Der Engel Ordnungen. Lektorat (ff): Alte Frauen.
So nah der einsame Tod.
Alte Frauen kommen vom Friseur
verwandelt das Haar zu lila Perücken
die Schlaufe ums Gelenk, das wehe,
der Leine, schnalzen sie Verzücken
dem letzten Liebsten, ehe
sich auch er, ihr Hund, verlör.
>>>> Dielmanns Anmerkung:Alte Frauen kommen vom Friseur
verwandelt das Haar zu lila Perücken
die Schlaufe ums Gelenk, das wehe,
der Leine, schnalzen sie Verzücken
dem letzten Liebsten, ehe
sich auch er, ihr Hund, verlör.
„Die >>>> alte Pomposiewitz ist mit dem »schnalzen« vielleicht etwas überzogen, driftet damit auch einen Moment ins Ironische, das das Gedicht sonsten nicht haben sollte für die gute Alte, so lächerlich sie sonsten auch sein mag. - Muß der Hund explizit genannt werden am Ende? Mir scheint das eher überflüssig (zu sein). Stört sogar eher, weil ja das Gedicht ein Klischee aufgreift, es in Form bringt, in seiner Lebensechtheit herrückt; das weiß, wer dieses Gedicht überhaupt lesen kann, und insofern: raus mit dem expliziten Köter! - Noch etwas anderes: Dieses Gedicht ist, wie viele der Sammlung, ein Stadt-Gedicht, auf dem Land würde es diese Pomposiewitze kaum / wenige geben. Insofern müßte irgendwo in dem Gedicht das Pflaster aufblitzen, dessen eine Nah-Todesform dieses Gedicht faßt, nicht irgendeine, sondern diese städtische.“
Mein Lösungsversuch:
Alte Frauen kommen vom Friseur
verwandelt das Haar zu lila Perücken
die Leine ums Gelenk, das wehe,
schnalzen sie letztes Verzücken
dem kleinen Liebsten, ehe
auch er sich, ihr Köter, verlör.
Hm, wenn ich so nachlese: "ihr Köter" vielleicht d o c h weglassen?
albannikolaiherbst - Freitag, 15. August 2008, 11:23- Rubrik: Gedichte
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