femme100tetes meinte am 2008/04/24 10:34:
@ homme/automne; Fremdheit und Andersheit
Es gibt eine mekrwürdige Spannung zwischen dem Gefühl des Andersseins, das sich "automatisch" einstellt, wenn man in einer kulturell ganz anders geprägten Umgebung ist (etwa im ländlichen Indien oder in Japan, aus meiner Erfahrung) und einer Fremdheit.Diese ist nicht unbedingt an das Anderssein gekoppelt; beispielswiese fühlte ich mich in einem Pariser Restaurant weit weniger anders als in Kalkutta, jedoch viel "fremder". Das hängt natürlich mit der Weise zusammen, in der einen andere Menschen ansehen, empfangen usw. - das mußte ich nur assoziieren.
Ihnen geht es ja um etwas anderes: die Strategien der Anpassung.
Einerseits die Mélanges, wie knotcher95 sie aufführt, die aber, wie im Kaffeehaus, beide Bestandteile schwächen können: Clapton hat z.B. das, was Blues gennant wird, geschwächt, vergleicht man ihn mir Ali Farkah Touré. Und doch berührende Musik gespielt...
Jenseits eines peinlichen Multikulti, wie Sie es beschreiben, gab es aber immer Formen der Symbiose zwischen Europäern und dem Fremden, die auch Elemente von Mimikry enthielten. Denken Sie an Richard Burton, der sich offenbar in Deutschland einer Beliebtheit erfreut, oder an >>>> Mary French Sheldon. Oder an Friedrich Rückert, etwas akademischer, der 17 Sprachen beherrschte, Qur'an und Veden ins Deutsche übersetzte.
Übersetzung als Ausweitung Ihrer Notiz schlechthin: Der Übersetzer muß "heimisch" in der Sprache des Werkes sein, zugleich aber in der Sprache und Kultur der Übersetzung, die aber ihrerseits nicht zu "einheimisch" wirken darf, um dem Original nicht das eigene zu nehmen: Die Übersetzung verhält sich zum Original als etwas Anderes, muß aber zugleich zu ihrer eigenen Sprache eine Reserve Fremdheit bewahren.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4883115/#4885175
albannikolaiherbst antwortete am 2008/04/24 10:59:
@femme100têtes.
Sie haben völlig recht; meine Kritik an Multikulti bezieht sich auch nicht auf symbiotische oder versuchssymbiotische Vorgänge. Und ganz selbstverständlich setzt sich Kultur-an-sich schon aus gar nichts anderem als immer wieder Fremdem zusammen; nur muß etwas Eigenes dasein, das, sagen wir mal, "partnerschaftlich" überhaupt auftreten und Gesprächspartner werden kann, Liebespartner werden kann, für eine Nacht, für Jahre, für drei Wochen, für ein Leben, ganz egal. Ohne das aber ist selbst ein One Night Stand ohne letzte Befriedigung. Deshalb mein in letzter Zeit verstärktes Pochen auf dem Eigenen einer kulturellen Herkunft. Vielleicht wird es jetzt in der Tat Zeit, daß ich meinen umstrittenen, wiewohl noch immer nicht publizierten, eigentlich für den FREITAG geschriebenen >>>> Text um Kulturverrat durch die Linke in Die Dschungel stelle, dessentwegen man mich nun bereits oft einen Rechten zieh.Vielleicht morgen. Heute >>>> war mir der Stockhausen näher.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4883115/#4885254
knotscher95 antwortete am 2008/04/24 12:44:
coke n croce for the fokes
Ja leute, die kultur besteht aus fusionsprozessen.Wenn man den blues anschaut so basiert der auf pentatoniken.
Pentatonik scheint aber das gerüst der welt zu sein.
Man erwäge die luft zwischen den noten.
Stockhausen schrieb den tonhöhen das metrum zu : die letzte konsequenz
Eines demokratischen umgangs mit materie, die sich schon aus der
12-ton musik herleitete.
Sicherlichlich kann man auch einen 12-ton blues komponieren.
Oder 12 – ton kaffeehausmusik machen.
Das pochen auf die eigene kulurelle herkunft ist halt das misstrauen.
Da sind sich die völker einig.
Misstrauen tut man aber auch sich selbst, dem nachbarn, dem kiez,
der stadt, dem land der welt, dem menschen.
Den universen nicht.
Ich sagte das : fragen sie die frauen.
Oder wollen sie wie ein spazierstock tanzen ?
Ich war gestern wieder unter den pimps.
Komische leute.
Wenn sie ihre chicken schlagen, dann schlag ich sie.
Versprochen.
Aber ansonsten ?
Fahren die halt ihren opel.
Es geht doch darum, dass man sich nicht aussperrt.
Und was ist unsere kultur ?
banane ?
kaffe ?
kokain ?
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4883115/#4885521





















