Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008Der Engel Ordnungen, Gedichte. axel dielmann - verlag 2009 d e

 
cellini meinte am 2008/06/17 10:27:
… meine tochter rief mich gestern abend spät noch an, sie war nach dem fußballspiel mit der straßenbahn nach hause gefahren. ihr schräg gegenüber sitzend und stehend 8 junge männer, dem aussehen nach anderer nationalität, der sprache nach in deutschland geboren, dem verhalten nach in ihrem eigenen land im land lebend. diese jungen männer brüllten die ganze zeit durch die straßenbahn „scheiß deutschland, scheiß deutschland, scheiß deutschland.“ im anderen winkel der bahn saßen und standen mehrere deutsche junge männer. mein kind erkannte sehr schnell, in welcher situation sie sich da befand, konnte es sich beim vorzeitigen aussteigen aber nicht verkneifen, einen der dunkelhaarigen jungen männer anzusprechen. er brüllte gerade ziemlich laut „scheiß deutschland“…als sie sich zu ihm umdrehte: „und warum bist du dann hier?“ er war platt, sagte nichts mehr, in dem moment öffnete sich die tür, und meine tochter stieg mehrere haltestellen vor ihrer haustür aus. was sie unterwegs erlebte, glich ihrer schilderung ANH. es waren sogar mehrere deutsche dabei, die nicht nur „heil“ riefen, sondern „sieg heil.“ „mama, die bemerkung in der straßenbahn konnte ich mir nicht verkneifen, aber wenn ich sehe, wie die deutschen sich verhalten, wird mir richtig schlecht. es ist, als hätten diese menschen keinen bezug zu ihrer geschichte. was mich völlig schockierte, daß so nicht nur die junge generation reagierte, es waren auch ältere dabei, und gerade die müßten doch wissen.“ spät in der nacht, so etwas geht immer sehr schnell rum, hörte sie dann, daß die jungen männer in der bahn tatsächlich aneinander gerieten. die polizei mußte auflösen, die strecke war gesperrt. am tage vorher traf sie beim rauchen außerhalb des geschäftes, in dem sie arbeitet, den inhaber des nebenan befindlichen obst- und gemüsegeschäfts… er hatte die flagge seines "heimatlandes" am auto. „nimm die flagge vom wagen, du bist hier in deutschland.“ er grinste, weil er wußte, daß ihre bemerkung ironisch gemeint war. seit vielen jahren ist meine tochter mit der tochter der familie befreundet, sie geht innerhalb dieser familie ein- und aus. „es bereichert mich mama.“ sie hat mehrere sehr intensive freundschaften dieser art, aus diesem grund ist sie auch in ein viertel der stadt gezogen, was bei den „deutschen“ nicht sehr beliebt ist, weil der ausländische anteil der bewohner dieses viertels sehr hoch ist. „dieses viertel lebt.“ sagte sie einmal. mit dem nachbar sprach sie noch eine weile, zum schluß sagte er: „wenn wir gegen portugal gewinnen und die türkei ihr spiel auch, können wir am tag dieses spiels unsere geschäfte sofort schließen. am besten wir vergittern die fenster, oder verkleiden sie mit holz. es wird alles zu bruch gehen.“ 

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Michael