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heute dem fußballtreiben von außen zugesehen. als ich in der menge stand und auf einlaß wartete, bemerkte ich, erst nach einer weile, eine hand auf meinem hintern, die mich dort streichelte. Da presste ein mann seinen schwanz gegen meinen körper und rieb sich an mir. sekundenstarre. dann ein ruck, ein heftiges HE! und ein kinnhaken, der sehr reflexartig meinem ellenbogen entsprang: der mann griff sich an die nase, ich sah etwas blut. mit der seltsamen bewegung eines inflagranti ertappten schlich er davon und ward nicht mehr gesehen. zwei mädchen berichteten mir, aufgeweckt von dem ellenbogenvorfall, dass er sich auch an sie gedrückt hätte und das ich was gesagt habe sei sehr gut - „ja“ meinte ich darauf, „aber das ihr nichts gesagt habt, d a s war schlecht!“
der wahre kampf findet nicht auf dem spielfeld statt oder auf den Tribünen, nicht vor oder nach dem spiel oder vor den Bildschirmen sondern einzig und allein während des spiels auf dem boden der tatsachen: der wahre kampf ist ein kampf um das bisschen Pfand, das sich während der em vor den öffentlichen sicht-plätzen, auf dem asphalt und in den mülltonnen dieser stadt findet… mit schierer überlebensgier schubsen und drängeln sich die paar gestalten, die ihre große stunde zu massenveranstaltungen wittern, bis sie handgreiflicher werden und der ein oder andere wegen 8 cent zu boden geht.
tragik ist komik in spiegelschrift, nicht wahr?
Feelia - 17. Jun, 00:04- Rubrik: Tagebuch
W ä r e n es nur "paar" Gestalten. Bei solchen Veranstaltungen scheinen sie sich jedoch aus jeder Ritze, in der sie sich vermehrten, massenhaft ins vermeintliche Licht der eigenen Schatten zu drücken. Ihre Reaktion, feelia, war großartig. Und erbärmlich der Mann, als er nicht einmal floh, sondern sich wegdrückte. Ich denke aber über diese Formulierung nach und versuche, ein sinnliches Bild zu bekommen: "mit der seltsamen bewegung eines inflagranti ertappten". Es gelingt mir (noch) nicht, obwohl ich spüre, was Sie meinen.
... ist absolut richtig. Ebenso wie Ihr Kommentar den anderen, den stillen, Frauen gegenüber. In solchen und ähnlichen Fällen, deren es tausende jeden Tag in europa gibt, spielen oft sensitive Defizite der betroffenen Frauen eine Rolle. Ich meine: Während eines Übergriffs wissen alle, daß es ein solcher ist. Nur einige wissen mit derselben Sicherheit, daß sie ihn auch entsprechend behandeln können, sprich: sich wehren oder öffentlich das Verhalten des Mannes anzeigen.
Manche dieser stillen Frauen beschreiben eine Differenz zwischen Wissen und Fühlen, zwischen Empörung/Wut und Scham/Unsicherheit über die Reaktion der Umwelt. Eine Differenz, die, das sei ausdrücklich gegen die Biologisten und Genetik-Adepten, die auch in diesem Blog vorkommen, gesagt: NICHT genetisch unausweichlich ist, sondern in Generationen anerzogen und, auch in "unserem" "emanzipierten" Europa nach wie vor virulent.
Nicht bei Ihnen. Sie wissen aus der Stille den Ellenbogen zu führen. Das deutet auf Wissen und Fühlen im Einklang hin. -- Worauf vielleicht auch Ihr Name (nicht der "wahre", der nick) deutet: You feel ya - und das ist gut so!
PS.: Guter Titel! --Schland. Was bleibt, wenn diese Land -wie am Fußballabend- keinen "Deut" mehr wert ist??
ich kann nicht sagen, daß ich nicht besagte differenzen empfunden hätte. eben d a s war die sekundenstarre. aber meinem kopf, der noch damit beschäftigt war, die berührung einzuordnen, kam mein körper zur hilfe und stieß den mann ab… da ist immer eine starke reaktion in mir, ein reflex, den ich kaum zu beherrschen vermag, aber das ist eine andere geschichte. ich w u ß t e nicht, wie mich zu verhalten, aber e t w a s schien zu wissen.
in anbetracht ihrer wohlgesinnten einschätzung im hinblick auf meinen namen, will ich noch kurz anmerken, daß ich einer der ambivalentesten menschen überhaupt bin und das keineswegs bei mir wissen und fühlen im einklang sind… obwohl: wenn alle stimmen gleich laut schreien, könnte das nicht schon wieder ein einklang sein?
Es gibt eine Szene in >>>> MEERE, die etwas ganz Ähnliches erzählt. Ich hab's mal rausgesucht:
Ein paar Monate zuvor hatte sie einem Skinhead das Nasenbein gebrochen. Sie hatte in der Kneipe gejobbt, noch irgendwo einen Rotwein genommen, es war sehr spät geworden, vielleicht zwei, vielleicht vier. Ein Stückchen ging sie zu Fuß durch die einsame Straße, doch der Taxistand war leer. Kein Mensch mehr war draußen. Sie ging weiter, sah endlich ein Taxi vor einer in die Nacht leuchtenden Frittenbude stehen, die Fahrertür offen, wahrscheinlich nahm der Mann einen Imbiß. Also trat sie ein. Ein paar Skins fläzten sich herum, hinter der Theke stand niemand.
„Ist der Fahrer des Taxis hier?“
Von drüben winkte ein Mann. „Komme gleich, noch einen Moment.“
Einer der Skins sprach Irene an. Was heißt sprach an? „Hol mir ’n Bier“, befahl er.
„Ich warte nur auf das Taxi.“
„Du sollst mir ’n Bier holn!“
„Sorry, ich gehör hier nicht hin.“
„Wenn ich dir sage, daß du mir ein Bier holn sollst, dann springst du!“
Irene wollte in Richtung auf den Taxifahrer weiter, da packte sie der Skin im Nacken, faßte in ihre Kette, riß sie daran zurück.
„Ich weiß nicht mehr, Fichte, wie es kam, aber ich hab mich einfach herumschleudern lassen und ihm mit der Faust eins auf die Nase gegeben. Die andren Skins haben gar nichts getan, nur geglotzt, als dem Arschloch das Blut aus den Augen kam. Es lief ihm richtig aus den Augen!“
Der Skin starrte Irene wie durch einen roten Filter wehrlos an.
„Das ist ihr Führer gewesen“, kommentierte Wernecke später, „ganz bestimmt. Sonst wäre Irene von allen zugleich angegriffen worden. Aber so hat sie, indem sie den Führer besiegte, die ganze Gruppe besiegt.“
„Alles ging so wahnsinnig schnell, ich weiß überhaupt nicht mehr... Jedenfalls war dann auch der Wirt da, er rief die Polizei. Und der Taxifahrer nahm mich einfach an den Schultern und brachte mich raus. Er wollte nicht einmal Geld, als er mich heimgefahren hat. Krieg ich jetzt eine Anzeige, Fichte?“
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
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stabigabi5 - 14. Okt, 21:04
ich hab die eier gestern und heut ...
ich hab die eier gestern und heut auf die aussicht getragen. ich hab sie heil wieder mit runter gebracht. ... Sun-ray - 14. Okt, 20:49
Nein, wir führen nicht nur Selbstgespräche.
Alles, ...
Nein, wir führen nicht nur Selbstgespräche.
Alles, was wir sagen, kommt an -
vielleicht nicht dort, ... Paul Reichenbach - 14. Okt, 12:59
Where is the Gatekeeper ? 14.10. ...
Der Schleusenwärter hat Urlaub oder liegt krank im Bett oder, was noch möglich ist, sitzt in seiner ... albannikolaiherbst - 14. Okt, 09:00
Arbeitsjournal. Dienstag, der 14. ...
8.42 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
B is fast zwei Uhr mit dem Profi in der >>>> Bar gesessen und ... albannikolaiherbst - 14. Okt, 08:51
@read An. "als hätte ich selbstgespräche ...
Wir führen im Netz a l l e Selbstgespräche, wir sind so etwas Unmögliches wie kommunizierende Monaden. ...
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