Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008Der Engel Ordnungen, Gedichte. axel dielmann - verlag 2009 d e

 

roach motel

wir müssen davon ausgehen, dass 22,35 % aller frauen gottesanbeterinnen sind, die ihre gatten nach der empfängnis verspeisen. das ist für den nachwuchs und die mutter ein völlig natürlicher vorgang. ich mache keinem daraus einen vorwurf. grausam ist aber jene spezies, die ihre eier nach der befruchtung direkt in das männchen ablegt, das die schlüpfenden larven dann nährt. hier hat sich das verhältnis von mutterschaft und zeugung umgekehrt, wie das männchen bei den meisten menschenarten nur für die befruchtung sorgt, sorgt das blonde weibchen hier nur für die eiablage und, selbstverständlich, für die entwicklung des eies vorher. danach begibt es sich, wenn es einen gefüllt hat, von dem motelbett herunter, lässt sich - man hat sogar den eindruck: gerne - betrachten, wenn es sich ankleidet; sagt nicht adé, sondern nimmt das gemaserte täschchen, nachdem an der billiggarderobe noch einmal die nase gepudert ist, macht die zimmertür auf, zieht sie hinter sich zu und schreitet, man hört es knirschen, über den kies des hofes zur rezeption, mag sein, obwohl da jetzt sicher schon keiner mehr ist, oder der portier schläft, es ist kaum halb vier in der frühe, kann sein, und schreitet dann weiter zum lost highway, stellt sich an den strassenrand und wippt mit der hüfte, wann immer ein wagen heranrauscht. das ist selten genug.

ich wollte nicht, dass es mir so passiert. ich wollte schon gar nicht, dass sie ihre eier in mich hineinlegt.

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Michael