knotscher95 meinte am 2008/04/23 22:30:
agent provocateur sie einer
Bitte keinen aufsatz, herbst, fragen sie doch erstmal die frauen :Meinen sie das bauchtanzen wäre kein tanzen ?
Nun es kommt halt irgendwo anders her.
Wie der döner oder der blues.
Das eine tanzt, das andere schmeckt und das andere ist traurig.
Fragen sie denn am ihren pc., wer das programm schrieb ?
Ob der schwarz, gelb, rot oder weiss war ?
Oder diese konsequenz :
Was hat ein drumset ( schiessbude ) in der ernsten musik zu suchen ?
( martin )
oder was macht die elektrogitarre im musikantenstadel
oder in türkischer volksmusik ?
die sopranistin im doom-metal ?
hardcore-music und headbanging in teheran ?
krautwürstel an der copacabana ?
bikinis an der ostsee ?
der chemiker im bioladen ?
der maybach auf dem parkplatz vor dem biotop ?
die latte im macchiato ?
der vogel im käfig ?
der kopf im käfig ?
der käfig auf reise ?
angst ?
Man hätte die latte im giorno lassen sollen ?
Oder sticky fingers reinmachen ...
( stones )
das ist die frage.
Ihre argo les ich übrigens echt gern.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4883115/#4884131
albannikolaiherbst antwortete am 2008/04/24 06:08:
@knotscher: "es kommt halt irgendwo anders her".
Das eben glaube ich nicht mehr; diese Meinung ist mir mir zu profan. Selbstverständlich kommen Einflüsse i m m e r anderswo her, und es ist nichts dagegen zu sagen, sie in ein Eigenes hineinzunehmen und entsprechend zu beformen. Was ich im Auge habe und was mir heute peinlich ist, das ist diese Art, so zu tun, als wäre man etwas anderes, diese Art, sich mit dem Fremden, weil es exotisch ist, zu identifizieren, als entbände das von der Auseinandersetzung und Kultivierung eigener Identität. Um bestimmte Ausdrucksformen gestalten zu können, muß man sie auch leben, und zwar mit all der Erfahrung, die zu ihr hingeführt haben. So etwas kann über Generationen gehen. Der "schwarze Blues" ist ein gutes Beispiel für das, was ich meine; er wird, von Weißen gespielt, nahezu immer ein "weißer Blues" - und das ist auch völlig richtig; es ist kein Werturteil, sondern im Gegenteil Achtung vor dem Fremden, Respekt vor einem Anderen, wenn man sich das klarmacht und es zu fühlen beginnt. Bei diesen bauchtanzenden Frauen trat, ich erinnere mich noch sehr genau, der Effekt ein, daß die Aufführung schreiend komisch wirkte, wenn man einmal all die Peinlichkeit hinwegschluckte. Aber jeglicher Eros war unwiderbringlich verloren. Das liegt aber schon an dem Multikulti generell; allein dieses Wort ist in seinem gutgemeinten, naiven Äquivalenz-Charakter von einer ungeheuren Erniedrigung des Fremden; es ist dumm und anmaßend, weil es harmonisieren will und diese Harmonisierung Differenzen auslöscht. Multikulti ist, so gesehen, eine Gewalttat. Übrigens habe ich einen ganz ähnlichen Eindruck, wenn ich Frauen, und neuerdings auch Männlein, in Tai-Chi-Figuren scheinversenkt sehe - nichts gegen eine Ankultivierung fernöstlichen Kultur-Ausdrucks: aber mindestens sollte dem ein Jahr fernöstliches Kloster vorweggegangen sein, damit man nämlich überhaupt erst mal e i n e Tür, und es ist dann immer noch nur die Gartenpforte, in das Bewußtsein eines Anderen öffnet.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4883115/#4884701





















