Arbeitsjournal. Dienstag, der 29. Juli 2008.
8.04 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Soeben mit der Lektüre des >>>> neuen Eigner-Romanes fertiggeworden; 412 Seiten in etwas mehr als einem Tag gelesen. Jetzt werd ich zu den Vietnamesen-Schmugglern um Zigaretten fahren, dann, wieder zurück, die Wohnung in Schuß bringen, vor allem den wieder mal ascheverratzten Schreibtisch säubern und Übersicht darauf herstellen, dann oder dazwischen Cello üben, dabei nachdenken und schließlich, vielleicht noch vor dem Mittag meine Rezension zu schreiben beginnen.
Guten Morgen.
Zu >>>> diesem Quatsch da will ich mich nicht äußern. Mein Leben hat eine so andere, neue Kehre genommen, daß manche Anwürfe einfach nur bedeutungslos sind. Ich spiele mit dem Gedanken, mein Tagebuch wieder aufzunehmen, was bei mir ja immer bedeutet hat: die Frauen wieder aufzunehmen. So etwas gehört, jedenfalls vorerst, nicht in ein Arbeitsjournal hinein.
10.53 Uhr:
[Ordnend. Schubert, a-moll, „Arpeggione“.]
>>>> Da kam gerade die Frage auf, welch Dialekt das sei: „werd ich zu den Vietnamesen um Zigaretten fahren“. Es ist meines Wissens k e i n Dialekt, sondern ein Umgangssprachen-Idiom aus meiner Kindheit: jemanden um etwas angehen; ich probiere solche Formulierungen gerne quasi-neologistisch aus. Dann war da noch eine Frage, woher >>>> „verratzt“ stamme. Die Grundform ist sicherlich „Ratz“ für „Ratte“. Gemeint ist Verdrecktes, in dem sich, dem Ur- oder Vorurteil nach, nur noch Ratten wohlfühlen.
Da jetzt aber derart viele möglicherweise Juristen in mein Arbeitsjournal hineinhüpfen, mach ich sie mal, nach der gehörigen freundlichen Begrüßung >>>> d arauf aufmerksam und also in eigener Poesiesache - Werbung. Und darauf, daß >>>> MEERE wieder da ist, sowieso.
15.22 Uhr:
[>>>> Pettersson, Sechste Sinfonie.]
Sitze an der Eigner-Rezension, über die ich >>>> des Disclaimers wegen keine Probe in Die Dschungel stellen darf; ärgerlich, aber vielleicht mißachte ich den Disclaimer auch. Mal sehen. Was mich aber momentan berührt, ist, diesen Pettersson wiederzuhören. Das geht dermaßen ans Herz, wenn man zugleich über tragische Verfallenheiten schreibt, über, kurz gesagt, Leben schreibt. >>>> Da scheint es auch nicht wirklich gut gelaufen zu sein. Ich hab gerade den Einfall, mich mit Diotima zu verabreden. Pourquois pas? (Vielleicht liest sie das ja. Dann muß ich ihr nicht mal eine Email schreiben. Lesen Sie hier mit, Diotima?)
17.44 Uhr:
Die Rezension ist im Entwurf fertig. Punkt. Jetzt wieder ans Cello. Dann den Text formatieren, ausdrucken und, wenn ich sowas gegen acht hinausgeh in Sommer und Welt, mitnehmen, um ihn irgendwo ein erstes Mal zu korrigieren.





















