„Laß uns Freunde sein.“
Auf die Frage, ob Freundschaften möglich seien zwischen Männern und Frauen, kann eindeutig mit Ja geantwortet werden. Nur hat diese Antwort eine Bedingung von absolutem Charakter: daß es nämlich keinerlei erotische Anziehung zwischen ihnen gibt, und zwar beiderseits; bzw. sofern sie sich bereits erfüllt und parasymphatikoton beruhigt hat. Dann. Und n u r dann. Besteht ein Begehren selbst nur von einer Seite, ist eine Freundschaft, die ruhige und warm-nahe Sachlichkeit wäre, selbst um den Preis des Verzichtes unmöglich. >>>> Langjährige Ehepaare sind genau darum meist nicht mehr Gatten, sondern eigentlich Freunde.
(CDXLXXIII).
Dieser Sachverhalt macht selbst die Lehre heikel. Die Vorderen hatten schon Grund, auf einer persönlichen Trennung von Lehrer und Schüler zu beharren und Autorität undemokratisch zu ritualisieren. Wieder anders reagierten die Alten, die sehr klug den Mentor an ein Verhältnis zu seinem Schüler banden. „Vorpreußisch“ war Lehre immer auch Gymnophilie. Dies war, anders als bei den Vorderen, die formal handelten, m e n s c h l i c h, d.h. naturgemäß, und garantierte eine Innigkeit des Wissens, das im Formalen entfremdet und als Formales dinglich wird.





















