Wenn Schüler streiken. Berliner Schulstreik November 2008.
Dämlicheres gibt’s ja wohl nicht. Gebildet zu werden, ist ein Privileg; wenn Grund(!!!)schüler das nicht kapieren, haben die Eltern einen groben Knall. Man kann sowas letztlich nur unter „Autoaggression“ abbuchen. Selbst noch unter miesesten Umständen ist, etwas - zumal gratis - lernen zu dürfen, eine Errungenschaft der Kultur, die man nicht mit Füßen tritt. Dergleichen ist allein in völlig übersättigten Gesellschaften denkbar und ganz sicher ein Zeichen sozialer Dekadenz. Wo von seiten der Schüler allen Ernstes zu Schulstreiks aufgerufen wird, ist jede Rede über Verarmung obsolet, und die Arbeits(!)kämpfe der Eltern machen sich lächerlich. Bildung ist eine Errungenschaft; man bestreikt sie nicht.
[Ich fand zu meinen Unizeiten schon Studentenstreiks absurd und war als Streikbrecher bekannt. Da aber konnte man immerhin noch sagen: was wir verpassen, bringen wir uns büffelnd selber bei, schließlich sind wir erwachsen, und die nötige Literatur ist ohnedies zugänglich (man stützt dann allerdings den Streik deutlich auf vorhandene Privilegien). Wir brauchen keine Professoren, und wenn doch, so andere als diese jetzt oder diese unter anderen Bedingungen. Die Situation von Grundschülern, die doch K i n d e r sind, ist damit nicht vergleichbar; hier geht es um eine Zukunft, deren Grundlage man im Alleingang nicht legen k a n n; es sei denn, man hat Eltern, die die Lehrerfunktion in der Streikzeit zu übernehmen vermögen und das auch tun. Das dürften höchst wenige sein.]





















