Das ist erst der Anfang. Kleine Theorie des Literarischen Bloggens (102).
In den Industrieländern entwickelt sich das Internet momentan zum wichtigsten Kommunikationsmedium des Menschen und ist dabei, sogar die direkte, reale Kommunikation – das von Mund zu Mund unter vier und/oder mehr Augen geführte Gespräch – in Bedeutung und Bedeutsamkeit abzulösen. Das wird unabsehbare Folgen auch für soziale Entscheidungsfindungen haben, ja für die gesamte Sozialstruktur der westlichen Gesellschaften an sich – und indem sie ihre Systeme im Prozeß der Glabalisierung auch sämtlichen anderen Gesellschaftsformen überstülpen, auch für diese. Bereits heute werden häufig Beziehungen unter Absehung des Raumes eingegangen, das Internet verschiebt Bedeutung auf die Zeitlichkeit, es nimmt den realen Raum aus den Dingen heraus und setzt einen nulldimensional-fiktiven an dessen Stelle; einen, der allein empfunden ist. Entsprechend verliert Körperlichkeit an Bedeutung. Das liegt in der Logik des Kapitals, das als eine Logik des Aus-Tausches mit der Logik des Herrschens alliiert ist. Phänomene wie AIDS kommen dem nicht nur entgegen, sondern beschleunigen den Prozeß noch: keine Ansteckung ist über das Netz möglich (der Körper wird gar nicht mehr fremdberührt); zugleich ist auch die Reproduktionsfunktion des Sexuellen abgestellt. Dem parallalisiert sich die Genforschung bis hin zur extrauterinen Schwangerschaft, die der modernen Vorstellung von Gleichberechtigung ebenso entgegenkommt wie der Verschiebung von gender-Vorstellungen. Dies ist eine anthropologische Revolution. Wir erleben sie nicht, weil wir selber ihr Anfang sind.
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