Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 d e

 

herbst - made in the dark

I´m good enough for nothing
& nothing is good enough for me.

das ist es was ich an diesem mann mag:
diese verzweifelte involviertheit.

der krieger richtet in friedenszeiten
alle gewalt gegen sich selbst.

butterflies follow
lovingly the flower-wreath
placed on the coffin. (Meisetsu)

solange man bei bewusstsein ist
macht man keine essentiellen erfahrungen;
und wenn man essentielle erfahrungen macht
ist man nicht mehr bei bewusstsein.

diese ungeheure verschwendung von mimikry:
menschen wie blumen in einem gewächshaus.
karneval der stile.

das kollektiv hat nur einen sinn
wenn der einzelne ihm einen sinn gibt.

allem nützlichen haftet eine gewisse frivolität an -
denn am ende ist doch alles nichts.

der sehnsucht dem kitsch der menschlichkeit zu entkommen
entspricht nur der krieg.
knotscher95 meinte am 19. Apr, 03:25:
rebreak for that polite man
Nun, mylord or my lady, that could be almost worser than
anythin around the mirror capably or anywise, please keep a look
on yer folder, which proves or not yer mindbehavings or not that.
Auf deutsch gefragt – man liebe es – was eigentlich wäre bewusstsein ?
wäre das selbstbewusstsein ?
Was aber könnte selbstbewusstseyn sinn ?
xxxx too/ oh - ?

ein unterbegriff vielleicht ?
und gehts noch drunter ?
( irgendwie von nietzsche geklaut )

I follow the line :

“der sehnsucht dem kitsch der menschlichkeit zu entkommen
entspricht nur der krieg.“

Ja krieg ich das oder nicht ?
hinn ?

Nun : selbstbewusstsein ist die erfahrung mit den eigenen sinnen :
tastsinn / geruchssinn / hörbewusstsein / geschmackssinn / und man/frau
( AU ? ) sieht etwas ...

Denken sie sich bitte jetzt das was ich mir denke.
Es ist lustig.
Ziemlich lustig.
So lustig wie sie niemals zuvor tanzten.
- vor ihrer vernetzung.

That coffin that place that sexton that underclothes that smile about it.
That place or mindopening behaviors in concerneable patternflows into the scenes.
BAD SCENES. 
knotscher95 antwortete am 19. Apr, 05:59:
ach übrigens . hören sie mal liz phair, was ich gerade mach -
oder sind sie überhaupt schon fähig dazu - sprich in der lage ?
hm - für ne blonde frau ?
schade, dass ich sie immer für etwas blöd halten muss :
wie sie schon argumentatationsuntüchtig sind :
da lacht doch lachenmann :
er spielt mit ihren streichhölzern ohne köpfe gleichmit.
und ich lache schon viel besser.
aber warum bleibt animistisch :
so schön mit-gefühlt ?

ihr knotscher am navel.
where-else in the world.
ever.
DOWN.
AND OUTTA THAT BULLSHIT ?
U will guess and see I know.
not even everything,.
maybe some waves.
sun flowers.
THE SUN. 
Ifone meinte am 19. Apr, 13:28:
@Lasche, lauwarme Einsichten, findeiss
Ihr,

die ihr pneumatisch gefedert auf Drehstühlen sitzt,
in Abholsofas oder auf wiederbezahltem guten Holz.
In Redaktionen, Laboren, Lofts, Etagen, handgemachten Ateliers.
die ihr immer noch an irgendeinem Band steht,
in gläsernen Fabriken, bei einem Platzkonzert,
einer Preisverleihung, in der Fertigungszelle,
klimatisiert neben dem Blumentopf, kreativ.

Die ihr menschlich dekoriert seid von Null bis Vierundzwanzig Uhr.

Ihr, die ihr mit Händen Euch nach Tatstaturen dehnt
oder abstützt auf dem Fensterbrett in einer Raucherpause
Ihr, die ihr vor Schulklassen sprecht, vor Wassergläsern,
vor Mikrophonen, vor Kameras, vor dem Aschenbecher, vor dem Barkeeper,

vor der Angst -

- die ihr an Schläuchen hängt, an Mündern, Mäusen, Flaschen, Gläsern und Trompeten.

Ihr, die ihr durch Straßen oder Herzen auf zwei Beinen geht
euere Tiere streichelt und noch einmal sterbt -

in Häusern, zwischen Mauern, auf Wegen -

Ihr, die Ihr noch einmal atmet -

An Euch richte ich meine Rede.

Was glaubt ihr, was Ihr seid? Was glaubt Ihr - wer?
Die ihr zusammenzuckt und Haltung annehmt, wenn sich irgendwo eine Türe öffnet.
Habt Ihr Euch heute schon an die Hand genommen?
Euch umarmt beim Probezeitgespräch?
Wenn das Telefon klingelt, was glaubt ihr, wer dran ist?
Wart Ihr heute schon am Briefkasten?
Die neuesten mails schon abgeholt?

Ihr wollt Individuen sein.

Nehmt Eure Augen und geht.
.
Geht zur Arbeit. Zur Freundin. Zum Chef. Ins Studio. Ins Kino. Nach Hause. Aufs Klo.

Aber geht bloß nicht -
- aufs Ganze.

Ihr, die Ihr Eure Schwänze und Muschis,
Eure Stachel und Mösen in die Hand nehmt.
Eure Vulvas und Penisse, die Millers und Nins
wie Ohrenreiniger und Bauschaum
geschäftig der Wolfsfrau ins Blut fuchtelt
oder dem erlesenen Wilden Mann

Ihr, die ihr Leidenschaften aneinander reibt,
auf dass sie noch einmal verwandeln sich
im Feuerzeug von Emma und Maxim
als Funken von Homme a Femme
zum Flämmchen von Mann und Frau

Euch also sage ich: Dass Feuer ist gebannt, und aufgerieben Eure Leidenschaft.
Aber die Sehnsucht qualmt noch ganz erheblich.

Ich kann sie riechen. Ich atme sie ein.

Ihr wisst so viel. Leider. Gott sei Dank.
Aber immer noch wisst Ihr zu wenig.

Hofft und schafft. Denn schaffen werdet ihr es sicher.

Ihr schafft es mit Gedichten, mit Versen, mit gutem Essen auch.
Und ihr schafft es noch einmal mit den Hormonen.
Ihr werdet es schaffen. Ich weiß es.

Nehmt Eure Hände und handelt.
Nehmt Eure Beine und lauft.
Nehmt Euer Denken und glaubt.

Glaubt an den See. An den Wald. Ans Gebirge. Ans Meer.
Glaubt an den Mann und an die Frau.
Glaubt noch einmal richtig fest.

Ihr müsst fest zuglauben.
Richtig fest.

Ja, so! So ist es gut!

Und die Freiheit nicht vergessen. Vergesst Eure Freiheit nicht.

Ihr da, Zwischen den Regalen - seid so frei: Wählt.

Und ihr da, vor den Tellern der Konzeptgastronomie - seid auch frei!
Frei über dem Geflügel und dagegen und ganz anders.
Und Ihr, die Ihr Euch vom Allumfassenden abwenden wollt - tut es!
Prüft Euren Eigensinn. Seid verspielt. Und rutscht über den Buckel
den Labels, Marken und Konzernen. Werdet kreativ.
Werdet eigensinnig. Ihr seid es - das weiß ich.

Oder trinkt einfach nur mal ein Bier.

Nehmt dann Eure Ohren und hört.

Hört zu.

Hört Ihr das?

Das Summen der Festplatte unter den Zeilen des Schreibers?
Wie ein Penny fällt und ein Speicher sich dreht?
Den Kiesweg am Schuh des abendteuren Erzählers?
Das Schnarren der Freisprechanlage in seinem Buch?
Das Kratzen der Feder? Das Klicken der Maus?
Den Lackierautomat

Hört ihr das?

Hört Ihr die Geburtstagslieder der Neunundreißigjährigen Frauen?
Hört Ihr das Telefon? Den Durchruf? Klingelt es schon?
Die Gewichte im Wellnessbereich nicht zu vergessen,
beim Einrasten machen sie Klick.
Hört Ihr die Papiere rascheln, das Krümeln der Kundenkekse,
das Tuscheln der Vorzimmerpapageien,
die Lüftung des Projektors zur Präsentation?

Hört Ihr, wie es sich
- - bespricht?

Wo sind die Turnschuhe?

Psst! Seid doch mal ruhig, sagt die Kanzlerin.
Was sagt sie?
Was sagt der Aussenminister?
Was sagen die genau?

Hört zu, sagen sie. Hört uns genau zu.

Und sie sagen:

Nehmt Euer Glück und seid glücklich.

Was sagen die?

Was sagen dazu die Sänger, die Klänger, die Dichter?

Nehmt Euer Wesen, seid wesentlich.
Ihr müsst wesentlich sein. Habt Ihr gehört?
Mit Schmutz auch und Schrei auch und Stimme - jawohl.
Den Schweiß nicht vergessen, den Fleiß und den Charakter.
Das Sperma, den kleinen großen Streit, den Rhythmus dazu-

Das Blut, das heute noch Euch gehört.

Ja natürlich, wir meinen den Sex, ihr wisst schon wie das geht. Na also.

Nehmt Eure Augen und seht:

Seht die Bahn. Den Club. Das Café..

Ihr, die Ihr Abends berauscht seid und Morgens bereit.
Ihr, die Ihr da steht hinter den Männeken-Türen, vor den Pinkelbecken,
über den Wasserhähnen, in der Theaterpause
Ihr, die ihr vor den Spiegeln das Gesicht noch mal überprüft,

wie ihr da wieder raus kommt aus Eurem Blick,
abgetrocknet, in der Tasche den Kugelschreiber
ein Kratzen im Hals, Ihr -

- die Ihr Euch noch einmal kurz räuspert.

An Euch gerichtet sei meine Rede.

Es freut Euch sehr, die Worte zu tätscheln,
gestaucht, so gedreht, zerfremdet, zerspielt
Im Leder baumeln sie an der Wand Eures Kellers
Zum Lachen und Weinen geht ihr dahin
die Treppe hinab, sie dort ein wenig
zu knuffen.

Lasst Sie in Ruhe die Worte, oder im Dunkeln, oder lasst sie verdammt noch mal frei!

Aber belästigt sie nicht mit dieser Behandlung.

Macht das Licht aus oder macht das Licht an,
aber Beides geht nicht zusammen

Subjekt. Prädikat. Objekt. Ein Gedanke.
So funktioniert das. Habt Ihr's kapiert?

Was glaubt Ihr was Ihr seid? Was glaubt Ihr - wer?
Hier rumbrüllen oder was? Halt die Fresse!

Ihr, die Ihr schaut nach den kleinen Rissen,
nach Anzeichen gierig seid Ihr, nach Klecksen,
Pixeln, Körnchen, Falten, Härchen und Tapeten
Wie ihr daran schnuppert, danach tastet, es befühlt.... mein Gott.

...dabei befühlt es längst Euch, Ihr Idioten, es befühlt Euch zurück.

Noch ein paar Schamhaare?
Noch ein paar Regentropfen?
Noch ein paar Eier von Fabergé
Noch ein Kormoran? Noch ein Zitronenfalter? Noch ein Stück Kuchen?
Lügner seid Ihr.
Feine schöne kleine große Lügner.

Ich bin es auch. Aber ich lüge wahrer.

Geht Lügen, aber macht die Tür zu. Es zieht.

Geht Skifahrn. Geht Wandern. Geht Dichten. Geht Kacken.

Geht Federball spielen.

Na und? Nichts mit Na Und!

Habt Ihr vergessen, was Frühling ist?
Ich meine nicht den. Und den mein ich auch nicht.
Ich meine den richtigen Frühling. Den Großen. Den Schönen.
Den Wirklichen.
Genau den meine ich. Den da!

Ich scheiß auf die Amsel.

Ich meine den, wo man Recht noch im Unrecht hat.
Ich meine den, der nie ganz zu Recht kommt.
Und deshalb genau richtig.
Den Frühling nicht in den Blättern oder mit den Blättern, sondern AUF den Blättern.
Im Denken. Und dazwischen. Genau den meine ich.

Ich meine Euch. Eure Wahrheit.

Was seid Ihr für traurige Schneemänner.
Passt auf, Ihr taut gleich weg.
ES taut Euch weg. Die ganze Zeit schon.
Es taut, aber ihr traut Euch nicht.

Ihr wollt jung sein, dabei seid Ihr alt.
Alles was ihr habt ist Angst und ein sehr kurzes Leben.
Aber Angst und ein sehr kurzes Leben sind noch keine Phantasie.
-
Ihr werdet zerfließen, wenn Ihr Euch nicht bewegt, passt bloß auf.

Es könnte Euer letzter Winter gewesen sein,
bevor die Sonne kommt, die Böse.

Aber Ihr bewegt Euch ja schon, nur wisst ihr's noch nicht.

Es bewegt Euch.

Es bewegt Eure Gedanken wie hinter Gardinen die Schatten guter Bürger,
hinter Fenstern, Jalousien im Kopf einer Kleinstadt,
denn immer ist da auf der Straße noch ein bisschen was los.

Die Spitze des Schirms bewegt es, der Euch in der Hand hat.
Mit dem Ihr den Kreis in den Sand zu den Füßen hinzeichnet
Da unten, wo Ihr Gedanken verliert solange,
bis der Kreis sich ganz um Euch schließt.

Es bewegt Euch auf den Plätzen, in die Geraden, in die Bögen, die Hyperbeln -

Es bewegt euch über die Pfützen, in den Garagen, hinter den Masken, in den Maschinen.

in den Bremsweg auch, in die Trampelpfade, zum Kiosk, zu Kaisers, zur Lesung, zum Dienst.
Dahin bewegt euch das, was euch bewegt.

Aber nie bewegt IHR Euch - und schon gar nicht aufs Ganze.

die Zähne hinter den Lippen weiß bewegt es Euer Gespräch
beim Nicken des Kopfes am Apparat.
das ganze Kleingeld, das Knistern der Freuden, Gesten, Blicke, der Augenschläge, Lider, Silben,
Diskurse, Nippel, Ohrläppchen,

Klimpernd taumeln diese Pennys blind in Eurer Untertasse.

Stark aber bewegt es schon die Blüten der asiatischen Blumen
wo sie lächelnd die Köpfe schon wegdrehen von Euch
,
Es bewegt Euch hinein in die Köpfe, in die Zungen, zu den Haaren, in den Biss, ins Kissen, zum Kuss, hin zum Bus
- der fährt hinauf bis in die Höhenlinien der Fingerkuppen
in die großen Sommerferien des Körpers -
dahin bewegt es Euch - dösend
und - ach so bewusstlos.

Schreibt dann Ansichtskarten
von Eurer noch einmal geretteten Haut,

vom Nabel, vom Ellenbogen, dem Knöchel, dem Knie:
"Ihr Lieben daheim, wie schön ist es hier
und stellt Euch vor, beste Grüße, dein Mensch."

Sowie Ihr das tut, so tut es Euch gut,

denn so bewegt es Euch - ja.
So hat's schon immer bewegt Eure Pläne
die Sprache, die kleinen und großen Verträge,
die Sagen, die Zeilen, Ziffern, Rechnungen, Frage, Antwort, die Preise.

Und bewegt hat's immer das Ergebnis und oft auch: Den Krieg.

Aber was macht Ihr damit jetzt?

Nehmt Eure Augen und seht.
Nehmt Eure Finger und fühlt
Nehmt Euer Denken und formt.

Formt das Gefieder und die Flügel,
Formt Strophen, Gehäuse, formt Schollen, formt Staub.
Formt Euer Eis neu, den ganzen Matsch, oder die ganz alten Formen.
Formt einfach noch ein bisschen vor Euch hin -
Ja - oder formt doch mal wieder was ganz Neues

dabei formt es längst Euch, ihr Idioten, es formt Euch zurück.
Es formt eure Form, euern Stoff, euer Wesen.

Es formt Euch zurecht.

Es formt Euch an den Eiern und die Stöcke - ma Femme - formt es auch.

Es hat Euch an den Eiern.

Es hat Euch im Griff und Ihr seid zufrieden.
Kleine Gärtner, harkt Eure Zeilen, streichelt das Kind.

Ihr Kinderstreichler.

Da liegt ein Blatt noch, dahinten, vergesst das bloß nicht.

Vergesst aber auch nicht, was Ihr seid und wofür!

Seid Ihr geboren worden für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels?
Hat die Mutter unter grünen Tüchern Euch herausgeschrien,
damit das Ding dann Geige lernt oder Sonette schreibt
die immer längst von wem geschrieben worden sind?

Was glaubt Ihr, was ihr seid, was glaubt Ihr wer?
Ihr sollt ja Geige lernen, doch sollt ihr nicht vergessen.

Habt Ihr vergessen, wie Ihr ward, als ihr da rauskamt? - und warum?
Gebt Ihr mit Versen jetzt zufrieden Euch, mit Liedern, ein paar Ficks?

War's das schon? Solls das gewesen sein?
Glaubt Ihr, dass ihr lebendig davon seid,
Zu irgendeiner Welt auf diese Weise kommt?
Geschweige denn durch irgendeine Tür?

Nee, Nee, Nee..

Wenn ihr nicht mehr drauf habt als das - dann seid Ihr tot.
Von dieser Welt verlangt ihr dann nicht mehr als Euer Grab und unser.
Da liegt Ihr dann drin, schon bequem, gemütlich, unterm Leselämpchen
womöglich zahlt Ihr's auch noch ab zum Zins von zwölfeinhalb Prozent.

Tote Menschen, nie geboren, nie lebendig - schade.

Ihr wollt Dichter sein? Nichts da.
Fischfutter seid ihr, und reichert es weiter an.

Stoizisten. Mitmacher. Feiglinge.
Gedankenverweigerer. Mythologen, Hobbyrömer
Funktionäre. Klassiker. Verseschmiede.
Klassisch ging das immer schon alles mit denen
bis zum schwärzesten aller Klassiker dem: in Polska.

Klassizisten Ihr, wendefähig lektoriert
Die Nase im richtigen Wind, überlebens-ertüchtigt,
simuliert den Gleichmut/ Widerspruch nach Bedarf
und geht dabei noch einem Wehrdienst voran.
Ladet krachend die Form durch, die Jamben
schiebt ihr ins Magazin der Genießer und Faltenbügler
vom großen Lebendigkeitsdesign.

"Ein gelungener Endreim reißt keinen mehr vom Barhocker"
Vor Jahren wusste das ein wirklich guter Dichter schon .
Sehr richtig, sag ich dazu: Denn der nichtgelungene
reißt auch keinen da mehr weg.

Ihr aber tut so, als hätt sich was dran geändert.
Zum Anschluss zu feige, zum Denken zu faul.,
Zu sehr gesichert für ein Künstlerleben.
wenn auch der Cent euch gelegentlich fehlt.

Deshalb geht ihr zurück, weicht aus der Spur
und drückt den breiten Arsch an die Bande der Stoa.

Gute Gesellschaft. Herzlich Willkommen. Sieg Heil.

Weit dringender aber als den Taschen
fehlt dem Kopf der fallende Groschen.
Wenn der da nicht einfällt, spielt niemand am Flipper,
wächst der Einwurfschlitz zu im Laufe der Zeit.
Die Kugel bleibt ruhig und blinder werden die Bilder.

Nur Eure Kerzen kleckern noch pünktlich zum Gedenktag
wenn Mutter Kultur ruft zum Widerspruchsbrei
zum Andersheitsdienst in den Mythenwald.
Da schleicht ihr dann eben gerade noch hin...

...zur Fütterung.

Aber Schiller wenigstens hatte da noch paar Äpfel
wo bei Euch der Prozessor jetzt summt
neben den Widerspruchskerzen Im Korrektchen,
dem Säckchen, dem vollen beredten Schweigen.

Ihr Funktionäre.

Ihr kleinen Lichter im Etui,
in der Dekoschale
beim Italiener um die Ecke.

Das also zündet Ihr an und nennt es dann: Feuer.

Ich hol gleich die Feuerwehr, tatü

Ihr Bataille-geschulten Schaufensterdekorateure der kleinen Verhängnisse
Ihr Erotiker von der mittleren Gage.
Ihr Fremden-Elegiere und Klageplüschbären
Ihr sandgeformten Sarkasten
mit der Intensität von Hustenbonbons.
Dante würde sich im Grab umdrehen.
Bataille würde gleich noch mal aufstehen
Und dann nochmal.
Und nochmal.
Verglichen mit Euch ist sein Staub noch am Ficken.

Eure Abholverse aus dem Interessanthauskatalog.
Eure Gedankensimulanten aus der Gemüsekombüse.
Eure Schleifgeräusche in den Sprachtraumkabinen.

Hallo? Wenn man's verstanden hat, nervt's irgendwann nur.
Ihr könnt das Ding also mal abstellen.

Reisst Euch zusammen, ey!
Ritter von der ratlosen Gestalt
werdet erwachsen oder werdet Fischfutter.
Beides zugleich geht nicht.

Nehmt Eure Finger und fühlt
Nehmt Euer Denken und denkt
Nehmt Eure Augen und seht.

Seht, die man nie ganz ansehen darf mit ganzem Aug,
Seht, die nachmittags gelb ihre Scherben lang durchs Zimmer säbelt.
während UhrZeiger im Rund rast neben den Balkonblumen,
deren Halse und Köpfe sie hin und her dreht wie an der Schnur ihrer Schatten.
Seht, die das Ping- Pong - Spiel macht:

Seht die Sonne -

- die uns heute noch gut. 
femme100tetes antwortete am 20. Apr, 23:03:
@ Ifone; der Wechsel der Form.
Tut Ihrem Schreiben gut. Bei den ersten beiden Zeilen dachte ich, der Titel sei als Provokation, als Urteil gemeint. In der Rückschau sehe ich: Es war eine Inhaltsangabe... Aber nicht nur.

"Es formt Euch zurecht." -- So. Sie formt es nicht?

Warum haben Sie vor diesem "Es" solche Angst? Weil es sich als zorniger Sonnengott herausstellen könnte?
Und in diesem Falle: Was wäre gewonnen, wenn alle "fühlen, denken, sehen"? 
Ifone antwortete am 21. Apr, 00:38:
@femme
Wollen Sie mit mir flirten? Nur wenn sie dunkle Augen haben.. 
femme100tetes antwortete am 21. Apr, 09:23:
@ Ifone
Vielleicht. Aber nur, wenn meine Augen dunkler sind als Ihre Absichten...
.
.
.
.
.
Antworten Sie auch auf meine Fragen? 
Ifone antwortete am 21. Apr, 14:51:
@femme
Warum nur, Femme, stelln Sie da Fragen,
auf die schon Antwort ich hier gab?

Gut, sag ich denn, ich geb's nochmal für Ihre dunklen Augen.
Nicht weniger gewonnen wär damit, denn ganze Helligkeit,
die sonst verloren ging ganz ohne Denken, Fühlen, Sehen -
offnen Augs.

So dies anzunehmen, sprech ich davon, was früher einmal Wirklichkeit
geheißen hat. Nicht um uns auszuliefern der Notwendigkeit,
vielmehr denn wirklich erst im Wesen zu begreifen das,
was innewohnt, anstatt sich blind nur ihrem "Wirk" zu liefern.

Dies "Wirk" nun mein ich mit dem "Es", das der Artikel damit zeigt.
Nicht Göttin oder Gott, noch Schleier oder Dämon hab ich da gerufen
Was "Es" nun wirklich sei, wie gut "Es" zu verstehn uns gelingt:
Das eben leistet heute nur noch Kunst und Wissenschaft gemeinsam.

Nicht Angst darin treibt deshalb meine Zeilen, als vielmehr jener alte Vorsatz, zu verstehen. Wenn mans benennen wollte unbedingt mit einem Wort, so meint ich denn - ein guter Name dafür wäre: "Renaissance." 
Ifone antwortete am 22. Apr, 18:22:
@femme
hat's ihnen jetzt die Sprache verschlagen? Wo sind ihre dunklen Augen? 
Ifone antwortete am 23. Apr, 00:29:
@femme, zur Nacht
Nun, da ich entschied, ein Dichter auch zu sein,
ma femme, da lassen sie mich einfach in Gedanken.
hier zurück. Allein die Zeiten sind heut schnell.
Deshalb ein Gruß jetzt auch in kurzen Worten:

Viel geredet wird ja heutzutage übers LEBEN,
groß und voll und intensiv sich aufzublähen hat.
Dem stimm ich zu und sag, was so dem Sex auch gilt,
die Kunst betrifft es ebenso wie auch das Denken:

Es geht aufs Ganze!

Wer hier von 11 bis 13 Uhr nur was ermeckern will:
Kein Künstler wird der sein, noch Dichter oder Denker.
Designer höchstens, das noch gerade ließ ich gelten,
Dienstleister so im Auftrag immer nur im fremden Bild.

Den Himmel gerade sägt ein kleines Flugzeug
Paar kleine Späne treffen just die Prenzlauer Allee.
Mit diesem kleinen Dichterwort ich mich verbeug,
Für heute sogar halbwegs gut gereimt: Adjeu. 
albannikolaiherbst antwortete am 23. Apr, 05:39:
Aua, Ifone.
Das tut poetisch ziemlich weh und trocknet Damen deshalb aus, anstelle sie zu öffnen; seien Sie sicher, die Lyrik ist nicht Ihr Terrain. Oder aber Sie mochten halt parodistisch tätig werden, was Ihnen freilich unbenommen sei, doch aber eben auch nur "halbwegs" klappt. (Das >>>> Gedicht davor war besser - aber einfach deshalb, weil's einem die "moderne Lyrik" einfach macht, wenn man ihre - vermeintlichen - Formfreiheiten mit Engagement füllt und nicht restlos uneloquent ist.)

Es bedeutet "halbwegs": man bleibt auf halbem Wege stecken und muß mit müden Beinen zurück oder bleibt orientierungslos in dieser Fremde stehen.
 
Ifone antwortete am 23. Apr, 09:32:
@herbst,
danke für ihre Assistenz und Unterstützung, jetzt hat es die letzte Reihe hinten auch noch kapiert. Was aber die Lyrik an und für sich betrifft, ich glaube, es gibt einen Punkt, an dem man soweit ist, dass man noch nicht einmal mehr versuchen sollte, vom Barhocker herunterzuklettern. Auch Ihnen würd ich eher davon abraten. 
albannikolaiherbst antwortete am 23. Apr, 09:47:
@Ifone.
Da ich Ihre Ratschläge ja auch politisch wenig lebenswert finde, kletterte ich selbst dann vom Barhocker hinab, wenn ich - auf einem säße. Wohlgemerkt, ich spreche von "lebenswert", nicht von "vernünftig". Das schließt einander oftmals aus. 
Ifone antwortete am 23. Apr, 10:10:
@Herbst, Als seien
"Vernunft" und "Lebenswert" heute noch ernst zu nehmende Worte, geschweige denn getrennte Sphären. Ich glaube, dass ich hier schon nachgewiesen habe, dass diese Trennung obsolet ist. Wie gesagt:
Ich m a g das Unvernünftige. 
albannikolaiherbst antwortete am 23. Apr, 11:04:
@Ifone.
Sie haben nichts nachgewiesen, sondern eine Theorie aufgestellt, gegen die ich selbst dann opponieren würde, wäre sie wahr. Ihnen ist immer noch nicht klar, daß Dichter lügen und daß sie bewußt - das heißt: als Strategie - betrügen. Ihnen ist immer noch nicht klar, daß Dichter an einer rationalen Wahrheit nicht interessiert sind, und ob Sie "Vernunft" und "lebenswert" für obsolete Worte halten, schert Dichter ganz besonders nicht. Um es s o zu sagen: Wenn Ihr Joule-Überwachungsstaat entstünde, würde ich ganz bewußt gegen die Regeln verstoßen und Schokolade essen, wann es m i r gefällt, und zwar in einem Ausmaß, das mir gefällt. So, wie ich jetzt auch entschieden weiterrauche, obwohl ich damit die Kassen belaste und einen frühen Tod riskiere. Deidameia, in >>>> BUENOS AIRES, hat das so ausgedrückt (zitierte ich das nicht schon?..., ja, hab ich, nämlich >>>> da):Wir wollen Ekstase, nicht Ordnung.Aber Ekstase ist für Sie ja ebenfalls eine abgelebte Kategorie. Wir empfinden verschieden. Deshalb gibt es da offenbar keine Verständigung außer einer, die versteht, aber nicht begreift. Rein logisch verstehe ich, was Sie sagen, aber es hat nicht den Geruch, den erregte Frauen im Nacken haben, ja es verflüchtigt ihn. Und wir werden abstrakt - clean, um das angemessene Fremdwort angemessen zu verwenden. 
Ifone antwortete am 23. Apr, 11:28:
@aber herbst...
Dies alles befindet sich doch längst im Feld der durchgestylten Kontrapunkte:

Charlotte Roches sekretaufnehmende Schamhaare als Kontradiktion und Gesellschaftsspiel des glucksend unter dem Tisch durchgereichten Wienerwürstchen im Bestsellerformat für die immer noch kichernde
Entschämungsmaschine - auf der einen Seite.

Und der gedankenfreie und verse-absondernde Lyrikautomat beispielsweise eines Grünbeins für den bildungbewussten Hobbyrömer, Gedenkeinatmer und Jambenhyperventilierer...

also sorry.

Ausserdem können sie in meinem Staat so viele Schokolade essen wie sie wollen. Ich sprach von Registrierung, Verrechnung und Steuerung durch Preisregulierung. Nicht von Verknappung. Sie können sich auch totfressen, von mir aus, das interessiert diesen Staat garnicht. Der Staat reguliert lediglich Ballance, wenn ein Subjekt, Molekül ausfällt, reguliert sich das automatisch auf der anderen Seite.

Und was die Gerüche an den Nackenterritorien von erregten Frauen betrifft, davon bin ich auch sehr begeistert, und Süsskind hat darüber einiges schöne geschrieben. 
Ifone antwortete am 23. Apr, 11:34:
@herbst, und extase
ist bei mir gar keine abgelegte Theorie. Im Gegenteil, sie gehört eben nur mit zur physisch-antiphysischen Verrechnung. 
albannikolaiherbst antwortete am 23. Apr, 12:05:
"im Feld der durchgestylten Kontrapunkte".
Bei mir nicht. So wenig wie die Liebessorgfalt gegenüber meinen Kindern. Emphase ist für mich immer Emphase g e b l i e b e n, und das wird sich aller Wahrscheinlichkeit (nämlich Erfahrung) nach auch nicht mehr sonderlich ändern. Ob jemand das für ein Design hält, muß mich wirklich nicht interessieren. 
Ifone antwortete am 23. Apr, 12:20:
@ selbstverständlich
Die Emphase und die Liebe als originales Momentum will ich auch garnicht absprechen. Auch mir selbst nicht.Da würd ich mir ja selbst den Strick drehen.
Aber es macht uns eben nicht klüger das festzustellen.

Nur eben fusst es auf rationalen Strukturen der energetisch-informellen Wechselwirkung

Los Alamos war ebenso voller liebender Väter wie die Wachdienstbaracken der SS.
Das ist ja das interessante. Ich will das verstehen. Und in der Kunst das nicht einfach nur repliziert sehen. Sondern aufgeklärt haben. Mit Dialektik erster Ordnung kommt man hier nicht weiter.... aber jetzt muss ich arbeiten. 
knotscher95 antwortete am 23. Apr, 21:02:
ein teller buntes ( edward ? ) schnarch
Letzte dezidierte schelte ifone, no fite.
( jetzt haben sie mich doch glatt wieder erregt – erregung privaten ärgernisses beim lesen ähm )

Was reden sie denn immer vom kontrapunkt, ifone ?
Das kontra-thema ist ja ihr thema, das hab ich schon in der tonika gemerkt.
Fakt ist doch, dass alles ineinanderfliesst :
Die linken werden rechts, die rechten werden links, die grünen werden konservativ, die konservativen werden grün.
Punk wird auf jedweder wahlveranstaltung gemacht, die früheren punks lauschen mozart und bach und programmieren.
Die alten ziehen die nike’s an, die kinder machen im vorschulalter schon die professoralen gesichter, die dealer verkaufen selbstgestrickte socken, die schläfer tragen anzüge mit krawatten und budapester schuhe, die faschos hören doors und tonsteinescherben und aus den ferraris dröhnen die elektrischen gitarren.
KONTRAPUNKT nennen sie das ?
Für mich ist das pichelsteiner & cocktail & mousse au chocolat..
ELVIS.
Ist ja auch kein wunder, dass man daraus noch die merkel positiv ziehen kann :
wie sie mit den wohnzimmervorhängen um ihren körper geschlungen in bayreuth einlief, das war echt funky.
Aber kontrapunkt ?
Das ist doch wohl so euphemistisch wie antiquiert festgestellt.
( Da hätten sie schon mal was zu korrigieren, wenn sie aktualität einfordern - )

Des weiteren ihr neidthema.

Nun, das heisst doch nicht neid, sondern leere kasse.
Nichts im geldbeutel.
Armut heisst das doch.
DDR-isierung von 30% der bevölkerung innerhalb dieser gesellschaft in einer parteienlandschaft, die man insgesamt als SED-isiert bezeichnen kann.
( die puddingberge flottieren frei im weltcasinospiel bis zur fiebrigen ausflockung )
Und das will man solange durchhalten, bis der monoadapter-typus, von dem
gerade etwa 2 millionen kinder in der entstehungsphase inbegriffen sind,
verschwunden ist ?
Also noch etwa 60 jahre ?
Jaja der frühling,
Der kann einem den sonnenstich ersparen.
Ich fände es übrigens auch besser sie dislozierten zur kunst.
Den verve & esprit haben sie doch, und der ist mächtig gut.
Ihre eskamotierungen sind es nicht, vor allem weil sie auch noch so eiskalt sind.
Selbst ihre komplimente klingen noch nach hansa export oder wilthener
goldkrone.
Und dafür geben sie ihr wahrscheinlich hart erarbeitetes sprachvermögen her.
Bizarr.
Biz.
Schlechtes biz.
Sehr schlechtes biz.

Abgesehen davon, ifone : sie wollen die selbstwidersprüchlichkeit des mannes
verstehen ( los alamos - meinen sie hans bethe - etc. ) ?
Da haben sie einmal eine dame vor sich, die ihrer eloquenz und bildung gewachsen
ist – femme – & die sie auffordert, ihren monologisierenden textlattensermon zu
durchbrechen und sich auf die dialog-ebene zu begeben, da bekommen sie eine
faire chance, und sie fangen an zu graben ?
Denken sie nicht, ich würde alles teilen was femme so sagte, aber was sie betrifft, hatte sie wohl schon recht.
Es ist ihr pech, wenn sie ihre chance nicht nutzen, aber wenn man auf ihre
tonika-base geht, dann sagt man sich eh :
Ich werde doch nicht mein gegenteil nähren.
Feind-SELIG-keit schlauer machen.
Das kontra-hen-te sp- eis-en.
Decken sie erstmal ihre gefühlskalten ambivalenzen in ihrer textproduktion auf.
Obwohl die letztlich zu ihrem namen ja passen :
Boson.
Die kraft zwischen den fermionen.
Die den kram irgendwie zusammenhält.
Aber auch keinen peak entwickelt.
Sondern eine ballance, die sich selbst aufhebt und damit so entsetzlich langweilt.
Und vor allem so ordinäres und stereotypes journalgehabe nachzeichnet.
Kritikerkopftheatergeschäume.
Hauptsache dagegenhalten !

Ja kulturkritiker :
Leute die gut schreiben können, regen sich über leute auf, die sich über leute
aufregen, die den ganzen bullshit so schlucken, den sie produzieren und der
vor ihren augen reproduziert wird, an was dann wieder alle schlucken.
Kurzum :
Die einen halten den A. hin und die anderen versuchen hineinzukriechen.
In den A auf grundeis womöglich.

Holen sie ihre kastanien einfach aus dem feuer, ifone und löschen sie den hämischen rest.
Dann wären sie in der kunscht.
Übrigens gut, dass manche ihre echte phantasie noch nicht verloren. 
Ifone antwortete am 23. Apr, 22:51:
@knotscher
Sehen sie knotscher, man darf ja nun nicht gleich den Humor verlieren... na na na .machen sie mir mal das Boson nicht so runter.
Und was die Kunst betrifft - also ich mag doch die Kunst, also das was ich dafür heute halte.
Ja - nun haben sie mein Labor betreten und sich womöglich etwas erkältet. Über meine Begriffe und dortige Forschungstätigeit mag ich hier nicht sprechen. Work in Progress. Aber in der Tat als Dialektiker interessierten mich Tauschprozesse, auch die Kälte- Hitze-Prozesse.
Allerdings, sie haben Recht, vieles ist dort noch nicht im Schönheitsbereich, TraumBereich der wirklich schönen Kälte Dass ist auch bei Kühlungen immer eine Energiefrage. Deshalb wundert mich ihr Infekt eigentlich.
Sorry, aber femme kam nun immer wieder mit Genderzeug, diese Disskussionen sind aber nun sowas von durch und überholt, dieser ganze Geschlechterkram und Sprachpsychoquatsch interessiert mich laborseitig, sprachseitig ungefähr so viel wie ein Sack Reis, der irgendwo in Peking vom LKW fällt. Das hat man im Werkzeugkasten. Wenn, dann benutze ich sowas in produktiven Zusammenhängen als Werkzeug. Zumal auch deshalb, weil ich auf Grund meiner Einzugsgebiete und der sehr verscheidenen Felder des Spracherwerbs und der Tätigkeiten nun weiß Gott in diesem Feld kompetent, wenn nicht sogar kompetenter bin. Wo femme 100 Köpfe hat, habe ich Tausend. Sie müsste da schon etwas auffahren, was mich interessiert. Puh, ja, dieses Selbstloberei ist manchmal richtig anstrengend.
Nun hatte ich gehofft, sie käme mit einem Gedanken, so wie Read Ane zum Beispiel. Aber nein sie wollte mich gleich killen.
Mich interessieren hier auch keine Männerthemen al la, ach wie riechen Frauen gut oder so... also so Fussballumkleidekabinenthemen, und mich interessieren auch keine Familienväter weil sie Familienväter sind. Mich interessieren Funktionen und Prozesse die unterhalb dieser Dinge wirken. Aber nichts für ungut. Der Rest ist Leben. 
knotscher95 antwortete am 23. Apr, 23:06:
olala - dem friseur ...
Genau um den sack reis geht es doch !
Nicht um ihr scrotum ifone.
Und gender ?
Für mich absolut spannend wenn nicht sogar DAS.
Ich wollte das als mann immer wissen.
Wie man so lieblich werden kann.
Wie man so lachen kann.
Meinen sie das wäre nur klitorial bedingt und
Die klitti der phallus ?
Lachen sie beim sex ?
Ich wünsche es ihnen.
Killen wollte ich sie.
Wenn ich es mir aber überlege, will ich sie doch nicht killen.
Nicxht einmal ihre ambivalenz.
Die sie so langweilig macht.
So profan an die stäbe des kunstkritikerdaseins presst.
Sie haben schöne sachen geschrieben in der teutobase.
Sie kann ich echt mögen.
Aber ihr gehabe ist so was von daneben.
Da bin sowohl immun wie autark.
Nun sie gehen in die physik.
Da gehören sie auch hin, so wie x sehe.
Aber dann hören sie doch auf so dämliche fragen zu stellen wie der
Nach den liebenden schergen / auftragsempfängern / auftragsausführenden
Usw. der faschodümpelei.
Natürlich werden die sich im bett angestellt haben wie die letzten trottel
Und natürlich haben die erstmal blumen gebracht oder pralinees.
Natürlich hat sie nichts geschert.
Und die frauen verweigerten sich.
Die fauen überlebten.
Die frauen beseitigten die trümmer.
Und die frauen hatten sich keine frage zu stellen.
Da gehören sie irgendwie hin.
Mann sind sie langweilig.
Ich wiederhole mich ungern. 
knotscher95 antwortete am 23. Apr, 23:26:
appendix not sphincter
„Zumal auch deshalb, weil ich auf Grund meiner Einzugsgebiete und der sehr verscheidenen Felder des Spracherwerbs und der Tätigkeiten nun weiß Gott in diesem Feld kompetent, wenn nicht sogar kompetenter bin. Wo femme 100 Köpfe hat, habe ich Tausend.“

Zerlegung, nicht erlegung, ifone.
Was ist der unterschied zwischen hundert und tausend
Keiner.
Beides ist eine zahl.

Überhaupt : ist schwarz das gegenteil von weiss ? 
knotscher95 antwortete am 23. Apr, 23:55:
duodenum lite
Sehn sie ifone, femme & herbst hatten ihnen doch schon einen vorschuss gewährt
Und ich tu das auch noch : ihre harte, expressionistische kritik an den schneemännern
Zu denen ich mich auch zähle – erinnert mich an mich selbst . sie startet frisch.
Nun werden schneemänner zu wasser, aus was sie sind.
Zu tränen, zu energiespeichern, zu informationsträgern, zu etwas was nicht bricht
Aber schneiden kann, zu allem möglichen also.
Sie fordern singularität, einzigartigkeit, weiblichkeit.
Sie werden mich nicht verstehen.
Ich existiere aber gar nicht, das ist der unterschied.
Der feine unterschied.
Ich existiere nur als mann.
Der es sich gut gehen lassen will.
With no money in my pocket, with no money in my clothes.
“ free ist when U have to pay for nothing or do nothing we wanna be free –
free as the wind.”
Go to the mudshark-peolple, ifone.
I’ll wait for U on the other side.
In die zitatenkriche zum zitatendienst in der zitatenandacht bei der
Zitatenkerze all der namen, vor denen man sich verneigt.
wenn man ein wenig bewegungsablenkung sucht.
war nett mit ihnen geplaudert zu haben. 
femme100tetes antwortete am 23. Apr, 23:59:
@ Ifone Tausendkopf

My mistress' eyes are nothing like the sun;
Coral is far more red than her lips' red;
If snow be white, why then her breasts are dun;
If hairs be wires, black wires grow on her head.


Ach, mein Armer! Habe ich Ihnen zu lange mein dunkles Aug' entzogen?
Mußten Sie sich deshalb wieder in die Niederungen der Prosa-Diskussion werfen? Gleich einem chevalier errant, der seiner Dame möglichst viele aus dem Sattel gehobene Gegner sendet?

Das wollte ich nicht, macht die Prosa Sie doch so dröge. Und so angreifbar...

"dieser ganze Geschlechterkram und Sprachpsychoquatsch interessiert mich laborseitig, sprachseitig ungefähr so viel wie ein Sack Reis, der irgendwo in Peking vom LKW fällt. Das hat man im Werkzeugkasten."

Ja, aber irgendwann wird der Reis knapp (wie momentan weltweit), und plötzlich sind einzelne Säcke auch für den mannlich markanten Pekinesen wieder interessant. Dass Sie übrigens Geschlechter"kram" und "Quatsch" in Ihrem Wekrzeugkasten haben, bezweifle ich keineswegs, ganz unten vermutlich, wo die Sonne Ihres Laboratoriums niemals scheint. Und dann noch dies:

"Wenn, dann benutze ich sowas in produktiven Zusammenhängen als Werkzeug."

Wenn ich Ihre gewaltige Sprachkompetenz unterstelle, brauche ich Sie nicht auf die Bedeutungen des englischen "tool" hinzuweisen, auf dessen Alleinstand Sie all den "Kram" und "Quatsch" hier ganz verfügbar zu machen angeben! (Falls Sie überlegen müssen, gebe ich Ihnen >>>> damit gern eine Handreichung.)

Wohl gefallen

Überdies: Sind dies hier für Sie keine produktiven Zusammenhänge? Produzieren Sie nicht, sondern speisen uns hier um Urwald mit Resten, An- und Abgefressenem ab? Danke, mon chevalier, dann bleiben Sie doch lieber outremer.

"also ich mag doch die Kunst, also das was ich dafür heute halte."

Ja, leider ist es genau das. Sie "mögen" Kunst. Sie setzen sich ihr nicht aus, sie erregt Sie nicht, trifft bei Ihnen auf keinen Wärmetauscher: Sie mögen. Sie sind bestenfalls Laborant der Kunst, doch laborieren nicht an ihr.
Und ich hoffte, Ihre Verse eingangs würden für anderes sprechen, anders sprechen.

Also: Heben Sie Ihre zweitausend Augen auf die eingängigen Verse des Barden und lesen Sie, das dunkle Augen nichts mit Ihrer Sonne zu tun haben. Lesen Sie von mir aus die schwarzen "wires" auf der mistress' Haupt als Vorschein der Androidin in >>>> Metropolis oder der zukünftigen Eva >>>> Villiers', deren Erzeuger in Ihrem Laboratorium sicherlich gern weißbekittelte Hilfskräfte spielten.

Und wenn Sie schon der Duft von Frauen nicht interessiert (für einen Süßkind-Fan verwunderlich genug), dann starren Sie doch, bitte, weniger in die Sonne und mehr aufs Sonnengeflecht!

auec courtoisie

femme-cent-têtes / femme-sans-têtes (qui le saurait...?) 
Ifone antwortete am 24. Apr, 00:44:
@femmes
ich frage mich was sie eigentlich wirklich interessiert, ich dachte sie interessieren sich für mich, aber sie wollen mich nur veralbern. Ja ja so sind die Frauen, falsch mit Schlangen auf dem Kopf...
Meine olfaktorischen Kompetenzen, femme, wenn sie wüssten, aber doch nicht hier... 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 00:52:
3 - phono
ja das rhinencephalon ...
sie bemerkten nicht, dass f. eine leicht depressive krise bekam, ifone.
als alter fürallessorger - polyadaptertypus.
femme interessierte sich für sie oder das was sie elaborierten ?
ja zwei(f-else)ohne, ein anderer tag ein anderes glück, I guess.
schön dass man noch lebt.
lassen sie die säfte saften.

ach ja ein abendgedicht schrieb ich gestern, ich hätte es vergessen :

Ja schau !
Schau dich schlau !
Schalt ihn an !
Bell ihn an !
Settebellezzo
Razzo incantevole.
Extase lust lust extase
Bell bell laut
Raus in die welt 
Ifone antwortete am 24. Apr, 01:05:
@knotscher
Was ich ihnen noch sagen wollte, ich kritisere nicht die Schneemänner, ich bin nämlich selber einer, ich habe nur ein bestimmtes Verhalten der Fremd- und Selbsttäuschung von Augenzuhalterei und den Unwillen sich über die Strukturen der Rationalität klarzuwerden, anpolemisiert, was ich aus verscheidenen Gründen für gefährlich halte und wenn ich mich hier gelegentlich aufspiele, dann nur um mich interessant zu machen. und um femme ein bisschen zu ärgern.
Aber sie dürfen sich mich von meinen Äußerungen nicht abqualifiziert fühlen. 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 01:15:
ifone sind sie ein bondage atavist ?
ich hab doch noch gar keine message verzapft ...
ich liebe die singularität der dinge, ich bin kein
dialektiker.
alles steht für sich, ifone.
das ist doch physik. 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 06:28:
@knotscher zu Angela Merkel.
Ist ja auch kein wunder, dass man daraus noch die merkel positiv ziehen kann: wie sie mit den wohnzimmervorhängen um ihren körper geschlungen in bayreuth einlief, das war echt funky.
Sie haben mir jetzt 'sowas von' den Vormittag versüßt! Einfach klasse. 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 06:48:
"ich liebe die singularität der dinge".
Das ist Achtung.

Fein. Und ein einziger Satz wird zur >>>> Kritik am Primat der Rationalität. (Das eigentliche Problem aber - das nolens volens dann auftritt, stellt man sprachlich etwas dar - ist die Abstraktheit des Wortes "Singularität", das eben d o c h aus dem Phänomen etwas Allgemeines abzieht. Vielleicht zog Whitehead auch deshalb die Begriffe entity und actual entity vor, also Ereignis.) 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 06:56:
Der Schwanz steht ihr nicht. @femme100têtes.
Prothetik kommt von These, >>>> ließe sich meinen. Denkt man die Fotografie weiter, verstopft sie.
[Der Link ward >>>> dort genannt.]
 
femme100tetes antwortete am 24. Apr, 10:22:
@ homme/automne: steile Thesen
Eben. Der Schwanz "steht" ihr ebensowenig wie Ifone sein "Werkzeug"-Kasten. Seine penetrante Thetik, die in den umgebrochenen Zeilen oben angenehm zurückgeschraubt war, ist nun wieder voll ins Kraut geschossen. (Und nun beklagt er sich, wenn er starr und steif vor dem Medusenhaupt steht!)

Ärgerlich ist dabei vor allem die Arroganz, mit der er zu beherrschen vorgibt, was nicht beherrscht werden kann: die Sprache. Wo Signifikate gleiten, kann eben nichts verstopft und verpfropft werden.

Aber statt Erlebnissen spricht Ifone mir von Kompetenzen...

Da verliere ich dann doch das Interesse und setze lieber >>>> hier fort. 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 10:45:
Medusa, Sie Hundertköpfige, soll eigentlich rasend schön gewesen sein.
S o schön, daß sie ihren Kopf dann wie Sie die Ihren, Sanstêtes (c'est moi, qui sais...), im Tempel der Athene an Poseidon verlor, was die Kopfgebürtige, spekulier ich jetzt mal, Ihrer Geburt halber nicht aushalten mochte - so daß sie sich rächte. Aber doch immer noch - oder gerade - bei Medusa die Insignien weiblicher Weisheit beließ: Schlangen.
Mich bewegt momentan die Idee, Ifone könne meinen, Perseus habe durch den Schild Medusa wieder schön g e s e h e n, und deshalb vermocht' er, sie zu köpfen. Die Idee erklärte seinen kurzen Flirt, den ich, anders als knotscher, als wohltuend empfand; nur sah er nicht die Augen (die Schlangen aber wohl). Man könnte das mythologische Spiel noch etwas weitertreiben und imagnieren, er halte die Vektoren für seinen Schild.
Umgekehrt möchte ich auf seine Beiträge nur ungern verzichten, weil ich jetzt die Erfahrung mache - sie ist wirklich neu für mich -, mit andren einer Meinung zu sein, und zwar nicht, weil ich dächte, sondern fühle. Ifones metallene Positionierung katalysiert, - eine Dynamik, die sonst immer ich antreibe. Metallische Kolben müssen geschmiert werden, sie selbst und die mit ihnen kommunizierenden Röhren; organische nicht - bei erregten Geschöpfen. 
Ifone antwortete am 24. Apr, 10:50:
@knotscher,
Wie kommen sie denn darauf, dass ich ein Bondage Atavist bin?
Was ich ihnen zu gestern noch schreiben wollte, in der Tat interessiert mich nicht die einigermaßen triviale Tatsache, dass die Dynamik des Nationalsozialismus, anfangs auch (nicht nur) eine sehr erotische Atmosphäre erzeugt haben dürfte und es ist ja auch bekannt, dass der Führer oder sein technisch(!) medial erzeugtes Bild einige sehr heiße Liebesbriefe erhalten hat. Ebenso wenig interessiert mich der Fakt, dass in der geschlechtermäßigen Normalverteilung sich die Menschen in erotische Hinsicht immer an den jeweiligen "Siegertypen" , den mit den momentan besten Überlebensaussichten halten. Unterschätzen Sie mal nicht die erotische Anziehungskraft eines jungen feschen SS-Manns, in so einer interessanten Uniform,http://www.ikonenmagazin.de/artikel/sadiconazista.htm wenn er zudem auch noch zur "auserwählten" Rasse sich zählen durfte. Und im Gegenzug - überschätzen Sie das mit den Pralinen und das mit dem sich gut oder schlecht im Bett anstellenden Männern mal nicht. Linkhttp://www.dhm.de/ausstellungen/lebensstationen/2_7.htm
Das Phänomen der "Dominanz" verweist letztlich auf meinen Vektor, er hat etwas mit "Eingliederung" (Achtung femme!) in ein Mehrkörperensemble zu zun, deshalb sind auch Uniformen so attraktiv. Sie verweisen subtil auf eine Zukunft. Das und nur das, könnte mich eventuell an der Gender, - oder Fetish, - Prothetik -Debatte interessieren, aber femme hält sich lieber an Demagogie und Unterstellungen, zeigt Dildos und positioniert sich hier als glutäugiges "Stück Frau" und Mistress was ja - zugegeben auch irgendwo seinen Reiz hat. ... aber ... in einer gepflegten gutbürgerlichen Diskussionsrunde, die sich Gedanken um die Zukunft macht, nun ja... ich habe immer noch nicht ganz den sachlichen Gegenstand ihres eigentlichen Interesses heraushören können. 
Ifone antwortete am 24. Apr, 11:42:
@femme
Ich spreche von "Kompetenzen" weil sie in einer technologischen Zivilisation wie die unsere eine weitaus größere Rolle spielen als "Erlebnisse"
Im übrigen sind die Buchhandlungen und Ratgeber ecken voll mit Zeugs, das sogar "Erlebniskompetenz" herstellt. All diese "Lebe Dein Leben", all dieser Sex - und Zufriedenheits" , all dieser "Finde dich Selbst auf dem Jakobsweg" - Weg - Produktionen gehören mit in ihr "Erleben" das sie immer noch jenseits von Rationalität verorten wollen.... Es geht mir weder darum das zu denunzieren, aber es kann mir auch nicht darum gehen, mich naiv hier dem als primär zu besprechendes Thema zu widmen. Sie selbst unterhalten sich hier immer über Filme, über Alien, über Species, über Musik, warum soll das mehr "ErlebnisRecht" beanspruchen, als mein Versuch diese Wirklichkeit zu beschreiben? 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 13:01:
2 tired for the the tires.
Sie waren doch gar nicht dabei, ifone.
Wie wollen sie denn einer zeit oder irgendwelchen zeitderivaten
Erotik zusprechen ?
Erotik findet um sie herum statt.
Ja bondage atavist oder atavatorentum usw.
Ich will sie nicht fesseln oder faszinieren ( fasces – bündelungen )
Je freier sie sind, desto freier der geist.
Warum sind die geschlechtsorgane keine sinnesorgane ?
Weil sie dominanz beanspruchen ? 
Ifone antwortete am 24. Apr, 13:20:
@knotscher,
das ist doch garnicht mein Problem - Sinnesorgane, Natürlich sind sie das.
Ich war nicht dabei, aber es gibt Dokumente, Liebesbriefe etc...
Bitte nicht mehr mit diesem postmodernistischem Freiheitsbegriff. 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 13:27:
ifoone
gut, ifone, dann nur noch mit dem freiheitsbegriff.
( schliesst sich da nicht etwas aus ? )
begreifen ja aber begriff ?
sehn sie ifone, sie haben da eine menge zu tun.
in ihrem eigenen kauderwelsch nämlich aufzuräumen. 
Ifone antwortete am 24. Apr, 14:16:
@knotscher,
Krieg ist die maximale Form der Sinnnlichkeit mit allem was dazugehört, Rausch, Übertretung, Vergewaltigung, Technik, Tod, Destruktion ,Kammeradschaft, Schmerz, Trauer, Hunger, Durst, Liebe, Blut, Scheiße, Pisse, Massenmord
Der Krieg ist ein Kontinuum menschlicher Geschichte.
Die Atombombe ist die maximale Form menschengemachter Ästhetik, schön anschaulich.

Alle diese Punkte sind keine Perversionen sondern lediglich Hyperbeln menschlich,
sozialer Normalität.

Soll ich mich jetzt noch paar tausend Jahre über Fesseln und Faszinieren über Schlangenköpfe und Odysseus, über die Möse von Sharon Stone oder den Schwanz von Michael Douglas unterhalten?
Was soll das? JA, ich bin auch Mensch, und nicht schwanzamputiert, aber doch nicht in einem Interaktionsraum der Gedanken, wie diesem.
Wenn erotische Chats suche, dann gibts da sicher bessere Möglichkeiten. 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 14:33:
krieg ist die maximale form der dumm- und faulheit. 
read An antwortete am 24. Apr, 15:25:
Der Kopf wählt die Uniform
Na das mit dem uniformieren stimmt aber wirklich! Das kann man bei
gebildeten, reiferen Frauen an der Alltagskleidung beobachten, während sich das uniformieren bei den Männern eher auf das Berufliche oder Rollenspiele beschränkt. Bei den Frauen nimmt die Gesichtstusche ab, die Haare werden immer kürzer, die Kleidung immer uniformierter. Das betont einfach den Kopf!
Das tauscht das hochgelobte Sportf***en, durch das das getäuschte Individuum glaubt, durch besondere Individualität, durch "höher, schneller, weiter" zu sich selbst zu finden gegen Erotik, vor allem mit dem Kopf ein.
Junge Leute, zu denen ich ja auch gehöre, sprechen selten von sinnlichen Erfahrungen, zu oft nur von sportlichen Überbietungen! Außerdem fordert eine Uniform den anderen viel stärker heraus. In einem gewissen Sinne kann eine Uniform also auch befreiend sein! 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 15:40:
cunt get enaph
ja readAn, das ist ja mal wieder einsatz in manhattan.
matratzensport.
wenn der gute mond aus käse über den transparenten konstruktionen hängt.
becket sagte das so :
in mein zimmer kommt kein sonnenstrahl, es sei denn die sonne spiegelt
ihr licht über die fensterscheibe des gegenüberliegenden knastes zu mir rein.
die uniform ist die pappschachtel im gehirn.
der kassiber der gefühle.
der grantelhuber der notdurft.
der plexiflexidurchgesexioberammermilchgehammerwastlzuchtgemüsemega ...
kidtool 
Ifone antwortete am 24. Apr, 15:44:
@read Anne, wow!
Was sie da unten im letzten Satz gesagt haben. Das die Uniform eine Befreiung sein kann... das nenne ich mal ein Gedanke. Ich kann leider gerade nicht so ausführlich, aber das ist ein echt guter Einwurf, dass es nämlich auch Befreieung bedeuten kann. Ich deute das im Moment hier nur so, darüber müsste man näher sprechen, dass es nämlich ein kleiner großer Irrtum sein könnte, dass der Mensch sich nur als Individuum frei erleben kann. 
knotscher95 antwortete am 24. Apr, 15:54:
sie werden bald kontakktbereichslebensabschnittsgefährte, ifone.
die mütze auf dem kopf
durchs land gefahren. 
read An antwortete am 24. Apr, 15:56:
@knotscher
Na nix Kassiber der Gefühle!
Taktvoll heult das Kostüm der Hausfrau auf die Tüte aus der das verstrahlte Gemüse lacht - um es mal knotscherlike zu formulieren (einfach mal draußen umschauen!). Kleidung spricht mit einem, manchmal mehr als die Personen selber!
Uniformen im Alltag auch, aber die lassen den Kopf öfter zu Wort kommen!

@Ifone
Den Gedanken bitte ausführen! 
Ifone antwortete am 24. Apr, 16:36:
@read An
Sie haben da einen guten Punkt angesprochen und scharf beobachtet.Es gibt nämlich einen ganz merkwürdigen Effekt in diesem unserem Alltag. Und den kriegt man wahrscheinlich nur noch mit, wenn man nicht in den kultürlich subventionierten KulturalisationskulturKulissen der Kultiviertheit verkehrt, sondern in einem Alltag, wo Wirtschaft stattfindet, Alltag, wo Profanität nicht simuliert oder gespielt wird, sondern gelebt und in den Produktionsfeldern der Wertschöpfungen eben alles andere als profan ist. Sie weisen auf einen Code der Zugehörigkeit hin, den ich hier erstmal Code nenne, noch nicht Uniform, aber letztlich zeigt es sich eben doch, dass das Uniformistische sich eben durchsetzt. Real durchsetzt. In wirklichkeit durchsetzt. Schlagwort Uniformismus der Individualität. Kurz gesagt: Die Jakobswege sind voller Selbstfinder. Und es geht diesen Leuten dabei auch gut. Weil es eben wieder Zugehörigkeitsgefühl verschafft in einer Art Uniformität zweiter Ordnung.
Und das wiederum könnte unbewusst ein Freiheitsgefühl vermitteln, also eben nicht die Tatsache, dass ich auf dem Jakobsweg bin, sondern dass ich es mit vielen bin in einem Marsch. Dieses Freiheitsgefühl sorgt zugleich dafür, dass Funktionen und Funktionalismus aufrecht erhalten bleiben. Also kurz gesagt, es erzeugt eine Gesellschaft von Mitmachern, Mit-Durchkommern, und Mit-Funktionierern. Der Irrtum besteht eben darin, sich heute hinzustellen und sich auch nur im Geringsten einzubilden, man würde da irgendwie nichtuniform draußen stehen. Ein in diesem Sinne Nichtuniformes Individuum wäre auch heute schwer gefährdet. Und weil diese Mechanismen absolut unhinterfragt weitwirken, sitzen heute auch viele ehemalige Stasileute in gesellschaftlichen Positionen, die nicht unbedingt abseits zu nennen wären. Man würde sie sogar auch auf den Jakobswegen finden.
Gesellschaft kann ohne Uniformität garnicht funktionieren.
Aber es wurde auch schon darüber diskutiert, ob es nicht besser sei, wieder schuluniformen einzuführen, damit die Kinder und Schüler "frei" sind, für die Bildung und nicht in Rang, - und Verteilungskämpfen der unterschiedlichen Markenklamotten und Statussymbole verstrickt. Ich finde diesen Vorschlag nicht uninteressant, wenigstens bedenkenswert. 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 17:02:
"mit vielen auf einem Marsch".
Ecco. Deshalb habe ich, seit ich denken kann, auch gegen die Jugendbewegungen meiner eigenen Jugend protestiert, dieses sich-in-der-Masse-aufgehoben-Fühlen, das dieselben Mechanismen füttert, aufgrund derer a l l e i n Hitler sich halten konnte. In der Tat gibt es eine Freiheitsempfindung der Uniform, weil diese von eigenen Entscheidungen nicht nur entbindet, sondern, wie alles Militär, Gehorsam sogar verlangt - also Entlastung. Die extreme Folge ist Eichmanns insofern wahrer Satz: "Ich habe nur Befehle ausgeführt", begleitet von einer wahrscheinlich tatsächlich empfundenen Schuldlosigkeit bis hin zur absoluten Ignoranz gegenüber Schuld. Genau das wird von dem rationalen Funktionalismus noch gefüttert. Und da hat eben femme100têtes in einer Ihrer anfänglichen Mutmaßungen, die Faschistoides witterten, dann d o c h vollkommen recht.
Wenn wir das Individuelle aufgeben, geben wir das Abendland auf. Uniformen entindividuieren und stellen prinzipiell von der Eigenverantwortlichkeit frei. Dagegen werde ich opponieren, solange ich noch atme. Und zwar auch dort, wo Uniformen auf der moralisch "richtigen" Seite getragen werden.

(Etwas anderes übrigens sind Erscheinungen, die die Uniformen eulenspiegelsch unterlaufen, die sie profanieren. Wenn auf der Love Parade Hakenkreuze neben Christenkreuzen getragen werden, als reinen Schmuck, als Asseçoir, dann kann das genau dafür ein Indiz sein - hier werden Uniform und Symbolik vom Podest geholt. Das heißt, es wird zugleich ein Tabu unterhöhlt. Uniform in d e m Sinn wäre Befreiung, aber nicht mehr dann, wenn sie selbst wieder Symbolisches unantastbar aufbaut.) 
Ifone antwortete am 24. Apr, 17:15:
@herbst
Sie finden die Loveparade konträr zu den Fackelzügen von damals? Ich nicht. Überhaupt nicht. 
read An antwortete am 24. Apr, 17:21:
@Ifone
Klar ist es eine Mitmach-Gesellschaft. Das Problem mit dem Zugehörigkeitsgefühl ist aber das es wieder nur von kurzer Dauer wäre, bis jeder wieder nach seinem persönlichen Äußerlichkeitsrechten verlangt, auch der Punkt der unterschiedlich kulturellen Abstammung ist nicht unwichtig: Kopftuch tragen oder nicht. Fremdheit gelten lassen. Das aber ein Zugehörigkeitsgefühl in der Masse nur noch durch Uniformität geleistet werden kann ist traurig genug, aber Resultat von gesellschaftlichen Identitätsverlusten des Einzelnen innerhalb von Gruppenzugehörigkeiten. Und dass es z.B. den Kindern in der Schule hilft, nur bedingt leider, stellen Sie sich doch mal vor was für eine Gruppendynamik vom Zaun bricht wenn es dann jemand wagt anders zu erscheinen. Aber ein gewisser Grad an Uniformität ist immer gegeben, das stimmt. Aber absolute Uniformität schürt Ängste, vor all dem das andersartig ist. Bei den Frauen liegt das aber wieder anders, in dem was ich beschrieben habe. Individualität ist ein Markt: schön, sexy und erfolgreich sein wollen ist doch eigentlich die Uniform der Masse. Betrifft auch den Mann. Und Frauen, die sich mit zunehmenden Alter davon befreien uniformieren sich um auf sich selbst einzugehen, da ist das Thema verdreht. 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 17:30:
Die Love Parade ist in der Tat etwas völlig anderes.
Schon, weil es keinen - Führer gibt und keinen Haß auf das Andere. Stattdessen gibt es da - Neugier. Und nicht-destruktive Lebenslust. Ja, das finde ich etwas entschieden anderes, auch wenn die favorisierte Musik nun alles andere als eine ist, die mir zusagt. 
Ifone antwortete am 24. Apr, 17:44:
@read ane
Mir ist noch etwas anderes eingefallen. Und zwar gibt es ja den sogenannten Dresscode, also in Unternehmensberatungen zum Beispiel, das ist mehr oder weniger gefordert,
Mann: Sacko, Hose, wenn nicht so gar Anzug und Schlips.
Frau: Business-Dress, seriös, nicht zu sexy.

Das hat nicht nur mit Repräsentation zu tun, oder Chickheit.

Der Witz ist aber nun der, dass die diese Unfiormierung dieser Dresscode dazu beiträgt, den wirtschaftlichen Prozess, die intellektuellen Investitionen bei meetings, Gesprächen, Kundenterminen, Präsentationen, Verhandlungen etc... zu fokussieren auf Dingliches, Sachliches. (Obwohl auch Psychologie immer eine Rolle Spielt) Aber die Uniform sozusagen ermöglicht erst einen gemeinsamen Grund, wie eine Kalibrierung, auf dem dann Psychologie und Verhandlung überhaupt erst stattfinden kann.
Und das andere Ding ist: Es befreit das Indivduum in dem Moment hin in die Erweiterung der Techniken, der zu steuernden Abläufe. also diese Uniformitäten helfen in gewisserweise dem Wirtschaftsprozess.
Und Herbst, sie formulieren hier wieder eine doch relativ romantische Andersheits- oder Dagegensei- Geschichte, die ich so nicht stehen lassen kann, weil ich in einer Gesellschaft lebe, die reich ist, und ihren Reichtum eben auch generiert auf Grund von subtilen Uniformierungsprozessen. Und möglicherweise werden einige ihrer Unternehmungen von Steuergeldern finanziert, die da erwirtschaftet werden... etc... aber das ist nicht der Punkt. Für mich interessant ist der Punkt der Funktion, also dass selbst wir in unserer ach so mit Freiheitsangeboten ausgestatten Gesellschaft in einem ziemlich uniformen Geschäft der spiele und Gegenspiele uns befinden. 
Ifone antwortete am 24. Apr, 18:58:
@herbst, ReadAne
Mag sein, Herbst, das mit der Loveparade. Aber ist es nicht gerade wieder die Musik die hier formatiert? Ohne jetzt hier den verknispelten Oberlehrer geben zu wollen, tatsächlich hat die Loveparade eine Funktion gehabt, und war wohl auch deshalb so massenphänomenal, dass es hier nicht in den Krieg ging, oder gegen irgendetwas Spezielles mag sein, aber auch die Loveparade ist ihrem Impuls nach eine Sehnsucht nach "Aufgehen" im Allgemeinen.

Vielleicht ist sie tatsächlich in dieser Hinsicht eine Errungenschaft der rationalen Zivilität, also ein von der Berliner Stadtreinigung begleitetes, von der Parkraumbehörde, der Polizei und dem Ordnungsamt überwachtes SichamBaumschubbern, als säkularisierte Dionysiade - und als solche ist sie doch ausdrücklich zu begrüßen. Ich sehe also darin, und insofern komme ich da mit ihnen überein, vielleicht soetwas wie Hoffnung. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob man sich hier da jetzt so ganz ausruhen kann.

ReadAn, meinten Sie dass die Frauen sich uniformieren, um von ihrer Körperlichkeit oder ihrer nicht mehr jugendlichkeit abzulenken? Auch das wäre ein Zeichen von Rationalität dann, in der Tat. Und eigentlich müsste hier ja auch jeder Zustimmen, wenn es ihm die Uniform ermöglicht, jenseits erotischer Taxierung, oder wenigsten halbwegs jenseits davon, seinem Tagesgeschäft in der jeweiligen Position nachzugehen. 
albannikolaiherbst antwortete am 24. Apr, 23:18:
@Ifone. KLeidungsabstraktionen.
1) Dresscode. In meiner Broker-Zeit weigerte ich mich, ihm zu entsprechen (obwohl ich Anzüge liebte und fast immer Krawatten trug; als das Pflicht wurde, wechselte ich zu Jeans; und dabei ist es geblieben). Wir sollten übrigens auch ein Auto fahren; ich nahm das Rad. Das gab einigen Spott - bis die Jungs im Stau standen, ich aber durchkam.
Egal. Man wies mich auf die Kleidervorschrift hin. Ich ignorierte das. Es stand eine Kündigungsdrfohung im Raum. Man konferierte sogar in NYC meinetwegen (ich tradete von FFM aus). Als mir das alles zu albern wurde, informierte ich meine Kunden. Daraufhin erschien einer von ihnen, 60 Millionen schwer damals, und ließ sich einen Termin mit meinem Manger geben, Urbain van den Steen, ich weiß den Namen noch heute, und vielleicht darf er sich hier ja jetzt lesen... Allora, mein Kunde kam, und zwar folgendermaßen: Verflecktes T-Shirt (er war ein umfangreicher Mann), Shorts, Birkenstock-Sandalen und Basecap. So pflanzte er sich vor meinen Office Manager hin, der in seiner Nadelstreifen-Bondage, glaub ich, zusammensank vor lauter Ekel. Mein Kunde ließ den Hochnas indes auf die Knie gehen: "Ich kann mein Geld auch nach nebenan zur Deutschen Bank geben", sagte er. Und dann kam sein tollster Satz: "Von meinem Broker erwarte ich Kopf und nicht Hosen." Er mußte gar nicht mehr fragen, ob man sich verstanden habe... Wir sind dann essen gegangen.
2) Steuergelder und Kunst: Von dem, was van Gogh, Wagner usw. an Bruttosozialprodukt schließlich erwirtschaftet haben, posthum, kann man Kleinstädte bauen. Kunst funktioniert auch im Absatz nicht nach Vierteljahresplänen. Ich hab nicht das geringste Bedenken, staatliches Geld anzunehmen - bekäm ich es denn. Mit meinem Werk kommt das alles ganz sicher wieder rein. Da hab ich nicht die Spur eines Zweifels. Es fragt sich halt nur, ob ich's noch erleben werde.
3) Man sollte n i e vom Geschlecht abstrahieren, auch nicht in einer Firma. G e r a de da nicht. Die besten Geschäfte werden gemacht, wenn man sich seines und der anderen Geschlecht bewußt ist und das auch einsetzt. Ich weiß sehr genau, wovon ich da spreche. Es einzusetzen heißt aber n i c h t : Machogehabe an den Tag zu legen. Und es heißt auch n i c h t: Werturteile zu fällen. Es heißt aber: Differenzen zu akzeptieren, ja zu lieben, und mit ihnen zu tanzen. 
read An antwortete am 25. Apr, 00:10:
@Ifone
Auf keinen Fall meinte ich abkehren sondern dem Jugendwahn nicht mehr so gehetzt hinterherrennen und sich dem Körper bewußt werden, von innen und nicht umgekehrt. Hat aber in dem Fall sicherlich auch etwas mit Macht zu tun.

Zum Dresscode:
Dresscodes als Zeichen, ganz allgemein sind entweder Simulantenkleidungen der Ordnung oder nach außen getragene Personenangaben. Auch wenn das nicht immer so leicht voneinander abzugrenzen ist. Nur nackt wäre dann wirklich ein Fakt. Dann hätte jeder das gleiche und jeder wäre trotzdem anders. Geht aber schlecht! 
Ifone antwortete am 25. Apr, 00:19:
@herbst
Ja, schöne Geschichte das. Aber das ist auch wieder in sofern interessant, weil sie erwähnen, dass ihr Fürsprecher 60 Millionen schwer war. Eigentlich erzählen sie von einem sachlichen Tausch. Also der Office-Manager hat halt kurz kalkuliert, ob diese schönen 60 Millionen es wert sind, da noch weiter auf den Dresscode zu bestehen. Im Grunde hat hier ein Tausch stattgefunden. Geldschwere Leute wissen natürlich auch darum. Kann ich gut nachvollziehen. So hätte ich als Office-Manager auch reagiert. Ein gutes Geschäft. 60 Millionen gegen einen radfahrenden Broker.
Dieses Geld oder dieses Potential sind eine imaginäre Energie, dass in diesem Falle der Souverän in der Entscheidung war. Entschieden haben nicht Sie, nicht ihr Office-Manager und auch nicht wirklich ihr Fürsprecher, sondern das Geld. Und vielleicht auch ihre informelle Fittness, also ihre funktion, die ihren Kunden zufrieden gemacht hat, so dass er sich für sie einsetzte.
Trotzdem funktioniert auch ihre Geschichte nur vor einem kalibrierten Hintergrund, der eben tatsächlich den Dresscode vorsieht.
Punkt2: so gesehen ein interessantes Argument.
Punkt3: Auch einverstanden, aber auch hier gilt: Ohne uniforme Refferenzhintergründe können keine Spiele gespielt werden, auch keine Geschlechterspiele, und auch hier gilt . im Zweifel hat der das Sagen, der das meiste Geld, das größte Auftragsvolumen etc... hat, egal ob Mann oder Frau. 
Ifone antwortete am 25. Apr, 00:29:
@read An
Ihren zweiten Absatz habe ich nicht versanden. Meinten Sie das einer 500 Euro anzüge trägt und der andere 2000 Euro-anzüge? und der unterschied nur dem Eingeweihten, dem Kenner bekannt ist? 
read An antwortete am 25. Apr, 00:45:
@Ifone
Ich will sagen, dass Dresscodes Ordnungen erstellen, Hierarchien. Dresscodes gibt es doch nicht nur im Beruf, auch im Alltag. Sie erzählen etwas über Herkunft, Stand, persönliche Einstellungen, Bekundungen, wollen etwas vom Gegenüber oder sind einfach Statussymbole, sie machen also zum einen Angaben über die Person, ob´s nun stimmt oder nicht, wenn es nicht stimmt geben sie etwas vor. 
Ifone antwortete am 25. Apr, 00:54:
@readAn
Ordnungen - das stimmt. Ich würde es so formulieren: Dresscodes sind Benutzeroberflächen, also so was wie äußere Henkel, wo man jemanden anfassen kann, oder vermeint anfassen zu können. Eine Person wird nonverbal rezipiert. Bei den Stilbewussten ist es Ausdruck von Haltung. Es kann aber auch Werkzeug sein Camouflage, Kostümierung. Was aber bleibt ist aber: Es muss sich vor einer bestimmten Refferenz einordnen, also lesen lassen, wie ein buchstabe der das Papier braucht.
Hierarchien ja, ich glaube diese Hauptmann von Köpenick Kiste, funktioniert heute auch noch, jemand fährt mit nem geliehenen Mercedes S- Klasse vor und wird sofort ander behandelt, insofern Hierarchien, ja. 
albannikolaiherbst antwortete am 25. Apr, 05:52:
@Ifone. Sie sehen immer nur die eine Seite.
Selbstverständlich hat das Geld eine Rolle gespielt; es hätte sie aber ohne meinen Geist n i c h t gespielt. Es gab auch für schwerreiche Kunden ganz gewiß handlichere Broker als mich; man kann nicht einmal sagen, daß ich meinen Kunden beruflich mehr Erfolg gebracht habe als konventionellere Kolegen. Man unterhielt sich aber lieber mit mir, stritt sich auch gerne mit mir. Deshalb ist Ihr Punkt 3 geradezu auffällig extrem verkürzt, und sowieso und gerade bei den Geschlechterspielen (die ja nicht selten deutlicher Geschlechterernst sind). Keine Frage, daß Geld und Macht "ansexen", gerade Frauen; beides sichert Nester; Geist sext aber eben auch an, und zwar völlig unabhängig davon, ob Geld vorhanden ist. Sofern man nicht so tut, als wäre es das. In seiner erotisierenden Machtaura ist er sogar kräftiger als das Geld; da geht es einem ähnlich wie Musikern. Nur einen Hausstand bauen Frauen ungern darauf auf. Womit sie ja, rein pragmatisch betrachtet, vollkommen recht haben. Ich schrieb das schon an anderer Stelle: Mit einem guten Gedicht erobern Sie so gut wie jede Frau, aber Sie halten sie nicht mit Gedichten. 
Ifone antwortete am 25. Apr, 08:38:
@herbst, Guten Morgen.
Könnte es nicht so sein, dass Geld und Geist prinzipiell in einer starken Tauschäquivalenz miteinander stehen. Also, ich selbst zum Beispiel, kenne mich auch bisschen mit dem wirtschaftlichen FirmenallAlltag aus: Nach meiner Erfahrung ist es so, dass die so genannten Geldleute, also wenn sie nicht gerade geerbt haben, irgendwo sozusagen clevere Bürschchen sind. Es ist nicht gerade immer so die ganz prickelnde Intelligenz, oder der überschäumende Esprit, aber es ist eine enorm auf pragmatisch gedimmtem Mittelmaß agierende Schläue gepaart mit den so genannten personal skills, also das wäre so eine gewisse stabile Schulterklopfkompetenz den Partnern und sich selbst gegenüber. Auch hier spreche ich von der Normalverteilung, Steve Jobs gehört für mich zum Beispiel nicht in diese Normalverteilung, aber das Gros der Wirtschaft wird doch dominiert, von Handyshop-Besitzern und nicht von Handy-Erfindern.
Da Sie als Broker gearbeitet haben, obwohl das zu ihrem Privatleben gehört, und solche Fragen hier nicht erlaubt sind, aber mich würde interessieren was das für Typen waren, mit denen Sie zu tun hatten als Anleger. Denn da waren sie ja sozusagen im höchsten Abstraktionsgrad der Wertschöpfungskette beschäftigt, also dort wo Geld für Geld arbeitet. Oder Zeit für Geld. Oder Geld für Zeit.
Und was die Frauen betrifft - gilt wohl auch hier die Normalverteilung. Der durchschnittliche Unternehmertyp von der Sorte, den ich beschrieben habe, hat Prinzipell den besten Ausleseindex, was die Vaterschaft angeht, nicht unbedingt, was die Erzeugerschaft betrifft.
Ich hatte ja das hier schon mal mit der 10 prozentigen Dunkelziffer der Kuckuckskinder angedeutet. (das eigentliche Geheimnis der Frauen.)
Aber ist es nicht so, dass es zwischen allen Attributen ein (teilweises) Tauschverhalten gibt: Also was ein Mann nicht an Jugend hat, kann er mit Geld kompensieren. Was ihm an Geld fehlt, kann er mit Jugend oder Gedichten, oder sexueller Kompetenz kompensieren etc... dies gilt natürlich in Grenzen, aber sie werden das nicht ganz abstreiten können. 
Ifone antwortete am 25. Apr, 08:57:
@herbst,
Meinten Sie mit ihrem letzten Satz ich sollte hier noch mal ein Gedicht schreiben, damit femme wiederkommt? 
albannikolaiherbst antwortete am 25. Apr, 10:31:
@ Ifone. Tauschverhältnis.
Mit gefällt dieser Begriff nicht, und zwar, weil er sowohl stimmt als auch nicht stimmt. Mein Wolpertinger hätte ohne einen meiner damaligen Kunden gar nicht erscheinen können; er gab an die 100.000 DM in die Produktion eines Buches, das damals von 36 Verlagen abgelehnt worden war und >>>> Dielmann zwar unbedingt publizieren wollte, finanziell aber ganz sicher nicht gekonnt hätte; immerhin war es sein erstes Programm überhaupt. Der Roman schlug dann ein, wie man sagt, aber imgrunde auch nur eines Irrtums wegen: nämlich hatte die damalige FAZ-Redaktion ganz bewußt jemanden zum Rezensenten bestellt, der für seine Verrisse gefürchtet war; einen Altphilologen. Genau das war aber mein Glück. Da der Mann eine Kapazität ist, konnte man die Rezension dann nicht nicht drucken. Und ich war da. Einige sind damals in Duldungsstarre gefallen. Es wäre dies aber ohne den Mäzen nicht möglich gewesen, der seinerseits aber nicht voraussehen konnte, welche Entwicklung es mit dem Roman nähme. Das, was er sich "eintauschte", war, bei einer Buchproduktion vom Lektorat über den Satz bis hin zu Druck und Bindung dabeizusein. Er tauchte überall da wirklich auch auf und fuhr schließlich mit dem Verleger und mir nach Hannoversch Münden an die Haupt-Spielstätte des Romans. Er erwog sogar, sie zu kaufen, ein Stück Berg, ein Stück Andreesberg, auf dem das Hotel mittlerweile zusammengefallen war. Eigenartig ist, daß, so der Ausdruck der Anrainer, "der Berg ins Rutschen gekommen ist", und zwar am Tag der Drucklegung meines Romanes. Als Baugrund ist das Stück - oder war es 1983 - nicht mehr verwendbar, sofern man nicht ausgedehnte Grund-Sicherungsmaßnahmen ergriff. Meine Geister, sagte ich mir, hatten den Grund über mein Buch wieder in ihren Besitz genommen; das Buch versammelt ja einen Großteil der europäischen Geisterwelt und bringt sie zu einem Treffen in Hannoversch Münden zusammen - etwas, das der Erstleser eigentlich erst nach 500 Seiten allmählich begreift.

Was meine Brokerage-Kunden anbelangt, so reichte das Spektrum vom Privatspekulanten über den Hedger zum konservativen Aktiendepot, das man einfach nur liegenläßt. Wobei meine Neigung und schließlich Profession sich auf Forex spezialisierte, also auf den internationalen Währungshandel, dem die Zocker gleichermaßen wie Institutionen zusprechen, die ihre Auslandsgeschäfte über Kursgewinne/-verluste absichern müssen. Mit drei Kunden war ich später nahezu befreundet, immer ein wenig mit Distanz, aber immer auch mit Neugier. Daß ich dann von einem Tag auf den anderen gekündigt habe, haben wenige verstanden. Das ist allerdings eine andere Geschichte, die in mein Konzept hineingehört, wie Menschen leben... nein, sondern wie sie n i c h t leben sollten. 
albannikolaiherbst antwortete am 25. Apr, 10:35:
Ich glaube nicht, daß die Hundertköpfige uns verlassen hat.
Sie ist hellwach, glaube ich; ein Gedicht muß sie nicht wecken. 
Ifone antwortete am 26. Apr, 18:04:
@herbst,
das mit dem "Altphilologen" hätten sie aber nicht sagen müssen ;-) 
Reh Volution antwortete am 29. Apr, 22:17:
@ ifone
Mir drängt sich der Verdacht auf das hier der Freiheitsbegriff ähnlich beklemmend gedacht wird wie in diesem Zitat aus dem >>>Dao :
Freiheit ist der Abstand zwischen Jäger und Gejagtem 
Ifone antwortete am 30. Apr, 09:19:
@Reh Volution
Das kann ich gerade nicht sehr kommentieren, Reh, was meinen Sie mit "hier"... müssten sie etwas näher ausführen. 
Reh Volution meinte am 30. Apr, 19:47:
hier
@ ifone
"Je freier sie sind, desto freier der geist." von.knotscher 95
Sie dazu : "Bitte nicht mehr mit diesem postmodernistischem Freiheitsbegriff. "
knotscher95 :"gut, ifone, dann nur noch mit dem freiheitsbegriff."
Ihre Assoziation dazu :
"Krieg ist die maximale Form der Sinnnlichkeit mit allem was dazugehört, Rausch, Übertretung, Vergewaltigung, Technik, Tod, Destruktion ,Kammeradschaft, Schmerz, Trauer, Hunger, Durst, Liebe, Blut, Scheiße, Pisse, Massenmord
Der Krieg ist ein Kontinuum menschlicher Geschichte.
Die Atombombe ist die maximale Form menschengemachter Ästhetik, schön anschaulich."
Anschließend wird bei ihnen die Uniform zum Instrument der Befreiung und sie schließen daraus das die Freiheit des Individuums ein vermeintlicher Irrglaube sei. In diesem Kontext auch :"Ein in diesem Sinne Nichtuniformes Individuum wäre auch heute schwer gefährdet" Spätestens an dieser Stelle kommen wir besagtem hier auf die Spur, eben dem Abstand von Jäger und Gejagtem oder das was ich in ihren Äußerungen wittere. 
read An antwortete am 30. Apr, 20:42:
Freiheit
Man könnte aber auch sagen Freiheit ist ein Katalysator, der chemische Reaktionen herbeiführt. 
Ifone antwortete am 30. Apr, 23:45:
@Reh Volution
Das Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass der Freiheitsbegriff, der sich an einer Freiheit des Individums glaubt festmachen zu müssen, naiv und unterkomplex ist und deshalb nicht zukunftstauglich.
Weil es defakto, keine Freiheit des Individuums gibt. Unsere Freiheitsgerade sind berechenbar und eintaktbar in den Tauschverhältnissen unserer Zivilisation. Da kann ANH noch so oft mit dem Rad zur Börse fahren, es bleibt immer im Bereich des "Spleens" alles was von Seiten der Kunst heute unter Freiheit behandelt wird, ist Spleen oder Hobby. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen einem Künstler und einem Forellenangler oder einem Bungeejumper oder ein Extrembergsteiger. Diese Freiheiten gehören in die Nieschen der Spleens und Vorlieben und Hobbys und sind damit zu 100 Prozent eingetaktet in die millieu - oder szene-gerechte Vermarktung, der Zeichentauschkanäle und der Kommunikationswunschmaschine. Kunst im klassischen
Sinne aufgefasst ist völlig irrelevant, es sei denn, sie beginnt aus der Ecke der Pseudofreiheit ihrer Spleens und Hobbys herauszukommen.
Der aufgeklärte Freiheitsbegriff den ich meine, nimmt Abschied von der Individualitätsillusion und ersetzt diese durch sachliche wirklichkeitsaufklärende Forschung, Hand in Hand mit den Wissenschaften.
Ein Mensch, der einen aufgeklärten Freiheitsbegriff hat, macht sich keine Illusionen mehr darüber, dass er Funktion ist. Erst dann und nur dadurch kann er wieder einen Freiheitsgrad dazugewinnen. Also um es mit Read-Ane zu sagen: Ein aufgeklärter Freiheitsbegriff, muss keine Angst mehr vor Uniformen haben, weil ihre Funktion verstanden worden ist. Dass er aber keine angst mehr haben muss, genau dass macht ihn wirklich erst frei. 
Aikmaier antwortete am 1. Mai, 00:01:
@ Ifone; freiheit, die Sie meinen
das klingt ja alles sehr elegant. Sie vermeiden jede naivität und "unterkomplexheit". sehr stark, aber worauf zielen Sie damit ab? -- doch auf einen "aufgeklärten" uniformträger, deren es in allen armeen der welt immer viele gegeben hat. leute, die sich keine illusionen darüber machten und machen, dass sie "funktion" sind und diese auch affirmieren. damit sind diese leute frei, klar, frei, sich in ihren gesteckten verhältnissen zu bewegen, optimale adapter zu sein. aber "zugewinn"?

in der praxis scheint mir Ihre ansicht zu einem kollektiv (ja, denn individuen halten Sie für überholt) maximal desillusionierter adapter, die ihre funktion nicht nur im einklang mit sondern auch ausschließlich unter den prämissen der wissenschaft (unter der Sie natürlich nur naturwissenschaften verstehen) ausüben. kunst spielt darin überhaupt keine rolle, weshalb sie in Ihren ausführungen auch so merkwürdig unkonturiert bleibt.

das ist, und ich muß es so formulieren, obgleich mir femme100tetes elaborate übersteuert erscheinen, nichts als techno-faschismus, den Sie "von unten" zu legitimieren suchen.

@ read An: diese art der freiheit leitet eben keine "chemischen Reaktionen" mehr ein, zumindest keine, die außerhalb einer "wissenschaftlich determinierten" (welche wissenschaft?) versuchsanordnung stattfänden. 
femme100tetes antwortete am 1. Mai, 11:33:
Meienlied
Glimmert ihr sterne/
schimmert von ferne/
blinkert nicht truebe/
flinkert zu liebe
dieser erfreulichen lieblichen zeit.
Lachet ihr himmel/
machet getuemmel/
regnet uns segen/
segnet den regen/
der uns in freude verwandelt das leid.

(Ritterhold von Blauen) 
read An antwortete am 1. Mai, 13:56:
@Aikmaier
Dann sprechen wir auch nicht mehr von Freiheit sondern von einem generalisierten Massenimpuls. >Vektor.
Selbst "Freiheit" als Katalysator ist ein abhängiges System, im Gegensatz zum Abstand von Gejagtem zum Jäger aber ein imaginäres, das seine "gefühlte Autonomie" aus sich selbst bezieht, wenn auch an chemische Reaktionen gebunden die in einer Wechselbeziehung zu äußeren Faktoren stehen. > z.B. die "Freiheit" sich den Spleen herauszunehmen! 
knotscher95 antwortete am 1. Mai, 14:14:
@ifone
An was soll sich ein „freiheitsbegriff“ denn sonst
festmachen als am individuum – an einem indiewiedumm
oder an einem exdividuum ?

abgesehen davon :
sie selbst nehmen sich in ihrer text-polemik-produktion die freiheit
heraus, technische begriffe scheinbar beliebig mit poetischer sprache
zu koppeln, wie naiv sie doch ihrer meinung nach selbst sind.
Desweiteren unterstellen sie sämtlichen wissenschaften, diese wären
allesamt am ende, das heisst esgäbe keine rätsel mehr und somit auch
keine freiheit ( setzt man freihet analog freiheit von erkenntis )
nun, was weiss aber das individuum schon von sich selbst ?
was wissen sie selbst über ihre defizite ihrer höchstindivideuellen
schreibe ?
ich nehme an, nicht besonders viel.
Ich nehme an, sie wissen wahrscheinlich gar nicht viel, was sie eigentlich
insbesondere dazu motiviert, so zu schreiben.
Und je weniger sie das wissen, desto lauter schreien sie dann nach unifor-
mierung : weil sie zu stolz sind, auch nur ansatzweise mal etwas über ihre
defizite zu erfragen.
Weil ein mann etwas zu fordern hat, nicht ?
Sonst ist er kein mann.
So einer ist obsolet.
Das ist der wahre monoadaptertypus, der eindimensionale nämlich. 
read An antwortete am 1. Mai, 14:33:
@knotscher95
"Setzt man Freiheit analog Freiheit von Erkenntnis" - interessanter Gedanke!
Umso geringer die Erkenntnis, desto höher der Freiheitsgrad, nur leider "Indiewiedumm"! 
knotscher95 antwortete am 1. Mai, 14:47:
@ ifone II
Femme sagte zu ihnen an enderer stelle, sie wären eher ein künstlerischer
laborant, und sie laborieren noch nicht an der kunst.
So sehe ich das auch.
Herbst meinte an anderer stelle, das handwerk alleine macht’s noch nicht.
Hätte man das handwerk irgendiwe drauf, dann kämen eigentlich erst
die entscheidenden fragen, die man an universitäten nicht unbedingt mehr
lernt.
Das sehe ich ganz genauso.
Die werkzeugkiste alleine – so sehr ich sie liebe - schafft halt das produkt
noch nicht.
Selbst eine daran angeschlossene aufgabe, ein arbeitsziel kann noch zu unkonkret
sein, es kann noch allzusehr auf stereotypen abzielen.
Ein stereotyp ist aber immer so etwas wie eine vielleicht noch funktionierende
praxis-einheit.
Da sich aber die praxis noch nach wie vor verändert, so muss man manchmal
schon noch etwas nachdenken.
( oder darf )
Aber nicht über kollegen, die diametral etwas falsch machen sondern über die sache selbst.
Da schaut man eher zu denen, die schon fast alles richtig machten und man erwägt
worin dieses fast bestehen könnte
Sicherlich sollte man noch die potentiellen rezipienten vielleicht im auge behalten
oder wenn möglich halt das gefühl, seinen gefühlsmässigen positiven bezug
zu der sache, seinen spass daran günstigstenfalls.
Und verliert man dabei nicht seine lockerheit und seinen esprit, so ist man
meiner meinung nach der absolute meister.
Mit polemik oder propaganda oder stimmungs- und meinungsmache hat
das aber nullkommanix mehr zu tun.
Eher mit der kunst, die richtigen fragen dabei zu stellen. 
knotscher95 antwortete am 1. Mai, 15:09:
@ ifone III
Nun versuchen wir aber gar nicht mehr, gemeinsame fragestellungen innerhalb der
kunst zu entwickeln.
Wir müssen uns einerseits gegen ideologien jewdeder art behaupten und haben zudem angst davor, selbst ideologisch zu werden, sprich massnkonform abzukürzen
und dabei wichtiges wegzustreichen.
Das wirft uns dann auf individualität zurück und auf die grosse einsamkeit, die mich zuweilen äusserst betrübt.
Aber angesicht dessen, dass wir eben noch nicht individuell mit unserer kreativitätä
umgehen können.
Ziemlich paradox also, schaut man noch auf die wurzeln.
Die wurzeln waren nämlich die experimente.
Tja – auch das eine folge einer kleingeistigen neokonservativität, die nicht mehr
in gesellschaftlichen zusammenhängen denkt, sondern in elitären exklaven.
Wohin das führen soll, kann aber keiner wissen. 
Aikmaier antwortete am 1. Mai, 15:56:
@ read An; freiheit von und zu
naja, Du solltest meinen obigen kommentar nicht überbewerten. statt meine meinung zur freiheit zu sagen, habe ich versucht, aus Ifones letzter äußerung samt einiger anderer einige in meinen augen notwendigen konsequenzen zu ziehen, die mir bedenklich erscheinen.
denn wenn ich Ifone recht verstanden habe, ist ihm die "Freiheit sich den Spleen herauszunehmen" eben nur noch illusorisch, unaufgeklärt. aus seiner perspektive läuft die von Dir angedeutete dialektik ins leere.
anders gesagt: ein neo-reflektierter adapter à la Ifone würde z.b. ein gedicht wie dieses nicht schreiben:

Quand le ciel bas et lourd pèse comme un couvercle
Sur l'esprit gémissant en proie aux longs ennuis,
Et que de l'horizon embrassant tout le cercle
II nous verse un jour noir plus triste que les nuits;

Quand la terre est changée en un cachot humide,
Où l'Espérance, comme une chauve-souris,
S'en va battant les murs de son aile timide
Et se cognant la tête à des plafonds pourris;

Quand la pluie étalant ses immenses traînées
D'une vaste prison imite les barreaux,
Et qu'un peuple muet d'infâmes araignées
Vient tendre ses filets au fond de nos cerveaux,

Des cloches tout à coup sautent avec furie
Et lancent vers le ciel un affreux hurlement,
Ainsi que des esprits errants et sans patrie
Qui se mettent à geindre opiniâtrement.

— Et de longs corbillards, sans tambours ni musique,
Défilent lentement dans mon âme; l'Espoir,
Vaincu, pleure, et l'Angoisse atroce, despotique,
Sur mon crâne incliné plante son drapeau noir.



freiheit von erkenntnis, wie knotcher unnachahmlich formuliert, ist natürlich auch freiheit, "barheit" vielleicht eher. auf Ifone zurückgefaltet: wer nicht erkennt, daß die freiheit, welche er zu besitzen glaubt, reine funktionalität ist, ist freier als jener, der es erkannt hat; allerdings handele es sich hierbei nur um pseudo-freiheit.
diese volte ist es ja, die knotcher95 zu seiner, für mich ganz verständlichen, tirade provoziert hat (abgesehen davon, daß es ihm nun wirklich um kunst geht).

zugleich denke ich, man muß bemerken, daß freiheit von... nicht zugleich freiheit zu... ist. krasseste beispiele dafür sind jene überlebenden der shoah, die zwar vom schlimmst denkbaren mechanismus von erniedrigung, entmenschlichung und vernichtung be-freit waren, gleichwohl (oder damit zusammenhängend) keineswegs die (innere) freiheit zur führung ihres weiteren lebens hatten.
vielleicht könnte man hier auch den existentialistischen freiheitsbegriff neu bedenken, der bislang in der debatte noch nicht aufkam, vielleicht auch gar nicht mehr als aktuell oder fruchtbar angesehen wird.

außerdem bedenkenswert. wenn wir über uniformen nachdenken, scheint mir die fähigkeit zur tarnung, oder "wissenschaftlicher": zur mimikry zu sein. nicht alle, die äußerlich gleich aussehen oder sich verhalten tun dies notwendigerweise aufgrund einer einsicht in eine allgemein notwendigkeit zur uniformität, sondern vielleicht weil sie mimikry betreiben. (wobei ich offen lassen will, ob es sich um feind- oder beutemimikry handelt. das hängt wohl vom einzelfall ab.) 
read An antwortete am 1. Mai, 18:51:
@Aikmaier
Das ist ja genau das Problem. Barheit (schönes Wort eigentlich!), berfreit von der Erkenntnis den funktionellen Charakter zu erkennen, also eine Freiheit von!
Aber eine Freiheit zu, das ist schon schwieriger zu benennen, aufgrund kultureller Verortung, dem gesellschaftlichen System, von der Abhängigkeit der jeweiligen Gemeinschaft, Interessen, Werte, Wissensstand / Wissenschaft usw.
Ein existenzialistischer Freiheitsbegriff wäre doch dann von einer Freiheit Von zu einer Freiheit Zu, aus einer existenziellen Notwendigkeit heraus! Meintest Du das?

Die Uniformität (bei Frauen, um bei meinem Bsp. zu bleiben) von der ich gesprochen habe ist ebenso eigennützig in ihrer Zeichensetzung wie eine biologische STRATEGIE der Tarnung. Es ist aber eine mehr oder weniger eigene Strategie (hier wohl Beute), die zwar auch wieder ihren eigenen Gesetzen folgt aber keine von außen vorgegebene Zeichensetzung einer Marktstrategie zumindest solange der Markt nicht auch das wieder erkannt hat und ebenfalls aufgreift, naja, eigentlich ist es ja schon so. 
Reh Volution meinte am 1. Mai, 15:54:
Interface der Freiheit ?
@ ifone
Freiheit will nicht zukunftstauglich sein !
Sie ist ein Prozess in dem das Individuum seine eigenen Grenzen immer wieder neu definiert.
Dieser Prozess findet JETZT statt und nie in Zukunft.
Die gesellschaftlichen Vorraussetzungen, die existentiellen Grundregeln, bilden in dieser Entwicklung allenfalls nur so etwas wie die Schwerkraft.
Die Freiheit des Individuums gibt es in der Tat nicht. Der Grund dafür ist aber nicht eine ausgeträumte Utopie, sondernd die Begebenheit das Freiheit eben einen Prozess darstellt und keinen Besitz.
Sie sprechen von unseren Freiheitsgraden und meinen ihre eigenen.
Es gelingt ihnen nicht ihre zugegeben ästhetisch anmutende Wut in einem freien Prozess Form zu geben;
da sie ihre eigene kreative Freiheit gleichsetzen mit der eines Anglers, Bungeejumpers oder Extrembergsteigers.
Dem Künstler aber obliegt es in diesem Prozess die Rolle des Entdeckers einzunehmen.
Dort wo sie von Pseudofreiheit schreiben, meinen sie nicht die Begrenztheit der Phantasie oder der Kreativität, sondernd die Grenzen der von ihnen wahrgenommenen Realität.
Unsere Zeit ist zugegebener Maßen derart bedroht, dass ich durchaus nachvollziehen kann, wenn man nach kollektiven Lösungsansätzen strebt. Nur darf man die Dinge nicht verwechseln.
Sie sind auf der Suche nach einem Interface, das eine Verbindung von Individuum zu Individuum schafft und zwar mit der wütenden Begründung ihres Gedichtes .
Im Einklang mit den Naturwissenschaften soll so das Heil gefunden werden.
Das Individuum wird dann als Illusion begraben; der Mensch zur Funktion im Namen der Freiheit.
Das was sie da beschreiben, lieber ifone, ist der Tod und nicht das Leben.Die kollektive Vereinigung der Seelen und des Geistes ist für mich nur das Bild einer möglichen Existenz nach dem Tod.
Das Leben hingegen ist die Aufgabe die vermeintliche Leere, die Einsamkeit des ICH's mit allem zu füllen und zu bereichern was die Sinne mir erschließen.
Der Künstler übernimmt dabei eine besondere Rolle.
Die Formen die er schafft sind als schöpferischer Prozess zu verstehen. Sie sind Dokumente der Freiheit oder um es mit den Worten Klees zu sagen als Genesis, als Werden, als Wesen zu verstehen.
Nicht vollendet -
Der Forellenangler hat dieselbe existentielle Aufgabe, aber nicht dieselbe Verantwortung.
Ihr Vergleich hinkt!
Ihre Sehnsucht nach einem Freiheitsinterface strebt weg von der Kunst, hin zu einem wissenschaftlich elaboriertem Paradies.
Der freie Künstler weiß auch so das er Funktion ist; aber nicht in ihrem Sinne, sondern in seiner Demut vor der Schöpfung.
Ihre Skalierung von Freiheit ist nur Ausdruck ihrer allzu menschlichen Angst. Sich auf den Freiheitsprozess einzulassen bedeutet aber nicht angstfrei durch die Welt zu tanzen.
Es bedeutet an den Ängsten zu wachsen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Ängste sind Instanzen des Geistes.
Erst im Prozess des Individuums seine eigenen Grenzen immer wieder neu zu definieren, eine Lebensform zu entwickeln, können die Angstinstanzen überwunden werden.
Es ist eine Entwicklung und kein Zustand an dem ich interessiert bin.
Ihre Vision könnte man aufgreifen um eine