sumuze meinte am 2008/11/14 17:49:
Oje, das ist aber Ontologie reinsten (abgestandenen) Wassers!
Neu und alt, Herr Herbst, sind nicht, sondern werden geurteilt oder, anders gesagt, zugeschrieben. Was Ihre Aussagen der Beliebigkeit des Urteilens anheim stellt.Ein Katalog alles Seienden hat seine Reize dem, der in behüteten Zimmern (modern: Matrix) denken möchte, doch vor den Fenstern tobt der Wind des Fremden, der alles durcheinander wirbelt. Nur unter der Schürze der Dezision findet sicht Beruhigung, draußen aber weht es stets davon. Basis brökelt immer dem, der nicht aufhört zu denken, und in jeder Beruhigung keimt Unruhe.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/5321004/#5322221
albannikolaiherbst antwortete am 2008/11/15 06:51:
@Sumuze.
"Neu und alt, Herr Herbst, sind nicht, sondern werden geurteilt" ist eine, mir allerdings sympathische, Behauptung, deren Teufelsfuß leider im Relativismus steht: letztlich lassen sich gar nichts sagenn. Das mag so sein, dann sollten wir verstummen. Das mag so nicht sein, dann werden wir - aufgrund von Erfahrung und Spekulation - normativ behaupten. Interessant ist nun, daß man aufgrund eines so-gegründet Behaupteten Aussagen treffen kann, die praktikabel sind. Wiederum abgesehen von dem Umstand, daß zwar die Aussage der Beliebigkeit des Urteilens anheimgestellt ist, Sie bei Ihrer Kritik aber vergessen, daß selbst aus sehr mauen Wirklichkeitsbehauptungen ganze Kulturen entstehen, etwa aus der >>>> Wirklichkeit Gottes, von der ich - vermutlich m i t Ihnen - meine, daß es sie gar nicht gibt. Dennoch haben wir ihr neben manchen Kriegen enorme Kulturgüter zu verdanken - beides sind Wirklichkeitsfaktoren, die selbst ein Hoch-Skeptiker nicht mehr bestreiten würde. Kulturgüter: Kunst. Aber auch Architektur, letztlich (das ist erstlich) sogar Denkmodelle.Zugleich ist zu fragen, was denn Sie von dem Wind vor den Fenstern wissen, da Sie, wie ich selbst, im Sprachraum eingeschlossen sind und allenfalls nach draußen ahnen. Nichts dagegen, ich versuch das ja auch; nur: als Kritik an einer Zuschreibungspraxis taugt das nicht, weil es selber nur zuschreibt. Im übrigen ist mir, wenn ich mich im All(es) so umschaue, und ich h a b e mich viel umgeschaut, bislang wenig so Fremdes begegnet, daß es sich nicht doch immer in ein Natürliches/Allzunatürliches einordnen ließe. Was bleibt, ist die Schwarze Materie. Doch da stochern wir allesamt im sprichwörtlich Dunklen, "dem wir nie begegnen" (Benn).
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/5321004/#5323114





















