walhalladada meinte am 2008/07/07 08:52:
Eine abgemildetere Variante: 'Nein, aber es macht ihm nichts mehr aus!' :)(Diese Version scheint mir das 'Vermögen' der Psychoanalyse eher zu kennzeichnen...)
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/5043040/#5043115
albannikolaiherbst antwortete am 2008/07/07 09:09:
@ walhalladada.
Da es in psychoanalytischen Strukturen immer um L u s t geht - bzw. um ihre moralische Variante in Form von Schuldakzeptanz ,- liegt, es macht ihm nichts mehr aus, n e b e n der Analyse. Wobei ich Ihrem Vermögen in Häkchen als jemand, der eine Analyse gemacht hat, widerspreche. Heilung, psychoanalytisch gesprochen, bedeutet, mit sich selber hernach gut leben zu können, weshalb dann auch die Symptome, derethalben man ursprünglich hinging (das L e i d, nicht das Verhalten), zumindest sehr gemindert werden. Die Gegenposition vertritt etwa ein verhaltenstherapeutisches Konzept: Die Leute werden zwar befähigt, wieder sozialfähig zu sein, das Leiden aber bleibt erhalten und wirkt latent weiter, bis es zu einem nächsten Ausbruch kommt. Das liegt daran, daß Verhaltenstherapien verdeckende Verfahren sind, während die Analyse die Symptome auf ihre Gründe hin öffnet. Sie ist eine Erkenntnisform, die sich nicht darum schert, ob das Ergebnis der Therapie Sozialfähigkeit wieder herstellt. Sie stellt eine Einheitlichkeit des Subjektes wieder her. Das kann dann durchaus gegen das Interesse der ökonomischen Gesellschaft gerichtet sein, die ja kein subjektives, sondern ein in meinethalben demokratischem Sinn objektives (ein "Bruttosoziales") ist, unter Absehung vom Individuellen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/5043040/#5043130
per satzhalter durch die parataxis (Gast) antwortete am 2008/07/08 00:25:
manchmal denke ich, die psychoanalyse ist auch ein soziabeler trick, bloß ex negativo, und ich kenne keinen psychoanalytiker, der seine patienten ermutigt, in ihren psychosen tatenlos zu verharren.es ist ja gut, wenn man an die heilsame wirkung von irgendwas glaubt, denn placebo hat effekt, aber ich muss mich schon sehr wundern, dass jemand vom grunde der geschichten eines einheitlichen subjekts spricht, der doch für das komplette gegenteil mit den dschungeln einstehen möchte, nein?
ich und mein selbstidentitätszweifel hatten ja noch nie was dagegen, wenn jemand ich sagen mag, und ich nicht auf der unbeglichenen rechnung der unsozialitäten sitzen lässt, denn es will ja meist doch wieder keiner gewesen sein, der von sich ich sagen wollte. dann denke ich, ich hat genug und möchte zahlen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/5043040/#5045110





















