Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008 d e

 

Ein Eines Europa, das eines w ä r e.

Nähme Israel auf.


[Vielleicht ließe sich darüber sogar die Tragik des Nahost-Konfliktes politisch lösen.]

Anna Kühnes Europa <<<<
Law Europe <<<<
European Union Law Blog (anonym) meinte am 20. Jun, 19:24:
Darüber habe auch ich schon nachgedacht, und ich denke auch, dass es insgeheim ein Gedanke mancher auf EU-Ebene ist, allerdings wurde der EU bereits vorgeworfen, den Konflikt zu fördern, wenn sie sich einmischte. Ich vermute, dass nicht jeder ein Interesse daran hat, dass dieser Konflikt erstens gelöst wird und zweitens durch die EU gelöst wird.

Vielen Dank für die Erwähnung des Blogs! 
JakovK meinte am 20. Jun, 21:48:
Dana International
Sharon Cohen (geboren als: Yaron Cohen) besser bekannt als "Dana International" hat ja 1998 den Eurovision Song Contest gewonnen. Rundfunkmäßig gehört Israel schon mal zu Europa. Ein Anfang ist gemacht. 
Gregor Keuschnig antwortete am 21. Jun, 09:50:
Auch
"fussballmässig". Israel ist Mitglied der UEFA. 
tinius meinte am 21. Jun, 02:43:
Zum einen denke ich, daß Europa nie so einig sein wird, eher steht es seit geraumer Zeit schon vor einer Krise, die seine Existenz in Zukunft stark bedroht, mindestens aber eine Spaltung wahrscheinlich macht , zum anderen wäre es eine gewagte Option, sich eine Krisenregion und einen Konfliktherd noch zu importieren, zumal auf dem Balkan und evtl. im Bereich Türkei / Griechenland ein jeweils heftiges und möglicherweise mit kriegerischen Mitteln auszutragendes Konfliktpotential droht. 
albannikolaiherbst antwortete am 21. Jun, 07:06:
@tinius.
Man besönne sich so aber auf die eigene, wirklich gemeinsame und gemeinsam gewordene Kultur mit einer gemeinsamen, teils furchtbaren Geschichte, zu der man so aber stünde, die man nicht verleugnete und dennoch für die Zukunft ändern wollte; zum anderen koppelte man Israel von den USA ab, womit ein großes und sehr begründetes Konfliktpotential gegenüber der arabischen Welt entschärft würde, und hätte zugleich die Brücke in die gemeinsame (Kultur-)Geschichte, die wir mit dem Orient haben, neu geschlagen, von Alt-Ägypten über Hellas, Rom, Andalusien, Sizilien usw. Das Abendland entstand um das Mittelmeer im geographischen Sinn fast einmal herum. Man würde etwas aufeinanderlegen, das eigentlich auch zueinander g e h ö r t.
Im Globalismus muß man so nahe Konfliktherde nicht importieren, sie werden da sein so oder so. Und wenn ich mir die Machtverhältnisse anschaue, wäre prinzipiell auch nichts gegen ein starkes europäisches Heer zu sagen - einstweilen nicht, solange auf diese Weise noch gekämpft wird. Wer sich nicht damit befrieden kann, daß die USA eine selbsternannte Staatenpolizei - mehr: mobile Einsatztruppe - jenseits aller Uno-Ermächtigung sind, zudem rechtsimmun gegenüber der Staatengemeinschaft, der kommt um diesen Gedanken nicht herum, meine ich. 
Gregor Keuschnig antwortete am 21. Jun, 09:48:
Der Gedanke,
Israel könnte von den USA abgekoppelt werden, ist reichlich blauäugig. Daran haben weder die Israelis noch die Amerikaner ein Interesse. Israel steht den USA soziokulturell in vielem sehr viel näher als den Europäern.

Ich stimme tinius' Meinung zu. Ein weiteres Problem wäre, dass die EU wenigstens formell nicht mehr "neutral" im Nahostkonflikt auftreten könnte, was den USA spätestens nach Clinton schwer zu schaffen macht. Die Vermittlungschancen der Europäer wären verunmöglicht (wobei ich nicht sage,dass da schon so besonders viel gelaufen ist). 
albannikolaiherbst antwortete am 21. Jun, 10:04:
@Keuschnig.
Ich weiß, daß das blauäugig ist. Aber verneinende Skepsis war schon oft der Grund dafür, daß etwas nicht geschieht. Was die Meinung anbelangt, die Israeli stünden den USA soziokulturell näher als Europa, so halte ich das für zumindest kulturgeschichtlich falsch.
Ich bin auch nicht für Neutralität, überhaupt nicht. Neutral kann kein Mensch lieben. Man müßte eine Position entwickeln, die sowohl israelisch als auch arabisch denkt. Europäisch eben. 
Aikmaier antwortete am 21. Jun, 11:19:
@ ANH; sympathisch...
... ist mir diese kulturhistorische perspektive schon, wie Sie sich denken können. dennoch glaube ich, daß man mit aktualisierungen solcher sozio-kultureller vorgänge nicht gegenwärtiges nivellieren sollte. anders gesagt: merkwürdig doch, daß unter diesen prämissen niemand auf die idee zu kommen scheint, marokko, tunesien, algerien und ägypten in die eu zu importieren, obgleich doch eine entscheidende epoche der europäische kultur (in diesem fall des christlichen "zweigs") im wesentlichen dort sich vollzogen hat, lange bevor dergleichen bei den nördlichen mittelmeer-anrainern überhaupt denkbar war. sic.

schließlich: "eine position, die sowohl israelisch als auch arabisch denkt"? solches scheint mir schwierig zu entwickeln, zumindest von innen. (und nur aus der innenperspektive könnte der konflikt, meine ich, langfristig gelöst werden.) alle israelis, die ich kenne, würden zumindest vehement bestreiten, daß eine solche denkweise ihrerseits überhaupt denkbar sei!