/06 22:10:
also joe
wenn dich hier keiner korrigieren will, dann tus ich.
Du schreibst eine Synkope verläuft über 2 Taktstriche, was Blödsinn ist. Eine Synkope läuft wenn dann über einen Taktstrich und dann mittels eines Haltebogens, was sich aber nicht nur symmetrisch darstellen muss.
Ansonsten geht es bei Synkopen um Betonungen.
Insofern versuchst du hier von einem möglichen Spezialfall aus - gut, die 8-tel - etwas von Übergriffen zu reden, was womöglich nur rhythmische Eingriffe wären, welche ein "Territorium" nicht prinzipiell überwänden, sondern wohl eher "umstrukturierten".
Somit lässt sich aber von Gewalt wohl stets reden, geht es um Synkopen musikalisch. 
MelusineB meinte am 2010/05/06 01:07:
"Bilderwichser" - in das Lachen fällt sie ein
Fast wünschte sie, sich einen Mollusken zuzulegen, nur um ihn einmal zu rufen: "Kant, bei Fuß." Doch bliebe ungewiß, ob auch hier schon bald der Schut auftauchte, das Tier zu töten, begleitete es nicht die manngewordene Inversion des Bilderverbots, sondern...Und käme er doch, so hielte er sich sicher hölzern im Schatten, während der innere Widerspruch vorbeiwatschelte, ohne Haltebändel. 

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