I´m good enough for nothing
& nothing is good enough for me.
das ist es was ich an diesem mann mag:
diese verzweifelte involviertheit.
der krieger richtet in friedenszeiten
alle gewalt gegen sich selbst.
butterflies follow
lovingly the flower-wreath
placed on the coffin. (Meisetsu)
solange man bei bewusstsein ist
macht man keine essentiellen erfahrungen;
und wenn man essentielle erfahrungen macht
ist man nicht mehr bei bewusstsein.
diese ungeheure verschwendung von mimikry:
menschen wie blumen in einem gewächshaus.
karneval der stile.
das kollektiv hat nur einen sinn
wenn der einzelne ihm einen sinn gibt.
allem nützlichen haftet eine gewisse frivolität an -
denn am ende ist doch alles nichts.
der sehnsucht dem kitsch der menschlichkeit zu entkommen
entspricht nur der krieg.
findeiss - Samstag, 19. April 2008, 01:14- Rubrik:
Nun, mylord or my lady, that could be almost worser than
anythin around the mirror capably or anywise, please keep a look
on yer folder, which proves or not yer mindbehavings or not that.
Auf deutsch gefragt – man liebe es – was eigentlich wäre bewusstsein ?
wäre das selbstbewusstsein ?
Was aber könnte selbstbewusstseyn sinn ?
xxxx too/ oh - ?
ein unterbegriff vielleicht ?
und gehts noch drunter ?
( irgendwie von nietzsche geklaut )
I follow the line :
“der sehnsucht dem kitsch der menschlichkeit zu entkommen
entspricht nur der krieg.“
Ja krieg ich das oder nicht ?
hinn ?
Nun : selbstbewusstsein ist die erfahrung mit den eigenen sinnen :
tastsinn / geruchssinn / hörbewusstsein / geschmackssinn / und man/frau
( AU ? ) sieht etwas ...
Denken sie sich bitte jetzt das was ich mir denke.
Es ist lustig.
Ziemlich lustig.
So lustig wie sie niemals zuvor tanzten.
- vor ihrer vernetzung.
That coffin that place that sexton that underclothes that smile about it.
That place or mindopening behaviors in concerneable patternflows into the scenes.
BAD SCENES.
ach übrigens . hören sie mal liz phair, was ich gerade mach -
oder sind sie überhaupt schon fähig dazu - sprich in der lage ?
hm - für ne blonde frau ?
schade, dass ich sie immer für etwas blöd halten muss :
wie sie schon argumentatationsuntüchtig sind :
da lacht doch lachenmann :
er spielt mit ihren streichhölzern ohne köpfe gleichmit.
und ich lache schon viel besser.
aber warum bleibt animistisch :
so schön mit-gefühlt ?
ihr knotscher am navel.
where-else in the world.
ever.
DOWN.
AND OUTTA THAT BULLSHIT ?
U will guess and see I know.
not even everything,.
maybe some waves.
sun flowers.
THE SUN.
die ihr pneumatisch gefedert auf Drehstühlen sitzt,
in Abholsofas oder auf wiederbezahltem guten Holz.
In Redaktionen, Laboren, Lofts, Etagen, handgemachten Ateliers.
die ihr immer noch an irgendeinem Band steht,
in gläsernen Fabriken, bei einem Platzkonzert,
einer Preisverleihung, in der Fertigungszelle,
klimatisiert neben dem Blumentopf, kreativ.
Die ihr menschlich dekoriert seid von Null bis Vierundzwanzig Uhr.
Ihr, die ihr mit Händen Euch nach Tatstaturen dehnt
oder abstützt auf dem Fensterbrett in einer Raucherpause
Ihr, die ihr vor Schulklassen sprecht, vor Wassergläsern,
vor Mikrophonen, vor Kameras, vor dem Aschenbecher, vor dem Barkeeper,
vor der Angst -
- die ihr an Schläuchen hängt, an Mündern, Mäusen, Flaschen, Gläsern und Trompeten.
Ihr, die ihr durch Straßen oder Herzen auf zwei Beinen geht
euere Tiere streichelt und noch einmal sterbt -
in Häusern, zwischen Mauern, auf Wegen -
Ihr, die Ihr noch einmal atmet -
An Euch richte ich meine Rede.
Was glaubt ihr, was Ihr seid? Was glaubt Ihr - wer?
Die ihr zusammenzuckt und Haltung annehmt, wenn sich irgendwo eine Türe öffnet.
Habt Ihr Euch heute schon an die Hand genommen?
Euch umarmt beim Probezeitgespräch?
Wenn das Telefon klingelt, was glaubt ihr, wer dran ist?
Wart Ihr heute schon am Briefkasten?
Die neuesten mails schon abgeholt?
Ihr wollt Individuen sein.
Nehmt Eure Augen und geht.
.
Geht zur Arbeit. Zur Freundin. Zum Chef. Ins Studio. Ins Kino. Nach Hause. Aufs Klo.
Aber geht bloß nicht -
- aufs Ganze.
Ihr, die Ihr Eure Schwänze und Muschis,
Eure Stachel und Mösen in die Hand nehmt.
Eure Vulvas und Penisse, die Millers und Nins
wie Ohrenreiniger und Bauschaum
geschäftig der Wolfsfrau ins Blut fuchtelt
oder dem erlesenen Wilden Mann
Ihr, die ihr Leidenschaften aneinander reibt,
auf dass sie noch einmal verwandeln sich
im Feuerzeug von Emma und Maxim
als Funken von Homme a Femme
zum Flämmchen von Mann und Frau
Euch also sage ich: Dass Feuer ist gebannt, und aufgerieben Eure Leidenschaft.
Aber die Sehnsucht qualmt noch ganz erheblich.
Ich kann sie riechen. Ich atme sie ein.
Ihr wisst so viel. Leider. Gott sei Dank.
Aber immer noch wisst Ihr zu wenig.
Hofft und schafft. Denn schaffen werdet ihr es sicher.
Ihr schafft es mit Gedichten, mit Versen, mit gutem Essen auch.
Und ihr schafft es noch einmal mit den Hormonen.
Ihr werdet es schaffen. Ich weiß es.
Nehmt Eure Hände und handelt.
Nehmt Eure Beine und lauft.
Nehmt Euer Denken und glaubt.
Glaubt an den See. An den Wald. Ans Gebirge. Ans Meer.
Glaubt an den Mann und an die Frau.
Glaubt noch einmal richtig fest.
Ihr müsst fest zuglauben.
Richtig fest.
Ja, so! So ist es gut!
Und die Freiheit nicht vergessen. Vergesst Eure Freiheit nicht.
Ihr da, Zwischen den Regalen - seid so frei: Wählt.
Und ihr da, vor den Tellern der Konzeptgastronomie - seid auch frei!
Frei über dem Geflügel und dagegen und ganz anders.
Und Ihr, die Ihr Euch vom Allumfassenden abwenden wollt - tut es!
Prüft Euren Eigensinn. Seid verspielt. Und rutscht über den Buckel
den Labels, Marken und Konzernen. Werdet kreativ.
Werdet eigensinnig. Ihr seid es - das weiß ich.
Oder trinkt einfach nur mal ein Bier.
Nehmt dann Eure Ohren und hört.
Hört zu.
Hört Ihr das?
Das Summen der Festplatte unter den Zeilen des Schreibers?
Wie ein Penny fällt und ein Speicher sich dreht?
Den Kiesweg am Schuh des abendteuren Erzählers?
Das Schnarren der Freisprechanlage in seinem Buch?
Das Kratzen der Feder? Das Klicken der Maus?
Den Lackierautomat
Hört ihr das?
Hört Ihr die Geburtstagslieder der Neunundreißigjährigen Frauen?
Hört Ihr das Telefon? Den Durchruf? Klingelt es schon?
Die Gewichte im Wellnessbereich nicht zu vergessen,
beim Einrasten machen sie Klick.
Hört Ihr die Papiere rascheln, das Krümeln der Kundenkekse,
das Tuscheln der Vorzimmerpapageien,
die Lüftung des Projektors zur Präsentation?
Hört Ihr, wie es sich
- - bespricht?
Wo sind die Turnschuhe?
Psst! Seid doch mal ruhig, sagt die Kanzlerin.
Was sagt sie?
Was sagt der Aussenminister?
Was sagen die genau?
Hört zu, sagen sie. Hört uns genau zu.
Und sie sagen:
Nehmt Euer Glück und seid glücklich.
Was sagen die?
Was sagen dazu die Sänger, die Klänger, die Dichter?
Nehmt Euer Wesen, seid wesentlich.
Ihr müsst wesentlich sein. Habt Ihr gehört?
Mit Schmutz auch und Schrei auch und Stimme - jawohl.
Den Schweiß nicht vergessen, den Fleiß und den Charakter.
Das Sperma, den kleinen großen Streit, den Rhythmus dazu-
Das Blut, das heute noch Euch gehört.
Ja natürlich, wir meinen den Sex, ihr wisst schon wie das geht. Na also.
Nehmt Eure Augen und seht:
Seht die Bahn. Den Club. Das Café..
Ihr, die Ihr Abends berauscht seid und Morgens bereit.
Ihr, die Ihr da steht hinter den Männeken-Türen, vor den Pinkelbecken,
über den Wasserhähnen, in der Theaterpause
Ihr, die ihr vor den Spiegeln das Gesicht noch mal überprüft,
wie ihr da wieder raus kommt aus Eurem Blick,
abgetrocknet, in der Tasche den Kugelschreiber
ein Kratzen im Hals, Ihr -
- die Ihr Euch noch einmal kurz räuspert.
An Euch gerichtet sei meine Rede.
Es freut Euch sehr, die Worte zu tätscheln,
gestaucht, so gedreht, zerfremdet, zerspielt
Im Leder baumeln sie an der Wand Eures Kellers
Zum Lachen und Weinen geht ihr dahin
die Treppe hinab, sie dort ein wenig
zu knuffen.
Lasst Sie in Ruhe die Worte, oder im Dunkeln, oder lasst sie verdammt noch mal frei!
Aber belästigt sie nicht mit dieser Behandlung.
Macht das Licht aus oder macht das Licht an,
aber Beides geht nicht zusammen
Subjekt. Prädikat. Objekt. Ein Gedanke.
So funktioniert das. Habt Ihr's kapiert?
Was glaubt Ihr was Ihr seid? Was glaubt Ihr - wer?
Hier rumbrüllen oder was? Halt die Fresse!
Ihr, die Ihr schaut nach den kleinen Rissen,
nach Anzeichen gierig seid Ihr, nach Klecksen,
Pixeln, Körnchen, Falten, Härchen und Tapeten
Wie ihr daran schnuppert, danach tastet, es befühlt.... mein Gott.
...dabei befühlt es längst Euch, Ihr Idioten, es befühlt Euch zurück.
Noch ein paar Schamhaare?
Noch ein paar Regentropfen?
Noch ein paar Eier von Fabergé
Noch ein Kormoran? Noch ein Zitronenfalter? Noch ein Stück Kuchen?
Lügner seid Ihr.
Feine schöne kleine große Lügner.
Ich bin es auch. Aber ich lüge wahrer.
Geht Lügen, aber macht die Tür zu. Es zieht.
Geht Skifahrn. Geht Wandern. Geht Dichten. Geht Kacken.
Geht Federball spielen.
Na und? Nichts mit Na Und!
Habt Ihr vergessen, was Frühling ist?
Ich meine nicht den. Und den mein ich auch nicht.
Ich meine den richtigen Frühling. Den Großen. Den Schönen.
Den Wirklichen.
Genau den meine ich. Den da!
Ich scheiß auf die Amsel.
Ich meine den, wo man Recht noch im Unrecht hat.
Ich meine den, der nie ganz zu Recht kommt.
Und deshalb genau richtig.
Den Frühling nicht in den Blättern oder mit den Blättern, sondern AUF den Blättern.
Im Denken. Und dazwischen. Genau den meine ich.
Ich meine Euch. Eure Wahrheit.
Was seid Ihr für traurige Schneemänner.
Passt auf, Ihr taut gleich weg.
ES taut Euch weg. Die ganze Zeit schon.
Es taut, aber ihr traut Euch nicht.
Ihr wollt jung sein, dabei seid Ihr alt.
Alles was ihr habt ist Angst und ein sehr kurzes Leben.
Aber Angst und ein sehr kurzes Leben sind noch keine Phantasie.
-
Ihr werdet zerfließen, wenn Ihr Euch nicht bewegt, passt bloß auf.
Es könnte Euer letzter Winter gewesen sein,
bevor die Sonne kommt, die Böse.
Aber Ihr bewegt Euch ja schon, nur wisst ihr's noch nicht.
Es bewegt Euch.
Es bewegt Eure Gedanken wie hinter Gardinen die Schatten guter Bürger,
hinter Fenstern, Jalousien im Kopf einer Kleinstadt,
denn immer ist da auf der Straße noch ein bisschen was los.
Die Spitze des Schirms bewegt es, der Euch in der Hand hat.
Mit dem Ihr den Kreis in den Sand zu den Füßen hinzeichnet
Da unten, wo Ihr Gedanken verliert solange,
bis der Kreis sich ganz um Euch schließt.
Es bewegt Euch auf den Plätzen, in die Geraden, in die Bögen, die Hyperbeln -
Es bewegt euch über die Pfützen, in den Garagen, hinter den Masken, in den Maschinen.
in den Bremsweg auch, in die Trampelpfade, zum Kiosk, zu Kaisers, zur Lesung, zum Dienst.
Dahin bewegt euch das, was euch bewegt.
Aber nie bewegt IHR Euch - und schon gar nicht aufs Ganze.
die Zähne hinter den Lippen weiß bewegt es Euer Gespräch
beim Nicken des Kopfes am Apparat.
das ganze Kleingeld, das Knistern der Freuden, Gesten, Blicke, der Augenschläge, Lider, Silben,
Diskurse, Nippel, Ohrläppchen,
Klimpernd taumeln diese Pennys blind in Eurer Untertasse.
Stark aber bewegt es schon die Blüten der asiatischen Blumen
wo sie lächelnd die Köpfe schon wegdrehen von Euch
,
Es bewegt Euch hinein in die Köpfe, in die Zungen, zu den Haaren, in den Biss, ins Kissen, zum Kuss, hin zum Bus
- der fährt hinauf bis in die Höhenlinien der Fingerkuppen
in die großen Sommerferien des Körpers -
dahin bewegt es Euch - dösend
und - ach so bewusstlos.
Schreibt dann Ansichtskarten
von Eurer noch einmal geretteten Haut,
vom Nabel, vom Ellenbogen, dem Knöchel, dem Knie:
"Ihr Lieben daheim, wie schön ist es hier
und stellt Euch vor, beste Grüße, dein Mensch."
Sowie Ihr das tut, so tut es Euch gut,
denn so bewegt es Euch - ja.
So hat's schon immer bewegt Eure Pläne
die Sprache, die kleinen und großen Verträge,
die Sagen, die Zeilen, Ziffern, Rechnungen, Frage, Antwort, die Preise.
Und bewegt hat's immer das Ergebnis und oft auch: Den Krieg.
Aber was macht Ihr damit jetzt?
Nehmt Eure Augen und seht.
Nehmt Eure Finger und fühlt
Nehmt Euer Denken und formt.
Formt das Gefieder und die Flügel,
Formt Strophen, Gehäuse, formt Schollen, formt Staub.
Formt Euer Eis neu, den ganzen Matsch, oder die ganz alten Formen.
Formt einfach noch ein bisschen vor Euch hin -
Ja - oder formt doch mal wieder was ganz Neues
dabei formt es längst Euch, ihr Idioten, es formt Euch zurück.
Es formt eure Form, euern Stoff, euer Wesen.
Es formt Euch zurecht.
Es formt Euch an den Eiern und die Stöcke - ma Femme - formt es auch.
Es hat Euch an den Eiern.
Es hat Euch im Griff und Ihr seid zufrieden.
Kleine Gärtner, harkt Eure Zeilen, streichelt das Kind.
Ihr Kinderstreichler.
Da liegt ein Blatt noch, dahinten, vergesst das bloß nicht.
Vergesst aber auch nicht, was Ihr seid und wofür!
Seid Ihr geboren worden für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels?
Hat die Mutter unter grünen Tüchern Euch herausgeschrien,
damit das Ding dann Geige lernt oder Sonette schreibt
die immer längst von wem geschrieben worden sind?
Was glaubt Ihr, was ihr seid, was glaubt Ihr wer?
Ihr sollt ja Geige lernen, doch sollt ihr nicht vergessen.
Habt Ihr vergessen, wie Ihr ward, als ihr da rauskamt? - und warum?
Gebt Ihr mit Versen jetzt zufrieden Euch, mit Liedern, ein paar Ficks?
War's das schon? Solls das gewesen sein?
Glaubt Ihr, dass ihr lebendig davon seid,
Zu irgendeiner Welt auf diese Weise kommt?
Geschweige denn durch irgendeine Tür?
Nee, Nee, Nee..
Wenn ihr nicht mehr drauf habt als das - dann seid Ihr tot.
Von dieser Welt verlangt ihr dann nicht mehr als Euer Grab und unser.
Da liegt Ihr dann drin, schon bequem, gemütlich, unterm Leselämpchen
womöglich zahlt Ihr's auch noch ab zum Zins von zwölfeinhalb Prozent.
Tote Menschen, nie geboren, nie lebendig - schade.
Ihr wollt Dichter sein? Nichts da.
Fischfutter seid ihr, und reichert es weiter an.
Stoizisten. Mitmacher. Feiglinge.
Gedankenverweigerer. Mythologen, Hobbyrömer
Funktionäre. Klassiker. Verseschmiede.
Klassisch ging das immer schon alles mit denen
bis zum schwärzesten aller Klassiker dem: in Polska.
Klassizisten Ihr, wendefähig lektoriert
Die Nase im richtigen Wind, überlebens-ertüchtigt,
simuliert den Gleichmut/ Widerspruch nach Bedarf
und geht dabei noch einem Wehrdienst voran.
Ladet krachend die Form durch, die Jamben
schiebt ihr ins Magazin der Genießer und Faltenbügler
vom großen Lebendigkeitsdesign.
"Ein gelungener Endreim reißt keinen mehr vom Barhocker"
Vor Jahren wusste das ein wirklich guter Dichter schon .
Sehr richtig, sag ich dazu: Denn der nichtgelungene
reißt auch keinen da mehr weg.
Ihr aber tut so, als hätt sich was dran geändert.
Zum Anschluss zu feige, zum Denken zu faul.,
Zu sehr gesichert für ein Künstlerleben.
wenn auch der Cent euch gelegentlich fehlt.
Deshalb geht ihr zurück, weicht aus der Spur
und drückt den breiten Arsch an die Bande der Stoa.
Weit dringender aber als den Taschen
fehlt dem Kopf der fallende Groschen.
Wenn der da nicht einfällt, spielt niemand am Flipper,
wächst der Einwurfschlitz zu im Laufe der Zeit.
Die Kugel bleibt ruhig und blinder werden die Bilder.
Nur Eure Kerzen kleckern noch pünktlich zum Gedenktag
wenn Mutter Kultur ruft zum Widerspruchsbrei
zum Andersheitsdienst in den Mythenwald.
Da schleicht ihr dann eben gerade noch hin...
...zur Fütterung.
Aber Schiller wenigstens hatte da noch paar Äpfel
wo bei Euch der Prozessor jetzt summt
neben den Widerspruchskerzen Im Korrektchen,
dem Säckchen, dem vollen beredten Schweigen.
Ihr Funktionäre.
Ihr kleinen Lichter im Etui,
in der Dekoschale
beim Italiener um die Ecke.
Das also zündet Ihr an und nennt es dann: Feuer.
Ich hol gleich die Feuerwehr, tatü
Ihr Bataille-geschulten Schaufensterdekorateure der kleinen Verhängnisse
Ihr Erotiker von der mittleren Gage.
Ihr Fremden-Elegiere und Klageplüschbären
Ihr sandgeformten Sarkasten
mit der Intensität von Hustenbonbons.
Dante würde sich im Grab umdrehen.
Bataille würde gleich noch mal aufstehen
Und dann nochmal.
Und nochmal.
Verglichen mit Euch ist sein Staub noch am Ficken.
Eure Abholverse aus dem Interessanthauskatalog.
Eure Gedankensimulanten aus der Gemüsekombüse.
Eure Schleifgeräusche in den Sprachtraumkabinen.
Hallo? Wenn man's verstanden hat, nervt's irgendwann nur.
Ihr könnt das Ding also mal abstellen.
Reisst Euch zusammen, ey!
Ritter von der ratlosen Gestalt
werdet erwachsen oder werdet Fischfutter.
Beides zugleich geht nicht.
Nehmt Eure Finger und fühlt
Nehmt Euer Denken und denkt
Nehmt Eure Augen und seht.
Seht, die man nie ganz ansehen darf mit ganzem Aug,
Seht, die nachmittags gelb ihre Scherben lang durchs Zimmer säbelt.
während UhrZeiger im Rund rast neben den Balkonblumen,
deren Halse und Köpfe sie hin und her dreht wie an der Schnur ihrer Schatten.
Seht, die das Ping- Pong - Spiel macht:
Tut Ihrem Schreiben gut. Bei den ersten beiden Zeilen dachte ich, der Titel sei als Provokation, als Urteil gemeint. In der Rückschau sehe ich: Es war eine Inhaltsangabe... Aber nicht nur.
"Es formt Euch zurecht." -- So. Sie formt es nicht?
Warum haben Sie vor diesem "Es" solche Angst? Weil es sich als zorniger Sonnengott herausstellen könnte?
Und in diesem Falle: Was wäre gewonnen, wenn alle "fühlen, denken, sehen"?
Warum nur, Femme, stelln Sie da Fragen,
auf die schon Antwort ich hier gab?
Gut, sag ich denn, ich geb's nochmal für Ihre dunklen Augen.
Nicht weniger gewonnen wär damit, denn ganze Helligkeit,
die sonst verloren ging ganz ohne Denken, Fühlen, Sehen -
offnen Augs.
So dies anzunehmen, sprech ich davon, was früher einmal Wirklichkeit
geheißen hat. Nicht um uns auszuliefern der Notwendigkeit,
vielmehr denn wirklich erst im Wesen zu begreifen das,
was innewohnt, anstatt sich blind nur ihrem "Wirk" zu liefern.
Dies "Wirk" nun mein ich mit dem "Es", das der Artikel damit zeigt.
Nicht Göttin oder Gott, noch Schleier oder Dämon hab ich da gerufen
Was "Es" nun wirklich sei, wie gut "Es" zu verstehn uns gelingt:
Das eben leistet heute nur noch Kunst und Wissenschaft gemeinsam.
Nicht Angst darin treibt deshalb meine Zeilen, als vielmehr jener alte Vorsatz, zu verstehen. Wenn mans benennen wollte unbedingt mit einem Wort, so meint ich denn - ein guter Name dafür wäre: "Renaissance."
Nun, da ich entschied, ein Dichter auch zu sein,
ma femme, da lassen sie mich einfach in Gedanken.
hier zurück. Allein die Zeiten sind heut schnell.
Deshalb ein Gruß jetzt auch in kurzen Worten:
Viel geredet wird ja heutzutage übers LEBEN,
groß und voll und intensiv sich aufzublähen hat.
Dem stimm ich zu und sag, was so dem Sex auch gilt,
die Kunst betrifft es ebenso wie auch das Denken:
Es geht aufs Ganze!
Wer hier von 11 bis 13 Uhr nur was ermeckern will:
Kein Künstler wird der sein, noch Dichter oder Denker.
Designer höchstens, das noch gerade ließ ich gelten,
Dienstleister so im Auftrag immer nur im fremden Bild.
Den Himmel gerade sägt ein kleines Flugzeug
Paar kleine Späne treffen just die Prenzlauer Allee.
Mit diesem kleinen Dichterwort ich mich verbeug,
Für heute sogar halbwegs gut gereimt: Adjeu.
Das tut poetisch ziemlich weh und trocknet Damen deshalb aus, anstelle sie zu öffnen; seien Sie sicher, die Lyrik ist nicht Ihr Terrain. Oder aber Sie mochten halt parodistisch tätig werden, was Ihnen freilich unbenommen sei, doch aber eben auch nur "halbwegs" klappt. (Das >>>> Gedicht davor war besser - aber einfach deshalb, weil's einem die "moderne Lyrik" einfach macht, wenn man ihre - vermeintlichen - Formfreiheiten mit Engagement füllt und nicht restlos uneloquent ist.)
Es bedeutet "halbwegs": man bleibt auf halbem Wege stecken und muß mit müden Beinen zurück oder bleibt orientierungslos in dieser Fremde stehen.
danke für ihre Assistenz und Unterstützung, jetzt hat es die letzte Reihe hinten auch noch kapiert. Was aber die Lyrik an und für sich betrifft, ich glaube, es gibt einen Punkt, an dem man soweit ist, dass man noch nicht einmal mehr versuchen sollte, vom Barhocker herunterzuklettern. Auch Ihnen würd ich eher davon abraten.
Da ich Ihre Ratschläge ja auch politisch wenig lebenswert finde, kletterte ich selbst dann vom Barhocker hinab, wenn ich - auf einem säße. Wohlgemerkt, ich spreche von "lebenswert", nicht von "vernünftig". Das schließt einander oftmals aus.
"Vernunft" und "Lebenswert" heute noch ernst zu nehmende Worte, geschweige denn getrennte Sphären. Ich glaube, dass ich hier schon nachgewiesen habe, dass diese Trennung obsolet ist. Wie gesagt:
Ich m a g das Unvernünftige.
Sie haben nichts nachgewiesen, sondern eine Theorie aufgestellt, gegen die ich selbst dann opponieren würde, wäre sie wahr. Ihnen ist immer noch nicht klar, daß Dichter lügen und daß sie bewußt - das heißt: als Strategie - betrügen. Ihnen ist immer noch nicht klar, daß Dichter an einer rationalen Wahrheit nicht interessiert sind, und ob Sie "Vernunft" und "lebenswert" für obsolete Worte halten, schert Dichter ganz besonders nicht. Um es s o zu sagen: Wenn Ihr Joule-Überwachungsstaat entstünde, würde ich ganz bewußt gegen die Regeln verstoßen und Schokolade essen, wann es m i r gefällt, und zwar in einem Ausmaß, das mir gefällt. So, wie ich jetzt auch entschieden weiterrauche, obwohl ich damit die Kassen belaste und einen frühen Tod riskiere. Deidameia, in >>>> BUENOS AIRES, hat das so ausgedrückt (zitierte ich das nicht schon?..., ja, hab ich, nämlich >>>> da):Wir wollen Ekstase, nicht Ordnung.Aber Ekstase ist für Sie ja ebenfalls eine abgelebte Kategorie. Wir empfinden verschieden. Deshalb gibt es da offenbar keine Verständigung außer einer, die versteht, aber nicht begreift. Rein logisch verstehe ich, was Sie sagen, aber es hat nicht den Geruch, den erregte Frauen im Nacken haben, ja es verflüchtigt ihn. Und wir werden abstrakt - clean, um das angemessene Fremdwort angemessen zu verwenden.
Dies alles befindet sich doch längst im Feld der durchgestylten Kontrapunkte:
Charlotte Roches sekretaufnehmende Schamhaare als Kontradiktion und Gesellschaftsspiel des glucksend unter dem Tisch durchgereichten Wienerwürstchen im Bestsellerformat für die immer noch kichernde
Entschämungsmaschine - auf der einen Seite.
Und der gedankenfreie und verse-absondernde Lyrikautomat beispielsweise eines Grünbeins für den bildungbewussten Hobbyrömer, Gedenkeinatmer und Jambenhyperventilierer...
also sorry.
Ausserdem können sie in meinem Staat so viele Schokolade essen wie sie wollen. Ich sprach von Registrierung, Verrechnung und Steuerung durch Preisregulierung. Nicht von Verknappung. Sie können sich auch totfressen, von mir aus, das interessiert diesen Staat garnicht. Der Staat reguliert lediglich Ballance, wenn ein Subjekt, Molekül ausfällt, reguliert sich das automatisch auf der anderen Seite.
Und was die Gerüche an den Nackenterritorien von erregten Frauen betrifft, davon bin ich auch sehr begeistert, und Süsskind hat darüber einiges schöne geschrieben.
Bei mir nicht. So wenig wie die Liebessorgfalt gegenüber meinen Kindern. Emphase ist für mich immer Emphase g e b l i e b e n, und das wird sich aller Wahrscheinlichkeit (nämlich Erfahrung) nach auch nicht mehr sonderlich ändern. Ob jemand das für ein Design hält, muß mich wirklich nicht interessieren.
Die Emphase und die Liebe als originales Momentum will ich auch garnicht absprechen. Auch mir selbst nicht.Da würd ich mir ja selbst den Strick drehen.
Aber es macht uns eben nicht klüger das festzustellen.
Nur eben fusst es auf rationalen Strukturen der energetisch-informellen Wechselwirkung
Los Alamos war ebenso voller liebender Väter wie die Wachdienstbaracken der SS.
Das ist ja das interessante. Ich will das verstehen. Und in der Kunst das nicht einfach nur repliziert sehen. Sondern aufgeklärt haben. Mit Dialektik erster Ordnung kommt man hier nicht weiter.... aber jetzt muss ich arbeiten.
Letzte dezidierte schelte ifone, no fite.
( jetzt haben sie mich doch glatt wieder erregt – erregung privaten ärgernisses beim lesen ähm )
Was reden sie denn immer vom kontrapunkt, ifone ?
Das kontra-thema ist ja ihr thema, das hab ich schon in der tonika gemerkt.
Fakt ist doch, dass alles ineinanderfliesst :
Die linken werden rechts, die rechten werden links, die grünen werden konservativ, die konservativen werden grün.
Punk wird auf jedweder wahlveranstaltung gemacht, die früheren punks lauschen mozart und bach und programmieren.
Die alten ziehen die nike’s an, die kinder machen im vorschulalter schon die professoralen gesichter, die dealer verkaufen selbstgestrickte socken, die schläfer tragen anzüge mit krawatten und budapester schuhe, die faschos hören doors und tonsteinescherben und aus den ferraris dröhnen die elektrischen gitarren.
KONTRAPUNKT nennen sie das ?
Für mich ist das pichelsteiner & cocktail & mousse au chocolat..
ELVIS.
Ist ja auch kein wunder, dass man daraus noch die merkel positiv ziehen kann :
wie sie mit den wohnzimmervorhängen um ihren körper geschlungen in bayreuth einlief, das war echt funky.
Aber kontrapunkt ?
Das ist doch wohl so euphemistisch wie antiquiert festgestellt.
( Da hätten sie schon mal was zu korrigieren, wenn sie aktualität einfordern - )
Des weiteren ihr neidthema.
Nun, das heisst doch nicht neid, sondern leere kasse.
Nichts im geldbeutel.
Armut heisst das doch.
DDR-isierung von 30% der bevölkerung innerhalb dieser gesellschaft in einer parteienlandschaft, die man insgesamt als SED-isiert bezeichnen kann.
( die puddingberge flottieren frei im weltcasinospiel bis zur fiebrigen ausflockung )
Und das will man solange durchhalten, bis der monoadapter-typus, von dem
gerade etwa 2 millionen kinder in der entstehungsphase inbegriffen sind,
verschwunden ist ?
Also noch etwa 60 jahre ?
Jaja der frühling,
Der kann einem den sonnenstich ersparen.
Ich fände es übrigens auch besser sie dislozierten zur kunst.
Den verve & esprit haben sie doch, und der ist mächtig gut.
Ihre eskamotierungen sind es nicht, vor allem weil sie auch noch so eiskalt sind.
Selbst ihre komplimente klingen noch nach hansa export oder wilthener
goldkrone.
Und dafür geben sie ihr wahrscheinlich hart erarbeitetes sprachvermögen her.
Bizarr.
Biz.
Schlechtes biz.
Sehr schlechtes biz.
Abgesehen davon, ifone : sie wollen die selbstwidersprüchlichkeit des mannes
verstehen ( los alamos - meinen sie hans bethe - etc. ) ?
Da haben sie einmal eine dame vor sich, die ihrer eloquenz und bildung gewachsen
ist – femme – & die sie auffordert, ihren monologisierenden textlattensermon zu
durchbrechen und sich auf die dialog-ebene zu begeben, da bekommen sie eine
faire chance, und sie fangen an zu graben ?
Denken sie nicht, ich würde alles teilen was femme so sagte, aber was sie betrifft, hatte sie wohl schon recht.
Es ist ihr pech, wenn sie ihre chance nicht nutzen, aber wenn man auf ihre
tonika-base geht, dann sagt man sich eh :
Ich werde doch nicht mein gegenteil nähren.
Feind-SELIG-keit schlauer machen.
Das kontra-hen-te sp- eis-en.
Decken sie erstmal ihre gefühlskalten ambivalenzen in ihrer textproduktion auf.
Obwohl die letztlich zu ihrem namen ja passen :
Boson.
Die kraft zwischen den fermionen.
Die den kram irgendwie zusammenhält.
Aber auch keinen peak entwickelt.
Sondern eine ballance, die sich selbst aufhebt und damit so entsetzlich langweilt.
Und vor allem so ordinäres und stereotypes journalgehabe nachzeichnet.
Kritikerkopftheatergeschäume.
Hauptsache dagegenhalten !
Ja kulturkritiker :
Leute die gut schreiben können, regen sich über leute auf, die sich über leute
aufregen, die den ganzen bullshit so schlucken, den sie produzieren und der
vor ihren augen reproduziert wird, an was dann wieder alle schlucken.
Kurzum :
Die einen halten den A. hin und die anderen versuchen hineinzukriechen.
In den A auf grundeis womöglich.
Holen sie ihre kastanien einfach aus dem feuer, ifone und löschen sie den hämischen rest.
Dann wären sie in der kunscht.
Übrigens gut, dass manche ihre echte phantasie noch nicht verloren.
Sehen sie knotscher, man darf ja nun nicht gleich den Humor verlieren... na na na .machen sie mir mal das Boson nicht so runter.
Und was die Kunst betrifft - also ich mag doch die Kunst, also das was ich dafür heute halte.
Ja - nun haben sie mein Labor betreten und sich womöglich etwas erkältet. Über meine Begriffe und dortige Forschungstätigeit mag ich hier nicht sprechen. Work in Progress. Aber in der Tat als Dialektiker interessierten mich Tauschprozesse, auch die Kälte- Hitze-Prozesse.
Allerdings, sie haben Recht, vieles ist dort noch nicht im Schönheitsbereich, TraumBereich der wirklich schönen Kälte Dass ist auch bei Kühlungen immer eine Energiefrage. Deshalb wundert mich ihr Infekt eigentlich.
Sorry, aber femme kam nun immer wieder mit Genderzeug, diese Disskussionen sind aber nun sowas von durch und überholt, dieser ganze Geschlechterkram und Sprachpsychoquatsch interessiert mich laborseitig, sprachseitig ungefähr so viel wie ein Sack Reis, der irgendwo in Peking vom LKW fällt. Das hat man im Werkzeugkasten. Wenn, dann benutze ich sowas in produktiven Zusammenhängen als Werkzeug. Zumal auch deshalb, weil ich auf Grund meiner Einzugsgebiete und der sehr verscheidenen Felder des Spracherwerbs und der Tätigkeiten nun weiß Gott in diesem Feld kompetent, wenn nicht sogar kompetenter bin. Wo femme 100 Köpfe hat, habe ich Tausend. Sie müsste da schon etwas auffahren, was mich interessiert. Puh, ja, dieses Selbstloberei ist manchmal richtig anstrengend.
Nun hatte ich gehofft, sie käme mit einem Gedanken, so wie Read Ane zum Beispiel. Aber nein sie wollte mich gleich killen.
Mich interessieren hier auch keine Männerthemen al la, ach wie riechen Frauen gut oder so... also so Fussballumkleidekabinenthemen, und mich interessieren auch keine Familienväter weil sie Familienväter sind. Mich interessieren Funktionen und Prozesse die unterhalb dieser Dinge wirken. Aber nichts für ungut. Der Rest ist Leben.
Genau um den sack reis geht es doch !
Nicht um ihr scrotum ifone.
Und gender ?
Für mich absolut spannend wenn nicht sogar DAS.
Ich wollte das als mann immer wissen.
Wie man so lieblich werden kann.
Wie man so lachen kann.
Meinen sie das wäre nur klitorial bedingt und
Die klitti der phallus ?
Lachen sie beim sex ?
Ich wünsche es ihnen.
Killen wollte ich sie.
Wenn ich es mir aber überlege, will ich sie doch nicht killen.
Nicxht einmal ihre ambivalenz.
Die sie so langweilig macht.
So profan an die stäbe des kunstkritikerdaseins presst.
Sie haben schöne sachen geschrieben in der teutobase.
Sie kann ich echt mögen.
Aber ihr gehabe ist so was von daneben.
Da bin sowohl immun wie autark.
Nun sie gehen in die physik.
Da gehören sie auch hin, so wie x sehe.
Aber dann hören sie doch auf so dämliche fragen zu stellen wie der
Nach den liebenden schergen / auftragsempfängern / auftragsausführenden
Usw. der faschodümpelei.
Natürlich werden die sich im bett angestellt haben wie die letzten trottel
Und natürlich haben die erstmal blumen gebracht oder pralinees.
Natürlich hat sie nichts geschert.
Und die frauen verweigerten sich.
Die fauen überlebten.
Die frauen beseitigten die trümmer.
Und die frauen hatten sich keine frage zu stellen.
Da gehören sie irgendwie hin.
Mann sind sie langweilig.
Ich wiederhole mich ungern.
„Zumal auch deshalb, weil ich auf Grund meiner Einzugsgebiete und der sehr verscheidenen Felder des Spracherwerbs und der Tätigkeiten nun weiß Gott in diesem Feld kompetent, wenn nicht sogar kompetenter bin. Wo femme 100 Köpfe hat, habe ich Tausend.“
Zerlegung, nicht erlegung, ifone.
Was ist der unterschied zwischen hundert und tausend
Keiner.
Beides ist eine zahl.
Sehn sie ifone, femme & herbst hatten ihnen doch schon einen vorschuss gewährt
Und ich tu das auch noch : ihre harte, expressionistische kritik an den schneemännern
Zu denen ich mich auch zähle – erinnert mich an mich selbst . sie startet frisch.
Nun werden schneemänner zu wasser, aus was sie sind.
Zu tränen, zu energiespeichern, zu informationsträgern, zu etwas was nicht bricht
Aber schneiden kann, zu allem möglichen also.
Sie fordern singularität, einzigartigkeit, weiblichkeit.
Sie werden mich nicht verstehen.
Ich existiere aber gar nicht, das ist der unterschied.
Der feine unterschied.
Ich existiere nur als mann.
Der es sich gut gehen lassen will.
With no money in my pocket, with no money in my clothes.
“ free ist when U have to pay for nothing or do nothing we wanna be free –
free as the wind.”
Go to the mudshark-peolple, ifone.
I’ll wait for U on the other side.
In die zitatenkriche zum zitatendienst in der zitatenandacht bei der
Zitatenkerze all der namen, vor denen man sich verneigt.
wenn man ein wenig bewegungsablenkung sucht.
war nett mit ihnen geplaudert zu haben.
Ach, mein Armer! Habe ich Ihnen zu lange mein dunkles Aug' entzogen?
Mußten Sie sich deshalb wieder in die Niederungen der Prosa-Diskussion werfen? Gleich einem chevalier errant, der seiner Dame möglichst viele aus dem Sattel gehobene Gegner sendet?
Das wollte ich nicht, macht die Prosa Sie doch so dröge. Und so angreifbar...
"dieser ganze Geschlechterkram und Sprachpsychoquatsch interessiert mich laborseitig, sprachseitig ungefähr so viel wie ein Sack Reis, der irgendwo in Peking vom LKW fällt. Das hat man im Werkzeugkasten."
Ja, aber irgendwann wird der Reis knapp (wie momentan weltweit), und plötzlich sind einzelne Säcke auch für den mannlich markanten Pekinesen wieder interessant. Dass Sie übrigens Geschlechter"kram" und "Quatsch" in Ihrem Wekrzeugkasten haben, bezweifle ich keineswegs, ganz unten vermutlich, wo die Sonne Ihres Laboratoriums niemals scheint. Und dann noch dies:
"Wenn, dann benutze ich sowas in produktiven Zusammenhängen als Werkzeug."
Wenn ich Ihre gewaltige Sprachkompetenz unterstelle, brauche ich Sie nicht auf die Bedeutungen des englischen "tool" hinzuweisen, auf dessen Alleinstand Sie all den "Kram" und "Quatsch" hier ganz verfügbar zu machen angeben! (Falls Sie überlegen müssen, gebe ich Ihnen >>>> damit gern eine Handreichung.)
Wohl gefallen
Überdies: Sind dies hier für Sie keine produktiven Zusammenhänge? Produzieren Sie nicht, sondern speisen uns hier um Urwald mit Resten, An- und Abgefressenem ab? Danke, mon chevalier, dann bleiben Sie doch lieber outremer.
"also ich mag doch die Kunst, also das was ich dafür heute halte."
Ja, leider ist es genau das. Sie "mögen" Kunst. Sie setzen sich ihr nicht aus, sie erregt Sie nicht, trifft bei Ihnen auf keinen Wärmetauscher: Sie mögen. Sie sind bestenfalls Laborant der Kunst, doch laborieren nicht an ihr.
Und ich hoffte, Ihre Verse eingangs würden für anderes sprechen, anders sprechen.
Also: Heben Sie Ihre zweitausend Augen auf die eingängigen Verse des Barden und lesen Sie, das dunkle Augen nichts mit Ihrer Sonne zu tun haben. Lesen Sie von mir aus die schwarzen "wires" auf der mistress' Haupt als Vorschein der Androidin in >>>> Metropolis oder der zukünftigen Eva >>>> Villiers', deren Erzeuger in Ihrem Laboratorium sicherlich gern weißbekittelte Hilfskräfte spielten.
Und wenn Sie schon der Duft von Frauen nicht interessiert (für einen Süßkind-Fan verwunderlich genug), dann starren Sie doch, bitte, weniger in die Sonne und mehr aufs Sonnengeflecht!
auec courtoisie
femme-cent-têtes / femme-sans-têtes (qui le saurait...?)
ich frage mich was sie eigentlich wirklich interessiert, ich dachte sie interessieren sich für mich, aber sie wollen mich nur veralbern. Ja ja so sind die Frauen, falsch mit Schlangen auf dem Kopf...
Meine olfaktorischen Kompetenzen, femme, wenn sie wüssten, aber doch nicht hier...
ja das rhinencephalon ...
sie bemerkten nicht, dass f. eine leicht depressive krise bekam, ifone.
als alter fürallessorger - polyadaptertypus.
femme interessierte sich für sie oder das was sie elaborierten ?
ja zwei(f-else)ohne, ein anderer tag ein anderes glück, I guess.
schön dass man noch lebt.
lassen sie die säfte saften.
ach ja ein abendgedicht schrieb ich gestern, ich hätte es vergessen :
Ja schau !
Schau dich schlau !
Schalt ihn an !
Bell ihn an !
Settebellezzo
Razzo incantevole.
Extase lust lust extase
Bell bell laut
Raus in die welt
Was ich ihnen noch sagen wollte, ich kritisere nicht die Schneemänner, ich bin nämlich selber einer, ich habe nur ein bestimmtes Verhalten der Fremd- und Selbsttäuschung von Augenzuhalterei und den Unwillen sich über die Strukturen der Rationalität klarzuwerden, anpolemisiert, was ich aus verscheidenen Gründen für gefährlich halte und wenn ich mich hier gelegentlich aufspiele, dann nur um mich interessant zu machen. und um femme ein bisschen zu ärgern.
Aber sie dürfen sich mich von meinen Äußerungen nicht abqualifiziert fühlen.
ifone sind sie ein bondage atavist ?
ich hab doch noch gar keine message verzapft ...
ich liebe die singularität der dinge, ich bin kein
dialektiker.
alles steht für sich, ifone.
das ist doch physik.
Ist ja auch kein wunder, dass man daraus noch die merkel positiv ziehen kann: wie sie mit den wohnzimmervorhängen um ihren körper geschlungen in bayreuth einlief, das war echt funky.
Sie haben mir jetzt 'sowas von' den Vormittag versüßt! Einfach klasse.
Fein. Und ein einziger Satz wird zur >>>> Kritik am Primat der Rationalität. (Das eigentliche Problem aber - das nolens volens dann auftritt, stellt man sprachlich etwas dar - ist die Abstraktheit des Wortes "Singularität", das eben d o c h aus dem Phänomen etwas Allgemeines abzieht. Vielleicht zog Whitehead auch deshalb die Begriffe entity und actual entity vor, also Ereignis.)
Eben. Der Schwanz "steht" ihr ebensowenig wie Ifone sein "Werkzeug"-Kasten. Seine penetrante Thetik, die in den umgebrochenen Zeilen oben angenehm zurückgeschraubt war, ist nun wieder voll ins Kraut geschossen. (Und nun beklagt er sich, wenn er starr und steif vor dem Medusenhaupt steht!)
Ärgerlich ist dabei vor allem die Arroganz, mit der er zu beherrschen vorgibt, was nicht beherrscht werden kann: die Sprache. Wo Signifikate gleiten, kann eben nichts verstopft und verpfropft werden.
Aber statt Erlebnissen spricht Ifone mir von Kompetenzen...
Da verliere ich dann doch das Interesse und setze lieber >>>> hier fort.
Medusa, Sie Hundertköpfige, soll eigentlich rasend schön gewesen sein.
S o schön, daß sie ihren Kopf dann wie Sie die Ihren, Sanstêtes (c'est moi, qui sais...), im Tempel der Athene an Poseidon verlor, was die Kopfgebürtige, spekulier ich jetzt mal, Ihrer Geburt halber nicht aushalten mochte - so daß sie sich rächte. Aber doch immer noch - oder gerade - bei Medusa die Insignien weiblicher Weisheit beließ: Schlangen.
Mich bewegt momentan die Idee, Ifone könne meinen, Perseus habe durch den Schild Medusa wieder schön g e s e h e n, und deshalb vermocht' er, sie zu köpfen. Die Idee erklärte seinen kurzen Flirt, den ich, anders als knotscher, als wohltuend empfand; nur sah er nicht die Augen (die Schlangen aber wohl). Man könnte das mythologische Spiel noch etwas weitertreiben und imagnieren, er halte die Vektoren für seinen Schild.
Umgekehrt möchte ich auf seine Beiträge nur ungern verzichten, weil ich jetzt die Erfahrung mache - sie ist wirklich neu für mich -, mit andren einer Meinung zu sein, und zwar nicht, weil ich dächte, sondern fühle. Ifones metallene Positionierung katalysiert, - eine Dynamik, die sonst immer ich antreibe. Metallische Kolben müssen geschmiert werden, sie selbst und die mit ihnen kommunizierenden Röhren; organische nicht - bei erregten Geschöpfen.
Wie kommen sie denn darauf, dass ich ein Bondage Atavist bin?
Was ich ihnen zu gestern noch schreiben wollte, in der Tat interessiert mich nicht die einigermaßen triviale Tatsache, dass die Dynamik des Nationalsozialismus, anfangs auch (nicht nur) eine sehr erotische Atmosphäre erzeugt haben dürfte und es ist ja auch bekannt, dass der Führer oder sein technisch(!) medial erzeugtes Bild einige sehr heiße Liebesbriefe erhalten hat. Ebenso wenig interessiert mich der Fakt, dass in der geschlechtermäßigen Normalverteilung sich die Menschen in erotische Hinsicht immer an den jeweiligen "Siegertypen" , den mit den momentan besten Überlebensaussichten halten. Unterschätzen Sie mal nicht die erotische Anziehungskraft eines jungen feschen SS-Manns, in so einer interessanten Uniform,http://www.ikonenmagazin.de/artikel/sadiconazista.htm wenn er zudem auch noch zur "auserwählten" Rasse sich zählen durfte. Und im Gegenzug - überschätzen Sie das mit den Pralinen und das mit dem sich gut oder schlecht im Bett anstellenden Männern mal nicht. Linkhttp://www.dhm.de/ausstellungen/lebensstationen/2_7.htm
Das Phänomen der "Dominanz" verweist letztlich auf meinen Vektor, er hat etwas mit "Eingliederung" (Achtung femme!) in ein Mehrkörperensemble zu zun, deshalb sind auch Uniformen so attraktiv. Sie verweisen subtil auf eine Zukunft. Das und nur das, könnte mich eventuell an der Gender, - oder Fetish, - Prothetik -Debatte interessieren, aber femme hält sich lieber an Demagogie und Unterstellungen, zeigt Dildos und positioniert sich hier als glutäugiges "Stück Frau" und Mistress was ja - zugegeben auch irgendwo seinen Reiz hat. ... aber ... in einer gepflegten gutbürgerlichen Diskussionsrunde, die sich Gedanken um die Zukunft macht, nun ja... ich habe immer noch nicht ganz den sachlichen Gegenstand ihres eigentlichen Interesses heraushören können.
Ich spreche von "Kompetenzen" weil sie in einer technologischen Zivilisation wie die unsere eine weitaus größere Rolle spielen als "Erlebnisse"
Im übrigen sind die Buchhandlungen und Ratgeber ecken voll mit Zeugs, das sogar "Erlebniskompetenz" herstellt. All diese "Lebe Dein Leben", all dieser Sex - und Zufriedenheits" , all dieser "Finde dich Selbst auf dem Jakobsweg" - Weg - Produktionen gehören mit in ihr "Erleben" das sie immer noch jenseits von Rationalität verorten wollen.... Es geht mir weder darum das zu denunzieren, aber es kann mir auch nicht darum gehen, mich naiv hier dem als primär zu besprechendes Thema zu widmen. Sie selbst unterhalten sich hier immer über Filme, über Alien, über Species, über Musik, warum soll das mehr "ErlebnisRecht" beanspruchen, als mein Versuch diese Wirklichkeit zu beschreiben?
Sie waren doch gar nicht dabei, ifone.
Wie wollen sie denn einer zeit oder irgendwelchen zeitderivaten
Erotik zusprechen ?
Erotik findet um sie herum statt.
Ja bondage atavist oder atavatorentum usw.
Ich will sie nicht fesseln oder faszinieren ( fasces – bündelungen )
Je freier sie sind, desto freier der geist.
Warum sind die geschlechtsorgane keine sinnesorgane ?
Weil sie dominanz beanspruchen ?
das ist doch garnicht mein Problem - Sinnesorgane, Natürlich sind sie das.
Ich war nicht dabei, aber es gibt Dokumente, Liebesbriefe etc...
Bitte nicht mehr mit diesem postmodernistischem Freiheitsbegriff.
gut, ifone, dann nur noch mit dem freiheitsbegriff.
( schliesst sich da nicht etwas aus ? )
begreifen ja aber begriff ?
sehn sie ifone, sie haben da eine menge zu tun.
in ihrem eigenen kauderwelsch nämlich aufzuräumen.
Krieg ist die maximale Form der Sinnnlichkeit mit allem was dazugehört, Rausch, Übertretung, Vergewaltigung, Technik, Tod, Destruktion ,Kammeradschaft, Schmerz, Trauer, Hunger, Durst, Liebe, Blut, Scheiße, Pisse, Massenmord
Der Krieg ist ein Kontinuum menschlicher Geschichte.
Die Atombombe ist die maximale Form menschengemachter Ästhetik, schön anschaulich.
Alle diese Punkte sind keine Perversionen sondern lediglich Hyperbeln menschlich,
sozialer Normalität.
Soll ich mich jetzt noch paar tausend Jahre über Fesseln und Faszinieren über Schlangenköpfe und Odysseus, über die Möse von Sharon Stone oder den Schwanz von Michael Douglas unterhalten?
Was soll das? JA, ich bin auch Mensch, und nicht schwanzamputiert, aber doch nicht in einem Interaktionsraum der Gedanken, wie diesem.
Wenn erotische Chats suche, dann gibts da sicher bessere Möglichkeiten.
Na das mit dem uniformieren stimmt aber wirklich! Das kann man bei
gebildeten, reiferen Frauen an der Alltagskleidung beobachten, während sich das uniformieren bei den Männern eher auf das Berufliche oder Rollenspiele beschränkt. Bei den Frauen nimmt die Gesichtstusche ab, die Haare werden immer kürzer, die Kleidung immer uniformierter. Das betont einfach den Kopf!
Das tauscht das hochgelobte Sportf***en, durch das das getäuschte Individuum glaubt, durch besondere Individualität, durch "höher, schneller, weiter" zu sich selbst zu finden gegen Erotik, vor allem mit dem Kopf ein.
Junge Leute, zu denen ich ja auch gehöre, sprechen selten von sinnlichen Erfahrungen, zu oft nur von sportlichen Überbietungen! Außerdem fordert eine Uniform den anderen viel stärker heraus. In einem gewissen Sinne kann eine Uniform also auch befreiend sein!
ja readAn, das ist ja mal wieder einsatz in manhattan.
matratzensport.
wenn der gute mond aus käse über den transparenten konstruktionen hängt.
becket sagte das so :
in mein zimmer kommt kein sonnenstrahl, es sei denn die sonne spiegelt
ihr licht über die fensterscheibe des gegenüberliegenden knastes zu mir rein.
die uniform ist die pappschachtel im gehirn.
der kassiber der gefühle.
der grantelhuber der notdurft.
der plexiflexidurchgesexioberammermilchgehammerwastlzuchtgemüsemega ...
kidtool
Was sie da unten im letzten Satz gesagt haben. Das die Uniform eine Befreiung sein kann... das nenne ich mal ein Gedanke. Ich kann leider gerade nicht so ausführlich, aber das ist ein echt guter Einwurf, dass es nämlich auch Befreieung bedeuten kann. Ich deute das im Moment hier nur so, darüber müsste man näher sprechen, dass es nämlich ein kleiner großer Irrtum sein könnte, dass der Mensch sich nur als Individuum frei erleben kann.
Na nix Kassiber der Gefühle!
Taktvoll heult das Kostüm der Hausfrau auf die Tüte aus der das verstrahlte Gemüse lacht - um es mal knotscherlike zu formulieren (einfach mal draußen umschauen!). Kleidung spricht mit einem, manchmal mehr als die Personen selber!
Uniformen im Alltag auch, aber die lassen den Kopf öfter zu Wort kommen!
Sie haben da einen guten Punkt angesprochen und scharf beobachtet.Es gibt nämlich einen ganz merkwürdigen Effekt in diesem unserem Alltag. Und den kriegt man wahrscheinlich nur noch mit, wenn man nicht in den kultürlich subventionierten KulturalisationskulturKulissen der Kultiviertheit verkehrt, sondern in einem Alltag, wo Wirtschaft stattfindet, Alltag, wo Profanität nicht simuliert oder gespielt wird, sondern gelebt und in den Produktionsfeldern der Wertschöpfungen eben alles andere als profan ist. Sie weisen auf einen Code der Zugehörigkeit hin, den ich hier erstmal Code nenne, noch nicht Uniform, aber letztlich zeigt es sich eben doch, dass das Uniformistische sich eben durchsetzt. Real durchsetzt. In wirklichkeit durchsetzt. Schlagwort Uniformismus der Individualität. Kurz gesagt: Die Jakobswege sind voller Selbstfinder. Und es geht diesen Leuten dabei auch gut. Weil es eben wieder Zugehörigkeitsgefühl verschafft in einer Art Uniformität zweiter Ordnung.
Und das wiederum könnte unbewusst ein Freiheitsgefühl vermitteln, also eben nicht die Tatsache, dass ich auf dem Jakobsweg bin, sondern dass ich es mit vielen bin in einem Marsch. Dieses Freiheitsgefühl sorgt zugleich dafür, dass Funktionen und Funktionalismus aufrecht erhalten bleiben. Also kurz gesagt, es erzeugt eine Gesellschaft von Mitmachern, Mit-Durchkommern, und Mit-Funktionierern. Der Irrtum besteht eben darin, sich heute hinzustellen und sich auch nur im Geringsten einzubilden, man würde da irgendwie nichtuniform draußen stehen. Ein in diesem Sinne Nichtuniformes Individuum wäre auch heute schwer gefährdet. Und weil diese Mechanismen absolut unhinterfragt weitwirken, sitzen heute auch viele ehemalige Stasileute in gesellschaftlichen Positionen, die nicht unbedingt abseits zu nennen wären. Man würde sie sogar auch auf den Jakobswegen finden.
Gesellschaft kann ohne Uniformität garnicht funktionieren.
Aber es wurde auch schon darüber diskutiert, ob es nicht besser sei, wieder schuluniformen einzuführen, damit die Kinder und Schüler "frei" sind, für die Bildung und nicht in Rang, - und Verteilungskämpfen der unterschiedlichen Markenklamotten und Statussymbole verstrickt. Ich finde diesen Vorschlag nicht uninteressant, wenigstens bedenkenswert.
Ecco. Deshalb habe ich, seit ich denken kann, auch gegen die Jugendbewegungen meiner eigenen Jugend protestiert, dieses sich-in-der-Masse-aufgehoben-Fühlen, das dieselben Mechanismen füttert, aufgrund derer a l l e i n Hitler sich halten konnte. In der Tat gibt es eine Freiheitsempfindung der Uniform, weil diese von eigenen Entscheidungen nicht nur entbindet, sondern, wie alles Militär, Gehorsam sogar verlangt - also Entlastung. Die extreme Folge ist Eichmanns insofern wahrer Satz: "Ich habe nur Befehle ausgeführt", begleitet von einer wahrscheinlich tatsächlich empfundenen Schuldlosigkeit bis hin zur absoluten Ignoranz gegenüber Schuld. Genau das wird von dem rationalen Funktionalismus noch gefüttert. Und da hat eben femme100têtes in einer Ihrer anfänglichen Mutmaßungen, die Faschistoides witterten, dann d o c h vollkommen recht.
Wenn wir das Individuelle aufgeben, geben wir das Abendland auf. Uniformen entindividuieren und stellen prinzipiell von der Eigenverantwortlichkeit frei. Dagegen werde ich opponieren, solange ich noch atme. Und zwar auch dort, wo Uniformen auf der moralisch "richtigen" Seite getragen werden.
(Etwas anderes übrigens sind Erscheinungen, die die Uniformen eulenspiegelsch unterlaufen, die sie profanieren. Wenn auf der Love Parade Hakenkreuze neben Christenkreuzen getragen werden, als reinen Schmuck, als Asseçoir, dann kann das genau dafür ein Indiz sein - hier werden Uniform und Symbolik vom Podest geholt. Das heißt, es wird zugleich ein Tabu unterhöhlt. Uniform in d e m Sinn wäre Befreiung, aber nicht mehr dann, wenn sie selbst wieder Symbolisches unantastbar aufbaut.)
Klar ist es eine Mitmach-Gesellschaft. Das Problem mit dem Zugehörigkeitsgefühl ist aber das es wieder nur von kurzer Dauer wäre, bis jeder wieder nach seinem persönlichen Äußerlichkeitsrechten verlangt, auch der Punkt der unterschiedlich kulturellen Abstammung ist nicht unwichtig: Kopftuch tragen oder nicht. Fremdheit gelten lassen. Das aber ein Zugehörigkeitsgefühl in der Masse nur noch durch Uniformität geleistet werden kann ist traurig genug, aber Resultat von gesellschaftlichen Identitätsverlusten des Einzelnen innerhalb von Gruppenzugehörigkeiten. Und dass es z.B. den Kindern in der Schule hilft, nur bedingt leider, stellen Sie sich doch mal vor was für eine Gruppendynamik vom Zaun bricht wenn es dann jemand wagt anders zu erscheinen. Aber ein gewisser Grad an Uniformität ist immer gegeben, das stimmt. Aber absolute Uniformität schürt Ängste, vor all dem das andersartig ist. Bei den Frauen liegt das aber wieder anders, in dem was ich beschrieben habe. Individualität ist ein Markt: schön, sexy und erfolgreich sein wollen ist doch eigentlich die Uniform der Masse. Betrifft auch den Mann. Und Frauen, die sich mit zunehmenden Alter davon befreien uniformieren sich um auf sich selbst einzugehen, da ist das Thema verdreht.
Die Love Parade ist in der Tat etwas völlig anderes.
Schon, weil es keinen - Führer gibt und keinen Haß auf das Andere. Stattdessen gibt es da - Neugier. Und nicht-destruktive Lebenslust. Ja, das finde ich etwas entschieden anderes, auch wenn die favorisierte Musik nun alles andere als eine ist, die mir zusagt.
Mir ist noch etwas anderes eingefallen. Und zwar gibt es ja den sogenannten Dresscode, also in Unternehmensberatungen zum Beispiel, das ist mehr oder weniger gefordert,
Mann: Sacko, Hose, wenn nicht so gar Anzug und Schlips.
Frau: Business-Dress, seriös, nicht zu sexy.
Das hat nicht nur mit Repräsentation zu tun, oder Chickheit.
Der Witz ist aber nun der, dass die diese Unfiormierung dieser Dresscode dazu beiträgt, den wirtschaftlichen Prozess, die intellektuellen Investitionen bei meetings, Gesprächen, Kundenterminen, Präsentationen, Verhandlungen etc... zu fokussieren auf Dingliches, Sachliches. (Obwohl auch Psychologie immer eine Rolle Spielt) Aber die Uniform sozusagen ermöglicht erst einen gemeinsamen Grund, wie eine Kalibrierung, auf dem dann Psychologie und Verhandlung überhaupt erst stattfinden kann.
Und das andere Ding ist: Es befreit das Indivduum in dem Moment hin in die Erweiterung der Techniken, der zu steuernden Abläufe. also diese Uniformitäten helfen in gewisserweise dem Wirtschaftsprozess.
Und Herbst, sie formulieren hier wieder eine doch relativ romantische Andersheits- oder Dagegensei- Geschichte, die ich so nicht stehen lassen kann, weil ich in einer Gesellschaft lebe, die reich ist, und ihren Reichtum eben auch generiert auf Grund von subtilen Uniformierungsprozessen. Und möglicherweise werden einige ihrer Unternehmungen von Steuergeldern finanziert, die da erwirtschaftet werden... etc... aber das ist nicht der Punkt. Für mich interessant ist der Punkt der Funktion, also dass selbst wir in unserer ach so mit Freiheitsangeboten ausgestatten Gesellschaft in einem ziemlich uniformen Geschäft der spiele und Gegenspiele uns befinden.
Mag sein, Herbst, das mit der Loveparade. Aber ist es nicht gerade wieder die Musik die hier formatiert? Ohne jetzt hier den verknispelten Oberlehrer geben zu wollen, tatsächlich hat die Loveparade eine Funktion gehabt, und war wohl auch deshalb so massenphänomenal, dass es hier nicht in den Krieg ging, oder gegen irgendetwas Spezielles mag sein, aber auch die Loveparade ist ihrem Impuls nach eine Sehnsucht nach "Aufgehen" im Allgemeinen.
Vielleicht ist sie tatsächlich in dieser Hinsicht eine Errungenschaft der rationalen Zivilität, also ein von der Berliner Stadtreinigung begleitetes, von der Parkraumbehörde, der Polizei und dem Ordnungsamt überwachtes SichamBaumschubbern, als säkularisierte Dionysiade - und als solche ist sie doch ausdrücklich zu begrüßen. Ich sehe also darin, und insofern komme ich da mit ihnen überein, vielleicht soetwas wie Hoffnung. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob man sich hier da jetzt so ganz ausruhen kann.
ReadAn, meinten Sie dass die Frauen sich uniformieren, um von ihrer Körperlichkeit oder ihrer nicht mehr jugendlichkeit abzulenken? Auch das wäre ein Zeichen von Rationalität dann, in der Tat. Und eigentlich müsste hier ja auch jeder Zustimmen, wenn es ihm die Uniform ermöglicht, jenseits erotischer Taxierung, oder wenigsten halbwegs jenseits davon, seinem Tagesgeschäft in der jeweiligen Position nachzugehen.
1) Dresscode. In meiner Broker-Zeit weigerte ich mich, ihm zu entsprechen (obwohl ich Anzüge liebte und fast immer Krawatten trug; als das Pflicht wurde, wechselte ich zu Jeans; und dabei ist es geblieben). Wir sollten übrigens auch ein Auto fahren; ich nahm das Rad. Das gab einigen Spott - bis die Jungs im Stau standen, ich aber durchkam.
Egal. Man wies mich auf die Kleidervorschrift hin. Ich ignorierte das. Es stand eine Kündigungsdrfohung im Raum. Man konferierte sogar in NYC meinetwegen (ich tradete von FFM aus). Als mir das alles zu albern wurde, informierte ich meine Kunden. Daraufhin erschien einer von ihnen, 60 Millionen schwer damals, und ließ sich einen Termin mit meinem Manger geben, Urbain van den Steen, ich weiß den Namen noch heute, und vielleicht darf er sich hier ja jetzt lesen... Allora, mein Kunde kam, und zwar folgendermaßen: Verflecktes T-Shirt (er war ein umfangreicher Mann), Shorts, Birkenstock-Sandalen und Basecap. So pflanzte er sich vor meinen Office Manager hin, der in seiner Nadelstreifen-Bondage, glaub ich, zusammensank vor lauter Ekel. Mein Kunde ließ den Hochnas indes auf die Knie gehen: "Ich kann mein Geld auch nach nebenan zur Deutschen Bank geben", sagte er. Und dann kam sein tollster Satz: "Von meinem Broker erwarte ich Kopf und nicht Hosen." Er mußte gar nicht mehr fragen, ob man sich verstanden habe... Wir sind dann essen gegangen.
2) Steuergelder und Kunst: Von dem, was van Gogh, Wagner usw. an Bruttosozialprodukt schließlich erwirtschaftet haben, posthum, kann man Kleinstädte bauen. Kunst funktioniert auch im Absatz nicht nach Vierteljahresplänen. Ich hab nicht das geringste Bedenken, staatliches Geld anzunehmen - bekäm ich es denn. Mit meinem Werk kommt das alles ganz sicher wieder rein. Da hab ich nicht die Spur eines Zweifels. Es fragt sich halt nur, ob ich's noch erleben werde.
3) Man sollte n i e vom Geschlecht abstrahieren, auch nicht in einer Firma. G e r a de da nicht. Die besten Geschäfte werden gemacht, wenn man sich seines und der anderen Geschlecht bewußt ist und das auch einsetzt. Ich weiß sehr genau, wovon ich da spreche. Es einzusetzen heißt aber n i c h t : Machogehabe an den Tag zu legen. Und es heißt auch n i c h t: Werturteile zu fällen. Es heißt aber: Differenzen zu akzeptieren, ja zu lieben, und mit ihnen zu tanzen.
Auf keinen Fall meinte ich abkehren sondern dem Jugendwahn nicht mehr so gehetzt hinterherrennen und sich dem Körper bewußt werden, von innen und nicht umgekehrt. Hat aber in dem Fall sicherlich auch etwas mit Macht zu tun.
Zum Dresscode:
Dresscodes als Zeichen, ganz allgemein sind entweder Simulantenkleidungen der Ordnung oder nach außen getragene Personenangaben. Auch wenn das nicht immer so leicht voneinander abzugrenzen ist. Nur nackt wäre dann wirklich ein Fakt. Dann hätte jeder das gleiche und jeder wäre trotzdem anders. Geht aber schlecht!
Ja, schöne Geschichte das. Aber das ist auch wieder in sofern interessant, weil sie erwähnen, dass ihr Fürsprecher 60 Millionen schwer war. Eigentlich erzählen sie von einem sachlichen Tausch. Also der Office-Manager hat halt kurz kalkuliert, ob diese schönen 60 Millionen es wert sind, da noch weiter auf den Dresscode zu bestehen. Im Grunde hat hier ein Tausch stattgefunden. Geldschwere Leute wissen natürlich auch darum. Kann ich gut nachvollziehen. So hätte ich als Office-Manager auch reagiert. Ein gutes Geschäft. 60 Millionen gegen einen radfahrenden Broker.
Dieses Geld oder dieses Potential sind eine imaginäre Energie, dass in diesem Falle der Souverän in der Entscheidung war. Entschieden haben nicht Sie, nicht ihr Office-Manager und auch nicht wirklich ihr Fürsprecher, sondern das Geld. Und vielleicht auch ihre informelle Fittness, also ihre funktion, die ihren Kunden zufrieden gemacht hat, so dass er sich für sie einsetzte.
Trotzdem funktioniert auch ihre Geschichte nur vor einem kalibrierten Hintergrund, der eben tatsächlich den Dresscode vorsieht.
Punkt2: so gesehen ein interessantes Argument.
Punkt3: Auch einverstanden, aber auch hier gilt: Ohne uniforme Refferenzhintergründe können keine Spiele gespielt werden, auch keine Geschlechterspiele, und auch hier gilt . im Zweifel hat der das Sagen, der das meiste Geld, das größte Auftragsvolumen etc... hat, egal ob Mann oder Frau.
Ihren zweiten Absatz habe ich nicht versanden. Meinten Sie das einer 500 Euro anzüge trägt und der andere 2000 Euro-anzüge? und der unterschied nur dem Eingeweihten, dem Kenner bekannt ist?
Ich will sagen, dass Dresscodes Ordnungen erstellen, Hierarchien. Dresscodes gibt es doch nicht nur im Beruf, auch im Alltag. Sie erzählen etwas über Herkunft, Stand, persönliche Einstellungen, Bekundungen, wollen etwas vom Gegenüber oder sind einfach Statussymbole, sie machen also zum einen Angaben über die Person, ob´s nun stimmt oder nicht, wenn es nicht stimmt geben sie etwas vor.
Ordnungen - das stimmt. Ich würde es so formulieren: Dresscodes sind Benutzeroberflächen, also so was wie äußere Henkel, wo man jemanden anfassen kann, oder vermeint anfassen zu können. Eine Person wird nonverbal rezipiert. Bei den Stilbewussten ist es Ausdruck von Haltung. Es kann aber auch Werkzeug sein Camouflage, Kostümierung. Was aber bleibt ist aber: Es muss sich vor einer bestimmten Refferenz einordnen, also lesen lassen, wie ein buchstabe der das Papier braucht.
Hierarchien ja, ich glaube diese Hauptmann von Köpenick Kiste, funktioniert heute auch noch, jemand fährt mit nem geliehenen Mercedes S- Klasse vor und wird sofort ander behandelt, insofern Hierarchien, ja.
Selbstverständlich hat das Geld eine Rolle gespielt; es hätte sie aber ohne meinen Geist n i c h t gespielt. Es gab auch für schwerreiche Kunden ganz gewiß handlichere Broker als mich; man kann nicht einmal sagen, daß ich meinen Kunden beruflich mehr Erfolg gebracht habe als konventionellere Kolegen. Man unterhielt sich aber lieber mit mir, stritt sich auch gerne mit mir. Deshalb ist Ihr Punkt 3 geradezu auffällig extrem verkürzt, und sowieso und gerade bei den Geschlechterspielen (die ja nicht selten deutlicher Geschlechterernst sind). Keine Frage, daß Geld und Macht "ansexen", gerade Frauen; beides sichert Nester; Geist sext aber eben auch an, und zwar völlig unabhängig davon, ob Geld vorhanden ist. Sofern man nicht so tut, als wäre es das. In seiner erotisierenden Machtaura ist er sogar kräftiger als das Geld; da geht es einem ähnlich wie Musikern. Nur einen Hausstand bauen Frauen ungern darauf auf. Womit sie ja, rein pragmatisch betrachtet, vollkommen recht haben. Ich schrieb das schon an anderer Stelle: Mit einem guten Gedicht erobern Sie so gut wie jede Frau, aber Sie halten sie nicht mit Gedichten.
Könnte es nicht so sein, dass Geld und Geist prinzipiell in einer starken Tauschäquivalenz miteinander stehen. Also, ich selbst zum Beispiel, kenne mich auch bisschen mit dem wirtschaftlichen FirmenallAlltag aus: Nach meiner Erfahrung ist es so, dass die so genannten Geldleute, also wenn sie nicht gerade geerbt haben, irgendwo sozusagen clevere Bürschchen sind. Es ist nicht gerade immer so die ganz prickelnde Intelligenz, oder der überschäumende Esprit, aber es ist eine enorm auf pragmatisch gedimmtem Mittelmaß agierende Schläue gepaart mit den so genannten personal skills, also das wäre so eine gewisse stabile Schulterklopfkompetenz den Partnern und sich selbst gegenüber. Auch hier spreche ich von der Normalverteilung, Steve Jobs gehört für mich zum Beispiel nicht in diese Normalverteilung, aber das Gros der Wirtschaft wird doch dominiert, von Handyshop-Besitzern und nicht von Handy-Erfindern.
Da Sie als Broker gearbeitet haben, obwohl das zu ihrem Privatleben gehört, und solche Fragen hier nicht erlaubt sind, aber mich würde interessieren was das für Typen waren, mit denen Sie zu tun hatten als Anleger. Denn da waren sie ja sozusagen im höchsten Abstraktionsgrad der Wertschöpfungskette beschäftigt, also dort wo Geld für Geld arbeitet. Oder Zeit für Geld. Oder Geld für Zeit.
Und was die Frauen betrifft - gilt wohl auch hier die Normalverteilung. Der durchschnittliche Unternehmertyp von der Sorte, den ich beschrieben habe, hat Prinzipell den besten Ausleseindex, was die Vaterschaft angeht, nicht unbedingt, was die Erzeugerschaft betrifft.
Ich hatte ja das hier schon mal mit der 10 prozentigen Dunkelziffer der Kuckuckskinder angedeutet. (das eigentliche Geheimnis der Frauen.)
Aber ist es nicht so, dass es zwischen allen Attributen ein (teilweises) Tauschverhalten gibt: Also was ein Mann nicht an Jugend hat, kann er mit Geld kompensieren. Was ihm an Geld fehlt, kann er mit Jugend oder Gedichten, oder sexueller Kompetenz kompensieren etc... dies gilt natürlich in Grenzen, aber sie werden das nicht ganz abstreiten können.
Mit gefällt dieser Begriff nicht, und zwar, weil er sowohl stimmt als auch nicht stimmt. Mein Wolpertinger hätte ohne einen meiner damaligen Kunden gar nicht erscheinen können; er gab an die 100.000 DM in die Produktion eines Buches, das damals von 36 Verlagen abgelehnt worden war und >>>> Dielmann zwar unbedingt publizieren wollte, finanziell aber ganz sicher nicht gekonnt hätte; immerhin war es sein erstes Programm überhaupt. Der Roman schlug dann ein, wie man sagt, aber imgrunde auch nur eines Irrtums wegen: nämlich hatte die damalige FAZ-Redaktion ganz bewußt jemanden zum Rezensenten bestellt, der für seine Verrisse gefürchtet war; einen Altphilologen. Genau das war aber mein Glück. Da der Mann eine Kapazität ist, konnte man die Rezension dann nicht nicht drucken. Und ich war da. Einige sind damals in Duldungsstarre gefallen. Es wäre dies aber ohne den Mäzen nicht möglich gewesen, der seinerseits aber nicht voraussehen konnte, welche Entwicklung es mit dem Roman nähme. Das, was er sich "eintauschte", war, bei einer Buchproduktion vom Lektorat über den Satz bis hin zu Druck und Bindung dabeizusein. Er tauchte überall da wirklich auch auf und fuhr schließlich mit dem Verleger und mir nach Hannoversch Münden an die Haupt-Spielstätte des Romans. Er erwog sogar, sie zu kaufen, ein Stück Berg, ein Stück Andreesberg, auf dem das Hotel mittlerweile zusammengefallen war. Eigenartig ist, daß, so der Ausdruck der Anrainer, "der Berg ins Rutschen gekommen ist", und zwar am Tag der Drucklegung meines Romanes. Als Baugrund ist das Stück - oder war es 1983 - nicht mehr verwendbar, sofern man nicht ausgedehnte Grund-Sicherungsmaßnahmen ergriff. Meine Geister, sagte ich mir, hatten den Grund über mein Buch wieder in ihren Besitz genommen; das Buch versammelt ja einen Großteil der europäischen Geisterwelt und bringt sie zu einem Treffen in Hannoversch Münden zusammen - etwas, das der Erstleser eigentlich erst nach 500 Seiten allmählich begreift.
Was meine Brokerage-Kunden anbelangt, so reichte das Spektrum vom Privatspekulanten über den Hedger zum konservativen Aktiendepot, das man einfach nur liegenläßt. Wobei meine Neigung und schließlich Profession sich auf Forex spezialisierte, also auf den internationalen Währungshandel, dem die Zocker gleichermaßen wie Institutionen zusprechen, die ihre Auslandsgeschäfte über Kursgewinne/-verluste absichern müssen. Mit drei Kunden war ich später nahezu befreundet, immer ein wenig mit Distanz, aber immer auch mit Neugier. Daß ich dann von einem Tag auf den anderen gekündigt habe, haben wenige verstanden. Das ist allerdings eine andere Geschichte, die in mein Konzept hineingehört, wie Menschen leben... nein, sondern wie sie n i c h t leben sollten.
@ ifone
Mir drängt sich der Verdacht auf das hier der Freiheitsbegriff ähnlich beklemmend gedacht wird wie in diesem Zitat aus dem >>>Dao :
Freiheit ist der Abstand zwischen Jäger und Gejagtem
@ ifone
"Je freier sie sind, desto freier der geist." von.knotscher 95
Sie dazu : "Bitte nicht mehr mit diesem postmodernistischem Freiheitsbegriff. "
knotscher95 :"gut, ifone, dann nur noch mit dem freiheitsbegriff."
Ihre Assoziation dazu :
"Krieg ist die maximale Form der Sinnnlichkeit mit allem was dazugehört, Rausch, Übertretung, Vergewaltigung, Technik, Tod, Destruktion ,Kammeradschaft, Schmerz, Trauer, Hunger, Durst, Liebe, Blut, Scheiße, Pisse, Massenmord
Der Krieg ist ein Kontinuum menschlicher Geschichte.
Die Atombombe ist die maximale Form menschengemachter Ästhetik, schön anschaulich."
Anschließend wird bei ihnen die Uniform zum Instrument der Befreiung und sie schließen daraus das die Freiheit des Individuums ein vermeintlicher Irrglaube sei. In diesem Kontext auch :"Ein in diesem Sinne Nichtuniformes Individuum wäre auch heute schwer gefährdet" Spätestens an dieser Stelle kommen wir besagtem hier auf die Spur, eben dem Abstand von Jäger und Gejagtem oder das was ich in ihren Äußerungen wittere.
Das Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass der Freiheitsbegriff, der sich an einer Freiheit des Individums glaubt festmachen zu müssen, naiv und unterkomplex ist und deshalb nicht zukunftstauglich.
Weil es defakto, keine Freiheit des Individuums gibt. Unsere Freiheitsgerade sind berechenbar und eintaktbar in den Tauschverhältnissen unserer Zivilisation. Da kann ANH noch so oft mit dem Rad zur Börse fahren, es bleibt immer im Bereich des "Spleens" alles was von Seiten der Kunst heute unter Freiheit behandelt wird, ist Spleen oder Hobby. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen einem Künstler und einem Forellenangler oder einem Bungeejumper oder ein Extrembergsteiger. Diese Freiheiten gehören in die Nieschen der Spleens und Vorlieben und Hobbys und sind damit zu 100 Prozent eingetaktet in die millieu - oder szene-gerechte Vermarktung, der Zeichentauschkanäle und der Kommunikationswunschmaschine. Kunst im klassischen
Sinne aufgefasst ist völlig irrelevant, es sei denn, sie beginnt aus der Ecke der Pseudofreiheit ihrer Spleens und Hobbys herauszukommen.
Der aufgeklärte Freiheitsbegriff den ich meine, nimmt Abschied von der Individualitätsillusion und ersetzt diese durch sachliche wirklichkeitsaufklärende Forschung, Hand in Hand mit den Wissenschaften.
Ein Mensch, der einen aufgeklärten Freiheitsbegriff hat, macht sich keine Illusionen mehr darüber, dass er Funktion ist. Erst dann und nur dadurch kann er wieder einen Freiheitsgrad dazugewinnen. Also um es mit Read-Ane zu sagen: Ein aufgeklärter Freiheitsbegriff, muss keine Angst mehr vor Uniformen haben, weil ihre Funktion verstanden worden ist. Dass er aber keine angst mehr haben muss, genau dass macht ihn wirklich erst frei.
das klingt ja alles sehr elegant. Sie vermeiden jede naivität und "unterkomplexheit". sehr stark, aber worauf zielen Sie damit ab? -- doch auf einen "aufgeklärten" uniformträger, deren es in allen armeen der welt immer viele gegeben hat. leute, die sich keine illusionen darüber machten und machen, dass sie "funktion" sind und diese auch affirmieren. damit sind diese leute frei, klar, frei, sich in ihren gesteckten verhältnissen zu bewegen, optimale adapter zu sein. aber "zugewinn"?
in der praxis scheint mir Ihre ansicht zu einem kollektiv (ja, denn individuen halten Sie für überholt) maximal desillusionierter adapter, die ihre funktion nicht nur im einklang mit sondern auch ausschließlich unter den prämissen der wissenschaft (unter der Sie natürlich nur naturwissenschaften verstehen) ausüben. kunst spielt darin überhaupt keine rolle, weshalb sie in Ihren ausführungen auch so merkwürdig unkonturiert bleibt.
das ist, und ich muß es so formulieren, obgleich mir femme100tetes elaborate übersteuert erscheinen, nichts als techno-faschismus, den Sie "von unten" zu legitimieren suchen.
@ read An: diese art der freiheit leitet eben keine "chemischen Reaktionen" mehr ein, zumindest keine, die außerhalb einer "wissenschaftlich determinierten" (welche wissenschaft?) versuchsanordnung stattfänden.
Glimmert ihr sterne/
schimmert von ferne/
blinkert nicht truebe/
flinkert zu liebe
dieser erfreulichen lieblichen zeit.
Lachet ihr himmel/
machet getuemmel/
regnet uns segen/
segnet den regen/
der uns in freude verwandelt das leid.
Dann sprechen wir auch nicht mehr von Freiheit sondern von einem generalisierten Massenimpuls. >Vektor.
Selbst "Freiheit" als Katalysator ist ein abhängiges System, im Gegensatz zum Abstand von Gejagtem zum Jäger aber ein imaginäres, das seine "gefühlte Autonomie" aus sich selbst bezieht, wenn auch an chemische Reaktionen gebunden die in einer Wechselbeziehung zu äußeren Faktoren stehen. > z.B. die "Freiheit" sich den Spleen herauszunehmen!
An was soll sich ein „freiheitsbegriff“ denn sonst
festmachen als am individuum – an einem indiewiedumm
oder an einem exdividuum ?
abgesehen davon :
sie selbst nehmen sich in ihrer text-polemik-produktion die freiheit
heraus, technische begriffe scheinbar beliebig mit poetischer sprache
zu koppeln, wie naiv sie doch ihrer meinung nach selbst sind.
Desweiteren unterstellen sie sämtlichen wissenschaften, diese wären
allesamt am ende, das heisst esgäbe keine rätsel mehr und somit auch
keine freiheit ( setzt man freihet analog freiheit von erkenntis )
nun, was weiss aber das individuum schon von sich selbst ?
was wissen sie selbst über ihre defizite ihrer höchstindivideuellen
schreibe ?
ich nehme an, nicht besonders viel.
Ich nehme an, sie wissen wahrscheinlich gar nicht viel, was sie eigentlich
insbesondere dazu motiviert, so zu schreiben.
Und je weniger sie das wissen, desto lauter schreien sie dann nach unifor-
mierung : weil sie zu stolz sind, auch nur ansatzweise mal etwas über ihre
defizite zu erfragen.
Weil ein mann etwas zu fordern hat, nicht ?
Sonst ist er kein mann.
So einer ist obsolet.
Das ist der wahre monoadaptertypus, der eindimensionale nämlich.
"Setzt man Freiheit analog Freiheit von Erkenntnis" - interessanter Gedanke!
Umso geringer die Erkenntnis, desto höher der Freiheitsgrad, nur leider "Indiewiedumm"!
Femme sagte zu ihnen an enderer stelle, sie wären eher ein künstlerischer
laborant, und sie laborieren noch nicht an der kunst.
So sehe ich das auch.
Herbst meinte an anderer stelle, das handwerk alleine macht’s noch nicht.
Hätte man das handwerk irgendiwe drauf, dann kämen eigentlich erst
die entscheidenden fragen, die man an universitäten nicht unbedingt mehr
lernt.
Das sehe ich ganz genauso.
Die werkzeugkiste alleine – so sehr ich sie liebe - schafft halt das produkt
noch nicht.
Selbst eine daran angeschlossene aufgabe, ein arbeitsziel kann noch zu unkonkret
sein, es kann noch allzusehr auf stereotypen abzielen.
Ein stereotyp ist aber immer so etwas wie eine vielleicht noch funktionierende
praxis-einheit.
Da sich aber die praxis noch nach wie vor verändert, so muss man manchmal
schon noch etwas nachdenken.
( oder darf )
Aber nicht über kollegen, die diametral etwas falsch machen sondern über die sache selbst.
Da schaut man eher zu denen, die schon fast alles richtig machten und man erwägt
worin dieses fast bestehen könnte
Sicherlich sollte man noch die potentiellen rezipienten vielleicht im auge behalten
oder wenn möglich halt das gefühl, seinen gefühlsmässigen positiven bezug
zu der sache, seinen spass daran günstigstenfalls.
Und verliert man dabei nicht seine lockerheit und seinen esprit, so ist man
meiner meinung nach der absolute meister.
Mit polemik oder propaganda oder stimmungs- und meinungsmache hat
das aber nullkommanix mehr zu tun.
Eher mit der kunst, die richtigen fragen dabei zu stellen.
Nun versuchen wir aber gar nicht mehr, gemeinsame fragestellungen innerhalb der
kunst zu entwickeln.
Wir müssen uns einerseits gegen ideologien jewdeder art behaupten und haben zudem angst davor, selbst ideologisch zu werden, sprich massnkonform abzukürzen
und dabei wichtiges wegzustreichen.
Das wirft uns dann auf individualität zurück und auf die grosse einsamkeit, die mich zuweilen äusserst betrübt.
Aber angesicht dessen, dass wir eben noch nicht individuell mit unserer kreativitätä
umgehen können.
Ziemlich paradox also, schaut man noch auf die wurzeln.
Die wurzeln waren nämlich die experimente.
Tja – auch das eine folge einer kleingeistigen neokonservativität, die nicht mehr
in gesellschaftlichen zusammenhängen denkt, sondern in elitären exklaven.
Wohin das führen soll, kann aber keiner wissen.
naja, Du solltest meinen obigen kommentar nicht überbewerten. statt meine meinung zur freiheit zu sagen, habe ich versucht, aus Ifones letzter äußerung samt einiger anderer einige in meinen augen notwendigen konsequenzen zu ziehen, die mir bedenklich erscheinen.
denn wenn ich Ifone recht verstanden habe, ist ihm die "Freiheit sich den Spleen herauszunehmen" eben nur noch illusorisch, unaufgeklärt. aus seiner perspektive läuft die von Dir angedeutete dialektik ins leere.
anders gesagt: ein neo-reflektierter adapter à la Ifone würde z.b. ein gedicht wie dieses nicht schreiben:
freiheit von erkenntnis, wie knotcher unnachahmlich formuliert, ist natürlich auch freiheit, "barheit" vielleicht eher. auf Ifone zurückgefaltet: wer nicht erkennt, daß die freiheit, welche er zu besitzen glaubt, reine funktionalität ist, ist freier als jener, der es erkannt hat; allerdings handele es sich hierbei nur um pseudo-freiheit.
diese volte ist es ja, die knotcher95 zu seiner, für mich ganz verständlichen, tirade provoziert hat (abgesehen davon, daß es ihm nun wirklich um kunst geht).
zugleich denke ich, man muß bemerken, daß freiheit von... nicht zugleich freiheit zu... ist. krasseste beispiele dafür sind jene überlebenden der shoah, die zwar vom schlimmst denkbaren mechanismus von erniedrigung, entmenschlichung und vernichtung be-freit waren, gleichwohl (oder damit zusammenhängend) keineswegs die (innere) freiheit zur führung ihres weiteren lebens hatten.
vielleicht könnte man hier auch den existentialistischen freiheitsbegriff neu bedenken, der bislang in der debatte noch nicht aufkam, vielleicht auch gar nicht mehr als aktuell oder fruchtbar angesehen wird.
außerdem bedenkenswert. wenn wir über uniformen nachdenken, scheint mir die fähigkeit zur tarnung, oder "wissenschaftlicher": zur mimikry zu sein. nicht alle, die äußerlich gleich aussehen oder sich verhalten tun dies notwendigerweise aufgrund einer einsicht in eine allgemein notwendigkeit zur uniformität, sondern vielleicht weil sie mimikry betreiben. (wobei ich offen lassen will, ob es sich um feind- oder beutemimikry handelt. das hängt wohl vom einzelfall ab.)
Das ist ja genau das Problem. Barheit (schönes Wort eigentlich!), berfreit von der Erkenntnis den funktionellen Charakter zu erkennen, also eine Freiheit von!
Aber eine Freiheit zu, das ist schon schwieriger zu benennen, aufgrund kultureller Verortung, dem gesellschaftlichen System, von der Abhängigkeit der jeweiligen Gemeinschaft, Interessen, Werte, Wissensstand / Wissenschaft usw.
Ein existenzialistischer Freiheitsbegriff wäre doch dann von einer Freiheit Von zu einer Freiheit Zu, aus einer existenziellen Notwendigkeit heraus! Meintest Du das?
Die Uniformität (bei Frauen, um bei meinem Bsp. zu bleiben) von der ich gesprochen habe ist ebenso eigennützig in ihrer Zeichensetzung wie eine biologische STRATEGIE der Tarnung. Es ist aber eine mehr oder weniger eigene Strategie (hier wohl Beute), die zwar auch wieder ihren eigenen Gesetzen folgt aber keine von außen vorgegebene Zeichensetzung einer Marktstrategie zumindest solange der Markt nicht auch das wieder erkannt hat und ebenfalls aufgreift, naja, eigentlich ist es ja schon so.
@ ifone
Freiheit will nicht zukunftstauglich sein !
Sie ist ein Prozess in dem das Individuum seine eigenen Grenzen immer wieder neu definiert.
Dieser Prozess findet JETZT statt und nie in Zukunft.
Die gesellschaftlichen Vorraussetzungen, die existentiellen Grundregeln, bilden in dieser Entwicklung allenfalls nur so etwas wie die Schwerkraft.
Die Freiheit des Individuums gibt es in der Tat nicht. Der Grund dafür ist aber nicht eine ausgeträumte Utopie, sondernd die Begebenheit das Freiheit eben einen Prozess darstellt und keinen Besitz.
Sie sprechen von unseren Freiheitsgraden und meinen ihre eigenen.
Es gelingt ihnen nicht ihre zugegeben ästhetisch anmutende Wut in einem freien Prozess Form zu geben;
da sie ihre eigene kreative Freiheit gleichsetzen mit der eines Anglers, Bungeejumpers oder Extrembergsteigers.
Dem Künstler aber obliegt es in diesem Prozess die Rolle des Entdeckers einzunehmen.
Dort wo sie von Pseudofreiheit schreiben, meinen sie nicht die Begrenztheit der Phantasie oder der Kreativität, sondernd die Grenzen der von ihnen wahrgenommenen Realität.
Unsere Zeit ist zugegebener Maßen derart bedroht, dass ich durchaus nachvollziehen kann, wenn man nach kollektiven Lösungsansätzen strebt. Nur darf man die Dinge nicht verwechseln.
Sie sind auf der Suche nach einem Interface, das eine Verbindung von Individuum zu Individuum schafft und zwar mit der wütenden Begründung ihres Gedichtes .
Im Einklang mit den Naturwissenschaften soll so das Heil gefunden werden.
Das Individuum wird dann als Illusion begraben; der Mensch zur Funktion im Namen der Freiheit.
Das was sie da beschreiben, lieber ifone, ist der Tod und nicht das Leben.Die kollektive Vereinigung der Seelen und des Geistes ist für mich nur das Bild einer möglichen Existenz nach dem Tod.
Das Leben hingegen ist die Aufgabe die vermeintliche Leere, die Einsamkeit des ICH's mit allem zu füllen und zu bereichern was die Sinne mir erschließen.
Der Künstler übernimmt dabei eine besondere Rolle.
Die Formen die er schafft sind als schöpferischer Prozess zu verstehen. Sie sind Dokumente der Freiheit oder um es mit den Worten Klees zu sagen als Genesis, als Werden, als Wesen zu verstehen.
Nicht vollendet -
Der Forellenangler hat dieselbe existentielle Aufgabe, aber nicht dieselbe Verantwortung.
Ihr Vergleich hinkt!
Ihre Sehnsucht nach einem Freiheitsinterface strebt weg von der Kunst, hin zu einem wissenschaftlich elaboriertem Paradies.
Der freie Künstler weiß auch so das er Funktion ist; aber nicht in ihrem Sinne, sondern in seiner Demut vor der Schöpfung.
Ihre Skalierung von Freiheit ist nur Ausdruck ihrer allzu menschlichen Angst. Sich auf den Freiheitsprozess einzulassen bedeutet aber nicht angstfrei durch die Welt zu tanzen.
Es bedeutet an den Ängsten zu wachsen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Ängste sind Instanzen des Geistes.
Erst im Prozess des Individuums seine eigenen Grenzen immer wieder neu zu definieren, eine Lebensform zu entwickeln, können die Angstinstanzen überwunden werden.
Es ist eine Entwicklung und kein Zustand an dem ich interessiert bin.
Ihre Vision könnte man aufgreifen um einen Science Fiction Roman zu schreiben.
Die Technologie entwickelt tatsächlich so ein Interface der Freiheit.
Die Menschheit wird von allen Ängsten befreit.
Die Wissenschaft verliert jegliche Demut.
Der Urknall wird reproduziert.
Leider war die entfachte Energie so groß, dass dabei die Erde ausgelöscht wurde.
Kommunikation wird das gegenmittel zur angst sein.
Sowie kommunikation auch etwas sein kann das angst macht.
Das wäre das problem.
Wenn mir jemand apodiktisch eindimensional begegnet, so macht mir
das angst, weil ich stillstand wittere.
Andererseits macht einem apodikisch eindimensionalem typus unter umständen
meine freiheit angst, weil er chaos wittert.
Kommunikation ist eine stete ballancefindung dazwischen, vorausgesetzt
man nimmt sich die freiheit, gemeinsam nach dieser zu suchen.
Ansonsten ist doch eine künstlerisch arbeit die arbeit an der struktur :
ob das die für mich absolut wichtige arbeit am detail ist oder die arbeit
an einer grossen form, das hab ich doch beides nicht in frage zu stellen.
Bloss kommt man dabei eher auf psychologische gedanken.
Oder einer abwägung von deduktion und induktion.
Uniformen sind dabei für mich halt irgendwelche normierungen –
höflichkeitspatterns – konventionsphrasen - hohle verbindlichkeitsfloskeln
tarnungen – pseudomaskeraden – lusthemmer – letztlich falscher luxus :
Verhindern uniformen eine lust am experimentieren ?
Für mich persönlich ja.
Wenn ich mir überlege ich müsste noch zu meinen kleinen experimenten
Eine polizeimütze aufsetzen, dann flösse dies sicherlich in das experiment
Ein und würde die richtung mitbestimmen.
Obwohl sich das experiment ansonsten gar nicht gegen uniformiertheit richtet,
schon eher gegen die folgen davon – eindimensionalität und zwangsneurosen
z.b. – wobei ich dann aber soziologisch oder psychologisch schon theoretisiere
und mir sage
neurosen oder paranoia haben heutzutage nicht merh die motivationale kraft
die sie früher noch hatten.
Heutztage hat man eher deutlich auf neugier oder interesse zu sezten und auf
Empathie sowie auf synergien.
Ich finde das hat mit fasching nicht viel zu tunh.
Ja, Uniformen sind Muster und vor allem Konversationsphrasen und und und.
Aber eigentlich egal was Du für ne Mütze auf dem Kopf hast, die fließt immer in dein Experiment mit ein!
Kommunikation braucht Angst und Angst Kommunikation, Reh Volution hat darauf schon hingewiesen. Angst haben wir auch nur solange wie wir uns überhaupt noch fragen was unsere verwundbarsten Stellen sind! Aber hoffentlich nicht um sie zu beseitigen sondern um sie zu schützen!
Das wäre dann auch die viel schönere Definition von Barheit!
ja sicherlich readAn, wobei für mich dann die uniform die sorge oder die moral wäre.
aber selbst die kann einen manchmal zu extremen provokationen treiben, gerade
weil sie damit eben nicht repressiv wären und man desöfteren eine adäquate sorge
oder moral vermisst.
ansonsten wollte ich ray-volutions ( reh-volutions ) betrachtung nicht gestört haben, weil ich mit dieser so ziemlich konform gehe.
das mass allerdings zu finden, auch für ifones polemische flares, ist halt etwas
diskursives, möglichst zwischen den ideologischen polen - wenn sie sich schon
nicht vermeiden lassen.
ifone sollte halt zur kunst kommen, aber etwas wissenschaftlicher ( = verständnisvoller - objektiver )
meine meinung.
ansonsten hab ich ja nix gegen ifone.
noch etwas konkreter :
ich habe etwas dagegen, als künstler die rolle der hausfrau einzunehmen und
irgendwelche persuasionsaufgaben zu verrichten.
ich glaube an harmonie, aber harmonie ist für mich etwas anderes als ein
dominanz - unterwerfungsspielchen.
haromie ist die "gleiche augenhöhe".
nun ist der eine ein wenig virulenter und der andere ein wenig lethargischer :
das spiegelt sich garantiert irgendwo genetisch in den individuellen transmitterproduktionen.
da setz ich aber an und nicht an einem atavistischen kriegsgequatsche.
dafür ist meiner meionung nach sowohl die zeit zu kanpp und die opfer
waren dafür aber auch durch die geschichte zu überflüssig.
sicherlich hab ichs drauf ihnen irgendwelche phrasen zu spiegeln und damit
attraktiv oder geil zu sein, aber meinen intellekt unterfordert dies.
mein intellekt strebt nicht nach selbstbehauptung oder einsortierung unter
irgendwelchen faden dialektischen obsoletheiten, mein intellekt verlangt nach
unbekannten gefilden :
nach gefilden wo man perfidezzen nicht kennt.
Ifone ist auf Navigationskurs die Schiffe sicher in den Hafen zu bringen, das wissen wir ja.
Eine Harmonie auf Augenhöhe als Zweier ohne Steuermann.
Synergetische Verbindungsflüsse schaffen.
Aber das finde ich leider nur noch in der Kunst, Musik oder man könnte auch von Du zu Du sagen: time is running out but I find you very attractive - also nicht so lange drumrumschippern mit irgendwelchen Spielchen.
verstehen sie meine mind-outings nicht als harmonisierungswut - sie sind das
gegenteil.
sicherlich ging die frau gerade aus meiner bude ohne mich gefickt zu haben.
ich denke daran dass man seine interpretationsabsichten halt zu leiten hat -
und da gehört ein allgemeinverständliches gebrabbel, selbst wenn es sich als
stgb norm oder bgb norm gewandet halt dazu.
nur darf ich als mann natürlich noch die frage nach der grundsätzlichkeit stellen.
und wenn mir jemand dies in abrede stellen wollte, so bin ich halt auf einer der
glückseligen inseln oder ich hab jemand echt umgebracht einen freischärler
vielleicht - worin wir uns dann träfen, nicht ?
Also von der Festplatte löschen um kurzweilig Urlaub auf dem Sonnendeck machen zu können? Ja, dann gebe ich Ihnen recht. Das meinte ich auch mit der ablaufenden Zeit!
P.S. vielleicht denkt sich die Frau das aber auch! Sie sind doch immerhin Musiker oder nicht?
chiaro, ich hab echt was drauf.
fragt sich halt was.
wahrscheinlich hau ich die bude klein, naja.
dann wars sowas wie ne bude.
sowas deutsches, nicht ?
z. planes
orange version gaps.
lover trials.
but u cannot decide between love or hate, that's the problem.
not mine - thats the difference.
a very simple difference I guess that simple different dances or places
or yerself.
pardon me - folxxs.
so I deny s. th.
the hate
Sorry, ich muss ja auch noch ab und zu meinen Hobbys nachgehen und das Wetter genießen....
Ich kann hier nur allgemein antworten.
Es gibt das zunehmende Aufklaffen einer Schere zwischen der weit weit weit durchrationalisierten "Wirk-Wirklichkeit" einerseits - und andererseits dazu, oder davon motiviert, einen erheblichen Druck gegen den Behauptungskreis, also gegen die "private Zelle des Individuums"
Man kann Zeichen sehr deutlich lesen.
Die plötzliche und steigende Atraktivität der "Aktie Mensch", der "Aktie Charakter", der "Aktie Widerstand" , die "Aktie Leidenschaft"
oder der "Aktie Schamhaar" als aufgelegte und im Wert steigende "Widerstandstitel"als Behauptungstitel gegen die Cleanless, die Kühle, die Berechnung, die Rationalität. Dies alles sind Zeichen, dass sogar hier die Rationalität längst greift. Ihr Wert steigt mit der Nachfrage.
Es gibt eine unsichtbare Börse, an den Theatern, im Kino, im Literaturbetrieb, wo diese Titel gehandelt werden.
Je mehr Schweiß, je mehr "Verhängnis", je mehr "Schicksal", je mehr "Mythos" hier gegen Eintritt an den Zuschauer verkauft wird, desto größer das Geschäft. Der Intendant eines Theaters, ein Verleger,ist nichts anderes als ein Makler, der mit Affekt-, mit Geheimniss-, mit Schicksals- mit Mythos-, mit Lebendigkeitstiteln handelt. Dabei agiert er komplett rational.
Ich spreche davon, dass hier tatsächlich so eine Art Ablasshandel betrieben wird, während die "Wirk-Wirklichkeit" einfach zunehmend und völlig unbeeindruckt in den Rationalisierungsvektor läuft.
Alle ihre Argumente, Reh, sind durchaus in diesem Sinne richtig, und sie könnten wahrscheinlich ganz effizient mit diesen Argumenten, und erfolgreich im Kunst - und Kulturbetrieb mitmischen. Oder ein Theater leiten
Was ich mit Zukunftsfähigkeit meine ist eigentlich etwas ähnliches, das ist mir neulich wieder eingefallen, was Joseph Beuys wollte, den ich übrigens zu den wenigen wirklich gültigen und sehr interessanten Künstlern/Wissenschaftlern rechne. Weil er mehr war als ein Künstler. Seine materialitätsbezogenen Assemblagen und Arrangements waren "Wirklichkeitserforschungen und Re-Konstruktionen zu gleich. Beuys gehört für mich in eine Utopie, was Kunst sein könnte. Joseph Beuys hat mit Duchamp oder Warhol nichts aber auch garnichts zu tun, aber mit Johann Sebastian Bach zum Beispiel sehr viel!
Beuys hatte in seinem Werk eine Utopie, einen Vektor oder besser: Einen Telos. Er hatte auch eine "gesellschaftliche Anschauung", die utopisch, ideologisch war.
Er hat in seinen Materialien, nach einem Ausdruck gesucht, nach einer Uniform der Wirklichkeit. Der Filz zum Beispiel ist darin von ihm grandios rekonstruiert, denn er ist sowohl Kriegsuniform, als auch "Wärmematerial" Heute würde ich sagen: Auch das Internet ist ein wachsender Filz. Beuys Kunstarbeit beweist deshalb eine Zukunftsfähigkeit, einen Telos, der Geltung hat! Das Werk von Beuys hat eben Bumms! Es ist in diesem Sinne, in einem positiven Sinne "ideologisch". Und deshalb ist es berührend. Die Profanität ist hier mit einem zutiefst berührenden Gemeinschaftsgestus gekoppelt, und erzählt von einer Verletzbarkeit.und Gefährdung im Filz, der einerseits für die "Wärme", aber auch für die "Hitze" des Krieges steht. Das gilt auch für alle anderen Materialien, die er "untersucht" hat. Das macht die Werke von Beuys so ungeheuer zärtlich. Sie sind von einer tiefen Zärtlichkeit, und einem Forscherdrang, die nichts, aber auch gar nichts mit irgendeinem modischen Gestus des Individuellen gemein haben.
"Jeder Mensch ist ein Künstler" Diesen Satz interpretiere ich heute: "Jeder Mensch ist ein Wissenschaftler und ein Forscher" In diesem "Jeder" verbirgt sich eigentlich eine virtuelle Uniform.
Stoffe wie Filz und Fett als Wärmespeicher, die der Lebenserhaltung dienen sind einfache Materialien, auf die Beuys zurückgreift, keine technisch entwickelten Polysurvivalstoffe als Überlebenspackage. Beuys Kunst ist ethisch, Kunst in der der Betrachter nicht außen vor bleibet, Kunst die auch Wissenschaft, Fortschritt und gesellschaftliche Prozesse aufnimmt. Das stimmt! Doch aber aus einer selbstbestimmteren Perspektive, wenn auch auf utopische Weise und nicht durch von außen gelenkte Homöostase.
Das Gegenzeichen zu Aktien werden, wie zum Bsp. "Aktie Schamhaar" da muss ich Ihnen recht geben, siehe die Roche, das ist nicht wirklich neu und mit Tabubrüchen hat das auch längst nix mehr zu tun! Ist aber auch echt schwer geworden heute noch etwas gewagtes zu veranstalten, wir haben einfache keine Tabus mehr.
Guten Tag!
Mooooooment :-) Sie sagen, Filz oder Fett seien natürlich, Polysurvivalstoffe dagegen nicht. Aber beides gehört zum technologischen Vektor der Funktionen. Auch die Materialien von Beuys beruhen auf Wissen, auf Techniken. In einem Stück Filz oder Fett steckt genauso Künstliches, Erarbeitetes, Gewusstes. Es sind Anwendungen, Verfahren, Konstruktionen. "Gewinnungen" (Honig etc...) Beuys zum Beispiel hat ja auch Hansaplast benutzt und damit gearbeitet. Also dieses Pflaster. So ein Pflaster ist auch hochtechnologisch, sehr kompliziert aufgebaut.
Deshalb ist eben zum Beispiel bei Süsskind diese Nuance so wunderbar, weil man mit hochreinem Schweinefett eben die zartesten Blüten behandelt, um daraus die Düfte zu extrahieren. Also nur mal als Beispiel. Mit denen man dann wieder Frauen bzw Männer verzaubert etc...Man kann keine Grenze ziehen, die das eine dem Natürlichen zuweist und das andere dem Unnatürlichen. aber ich will demnächst zu Beuys und darüber ein Essay schreiben.
Richtig ist, das Beuys in dem Sinne nicht dogmatisch indoktrinieren wollte, Aber seine Honigpumpe zum Beispiel ist eine subtile Anordnung gewesen, die an unseren Energie-Gebundensein (Zucker) auf ganz stoffliche physische Art erinnert. Grandios daran ist einfach, dass dieser Beuys in dem Sinne eine wunderbare Verknüpfung geleistet hat..., die in ihrer Welteinvernahme eben auch zärtlich ist, weil sie eben g e l t e n lässt, dass Menschen technologische Wesen sind und technologisch vergesellschaftet, und sich das nicht widersprechen muss, also auch der Honig ist Produkt von Rationalität, ebenso wie der filz oder das Hansaplast, aber auch wie der computer oder das Internet. Die "Gewinnung" von Stoffen wie Talg, Honig, Fett etc..., als "Gewinnung" von Welt, diese "Gewinnung von Welt" findet in allen heutigen Technologien aber auch in der Wissenschaft statt. Insofern ist mein Insistieren auf die Geltung der Rationalität eben auch nicht Lust - oder menschenfeindlich. Meine Homoöstase - Überlegungen sind gefährdet, das gebe ich zu, aber die Welt als solche ist viel mehr gefährdet, wenn man die realen Physiken und Energien lediglich den Sprengköpfen überlässt oder den religiösen Amokläufern. Es gilt, unsere Physiken und unsere Rationalitäten einvernehmend zu durchdringen, forschend, verstehend und begreifen wollend.
Und deshalb gilt dem frivolen Ablasshandel des Kulturbetriebs, wo Rationalität immer nur böse ist, der immer nur sensationiert - statt begreift und versteht - deshalb gilt diesem frivolen Handel heute meine Polemik.
Und aus Fett lässt sich unter anderem auch wieder Sprengstoff basteln. Dass das alles auf Wissen, Gewinnung und Anwendung beruht ist richtig. Polysurvivalstoffe können auch ebenso natürlich sein oder von der Natur abgeschaut. Meine Überlegung geht in die Richtung wie fähig sind technisch hochkomplex entwickelte Errungenschaften in der Praxis?- Ein Bsp. die größte Schwachstelle am Computer ist der Benutzer.
Die vielseitige Verwendung von Stoffen wie Filz oder Fett, Nutzen oder Zerstörung, Wissensegen oder Fluch, ja. Inwiefern ist Honig Ihrer Meinung ein Produkt von Rationalität? Bienen produzieren ihn einfach, die überlegen sich das nicht vorher! Der Mensch schon, bei dem was er hervorbringt oder zumindest, was er sich in der Natur abschaut. Oder ist der Honig als Produkt von Rationalität metaphorisch gemeint? Der Mensch als fleißige Biene, die Ideen produziert?
Nun denn, ich meinte, der Honig, klar bei den Bienen, ist er so im Haushalt, aber der Mensch hat sich das angeguckt und beobachtet, und er ist Bienenzüchter geworden. Er "gewinnt" diesen Honig, indem er Bienenvölker züchtet, Deshalb ist Honig, wenn wir ihn essen, ein Produkt der Rationalität - meinte ich.
Auch hier ist es wohl so, dass ein Tausch stattfindet, der Mensch bemüht sich um die Bienen, er fährt sie an den Rand von Feldern etc... und dafür kriegt er eben den Honig. Auch dies ein Tausch.
noch eine andere Betrachtungsweise - Eigentlich "hält" sich die Biene den Menschen - so könnte man es auch sehen. Die Biene "hält" sich den Menschen, füttert ihn mit Honig, und er karrt sie dafür an die besten Stellen.
Könnte man so sagen, sie kommt zwar auch ohne aus aber das Züchten funktioniert offenbar nicht so einfach. Vielleicht kann man deshalb auch noch von einem "Tausch" sprechen und nicht nur von Ausbeute.
Aber mal eine andere Frage an Sie: Was halten Sie von dem Begriff sozial?
Wird so ein Begriff mit voranschreitender Wissenskomplexität dann nicht obsolet?
Die Biologie wird aufgeschlüsselt - fallen dann nicht auch soziale Konstrukte, die wir ja nun echt brauchen nicht irgendwann in sich zusammen, mal abgesehen davon dass man bei sozialen Konstrukten, je nach Kultur auch von Praktiken sprechen kann. Ist das nicht die zentrale Frage die sich die Wissenschaft zu stellen hat? Solche Debatten gibt es schon lange, nur leider nicht beherzt offenkundig öffentlich!
Naja ich glaube nicht dass sie zusammenfallen. Sie verändern sich natürlich. Ich glaube es homogenisiert sich in Richtung Patchwortk, also die Tiefenverschlüsselung über Generationen weicht dann allmählich den über Wahl und Entscheidungsvorgänge geknüpften Netzen ..Verbindungen
Bist du Chemikerin oder so ? Dass du dich so gut mit sprengstoffen auskennst. Oder naturwissenschaftlerin.?
Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich nur arbeitssuchende Studentin der Germanistik, die ihre Zeit am Rechner verbringt aber sich auch für alle Arten der Wissenschaft interessiert. Die Frage war doch aber nicht ernst gemeint oder? Dafür muss man nur einmal Fight Club gesehen haben, um zu wissen wie man von duftiger Seife zu Sprengstoff kommt! Was machen Sie eigentlich im realen Leben, falls ich fragen darf? Filmkritiker? Journalist? Oder Bosonteilchen?
Ich bin Dichter, Autor, Schriftsteller, Texter, Kritiker, Forscher, Wissenschaftler (Nach meinen ..Fähigkeiten) .Dramaturg etc... Ich arbeite allerdings unter verschiedenen Namen, weil mein Interessensfeld so umfangreich ist, und Leute damit nicht umgehen können, dass ich stark switsche. Neugier braucht eine gewisse Asozialität. Es kann sein, dass ich morgen das glatte Gegenteil behaupte von dem, was ich heute gesagt habe... nein Spaß, im ernst, nein mein Brot verdiene ich sagen wir mal mit Beratungstätigkeiten in der Wirtschaft.
Aber dass sie sich für wissenschaft interssieren, ist wirklich ungewöhnlich. Find ich gut. Und wichtig. Vielleicht sollten sie umsatteln, auf was anständiges, wie Elemtarteilchenphysik.
Dafür bin ich nun aber wieder zu alt! Ganz im Ernst, das würde ich sogar machen, ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust mich auf einen Beruf festsetzen zu lassen, wenn ich könnte würde ich noch Physik und Musikwissenschaft studieren. Na dann vielleicht Wissenschaftsberaterin, um mal gleich selbstüberschätzend zu sein! "Leider" gibt es aber heutzutage zu viele Nischen die sich in den Ausbildungen und Studiengängen auftun. Das vertieft zwar auch wieder Wissensbereiche, bleibt aber zu beschränkt im eigenen Feld, deswegen sind die Geisteswissenschaften auch so wichtig.
Ja, leider kann ich auch kein Naturwissenschaftler mehr werden, aber ich will mich bemühen um eine Verbindung von Geistes und Naturwissenschaft und Technik unter den Aspeken, die ich hier schon genannt habe. Es ist sehr sehr wichtig. - ich bin da manchmal etwas polemisch drauf gerade, weil einem fast überall "nur" Ästhetik oder "nur" wissenschaft begegnet. Aber tatsächlich habe ich gemerkt, dass man viel mehr heute von der Naturwissenschaft verstehen kann und das sie ein enormes unentdecktes "poetisches" Potential enthält. Auch in ihren Materialitäten, Methoden, Benennungen und vor allem, in dem was sie an "Weltgewinnung" leistet. Für mich ist das auch Kunst. Es gibt ganz viel zu entdecken und zu vermitteln. und zu verknüpfen.
Warum studieren sie nicht Wissenschaftsgeschichte... dieses Feld gibt es.
Wobei der Ästhetikbegriff, an solchen Prozessen mitwächst, außerdem gab es noch nie einen Ästhetikbegriff der durch mehrere geschichtliche Zeitspannen konstant geblieben ist, das wurzelt bis in die Antike zurück und hat auch was mit Kant zu tun usw.. Ästhetik ist im Grunde erst einmal nur Wahrnehmung und ästhetische Betrachtung ist wiederrum vom jeweiligen Kunstbegriff abhängig.
Ja mag sein, ich meinte im allgemeinen das Verschwinden von Interesse, an dem, was wirklich vor sich geht, zu gunsten eben der üblichen Sensationierungen. Aber es stimmt, tatsächlich geht es darum einen zeitgemäßen Ästhetikbegriff zu suchen, oder mir jedenfalls, aber dieser muss was mit der Überwindung der "zwei Kulturen" zu tun haben.
Und da haben wir auch schon wieder das Problem Sensationierung ersetzt mehr und mehr die Fähigkeit zur Faszinierung, ist aber wieder ein Reflex auf Wissenschaft. Da wären wir dann wieder bei der alten Diskussion der Marktstrategien, vornehmlich die der Freizeitindustrie, wenn Sie sich erinnern.
Das mit dem Belohnungsfaktor!
>>>> Das wird Sie interessieren. Die ersten drei Titel der Wissenschaftsroman-Reihe liegen jetzt vor, mailte >>>> Dielmann mir gestern.
Ich kam übrigens seinerzeit in seinen Verlag, weil auch ich naturwissenschaftliche Modelle poetisierte. Insofern ist mir immer noch nicht recht klar, was Sie, Ifone, die Meinung hat derart in sich zementieren lassen, die zeitgenössische Poetik kümmere sich um die Naturwissenschaften nicht. So stimmt das eben doch gar nicht. Und was die Rationalität anbelangt, war sie nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland geradezu eine Vorschrift, die erst die Postmoderne wieder zu lockern vermochte. Und wenn Sie gar den >>>> WOLPERTINGER lesen, werden Sie auf ganze Modellseiten stoßen, denen naturwissenschaftliche Ideen und Verfahren zugrundeliegen - viel mehr, übrigens, als in den ANDERSWELT-Büchern, obwohl diese die fortschreitende Naturwissenschaft stärker thematisieren. Im WOLPERTINGER ist sie ein B o d e n, in ANDERSWELT ein Thema.
Danke erstmal für die Hinweise. Ja, es mag stimmen, was sie sagen. so gesehen ist meine Polemik auch unbegründet. Es gibt die Nieschen. Aber dass es Nieschen sind, sagt eben sehr viel über die Mentalität im Großen Ganzen einer Gesellschaft aus. Hier allerdings interessieren mich eher die Bücher, die von Wissenschaftlern selber geschrieben werden. Da gibt es einige sehr wichtige und interessante. Die stehen aber dann unter "Populärwissenschaft" oder wenn's hochkommt unter "Philosphie" in den Regalen. Andererseits bin ich nicht so sehr an Science Fiktion" interessiert, oder das was sich klassischer Weise "Phantasie" nennt. Oder "Literatur" oder "Kunstproduktion" oder "Stil" oder "Stimme". Ich will das dem Wolpertinger nicht unterstellen, weil ich ihn nicht gelesen habe, und ich fürchte auch, der Umfang hält mich davon ab. Ebenso wie mich Pynchon, den ich immer mal wieder blättere, wenn ich in Buchhandlungen bin, völlig kalt lässt. Zuviel Selbstemphase., Phantasie, Sprachwerk
Aber sie wissen das ja, wenn man selber produktiv ist, liest man noch mal völlig anders, als der Normalleser. Man ließt sekundär vor dem spiegel der eigenen Bewegtheit.
Mich interessieren Wirklichkeiten, nicht-menschliche Wirk(ung)lichkeiten - die uns zu Menschen erst machen. Michel Serres, Geof Bowker, Zeilinger, Hertz, Kirchhoff, Henning Genz, Searle, Weizsäcker, Bateson auch,Günther, zum Beispiel, aber auch immer mal wieder Lem. Da liegt meine SprungLatte, Da fängt für mich Unruhe an. Fragezeichen, Neugierde, Verstehenwollen....etc..
Aber Danke für die Hinweise.
Das mit dem Tausch. Sehr verführerisch ist es auch, solche pseudo-"symbiotischen" Verhältnisse aus der Natur auf das von Marx/Engels analysierte elaborierte Tauschverfahren des Kapitalismus zu übertragen, auf welchem die meisten der von Ihnen als "Sensationierung" bezeichneten Phänomene gründen.
Ich würde aber vorschlagen, daß Sie Ihren Tauschbegriff skalieren. Aus folgenden Gründen:
(1) In Ökosystemen wird nicht getauscht, auch nicht in netzartigen Verweissystemen; vielmehr (das brauche ich Ihnen mit Ihrem Anspruch an Komplexität nicht extra zu sagen) liegt darin eine komplizierte Verteilung von Fit-Landschaften der einzelnen Spezeis und Subspezies vor (Landschaft = aus den Faktoren, welche zur Fitness gehören ermittelte Werte, die in einem dreistrahligen cartesischen Koordinatensystem abgetragen werden können und so etwas ergeben, was entfernt an eine Hügel- oder Berglandschaft erinnert; sollte man per Computer machen und ist auch dann schwer zu durchschauen).
(2) Der in artreichen Ökosystemen kaum noch zu leistende Durchblick des einzelnen durch diese Landschaften ist wissenschaftlich ebenso anerkannt, wie die berühmte These vom "survival of the fittest" als Unfug entlarvt ist. Das Gegenteil trifft zu: Die optimal angepaßte Spezies ist oft jene, die "automatisch" (d.h. hypothetisch ohne Zutun des Menschen) ausstirbt. Der Gepard ist da immer das populäre Beispiel: Perfekt an die Jagd auf schnelle Beute im Steppengelände angepaßt, ist jedoch sein notwendiger Energieverbrauch nach Antritt so hoch, daß er ein mittelgroßes Beutetier schlagen muß, um Balance zu halten. Statistisch geht aber kaum jede zweite Jagd erfolgreich aus, weil der Energieverbrauch die Ausdauer reduziert. Folge: Die Spezies kann bei optimaler Anpassung an die Umgebung ihren Energiehaushalt nicht balancieren, Fortpflanzungsraten sinken voraussichtlich bis Null (Klingt das bekannt?).
-- Das ist, nebenbei bemerkt, das einzige Argument, das ich Ihrer Theorie vom polytechnischen Adapter entgegensetzen würde. Alle anderen, die mit der Faschismus-Keule, mit moralischen oder romantischen Vorwürfen kommen, verstehen entweder nichts von Theoriebildung oder gehen in die Falle der "political correctness". Optimale Anpassung wirkt sich eher negativ auf die Arterhaltung aus; umgekehrt sind es die "Unangepaßten", aus denen sich unter allerlei Umweltbedingungen neue Arten entwickeln können.
(3) Wer sich bei Bienen und Menschen wen hält, war auf jeden Fall vor der Verwertung von Zuckerrohrs und -rübe eine spannende Frage, als nämlich Honig neben Harz noch das einzige bekannte (oder zumindest erschwingliche) Süßungsmittel war, d.h. in diesen Breiten: Antike und Mittelalter hindurch bis ca. 1747.
Im übrigen ist schon die Honigproduktion der Bienen selbst ein rationales Verfahren, das auf Zentralisierung, Arbeitsteilung und optimaler Koordination beruht. Nur nennt man es nicht "rational", weil der Mensch Probleme damit hat, entweder einem Insekt Vernunft zuzuschreiben oder eine wirkende Vernunft als Transzendentes dahinter anzunehmen!
Alle menschliche Produktion ist grundsätzlich natürlich. Das haben nur weder die Grünen (als es sie noch gab) noch die Öko-Aktivisten verstanden. Einerseits, weil der Mensch evolutionärer Teil der Natur ist (nicht etwa ihr Gegenüber!), andererseits weil auch sog. "künstliche" Elemente (z.B. Ununbium - Ununpentium), indem sie "sind", eben natürlich sind! (Außer man legt einen theologisch-scholastischen oder einen ökologisch-romantischen Naturbegriff an.)
Allerdings gibt es einen Unterschied im "Tauschwert", der unmittelbar mit menschlicher Rationalität verknüpft ist: Sie kann zur Optimierung des Tauschwertes führen (Beispiel: Bienen, die früher bei Honiggewinnung in Zedlerei zu ganzen Völkerschaften getötet wurden, heute aber lebendig "gehalten" werden, um kontinuierlich Honig zu "erhalten"). Sie kann aber auch Tauschwertigkeit konterkarieren (Beispiel: Kernfusion, die zu Wasserstoff- oder Kobalt-Bomben führt, welche so großen Schaden im Ökosystem oder gar der gesamten Biosphäre anrichten, dass von Tausch keien Rede sein kann.) Sie verweisen zurecht auf das gefährliche Energiepotential von Fusionswaffen, das um so gefährlicher ist, weil es in Nuklen, Neutronen und Isotopen "unsichtbar" ist.
Sie fordern eine "Überwindung der zwei Kulturen" (meinen aber hoffentlich den Graben zwischen ihnen). Das ist vor gut 600 Jahren bereits geschehen: Ein Wissenschaftler der Renaissance verband seine Forschung gannz selbstverständlich mit Eleganz im sprachlichen Stil, Ansprüchen an seine eigene Dichtung und mitunter sogar theologischem Erkenntnisstreben - letzteres interessanterweise vor allem bei den sog. "okkulten" Wissenschaftlern, also Transmutationsalchemikern und dergl. (Deshalb sieht man z.B. auf diesem Bild > hier auch ein alchemisches Laboratorium mit den Öfen, Kolben, Alembiken usw. rechts, Musikinstrumenten im Vordergrund und einem Altar mit Baldachin, vor dem der Adept betend kniet, zur Linken!)
Zwei Beispiele: (1) Johannes Kepler schrieb umfangreiche Gedichte zu astronomischen (= astrologischen) Themen, die zugleich ästhetische ansprechend waren und obendrein die politische Situation der Zeit (also im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges) einbegreifen. (2) Weitere vierhundert Jahre zuvor hat Johannes de Sacrobosco (Er führte die arabischen Ziffern in die abendländische Mathematik ein!) über den "Algorismus", also die mathematische Methode des Abu Abdallah Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi, gelehrt. Sein Lehrbuch umfaßt nicht mehr als die vier Grundrechenarten, doch: Wie bringt er sie den Studenten nahe? - Durch Rechenspiele, die teils in kleine Geschichten oder Fabeln eingelassen sind.
Generell gab es ja (bis ins 20. Jhs.!) "Lehrdichtung", wissenschaftliche Erkenntnisse von Erregern und Behandlung der Syphilis über die Seidenherstellung bis zum Landbau in Mexico, die zugleich als ästhetisch geformte Dichtung ansprechend wirken wollte und wirkte.
Nun könnten Sie erwidern: Ja, damals... Tempi passati! Wirklich? Denken Sie an den Kriminalroman, der von Anfang an als "tale of ratiocination" (Edgar Allan Poe) ganz wissenschaftlich-rationalen Denkschemata folgt: Diagnose durch Beobachtung, Voraussetzung von lückenloser Kausalität als Grund der Berechtigung für Rückschlüsse, experimenteller Zugang zur Welt als Faktum. -- Dass dessen heutige Ableger, die Pathologen im Vorabendprogramm, dem erstaunten Zuschauer aus einem Zahnsplitter den kompletten Verdächtigen reproduzieren, inklusive Narbe am Kinn und Tätowierung am Unterarm, kann doch allenfallls zum Lachen reizen, oder? Allein: Auch dies ist eine historische Konstante, deren Vorfahren Bänkel- und Moritatensänger auf den Marktplätzen waren, mit dem winzigen Unterschied, dass Fernsehen und Web heute den Marktplatz ins Haus bringen.
Leider kenne ich die von Herrn Herbst hier empfohlene Reihe von "Wissenschaftsromanen" nicht - noch nicht. Vielleicht sehen Sie ja auch dort die Überschneidungen, die Sie in der Alltags"kultur" offenbar vermissen. Dazu zweierlei:
(1) Mit der massiven Ausdifferenzierung der Wissenschaften ab dem 19. und ihrer Emanzipation von der Theologie als Leitwissenschaft bereits im 18. Jahrhundert (teils noch früher) nahmen vor allem die theoretischen Wissenschaften an "alltäglicher" Vermittelbarkeit ab (abgesehen von populärwissenschaftlichen Abarten in Form von Rassismus, Wellness-Diätetik oder Ufologie). Das wurde und wird heute noch in vielen Talkshows und Arbeitskreisen beklagt. Jedoch kehrt sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Lage um: Je wichtiger bildgebende Verfahren (Beispiel REM) oder Rückschlussverfahren im Elementarbereich (Beispiel Teilchenbeschleuniger) werden, desto mehr nimmt Darstellbarlkeit notwendigerweise zu! Das war schon bei den Atommodellen zu beobachten und wird immer wichtiger, um Modellbildung etwa bei Strings, Quarks oder "dunkler Materie" überhaupt noch durchführen zu können. Schließlich tragen viele der genannten Teilchen oder Entwürfe ihre Bildhaftigkeit schon im Namen! Die wechselseitige Durchdringung, die Sie fordern, geschieht massiv in den Wissenschaften.
(2) Umgekehrt ist nur dann Nachholbedarf festzustellen, wenn Sie mit "Kunst" das Programm der 400 empfangbaren Fernsehsender oder die Elaborate des Feuilletons meinen. Doch handelt es sich dabei größtenteils um Journalismus, nicht um Kunst. Nehmen Sie einen beliebigen Roman Zolas zur Hand, und Sie finden die ökonomische Theorie des aufstrebenden Kapitalismus literarisch umgesetzt - und eine Kriminal- oder Liebesgeschichte, nehmen Sie Primo Levis "Periodisches System" zur Hand, und Sie finden wissenchaftliche Reflexion - und die bewegende Autobiographie eines geschundenen Menschen, nehmen Sie Thomas Lehrs "42" zur Hand, und Sie haben ein ambitioniertes Gedankenspiel über Zeit - und ein spannendes Buch. Mehr, sprich: gesellschaftlich größerflächige Reaktionen und Ambitionen des "gemeinen Mannes" können Sie, fürchte ich, angesichts der diffizilen Inhalte (sowohl der Kunst als auch der Wissenschaft) und der zeitintensiven Ausbildung im einen wie im anderen nicht erwarten. Zumindest aber das hier Angedeutete anerkennen, über Ihr persönliches Geschmacksurteil im letzten Beitrag hinaus.
Danke für die Erwiderung, die mir viel Freude macht. So muss gesprochen werden. Sollten Sie zufällig Mediziner oder Biologe sein, ich müsste ihnen da eine sehr wichtige Frage stellen, bzw. ich suche jemanden, der sich gut mit Gefässsystemen des menschlichen Körpers auskennt, von medizinisch - biologischer Seite, aber es müsste ein Fachmann sein, ideal ein Anästhesie - Experte oder ein Pharmakologe. Oder Hirnphysiologe. Ich würde ihn gerne sozusagen zu dieser Frage interwieven, die mir schon seit langem heftig auf den Nägeln brennt. Ich habe da eine fachübergreifende Frage, die einen starken und für mich sehr wichtige philosophische Komponente enthält.... ich konnte sie mir per Internet noch nicht befriedigend beantworten. Also falls sie ein solcher sind oder jemanden kennen... ich wäre sehr dringend interessiert an einem Kontakt.
Herr Oinos, sie haben Recht, dass die hochausdifferenzierte Spezies natürlich auch am störanfälligsten ist. Deshalb sind ja komplexe Ökosysteme wie zum Beispiel Korallenriffe so wahnsinnig empfindlich gegenüber Änderungen. Also ist schon klar: Gemeint ist nicht "Angepasstsein" sondern Anpassungsfähigkeit, (Wirklich fit in diesem Sinne sind Schaben, Ratten, Skorpione, aber auch viele Bakterienkulturen, die über einen hohen und schnellen Generationswechsel mit guter Mutationsrate verfügen etc...)
Der Mensch ist ja gerade deshalb so "fit" weil er so wahnsinnig anpassungsfähig ist. Er ist so ein absoluter Durschnittstyp, Allesfresser und Müllverwerter etc...jetzt mal rein biologisch betrachtet. Abgesehen von seinen kognitiven Fähigkeiten (Aber hier liegt ja auch der Hase im Pfeffer.) Auch wenn es etwas eklig klingt und überhaupt nicht abwertend gemeint ist: Auch der Mensch ist insofern Ratte, Skorpion und Schabe. Seine Stärke sind nicht unbedingt die Gene, aber die Meme... Die Kognitionsfähigkeit und Apperzeptionsfähigkeit ist sein Schabenpanzer. Und sein Schabenpanzer und seine Mutationsrate ist die Technik, die Wissenschaft. also auch der echte Panzer. Also "Fittness" heisst für mich selbstverständlich Anpassungsfähigkeit in Dynamik Und insofern stimmt es eben doch, dass der Fitteste überlebt, und dass der Gebhard eben ein sehr "feines" exotisches Wesen ist, aber kaum anpassungsfähig. Nur weil er der schnellste ist, ist er ja nicht der "Fitteste" Da haben sie vollkommen Recht.
Und ja, Poe, ist auch sehr sehr interessant. Ebenso wie Beuys. Immernoch, schon wieder.
Wie gesagt, dacord, es gibt hier und da was, aber ich halte es nicht für klug, die 400 Sender und das Feuilleton einfach so mit einem Abwinken gewissermassen in die Schmuddlecke der Irrelevanz zu stellen und sie damit eigentlich aus der Kritik zu nehmen. Ich erlaube mir, dass zu kritisieren, weil ich es für eine Symptomatik von schwerer Krankheit halte. Wenn unsere Gesellschaft nicht "im großen Stil" eine Vermittlungskultur ankurbelt, dann ist sie nicht zukunftsfähig. Ein paar Nieschenregalbücher reichen da nicht. Dann geht die Schere weiter auseinander. Sie kennen vielleicht Ernst Peter Fischer. Von Leuten wie Ernst Peter Fischer muss es Tausende geben. Die ganzen Malereiinstitute müssen zu Wissenschaftsgeschichts - Pädagogig- und Wissenschaft-Kunst-instituten umgewandelt werden. Und da müssen dann systematisch Leute wie Henning Genz lehren oder Ernst Peter Fischer lehren. Aber leider ist Genz schon tod.
Was ihre Ausführungen zur Renaissance, Keppler etc... betrifft, da rennen sie bei mir offene Türen ein, selbstverständlich!
Aber das kann man nun leider überhaupt nicht mehr vergleichen mit einem pseudowissenschaftlichen Nachdenklichkeitsdesign ala Grünbein oder so. (mit dem Ernst Peter Fischer mal ein aufschlussreiches Gespräch hatte)
Missverstehen Sie bei mir bitte nicht zu viel Marxismus, nur weil ich hier mal Engels angeführt habe. Das wäre ganz falsch. Ich kenne die schweren Defizite des Marxschen Tauschgedankens ganz gut. Schon weil ich mich in letzter Zeit mit Luther befasst habe. Aber auch mit den Wärmekreisen. Deshalb ja auch Sohn Rethel dazu als Ergänzung gut oder Günther oder Weizsäcker oder eben dann auch wieder Hegel.
In diesem Sinne auch noch ein gutes WE- und falls sie einen Anästhesisten oder Pharmakologen kennen ---- wie gesagt. Danke,
Hallo. Read Ane, diese Frage ist mir so wichtig, dass ich sie nur ungern vorher zerreden möchte. Ich habe darüber schon soviel recherchiert, wie es mir als Laie möglich ist, gewisse Schlüsse gezogen, und möchte das jetzt nur ungern im Halbungewissen besprechen und in einem erneuten Rätselraten. Es könnte sein, dass ich da einem absoluten Irrtum aufsitze, dann war alles Schwachsinn, aber dann möchte ich es jetzt wirklich von einem absoluten Fachmann beantwortet haben. Wahrscheinlich reicht noch nichtmal ein einfacher Allgemeinmediziner. Ideal wäre jemand oder eine Jemandin, die/der sich tiefgründig mit Pharmakologie - Hirnphysiolgie, Toxikologie auskennt, ideal wäre, wenn er ausserdem noch Hirnforscher wäre, aber ich glaube, das ist nicht so wichtig. Die physiologisch stofflich biophysische Seite ist wichtiger, Eventuell auch auf dem Gebiet der Anästhesie.
Ich will hier nicht geheimisvoll tun, aber ich brauche da jetzt genau so ein Gegenüber, weil ich es jetzt ganz genau wissen will, weil es nämlich, sollte sich meine Vermutung bestätigen, möglicherweise einige philosophische Konsequenzen da dran hängen, die mich weiter bringen, dann daran weiter zudenken, und wenn ich danebenliege, na ja, dann weiß ich es wenigstens genau. Ich habe auch schon bei: wer-weiß-was gefragt, aber niemand hat geantwortet. Es geht nicht indirekt ums Lymphsystem, aber eigentlich geht es um einen Übergang.
Soll ich >>>> Wolf Singer fragen? Ich kenn ihn ja, gäbe aber selbstverständlich seine Email-Adresse ohne Einverständnis nicht heraus. Er ist aber, was wenige wissen, auch >>>> an Fragen der Poetologie sehr interessiert. Mit etwas Glück (was bei ihm "Zeit" bedeutet), antwortet er hier auch direkt.
(Sehen Sie mir bitte nach, daß ich zur Zeit immer nur sporadisch antworte, bzw. selbst nur sehr wenig zur Diskussion beitrage; ich hänge >>>> in den Musikschnitten für die Produktion, die ab übermorgen früh beginnt.)
wenn sie das machen würden, dann lese ich alle ihre Bücher und nehme alle meine Bosheiten hier zurück, echt, ich weiß nicht, es wäre als Diskussion oder Interview natürlich wirklich super. Ich schätze Singer auch sehr, und hatte großen Respekt davor, dass die als Wissenschaftler sich da so weit vorgewagt haben, dass die beiden mit Roth zusammen sich aus dem Fenster gelehnt haben. Ich fand das riesig und eigentlich war es das letzte Großereignis im Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft. Und das die beiden so viel Dresche bekommen haben, fand ich ziemlich ungerecht und typisch zugleich...im Grunde ist das, was sie aufgeworfen haben, nämlich absolut brisant, nun ja, es ist eigentlich eine ganz einfache Frage, und es kostet nicht so viel Zeit, theoretisch kann sich das in 10 Minuten erledigt haben. Es kann auch sein, dass ich mich als absoluter Heini und totaler Schwachmat oute, aber das wär's mir wert.
(Aber um eins möchte ich sie bitten: Erwähnen sie ihm gegenüber nicht Gotthard Günther. Der Grund ist, dass es auf der Seite vordenker.de mal einen Briefwechsel gab, wo man ihn irgendwie missverstanden und schlecht behandelt hat. Ich habe ein gestörtes Verhältnis zu dieser vordenker.de Seite. Und mich interessiert Günther auch nicht im Zusammenhang mit der Hirnforschung oder Singer. Meine Frage hat einen ganz anderen Hintergrund, der eigentlich viel simpler einerseits aber andererseits auch viel fachlicher. physiologischer ist... aber möglicherweise auch philosophisch. tja also das nur dazu. Naja.. also wenn sie meinen....
Was ich noch sagen wollte: Ich stimme Ihnen vollkommen zu in der Sache, dass die Modellbildungen und auch die bildgebenen Verfahren in der Tat chancen eröffnen, den Graben der Zwei Kulturen zu überwinden. Ich selbst bin absolut der Meinung, dass Wissenschaft schon immer auch sozusagen metaphorische Momente hat, ebenso wie die Kunst in gewisser weise Forscherelemente hat. Und das ist ja auch genau die Chance. Aber in vielen Diskussionen, wenn es mal dazu kommt, wird immer wieder darauf verwiesen, dass eben mit dem 19. Jahrhundert spätestens, die Anschaulichkeit verschwindet, und das dann sozusagen der Nichtexperte die Waffen zu strecken hat. Ich denke ganz genau so wie sie, dass ja eben gerade auch durch die Techniken, wieder Chancen der Verdeutlichung und des Dialogs unbdingt statthaben. Im Übrigen ist ja eben auch das Internet eine Revolution was die Informationsbereitstellung betrifft.
Also Ihre Bemerkung ist ja eher kontraproduktiv, wenn ich Singer den Link zu Ihrer Frage schicke. Sie erinnert an Kant, der sich, um seinen Diener zu vergessen, einen Zettel auf den Tisch gelegt haben soll, auf dem zu lesen stand, der Name Lampe müsse vergessen werden... oder aber, wiederum, und das trau ich Singer sehr zu, er --- lacht.
Guten Tag. Gut, wie wollen wir es machen? Ich hatte hier die große Fresse gehabt, und jetzt, wo ich eventuell Singer fragen könnte, bin ich etwas verlegen, weil ich nun bei so einer Kapazität, mit der ich ja nicht gerechnet habe, meine Frage sehr sorgfältig formulieren möchte...ich könnte dann auch die philosophischen Implikationen mit formulieren, da es ja Singer ist.
Ich habe ihm schon gemailt und den Link mitgeschickt, der auf Ihren Beitrag mit der Frage führt. Warten wir ab, ob er sich meldet. Er wäre hier insgesamt für die Diskussionen ohnedies eine wichtige Ergänzung, da wir alle ja nur theoretisieren. Da es Ihnen indes auf ein Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft ankommt, kann es ganz sicher nicht schaden, stellte sich der Spekulation die Empirie zur Seite. Das käme zudem der Idee Der Dschungel sehr weit entgegen.
Es geht nicht ums Lymphsystem. Ich kann die Frage hier nicht reinstellen, wenn er nicht da ist, Dann kommt er nicht, und dann wird sie zerfasert und zerredet. Ich muss warten bis er da ist.
-- Denn das "verheißene Land" des Individuums ist der Unterschied, die Differenz. Die extreme Differenz, die durch die einzelne, unwiederholbare Existenz bestimmt wird und die aus jedem einen Dissidenten macht, frei, sich selbst zu entwerfen. Das Individuum ist einzigartig oder es ist nicht. Das Individuum ist autonom oder es dankt ab. Es gibt kein autonomes Subjekt, dort, wo die Existenz sich in vorgegebenen Rollen erschöpft. Darum reicht die Sphäre des Marktes nicht aus, um Individuen hervorzubringen, allenfalls dazu, einen enormen Reichtum zu produzieren.
Die herrschende (nicht bloß vorherrschende) Ideologie behauptet das Gegenteil - sie lügt. In der Wirtschaft ist das Individuum noch nicht-existent. Der homo oeconomicus ist seinem Wesen nach gleich- gültig, denn unter dem Gesetz der Bereicherung und des Konsums werden alle Menschen nur bewertet als Replikanten eines Modells. Die Meßlatte für den Erfolg registriert allein die größere Fähigkeit oder das geringere Geschick, sich gegenüber dem stets gleichen Mechanismus konform zu verhalten. Im Hexensabbat der Ungleichheit erhebt sich der Jubel des Konformismus, er verstärkt ihn sogar. Für die Freiheit der Differenz aber gibt es noch keinen Raum.
(so Paolo Flores d'Arcais: Die Linke und das Individuum, unter dem titel "Das freigesetzte Individuum". 14 jahre danach kann ich das -auch im blick auf Ihre äußerungen- immer noch unterschreiben.)
Differenz ist Illusion. Ein Irrglaube der Selbstinszenierung. Ein Irrlicht, das Unterschiede vorgaukelt und Anpassung tarnt. Was ist der Mensch! Ein Blutkreiskreislauf, mit einem armen Irrlicht drauf. (Carl Schmitt, Glossarium)
die darin zitierte diffamierung der differenz ist nämlich die probate strategie des (auch liberalen) konservativismus, um eine auffassung vom individuum, wie d'Arcais sie vertritt, zu verdammen. carl schmitt ist dabei ein besonders gefährlicher, weil argumentativ besonders gewandter agitator.
denn konservativen wittern in der radiaklität eines je-einzelnen (unwiederholbaren) individuums subversion ihres eigenen, marktgängig verschnittenen bildes davon (und vielleicht nicht zu unrecht).
die geschichtliche pointe, welche bis heute nachwirkt, ist allerdings, daß sich die konservativen darin mit den "linken" treffen, denen eine aufs individuum gebaute konzeption immer als bourgoise -und damit zum baldigen scheitern verurteilte- beharrungsstrategie des kapitalismus sahen. was sie nicht ist, wenn man damit ernst macht!
übrigens habe ich das zitat hier nicht eingestellt, um privat zu politisieren oder schlafende (alte) hunde zu wecken, sondern weil mir beide fehlauffassungen des individuums, wie rechte wie die linke, in Ifones argumentation verschmolzen zu sein scheinen: man entdeckt darin ebenso eine "linke" ablehnung von kapitalistischem markt, konsumzwang, "verblendungszusammenhängen", wie die favorisierung einer historisch notwendigen (k.m. läßt grüßen!) und überindividuellen energie-herrschaft. doch eine solche joulo-kratie ist eben profund anti-demokratisch, "konservativ" regulierend, zentralisierend, dezisionistisch.
wider diesen stachel löke ich hier.
(mein dsl-moden ist zwischen dieser und der folgenden post abgeschmiert; hab's erst 21h42 gemerkt und streiche im sinne der dschungel-ökonomie. folgendes posting gilt:)
die darin zitierte diffamierung der differenz ist nämlich die probate strategie des (auch liberalen) konservativismus, um eine auffassung vom individuum, wie d'Arcais sie vertritt, zu verdammen. carl schmitt ist dabei ein besonders gefährlicher, weil argumentativ besonders gewandter agitator.
denn konservativen wittern in der radiaklität eines je-einzelnen (unwiederholbaren) individuums subversion ihres eigenen, marktgängig verschnittenen bildes davon (und vielleicht nicht zu unrecht).
die geschichtliche pointe, welche bis heute nachwirkt, ist allerdings, daß sich die konservativen darin mit den "linken" treffen, denen eine aufs individuum gebaute konzeption immer als bourgoise -und damit zum baldigen scheitern verurteilte- beharrungsstrategie des kapitalismus sahen. was sie nicht ist, wenn man damit ernst macht!
übrigens habe ich das zitat hier nicht eingestellt, um privat zu politisieren oder schlafende (alte) hunde zu wecken, sondern weil mir beide fehlauffassungen des individuums, die rechte wie die linke, in Ifones argumentation verschmolzen zu sein scheinen: man entdeckt darin ebenso eine "linke" ablehnung von kapitalistischem markt, konsumzwang, "verblendungszusammenhängen", wie die favorisierung einer historisch notwendigen (k.m. läßt grüßen!) und überindividuellen energie-herrschaft. doch eine solche joulo-kratie ist eben profund anti-demokratisch, "konservativ" regulierend, zentralisierend, dezisionistisch.
lieber aikmaier steht ihnen, erklärt aber nix. Dass eine etatistische Linke gut mit Carl Schmitt diskutieren kann, ergibt sich aus dem verwandten Blick auf das Individuum, das haben sie bereits festgestellt. Ifones joulo-kratie entsetzt mich ebenso wie sie. Wer schaut schon gern in eine alternativlose Vernunft, die den apokalyptischen, romantischen Treiben, - d. h. immer auch gefährliches Interessengerangel, Verteidigung von Gruppen- und Einzelprivilegien, also letzlich Krieg, Demokratie ist Krieg mit anderen Mitteln, wer schwach ist oder nicht genügend "gerüstet, fällt als erster, - Einhalt gebietet, damit das Ganze, und damit auch Schwächere wieder zum Zuge kommen können, erhalten werden kann. Die materielle Not, - ich Rede hier nicht von den aktuellen Lebensmittelpreisen, sondern vom Energiehunger u. Wassermangel, der die Humanitas bedroht, - kann nur "konservativ" reguliert werden. Das liberal-"demokratische Interesse", ob mir das passt oder nicht, der versammelte romantische Gruppenunmut, wird sich damit abfinden müssen, dass sich nicht jeder Widerspruch durch dasNadelöhr der Vernunft zwingen lässt.
Erstmal muss mir jemand schlüssig nachweisen, dass meine Behauptung, dass wir global betrachtet bereits heute in einer Joulo-Diktatur leben, nicht zutrifft.
Das dürfte nämlich schwer fallen.
Der stumme unbeobachtete Souverän der Gegenwart als auch unserer Zukunft ist die Energie.
Aikmaier, dass sie bei mir sowohl rechte als auch linke Facetten wahrnehmen, ist etwas, dass ich annehme. Weil es mir zeigt, dass mein Nachdenken im Grunde unideologisch ist. Die Rechts-Links-Schemen haben ja ausgedient zugunsten eines dynamischen Kälte-Wärme-Tausch-Komplexes.
Und davon spreche ich eben. Wenn der weiterhin ignoriert wird, dann werden wir zunehmend ganz automatisch zur "Verhandlungsmasse" als Tauschmasse dieses energetischen Kälte-Wärme-Tauschkomplexes. Mit dem Begriff Individualität kommt man, tatsächlich, überhaupt nicht mehr weiter.
Geben wir diesen Begriff a u f, dann geben wir die Kunst auf. Das liegt aber ja auch ganz in Ihrer Linie und wird Sie nicht stören. Wir gäben damit aber auch Europa auf, präziser: das Abendland (in seiner Verschränkung mit dem Orient). Vor allem aber gäben wir auf, daß Leid ein Phänomen ist, das Beachtung finden muß. Denn es leiden, wie ich mehrfach schrieb, n u r Individuen. Arten können nicht leiden. Sie können aussterben, degenerieren und wasweißich noch, aber das Leid ist etwas speziell Individuelles.
Geben wir den Begriff der Individualität auf, dann werden wir - Mechanik. Das ist ziemlich genau das, was der Markt entstehen zu lassen versucht, wobei einige Individuen, die die Prozesse steuern (oder zu steuern glauben) sich ihre Individualität sehr wohl bewahren. Sie ist teuer in diesem... ja: intentiösen Setting; zunehmend weniger können sie sich noch leisten. Gäben wir den Begriff auf - egal, ob ihm in seiner Ideenfülle faktische Realität zukommt oder nicht -, läuft alles tatsächlich auf Biomasse hinaus, und zwar eine so lenkbare wie sie dann gelenkt werden muß. Letztlich bedeutet, das Individuum aufzugeben, eine Rückkehr in Rassen-Ideologie. Man könnte auch Völkischkeit sagen, was ja nur ein anderes Wort für eine bestimmte Sozialität ist, die sich national, ethnisch und/oder religiös organisiert, bzw. die so organisiert und nach Maßgabe von Nützlichkeitserwägungen ausgerichtet w i r d.
Kunstbegriff, den ich übrigens nicht aufgebe, aber ein Kunstbegriff, der dem Individualitätsbegriff frönt, macht sich zum Komplizen der Biovermassung.
Jeder solche Individualitätsbegriff ist heute elitär und hierarchisch, weil er, wie sie richtig gesehen haben, ein Leistungsmerkmal ist. Nur wenige können sich ihn noch leisten. Die Künstler, die heute von diesem Individualitätsbegriff und seiner Behauptung leben, sind nicht weiter als Ablasshändler, die einen Ablass von der "Sünde der Wirklichkeit" verkaufen. Eine Wirklichkeit, die jede individualisierung im alltag plan-stellt, da sie ins Marktkonzept passt. Sie können jetzt natürlich sagen, ja gut, jeder hat ja die Möglichkeit sich für ein Individualitätsdasein im klassischen Sinne zu entscheiden, und ich sage dann klar: Als ein Hobby. Auch das Allermarginalste, Seltsamste etc.... gehört dann in diesen Bereich. Hier dann hochausdifferenziert nach Liebhaberein und Orchideenfächer sortiert.
Sogar der Wahnsinn des einzelnen, auch der kreative Wahnsinn, ist heute ein Hobby.
Das kümmert aber den Wirklichkeitsprozess nicht. Goethe, Kant, Kafka , Marianne Fritz, völlig egal - interessiert niemanden in den Laboren der Wirklichkeit. Kulinarisch abends nach Feierabend vielleicht als Hypothalamusmassage.
Auschwitz passiert trotzdem oder gerade deshalb. Die Dresdner Bank fusioniert trotzdem oder gerade deshalb oder auch nicht. Völlig egal.
Wir leben kulturell und intellektuell gerade in einem finsteren Mittelalter, wenn nicht ein Renaissancehafter Prozess der echten Wissens-und wirklichkeitsvermittlung einsetzt - mein Kunstbegriff, der dann auch wieder die alten Sachen wie Pädagogig und Rhetorik in den Kunsstatus einsetzt.
Es ist der Rassismus der Marginalität, der heute der bildungverhindernde Rassismus ist. Und jede reine Kunsthochschule arbeitet dem zu.
@Ifone. Was "die Wirklichkeit kümmert und nicht kümmert."
Kunstbegriff, den ich übrigens nicht aufgebe,da Sie keinen h a b e n, oder einen, der mit Kunst nichts zu tun hataber ein Kunstbegriff, der dem Individualitätsbegriff frönt, macht sich zum Komplizen der BiovermassungSie verwenden immer wieder Begrifflichkeiten aus dem Laborbuch der Technokratie, die aus der Kunst die - Seele substrahiert. Der gegen Sie stehende Grundgedanke lautet nämlich, daß es ganz egal sei, ob es Seele gebe oder je gab: ihre Proklamation-allein, und daß man für sie handelt, s c h a f f t sie: ein Umstand, den Sie ständig übersehen oder gar, siehe unten, als Hypotalamus-Massage diskreditieren. Ich dagegen sage: Ja, Hypotalamus-Massage - und w i e! Nichts tut nötiger.Jeder solche Individualitätsbegriff ist heute elitär und hierarchischDas war er immer, und mit Recht, weil er, wie sie richtig gesehen haben, ein Leistungsmerkmal ist.Selbstverständlich. Kunst i s t Leistung, und zwar von einer solchen Härte, daß die meiste sonstige soziale Arbeit dagegen Freizeitgestaltung ist.
Nur wenige können sich ihn noch leisten.Auch das ist nie anders gewesen. Da sich meine demokratischen Gesinnungen in äußersten Grenzen halten, kann ich das aber nicht schlimm finden. Es entspricht lediglich dem Unterschied an Arbeitsleistung, die Freiberufler und Angestellte bringen; jene arbeiten in aller Regel wenigstens 14 Stunden täglich, während diese meist schon bei 10 Stunden zu stöhnen anfangen, vor allem, wenn sie dafür nicht bezahlt werden. Künstler werden meistens nicht dafür bezahlt, und, wenn sie welche sind, arbeiten dann trotzdem. Wohlgemerkt, das ist keine Klage, sondern eine Feststellung.
Die Künstler, die heute von diesem Individualitätsbegriff und seiner Behauptung leben, sind nicht weiter als Ablasshändler, die einen Ablass von der "Sünde der Wirklichkeit" verkaufen.Aber nein, da sie eine andere Wirklichkeit herstellen (und sie oft, wenn überhaupt, dann nur sehr sehr schlecht "verkaufen" - schauen Sie sich mal meinen Stundenlohn an), eine innere, die von mindest genau solcher Bedeutung wie die äußere ist. Eine Wirklichkeit, die jede individualisierung im alltag plan-stellt, da sie ins Marktkonzept passt.Paßt sie doch gar nicht. Die Kulturindustrie legt es auf Vermassung an, wie Sie immer schreiben, nicht aber die Kunst. Was sich auf das allerschnellste anhand der Verkaufszahlen belegen läßt. Sie können jetzt natürlich sagen, ja gut, jeder hat ja die Möglichkeit sich für ein Individualitätsdasein im klassischen Sinne zu entscheiden,Nein, das würde ich n i e sagen, da ich nicht von einem Freien Willen ausgehe; jeder entscheidet sich nach Gen und Prägung, so brutal ist das. Oder, noch schlimmer, nach existentieller Notwendigkeit, allein, um zu überleben: das betrifft s o vor allem die Dritte Welt, die ja mit dem bei uns weitgehend verdrängten Tod ganz alltäglich und durchaus je individuell umgehen muß. und ich sage dann klar: Als ein Hobby.Ich halte dagegen: als Berufung, ja, als Sendung; die Verbindungen von Religion und Kunst sind nie abgebrochen, auch wenn es immer mal den Anschein hat, als wäre es anders. Auch das Allermarginalste, Seltsamste etc.... gehört dann in diesen Bereich.Und da Ihr "dann" von einer falschen Ontologie ausgeht... Hier dann hochausdifferenziert nach Liebhaberein und Orchideenfächer sortiert.Dito.Sogar der Wahnsinn des einzelnen, auch der kreative Wahnsinn, ist heute ein Hobby.Das k a n n es sein, es kann aber auch der Beginn einer, wie Benn das nannte, "Zusammenhangsdurchstoßung" sein. Kunst lebt im Bereich der Ideen, und mit den Ideen beginnt Wissenschaft.
Das kümmert aber den Wirklichkeitsprozess nicht. Goethe, Kant, Kafka , Marianne Fritz, völlig egal - interessiert niemanden in den Laboren der Wirklichkeit. Abermals Ihr verkürzter, aufs Material verkürzter Wirklichkeitsbegriff. Es interessiert nämlich die - Seele. Schon klar, daß Sie auch diesen Begriff längst zur Disposition gestellt haben, wie man hier lesen kann:Kulinarisch abends nach Feierabend vielleicht als Hypothalamusmassage.Ich drehe Ihr Argument einfach mal: Was wären Menschen ohne ihre Kulinarien? Nichts, einfach gar nichts. Es wären Maschinen - oder, um es zeitgemäß auszudrücken: Replikanten. Eine solche Entwicklung gibt es tatsächlich, aber, übrigens, nur hier im gefütterten Industriewesten - wie überhaupt unsere Diskussion eine höchst luxuriöse von satten Geschöpfen ist, die aus der Sattheit, der der Überdruß folgt, auch überhaupt nur entstehen kann.Auschwitz passiert trotzdem oder gerade deshalb. Die Dresdner Bank fusioniert trotzdem oder gerade deshalb oder auch nicht. Völlig egal.Die Kreuzzüge "passierten" a u c h trotz der Kunst; es ist nicht ihre Aufgabe, weil sie das nämlich nicht kann, Auschwitz zu verhindern. Es ist mit der Kunst sogar nicht schlimmer: aus Auschwitz wird ebenso Kunst, wie aus den Kreuzzügen Kunst wurde. Das ist, was ich das Perverse an der Kunst nenne. Kunst ist prinzipiell amoralisch, es sei denn, sie hat sich Moral zu ihrem Gegenstand gemacht; dann ist aber Moral ihr Material. Sie kann außerdem warnen (und wird das auch immer tun, wie etwa Kafka symbolisch tat), und sie kann symblisch vor-ahnen, aber mehr nicht. Wir leben kulturell und intellektuell gerade in einem finsteren Mittelalter,Das Mittelalter war nicht finster, das ist auch wieder so ein unwissendes Voprurteil, das gut in den Kram paßt; machen Sie es sich einfach mal bewußt, daß die großen Pogrome überhaupt erst mit dem Zeitalter der Aufklärung anfingen; selbst die Hexenverfolgung findet in solchem Stil nicht etwa im "finsteren Mittelalter", sondern am Fuß der Neuzeit und i n ihr statt.wenn nicht ein Renaissancehafter ProzessDenken Sie da an die Inquisition?
der echten Wissens-und wirklichkeitsvermittlung einsetztWas ist für Sie echt? Was sich Ihrem Utilitarismus beugt?- mein Kunstbegriff, der dann auch wieder die alten SachenSACHEN !!!!... - Ecco!wie Pädagogik und Rhetorik in den Kunststatus einsetzt.Na das fehlte noch. Goebbels als Künstler, Hitler als Künstler... hätt er ja gern gehabt. Soviel zur (politischen) Rhetorik.Es ist der Rassismus der Marginalität, der heute der bildungverhindernde Rassismus ist.Erklären Sie bitte "Rassismus der Marginalität". Das Marginale ist rassistisch? Was ist an einem Marginalen Rasse, und was verstehen Sie unter Rasse? Sie anthropologisieren Begriffe. Phänomenologisch und anthropologisch ist das eine hochinteressante Dynamik, in die Sie da hineingeraten sind. Ich empfinde das momentan als einen internalisierten Verdinglichungsprozeß: als affirmierte, ja heißgewollte Selbst-Verdinglichung.Und jede reine Kunsthochschule arbeitet dem zu.Was um Göttinswillen ist eine "r e i n e" Kunsthochschule? Und was meinen Sie eigentlich, woher die Kunst kommt? Aus der Hochschule? - Ganz sicher nicht. Die allerwenigsten Künstler von Bedeutung haben überhaupt einen Hochschulabschluß... nicht einmal ich habe den. Wolfgang Hilbig war Werkzeugmacher.
Guten Tag kurz, zwischendurch - ich habe allmählich den Eindruck, dass sich unser Thema wie ein Elektron verhält, man muss sich entscheiden zwischen Welle und Teilchen. Überrascht mich auch überhaupt nicht.
Mir geht es darum, was man dagegen unternehmen kann, dass die Illusion aufhört, der Künstler "schaffe" Welten. Da unterstellen Sie ja auch sowas wie ein freien Willen. Das stimmt doch gar nicht. Er kann nur Welten schaffen, wenn er nicht Kunst will, sondern sich in Wirklichkeit begibt und davon bewegt wird. Erst dann kann er wider Kunst entstehen. Unsere Wirklichkeit ist heute eine technologisch wissenschaftliche.
Sie haben Recht, das Mittelalter wahr nicht finster.
Aber ich wollte mit meinem Vergleich darauf hinaus, dass es eben nach dem Mittelalter einen Bruch gab, der etwas Neues einleitete.
Mit Rhetorik und Pädagogik meine ich eine Vermittlung.
Die Frage ist nach wie vor, wie lange man sich noch was vormachen will.
Die Verdinglichung ist nicht gewollt, sondern sie ist nur bewusst reflektiert, als das was abläuft.
Ja Cellinis Tagebuch finde ich auch gut.
Singer lässt sich nicht blicken.
Beste Pfingsten.
Individualität ist das grundlegende Marktkonzept, zumindest was die medielle suggestive Anwendung auf den Konsumenten anbelangt. Option heißt das Zauberwort! Der Kunde soll wählen können, aus einem überreichen Angebot. Dabei werden ständig Daten über den Einzelkonsumenten gesammelt um über diesen ein optimiertes Konsumprofil zu erstellen, die Güter werden auf den Konsumenten zugeschnitten, ja maßangefertigt ohne dass er danach verlangt hat, durch vielversprechende Optionen der Bequemlichkeit, wie Internet oder allgemein durch gezielte Werbepsychologie in der der Kunde die Ware ist. So gesehen sind das alles ganz ausgefuchste Leute, die um den mittelständischen, nicht immer kaufkräftigen "Adapter" bescheid wissen.
Ich habe mal nen ganz guten Satz dazu gehört: "Menschen kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, mit Geld das sie nicht haben um Menschen zu beeindrucken, die sie nicht mögen!" Und so ist es auch. Teuer erkaufte Individualität, meißt auf Raten.
Mal weg vom Markt. Individualität ist sicherlich etwas Gefühltes, das aus genetischen Ausprägungen, Anlagen, Erfahrungen und Fähigkeiten des Einzelnen entspringt. Na und, es ist aber vor allem ein innerer Orientierungsindikator, der mir SELBER sagt wo ich hinwill, wo ich stehe mich einordne und was ich mit mir anfangen will! Der Mensch braucht nicht einfach nur ein Gefühl von Autonomie, es ist die Voraussetzung für dynamische Prozesse, die sicherlich auch wieder in einem "Teil des Ganzen" münden. Jetzt sind wir wieder beim Umkehrschluss angelangt, zu dem was ich Eingangs beschrieben habe, das hat naturlich auch wiederrum der Markt erkannt, deshalb konnte sich der Westliche auch so effizient entwickeln.
@Ifone:
Was Willensfreiheit anbelangt so wäre eine kleine Diskussion mit Wolf Singer bestimmt sehr interessant!
"Die Frage ist nach wie vor, wie lange man sich noch was vormachen will."
Sich etwas vorzumachen, ist die Bedingung jeder Veränderung. >>>> Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Betonung auf Illusion.
Genau dieser Denkansatz schafft die Differenz zwischen uns.
Ja, ich müsste Singer dringend auch eine Frage stellen. Die auch indirekt ganz wichtig zu diesem Themenkomplex passt.
Oben haben sie's sehr gut beschrieben. Sehr Genau. Ich suche nun nach einem Weg, wie man sozusagen etwas formulieren kann, eine Situation, ein Konzept, dass dieses alles, also ich sage mal diese tief verankerte Verwertungs- und Ernährungsstruktur aus einer Perspektive, nicht nur insgeheim, sondern eben ganz offen, wirklich anzunehmen, also das was ich energetische - ernährungsseitige Uniformierung nenne. Der Grund, warum ich so darauf insistiere, ist eben ein heutiges Anschwellen der Energiekomplexe, die sozusagen verdrängt werden oder dem abstrakten Handel oder der Wissenschaft allein überlassen werden, die eben dadurch, dass sie in ihrem rationalen Wirken generell immer unter Verdacht gestellt werden, nicht verstanden und wissend begleitet werden. Die Prozesse die sie oben beschrieben haben, finden statt, und sie können eigentlich nur so stattfinden, weil es die von Herbst beschriebene "Illusionsblende" gibt, also hinter dieser Illusionsblende verschanzt sich das Individuum, und davor und darunter laufen aber ultrarationale Prozesse ab. Nun will ich ja den Markt garnicht abschaffen, aber ein Konzept, zum Beipiel, dass den Kindern spätestens in der zweiten Klasse erklärt: Ihr müsst wissen, dass eine Gesellschaft wie die unsere nur so und deshalb funktioniert, weil der Mensch und das seid auch ihr zunehmend eine rational kalkulierbare und erfassbare Größe ist. Die Werkzeuge zur Erfassung eurer Individualprofile. eurer Sehnsüchte, Absichten und Wünsche, werden immer feiner und dringen tiefer und tiefer in das vor und ein , was einmal unveräusserliches seelisches Eigentum genannt wurde. Und das interessante ist, dass das Individuum, je mehr es sozusagen zappelt in diesem Netz und sich individuell gebärdet, desto mehr Markt erzeugt es damit - das ist dann so wie bei einer Fliege im Netz einer Spinne, die sich erst richtig verfängt dadurch, weil sie eben unkontrolliert herumzappelt, genau so funktioniert der oben von ihnen beschriebene Prozess. Die verzweifelten Freiheitsbewegungen verschnüren es erst richtig.
Mein ganzes Überlegen läuft darauf hinaus, wie man sich in diesem Netz sozusagen kontrolliert bewegt, weil man sich keine Illusion mehr darüber macht, dass man in so einem Netz sich befindet, und dieses Netz sozusagen verstehen und anzunehmen lernt, so dass man das, was ursprünglich Falle war, sogar als Spielraum versteht und entdeckt und dann sogar wissend und rational darin beliebig herumklettert.
Aber die Kunst verkauft sozusagen immer noch die eigentlich tödliche Illusion des Zappelns, des Wahnsinns, des "Spontanen" etc...
@herbst, ich kann ja ihr Illusionsargument verstehen, ich laufe ja auch nicht als Eisblock durch die Gegend, trotzdem ist es eben die Frage, inwiefern man sozusagen solche Illusion noch verkauft.
"Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen!", ich habe es leider nicht gelesen aber allein der Titel ist aussagekräftig genug. Daher nur meine Assoziation dazu: Illusionen die vom Geist erzeugt werden oder besser der Geist erschafft Räume in denen der Mensch imaginieren, atmen, träumen, spielen, fühlen, erfinden, entdecken und schöpfen kann. Man könnte doch hier auch wieder von einer Grundvoraussetzung zum Daseinswillen ausgehen, immerhin bietet sich auf dieser Ebene ein unerschöpflicher Raum an, wenn auch illusioniert und vor allem gefühlt. Ist das nicht eigentlich das erstaunlichste "Naturkonzept", so wie unser Körper zwar auf der einen Seite systemisch funktioniert aber als Einheit der einzelnen zu solchen immateriellen Denkräumen in der Lage ist durch Wahrnehmung und Sprache, auch wenn das dann alles mit Gefühlswerten belegt wird, die ihrerseits wieder genetisch als auch an Sozialisation und Erfahrungen gebunden sind. Indem wir diesen Raum zur Verfügung haben, in dem wir spielen und erfinderisch sein können kann man sagen werden Illusionen materiell, sie werden zum Fleisch auf den Dingen.
Sich darüber bewußt werden, dass man sich in solchen von außen gesetzten Illusionsnetzen (ich meine an der Stelle die vom Markt) befindet ist wichtig aber nicht nur um Illusionen zu enttarnen, sondern wie sie sagen um sich in solchen bewegen zu lernen und vor allem um sie bewußt zu nutzen. Hatten wir das Thema nicht schon mal bei dem Werbeslogan: Komm lass spielen?
seh ich auch so, raedAn, bzw. a. herbst, betreffs illusion wäre damit schon recht viel gutes gesagt.
@ ifone
Kunst ist für mich das können, ein allgemeines mass an wirklichkeitsbegegnung zu
übersteigen, um damit eine wirksamkeit über das allgemeine mass einer wirklichkeits-
begegnung hinaus zu erreichen und darin perspektiven im umgang mit wirklichkeiten
zu schaffen, - demokratisch verstanden : anzubieten.
So wie singer das wohl sieht, steigt mit zunehmender reife die summe an erfahrungen
( oder bildungsinhalten ), die dem subjekt zunehmend mehr alternativen
( auswahlmöglichkeiten ) bietet, entscheidungsakte ( die wiederum in die realität eingreifen ) zu optimieren.
Zusätzlich scheint er eine "opake" bewusstseinsebene auszumachen, die sich
aus einer art kindlicher „amnesie“ heraus speist ( und welche grundsätzlich kulturell vermittelt war ) & welche selbstüberlassen zu intuitiv-generierten entscheidungsakten führt, wobei daraus entstandene handlungen im nachhinein erst rationalisierbar ( auf sinngehalt bezogen überprüfbar ) wären.
Ich denke, beider seinsbegnegnungsweisen bedient sich die wissenschaft sowie die kunst : also dem rationalen kalkül sowie einer absolut verspielten neugier.
( ich hoffe ich hab singer soweit richtig verstanden )
betreffs singer.
( ... einer vielleicht etwas verknappten, und damit unpräzisen ausdrucksweise mich bedient habend )
Ansonsten würde mich echt interessieren, was ifone von singer zu erfragen hätte.
- möglichst noch unter der prämisse, durchaus wohlüberlegt dazu assozieren zu
dürfen.
( insofern man sich das zutraut ... )
Ja das wäre was, wenn W. Singer die Zeit und Lust dazu finden würde!
Ich habe ja schon Sorge das zu verpassen sollte es dazu kommen. Interessant ist sicherlich auch die Überlegung wie mutig die Beiträger sich zu fragen getrauen, ich auch.
vielleicht wäre es ratsam, für ifone's frage an singer einen neuen thread zu
schaffen oder einen eher noch bislang verwaisten dafür zu nutzen.
in diesem wäre ja schon mächtig konfusion drin.
also als aussenstehender würde ich hierin ( in diesem thread ) nicht reagieren.
dann poste ich aikmaier noch schnell dies ( weil nun ja echt wiedermal ne lücke klafft )
ja aikmaier ( meine kleine assoziation zu selbstentwurf )
Die freiheit eines selbstentwurfs ist generell ein spiel mit alternativen.
Je früher man ein spielen-können mit alternativen im leben kennenlernt, desto
flexibler wird man höchstwahrscheinlich.
( ein entwerfen lebt desweitern vom verwerfen, also vom wegstreichen ungünstiger
alternativen )
Voraussetzung ist grundsätzlich eine bildungsversorgtheit, - mit zunahme an bildung steigen die auswahlmöglichkeiten.
Der selbstentwurf konkretisiert sich in einer selbstsetzung, die grundsätzlich verbindlichkeit repräsentiert.
In gesellschaftlichen wechselwirkungsprozessen erfährt dies dann feedback, wobei sich die hightec-gesellschaft in ständiger bewegtheit befindet, über die sich wiederum ein selbst-entwurf von zeit zu zeit erneuern darf.
..............................
Diese freiheitsauffassung sollte schon innerhalb kommunikativer prozesse im rahmen von kindertagesstätten senkrechtstartend vorbereitet werden.
Respekt vor einem anderen subjekt zu haben heisst ja nicht zwangsläufig, emotional
oder kreativ zu verkümmern.
Im endeffekt geht es wohl zuvörderst um die vermittlung von verhaltenstechniken gekoppelt mit kreativitätsförderung an die kinder, die es ihnen ermöglichen, ihre individualität in dynamischen systemen ( gruppen ) zu erkennen und sich dies gegenseitig möglichst mühelos zuzubilligen, - in verbindung mit lust und neugier, mit freude und interesse, welche jeweils grundparadigmen für eine erfolgreiche gesellschaft wären.
Blöderweise funktioniert meine e-mail Benachrichtigung hier nicht mehr, wenn hier sachen reingestellt werden, woran kann das liegen? Meine Benachrichtigungsfunktion ist angestellt. Ja,sorry, guten abend, ich will mich wegen der Frage hier nicht interessant machen, aber es wäre gut, wenn man etwas längerfristig da eben ein Termin ausmachen könnte, damit man offiziell Bescheid weiß. Also nach dem Motto: Nächsten Dienstag ab 20 Uhr ist er hier oder so...
Naja, ich glaub ja, das ihm das hier zu poplig ist, oder so.
Es gibt dazu übrigens eine interessante Definition von Heinz von Foerster, der gesagt hat:
"Handle immer so, dass die Zahl deiner Wahlmöglichkeiten sich erhöht." Diesem Satz stimme ich zu, man wird aber auch feststellen, dass er auch seine Tücke hat, zum Beispiel ganz simpel in Liebesbeziehungen, da sind wir doch noch sehr archaisch eingestellt.
Frost zacken cura
Coma berenices tau
Temple turtle schwassmann-wachmann
Shiny beasts - big beans form venus
Plateaus spiralen rhizomatik
Outbursts, aphels , surges, flares
Lovesongs
Loveboats
Tiny teens
Frostkristalle-blumensträusse
Drähte schläuche alte leiern
Lyra spica ursa major
Kompressoren angedrückt
Bootes felder schwere wasser
Lithium tritium gamma trivium
Sinus minus alpha friends
Charming up and down and ever
Lux albedo angström cycles
Truth for love-lies never dance
last words don't come very easy
( if U talk inside of experience )
Twoday hatte einen weitgehenden Ausfall seiner Funktionen; das wird der Grund (gewesen) sein.
Was unsere "Archaik" in Liebesdingen anbelangt - Sie spielen aufs Monogame an? -, so halte ich das gerade n i c h t für archaisch, sondern für sozialisiert.
habe jetzt meine email sichtbar gemacht, weil demnächst eher selten hier. Sollte sich Singer nochmal melden, wäre ich so zu erreichen. Schöne Pfingsten an alle..
@ ifone
ihre Affinität zu Beuys und seiner "Befreiungstheorie" hat mich überrascht und erfreut.
Ich selber habe viele Jahre bei einer Beuys Schülerin Malerei und Zeichnen studiert.
Angeblich soll er die mühsam erstellten Plastiken seiner Studenten eines morgens zertrümmert haben und dies mit den Worten dokumentiert, dieser Akt sei Kunst.
Die Art und Weise wie unsere Professorin versucht hat verkrustete Strukturen aufzubrechen waren nicht selten ähnlich rabiat.
Verunsicherungen, Verängstigungen und Hilflosigkeit und nicht selten Tränen waren die Folge.
Nur manchmal geschah eine Verwandlung. Dann fingen die Betroffenen an, die Welt mit den Augen von Entdeckern zu erforschen und es entstanden ganz bezaubernde Studien.
Die Geduld und den Idealismus eines Beuys hatte unsere Dozentin jedoch nicht.Bei uns gab es einen Numerus Clausus und eine Aufnahmeprüfung.
Hinzu kam die Grundmappe und die Examensmappe als Prüfinstanzen der Entwicklungsprozesse.
Die interdisziplinäre wissenschaftliche Auseinandersetzung hat allenfalls mal eine Semesterwoche auf freiwilliger Basis ausgefüllt.
Von Gleichberechtigung der Disziplinen an einem Erkenntnisprozess hab ich überhaupt nichts mitbekommen.
Der Kunst wurde jährlich mehr Geld gestrichen während den Wirtschaftswisenschaften oder eben den Steckenpferden der Uni das Geld zufloß um im nationalen und internationalen Wettbewerb mithalten zu können.So sieht die Realität aus.Wissenschaft funktioniert im Rahmen des Wettbewerbsprinzips.
Erkenntnisgewinnung ordnet sich demnach den finanziellen Möglichkeiten, die zunehmend auch von Wirtschaft und Industrie abhängig sind unter.Hinzu kommt die Studiengebühr die dann auch noch den Weg für Minderbemittelte versperrt.Die Idee von Beuys, der den Abbau des bestehenden egozentrischen Leistungsprinzips, wie es sich in Schule, Wirtschaft und Gesellschaft überhaupt findet durch die Freie Internationale Universität vorran treiben wollte und somit humanes Bewusstsein bilden wollte rückt in immer weitere Ferne.Wissenschaftler werden in meinen Augen dafür ausgebildet einen winzigen Ausschnitt zu beobachten und Besonderheiten in diesem winzigen Raum zu dokumentieren und bestenfalls in eine Form zu bringen. Diese Wissenschaftsräume werden immer spezifischer, immer kleiner, statt im Beuyschen Sinne größer zu werden.
Hinzu kommt dass spirituelle Moment. In ihren Ausführungen ifone schwingt so etwas wie Sehnsucht nach Gott mit. Diese Sehnsucht soll nun auch noch von der Wissenschaft gefüllt werden. Ich bezweifle ernsthaft das dieses Defizit von der Wissenschaft ausgefüllt werden kann und behaupte das jegliche Erkenntnis in Bezug auf Gott nur absurde Formen hervorbringen kann.
Gotteserfahrung löst auf, Wissenschaft formt.
Die Liebe allerdings und um es mit den Worten Beuys zu sagen die evolutionäre Kraft könnte sehr wohl in die Wissenschaft einfließen.
Für Beuys war alles mystisch.Die Funktionsweise einer Maschine genauso wie das Wachstum einer Pflanze.
Aus dieser Haltung heraus entwickelte er die Idee von der sozialen Plastik.In Anlehnung an Rudolf Steiner wollte Beuys damit einen neuen sozialen Organismus gründen.
Sein erweiterter Kunstbegriff, das jeder Mensch ein Künstler ist, bezieht sich darauf, das er die Gesamtheit der Menschen als einen Organismus sieht, eben als eine soziale Plastik.Jeder kann Gestalter einer lebendigen Substanz werden.Er stellt die Gleichung KUNST=KREATIVITÄT=MENSCHLICHE FREIHEIT auf.
Da Kunst also die einzige evolutionäre Kraft darstellt, setzte er darüber hinaus das LEBEN der KUNST gleich und die KUNST dem LEBEN.
Fluxus, Happening und Performance sind außer den Plastiken und Environments seine Ausdrucksformen.
Die Environments von Beuys kann der von ihnen erwähnte Henning Genz im übrigen nicht verstehen.
Er sagt von sich selbst :
"...umgekehrt kann ich mit den Environments des deutschen Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) nichts anfangen. Die - sehr zahlreichen - Kunstkenner, die sie als schön bewerten, besitzen offenbar eine verinnerlichte Kennerschaft die mir fehlt."
Hier spricht ein Wissenschaftler über Beuys...
Obwohl er die tiefe der Idee fordert und eine möglichst deutliche Verwirklichung erwartet er Schönheit.
Für Beuys ist aber FORM = DENKEN und WILLE=CHAOS
Denken als Instrument zur Untersuchung und Erforschung der Welt. Quellpunkt der menschlichen Freiheit.
Diese Gedanken beschreibt Susanne Grabisch in ihrer Diplomarbeit (Erziehung zur Freiheit? Anmerkungen zum Humanismus im Werke von Carl R. Rogers und Joseph Beuys).
Sie beschreibt das der Wärmebegriff gesteigert wird zu geistiger oder evolutionärer Wärme.
Beuys setzt also LIEBESSUBSTANZ = EVOLUTIONÄRE WÄRME.
Daher verstehe ich auch die von ihnen beschriebene Zärtlichkeit in Beuys Werk.
Er will der Entfremdung entgegenwirken>"die Kälteplastik">da muß die Wärmeplastik hinein.
Beuys Zitat: " Das ist das, was in diesem geheimnisvollen Christusbegriff steckt."
Sein Allheilmittel ist die Provokation.
Provozieren meint Hervorrufen und dieser Prozess gleiche einer Auferstehung.
Er will durch Provokation Verhärtung lösen- den Weg zur Seele (unterbewusster Brennpunkt) freischaufeln.
Beuys will die dritte Kraft entfachen und meint damit Interesse schaffen.
Beuys:"Nur die Menschwerdung Christi vermittelt zwischen diesen Gegensätzen und erkennt den Menschen im vorgegebenen Rahmen auch schöpferische Fähigkeiten zu."
Suanne Grabisch : " Göttliche Allmacht bedeutet das Gegenteil von Freiheit, das Christentum erkennt dem Menschen aber einen freien Willen zu."
Ich glaube die göttliche Allmacht ist keineswegs das Gegenteil von Freiheit.Sie bewegt sich außerhalb der Formenwelt und ist somit Platzhalter und Antwort auf und für alles.Unfassbar indivduell -
Der freie Wille ist eine Spielwiese des Lebens, ein Geschenk, unprätentiös und wundervoll.
Da sie nur an Wirklichkeiten interessiert sind ifone werden sie meine Gedanken zu Gott wahrscheinlich langweilen. Ich schreibe sie nur auf, Ich schreibe sie nur auf, da ich durch Tranceerlebnisse und Ekstase (hierzulande werden derlei Bewußtseinszustände auch als psychotische Schübe interpretiert) Gotteserfahrungen gemacht habe und diese sich sehr wirklich manifestiert haben.
Nach diesen Erfahrungen sehe ich Künstler wie Warhol in einem anderen Licht.
Andy Warhol's Kunstproduktion irrt zwar interessiert an Chemie aber dennoch seltsam verhärtet durch den Raum.
Ideen bedeuten da NICHTS, da alles NICHTS ist.
Das Formlose frappiert ihn dermaßen, daß er alle Formen in einen Topf werfen will und diesem Sut dann die eine Formel entreißen will die für alle gleich-gültig ist.
Daher auch der Satz : "Ein vergeudeter Raum ist jeder Raum in dem Kunst ist."
Picasso hat in seinem Leben 4000 Meisterwerke geschaffen.Als Warhol das las versuchte er umgehend diese
Anzahl an einem Tag zu produzieren.Nach 500 Bildern beließ er es dabei weil es ihm dann doch zu lange dauerte.
"Ich glaube nämlich das jedes Bild dieselbe Größe und dieselbe Farbe haben sollte;...damit sie alle austauschbar sind."
Seine popligen Drogenerfahrungen führen dann zu so schlauen Sätzen wie :
"Übrigens, selbst wenn das Thema anders ist, malt man immer das gleiche Bild."
Ein weiteres Zeugnis seines Trugschlusses ist der Wunsch als Präsident Amerikas alle Leute miteinander zu verschmelzen - und wieder Einheitsbrei als Antwort...
Diese Reduktion auf die ultimative Formel ist wohl POP.
Zwar will er rechte Dinge im falschen Raum platzieren und falsche Dinge im rechten Raum aber im Grunde sehnt er sich nur nach dem einen großen leerem Raum.
Letztlich räumt er ein das er an seiner Philosophie scheitert.
Sein ganzes Wollen ist eine Abkehr vom Leben. Ich will das mal das Matrixsyndrom nennen.
Die Erkenntnisse die Warhole da preist reduzieren ALLES auf Einsen und Nullen.
Er will aber nicht in die Rolle des jungen Neo schlüpfen und den Raum überwinden.
Er will nur ein Loch in der Wand damit der Raum auf der anderen Seite einen Rahmen bekommt.
Inhalt ist für ihn banal und somit malt man immer das gleiche Bild eben Einsen und Nullen.Kitsch ?
"der sehnsucht dem kitsch der menschlichkeit zu entkommen
entspricht nur der krieg.">>> könnte auch von Warhol stammen...
Aber lassen wir Warhol seinen Uterus und das NICHTS nach dem er sich so sehnt und widmen uns lieber noch einmal Beuys der sehr viel mehr am Leben und am Individuum interessiert ist.
Bei Ihm führt Selbstverwaltung zu Freiheit im Geistesleben.
Die Freiheit in der Einheit kann konzeptionell gesehen in die Vielfalt übergeleitet werden. Er ist für direkte Demokratie. Er will das das Individuum die Liebe zur Sache entfacht. Zwischen Wille und Denken soll das Herz wirken und die Liebe zur Sache die einzige Veranlassung sein.
"Beuys versteht Freiheit als dynamischen Prozeß, in welchem Freiheit in dem Maße realisiert wird, in dem der Mensch fähig wird, die Welt und ihre Zusammenhänge zu erkennen: Frei handeln kann man nur aus der Erkenntnis...Christus zeigte dem Menschen den Weg zur Selbsterkenntnis und also zur Freiheit."
Die Rolle Christus ist für mich nicht entscheidend.
Die ausgelöste Bewegung fasziniert mich vielmehr.
Befreiung im Sinne Beuys ist dem Menschen die Möglichkeit zu geben schöpferisch tätig zu sein.
Das verschüttete kreative Potential des Menschen freilegen.
Kunst gleichsam als Befreiungspolitik.
Erst durch innere Freiheit können Orte geschaffen werden an denen man Freiheit Leben kann.
Klar ist dies Utopie -
Aber und das ist mir wichtig setzt Beuys beim Individuum und dessen Einzigartigkeit an.
Das Kollektiv - die Uniform - stellt in seiner Philosophie zwar eine Art Rahmen dar steht aber im Akt des künstlerischen Tuns zurück.
"Der Mensch, der sich als Individuum selbst bestimmt formt die nächste Phase der Geschichte."
Innere Denkverbote aufheben und lernen in Freiheit zu leben - zur Freiheit provozieren.
"Der Schmerz des Menschen ist doch in der Erkenntnis zu definieren, und damit man in der Erkenntnis weiterkommt, bedarf es eines dauernden Schmerzes."
Nun liegt die Ära Beuys doch schon einige Jahre zurück und seine Ansätze sind ja leider auch nur sporadisch umgesetzt worden.
Die tatsächliche Entwicklung in der Bildungspolitik an Schulen und Universitäten läuft in eine ganz andere Richtung. Die Gewichtung der Fächer wird von unserer Wirtschaft bestimmt. Die Kunst,Theater oder Musik sind Appendixe des Systhems. Kunst als Mittel der Politik, so wie Beuys es sich vorgestellt hat, war nicht eben erfolgreich. Zwar mischen die Grünen hier und da auch mit, sind aber in ihren Inhalten weit von den Beuyschen Ansätzen entfernt. Die Provokation hat sicherlich viele Verkrustungen seit den Siebziger Jahren aufgebrochen. Erfolgreich im Sinne einer politischen Kraft ist die Kunst aber auch mit Hilfe der Provokation nicht geworden. Die Frage ist doch ob diese Anmaßung in Beuys Kunstdefinition nicht eine Überforderung darstellt. Gleichzeitig Religionsersatz, Befreiungspolitik, Wissenschaftskatalysator zu sein erscheint mir zumindest überfrachtet.
Ich glaube Kunst kann den von ihnen beschiebenen Druck gegen die private Zelle des Individuums reduzieren oder sogar gänzlich ableiten. Der befreeinde Prozess in der künstlerischen Auseinandersetzung besteht meines Erachtens darin, dass das Individuum Räume verbindet, Räume überwindet und neue Räume schafft.
In diesem Tun müssen Kräfte und Energien aufgenommen werden, ihre Bewegung durchdrungen werden und durch kreative Energie in Form gebracht werden.
Auf diesem Weg entzieht man sich dem Geschäft. Frau wie Mann wird zeitlos -
Der Telos, wenn ich dieses Wort überhaupt verstehe, liegt dann In der Bewegung.
Der Künstler je weiter er in seiner Entwicklung ist, vertsteht es zu bewegen, weil er aus der Bewegung heraus Zugang zu neuen Räumen eröffnet, er hilft Räume zu überwinden oder er verbindet.
Ihre Diskussion zu den Bienen hat mir gezeigt, das es ihnen egal ist wie die menschliche Hand in die Natur eingreift.Die technologische Entwicklung und die Wissenschaft entfalten sich im Raum Natur. Ihre Wirkung auf den Raum ist dem Menschen nicht klar und die Folgen menschlicher Bewegung im Raum Natur nimmt immer neue Formen an.
"Ein mysteriöses Bienensterben erschüttert die USA – und neuerdings auch Europa: Täglich verschwinden Zehntausende Insekten. Mittlerweile ist eine Milliarden schwere Industrie in Gefahr."
(ZEIT online 17.4.2007 - 17:48)
Diese Meldung fällt mir da sofort ein.
Ich kann nur darauf hinweisen das bei aller Erkenntnis und allem Fortschritt die Natur doch immer wieder der beste Spiegel menschlicher Bewegung ist.
Wie wir in den Spiegel sehen, mit welcher Haltung wir Gewinnung von Welt - wie sie sagen betreiben ist jedem selbst überlassen.
Beuys pflanzte Bäume andere würden vielleicht lieber einen Teil des Raumes Natur zerstören um zu provozieren.
In einem künstlerischem Experiment habe ich mit zwölf Asylbewerber/innen im Alter von 13-19 Jahren eine recht große weiß grundierte Leinwand bearbeitet.
Ich habe selber auch mitgemacht. Jeder hat eine Palette mit Farben gefüllt und einen Pinsel bekommen.
Die Teilnehmer haben sich dann einen quadratischen Raum auf der Leinwand mit Bleistift markiert.
Hat nun jemand seinen "Raum" beim Malen mit dem Pinsel verlassen, so musste derjenige in dessen Raum man wollte das Feld räumen und mit dem "Eindringling" tauschen.
Der Prozeß des Verlassens von Raum und des Eindringens in einen neuen Raum in dem bereits individuelle Formen entstanden sind war schwierig. Einige Teilnehmer weigerten sich vehement ihren Raum zu öffnen. Da mußte ich mit Nachdruck selber den Raum übernehmen und die "Vertriebenen" dazu auffordern mit meinem alten Raum vorlieb zu nehmen. Der respektvolle Umgang mit bestehenden Formen war ebenfalls nicht gewährleistet.
Die Frauen in der Gruppe haben jedoch mittels Kommunikation die Spannungen innerhalb der Gesamtgruppe auffangen können. Trotzdem wurde insbesondere die große Blume des "stärksten" Jugendlichen, der seinen Raum am längsten verteidigt hat, gerne zerstörerisch behandelt.
Die Situation ist aber nicht eskaliert und bevor die Räume unkenntlich geworden wären habe ich die Aktion abgebrochen.
Das Bild hängt bei mir im Flur und spiegelt den Prozeß des Asyl suchens und findens, des Raum gebens und nehmens wieder.
Dieser Versuch hat mir auch gezeigt, wie schwer es ist respektvoll und mit Demut den bereits vorhandenen Formen in einem neuen Raum zu begegnen.
Diesen vorsichtigen Umgang insbesondere in Bezug auf die Formen (Prozesse/ Zusammenhänge) in der Natur sollte die Kunst kultivieren und anderen wissenschaftlichen Fachrichtungen mit auf den Weg geben.
Die Annäherung an die Form kann nur in der Bewegung stattfinden. Die Überwindung, die Verbindung von Raum und das Erschaffen von Raum ist Bewegung. Jedes Individuum hat die Fähigkeit dazu, was Beuys mit dem Satz "Jeder Mensch ist ein Künstler" ausdrückt.
Wissenschaft und Forschung nähern sich dem Prinzip Leben, der Form Leben anders als die Kunst.
Ihr JEDER (ihre virtuelle Uniform) ist Wissenschaftler und ein Forscher, erweitert den Satz von Beuys nur in dem Sinne, als das die innere Haltung des neugierigen Menschen eben die in der Kunst nötigen sein sollte.
Ich bin mir aber überhaupt nicht sicher ob diese innere Haltung in ihrem oder Beuys Sinne instrumentalisierbar ist.
Ein sehr offenherziger Einblick. Das Experiment mit den Asylbewerbern ist sehr spannend und achtbar und ich würde es auch in die Kategorie Wissenschaft und Kunst einordnen, weil sie ja auch sozusagen Verhaltensforschung betrieben haben. Nun, ich kann im Moment hier nur kurz reagieren. Was Sie da über das Kaputthauen der Kunstwerke sagen, das ist sehr interessant, und mir sofort einsichtig. Wissen Sie, ich interpretiere das so: Ihr sollt euch für Welt interessieren und nicht für Kunst. denn nur wer sich für Welt interessiert, kann überhaupt zur Kunst kommen. Beuys musste das vielleicht so rabiat machen, um möglicherweise klarzustellen, dass es hier in dieser Welt um Energien geht, um Gefährdungen, um Tauschverhältnisse die wirksam sind. Er selbst war diesen Energien auf hoch tragische Weise im Krieg an vorderster Front der damaligen High-Tec ausgesetzt, als Pilot etc... Aber man darf nicht vergessen, dass er eine hohe Affinität zu den Naturwissenschaften hatte, die er ja sogar zuerst studieren wollte. Also natürlich war dieser Krieg auch ein Körpergedächtnis bei ihm, die zu einer hohen "Plastizität" geführt haben. Der Ausdruck, man habe ihm seinen Kopf "zurechtgeschossen" sagt alles. Aber der Bumms und die enorme Plastizität seiner Präsenz etc... hängt mit einem absolut physischen Energiebewusstsein zusammen. Und ich glaube, dass er mit seiner schamanistischen Attitüde um das Wachhalten bzw, um die Kommunikation mit den Physiken zu tun war. Und so eben um Ganzheitlichkeit. Aber diese Ganzheitlichkeit ist nie einfach nur immer menschenfreundlich, sondern sie ist natürlich auch energetisch und deshalb auch gefährdet. Ich glaube dass Beuys genau so diese wirklich dunklen Seiten hatte. Er war nicht einfach nur Menschenfreund.
Ich glaube gerade Beuys würde sofort einer Renaissancehaften Verkoppelung von Wissenschaft und Kunst zustimmen, und ich glaube, dass man seinem Ansatz der Erweiterung nicht gerecht wird, wenn man das lediglich im Sinne eines "Zurückzurnatur" interpretiert. Oder wenn man die Kunst auf die Seite des Menschlichen und Warmen stellt und die Wissenschaft immer nur verdächtigt auf die Seite der Kälte. Ich glaube vielmehr Beuys ging es um eine Form der Emanzipation, die beide Seiten zu gleichen Anteilen in ihr Recht hebt. Und ich habe hier auch schon an anderer Stelle erläutert, dass die wissenschaft ebensoviele künstlerische Anteile enthält wie die Kunst wissenschaftliche. Man denke an Heisenberg etc... Ein emanzipierter Kulturbegriff nach Beuys darf Wissenschaft und Technik nicht ausschließen. Und sollte auch nicht die Rationalität verteufeln.
Zunächst an Ifone: Nein, ich bin weder Neurophysiologe noch Pharmakologe. Und wenn Sie schon so geheimnisvoll fragen, nehme ich an, dass Ihnen auch Mutschler oder Forth/Henschler/Rummel nicht weitergeholfen haben. - Aber wenn Sie Singer fragen können, wären Sie sicher an der rechten Adresse.
Ich sehe ein, woher Ihre Begeisterung für die Wissenschaften stammt und verstehe den Elan, mit dem Sie eine Kunst-Wissenschafts-Pädagogik anregen wollen. Was die Durchführbarkeit angeht, bin ich allerdings skeptisch. Da drängt sich mir die Frage auf, wer überhaupt geeignet und qualifiziert wäre an einer solchen Kombi-Hochschule gewinnbringend zu studieren? Sicherlich nicht jene Jugend, die bereits ihre Bildungslücken in Bachelor-Studiengängen schmerzlich bewusst machen (übrigens: in Wissenschaften ebenso wie in "arts", sprich Geisteswissenschaften). Meiner Meinung nach müsste eine sinnvolle Vermittlung von Kompetenz viel früher beginnen: in den Realschulen, Gymnasien, respektive Gesamtschulen (wenngleich letztere wohl weniger geeignet sein dürften). Es müßte in diesen fürs Studium qualifizierenden Schulformen von Anfang an ein größeres Gewicht auf der naturwissenschaftlichen Ausbildung liegen. Aus drei Gründen:
(1, systematisch): Einen Roman, ein Gedicht lesen oder ins Theater oder die Oper gehen könne die Schüler auch bzw. ohnehin nur außerhalb des Unterrichts; in diesen Feldern hängt Bildung vor allem mit Geschmacksbildung zusammen, die wiederum in Lektüre oder Zuschauen mit Regelmäßigkeit und vor allem über lange Zeit gründet. Das kann die Schule nicht leisten; im Gegensatz dazu kann nur qualifiziertes Lehrpersonal mit Wissenschaft vertraut machen, da Schüler kaum das Periodensystem oder die spezielle Relativitätstheorie in ihrer Freizeit zur Hand nehmen.
(2, pädagogisch): Die zur Zeit so groß geschrieben Entwicklung von Sozialkompetenz und das Prinzip des "Die Schüler Abholen, wo sie stehen" (in meinen Augen eher kontraproduktiv, aber sei's drum) können sinnvoll nur anhand der Wissenschaftenn vertreten werden: Literaturstudium, sprich Lesen, ist ein einsames Geschäft, Sport legt zuviel Wert auf das agonale Prinzip des Abendlandes (und wird ohnehin ungerecht unterrichtet); dagegen erzieht die Laborarbeit, gerade bei "gefährlichen" Veruschen automatisch zur verantwrtungsvollen Zusammenarbeit. Außerdem stehen meist alle Schüler zu Beginn des Physik-, Chemie- und Biologieunterrichtes auf der selben Stufe des Nichtwissens. Hier kann auf hohem Niveau gleichmäßig vermittelt werden und "von unten" gemeinschaftlich erarbeitet werden.
(3, historisch): Jahrhunderte lang war die Theologie Leitwissenschaft; Medizin und die Rechte boten die besten weltlichen Aussichten auf sozialen Aufstieg. Dementsprechend wurde von Kindesbeinen an intensiv Latein gelehrt, die aunabdingbare Zugangsvoraussetzung. Nun sind seit mindestens einhundert Jahren die Naturwissenschaften unbestreitbar Leitwissenschaften, in ihnen schlummert eher der soziale Aufstieg als in den absolventenreichen Jura (Medizin bildet nach wie vor die Konstante). Aber wie wird von Seiten der Lehrpläne reagiert? Mit unverantwortlichem Festhalten an einem längst gestrigen humanistischen Lateinunterricht, den auch der (empirisch widerlegte!) Hinweis auf die "leichtere Erlernbarkeit" anderer Sprachen nicht rechtfertigen kann; mit Kuschelpädagogik in Erlebnisfächern wie Sozialkunde, Religion und Sport; nicht durch stärkere Gewichtung der Naturwissenschaften und ihrer Propädautik in Mathematik und Logik. Gerade in letzterer könnte man bildungsbewusst an alte Traditionen des Quadriviums anschließen, das ja Mathematik (erweitert zur Musik) und Logik bereits enthielt. Das sehen aber die Damen und Herren mit PISA-Scheuklappen nicht.
Ich stelle mir das so vor: in der Untertufe Mathematik und Logik mit je fünf Wochenstunden sowie die Naturwissenschaften inklusive Informatik (aber bitte: als Wissenschaft, nicht als Spielenachmittag!) mit je drei Stunden, hier leichte, spielerische Heranführung. Außerdem die unumgänglichen Englisch und Deutsch - Dann in der Mittelstufe, wenn die formalen Grundlagen gelegt sind, mindestens vier Wochenstunden in den Naturwissenschaften, die dann bis zum Abitur die gesamte Bandbreite ihrer theoretischen und praktischen Erscheinungsformen vermitteln könnten. Hier flankierend auch Geschichte (mindestens 3 Stunden), die aber bitte Technikgeschichte mit einbegreifen sollte; denkbar wäre hier etwa auch Zusammenarbeit zwischen enstprechenden Fachlehrern. - Generell: Musik an die Musikschulen (die dann besser auszustatten wären), Sport in die Freizeit!
Allerdings fürchte ich, Ifone, dass weder Ihre noch meine Utopie so schnell eine Lobby in der Bildungspolitik fände, obgleich sie dringend notwendig wäre, damit die kommenden Generationen überhaupt einen Einblick in das bekommen, was ihren Alltag, ihr Leben, und das bedeutet auch: ihre Freiheit maßgeblicher bestimmen wird!
RehVolution: Sie haben da einige interessante Aspekte eingebracht. Zunächst möchte ich aber Ihr Wissenschaftsverständnis hinterfragen: (1) Der Verweis auf das in der Tat ungeklärte Bienensterben in den US und Kanada verfehlt einerseits die Wissenschaft (denn nur weil sie etwas nicht erklären kann, bedeutet das nicht, dass sie nutzlos sei), andererseits das Verhältnis von Mensch und Natur: Wie ich oben schon zu bemerken versuchte: Der Mensch ist Teil der Natur; würde man ein Oppositionsverhältnis konstruieren, müsste man sagen; Der Mensch greift in die Natur ein, indem er "ist", was letztlich das gleiche bedeutete! Wenn Sie Natur als Spiegel des Menschen beschreiben, greifen Sie damit (bewusst?) eine Denkfigur aus älteren Naturphilosophien auf, die den Menschen als Mikrokosmos analog zum Makrokosmos auffasste. Spätestens seit der "Entdeckung" der Zellbiologie ist dies aber obsolet geworden.
(2) Wissenschaft erschöpft sich nicht im 1/0, einem rein aus der technischen Praxis begründeten Binärcode, der in letzter Zeit gern pars pro toto genommen wird. Nein, die Entwicklung von mehrwertigen und sogar beliebig-wertigen Logiken seit Beginn des 20. Jhd. zeigen eben das Gegenteil: Auch und gerade in der Wissenschaft gibt es "wahr, falsch und möglich".
Ich kenne mich mit Beuys nicht besonders aus, habe einiges in Berlin, Darmstadt und Karlsruhe gesehen und nur einmal in anderem Zusammenhang in > ein Buch hineingeschaut. Meine damaligen Beobachtungen sehe ich in Ihren Ausführungen ein wenig bestätigt: Beuys kommt, was seinen Freiheitsbegriff, sein Primat der Individualität und seine Gegenüberstellung von Denken und Willen angeht, von Rudolf Steiner und der Anthroposophie her (und aus ihrer gemeinsamen Wurzel, der Lebensreformbewegung). Also von einer "Lehre", die keineswegs eine Wissenschaft ist, sondern -sagen wir es offen- reinste Scharlatanerie, die vor allem an Schulkindern teils irreparable Schäden anrichtet. Von daher teile ich Ifones Begeisterung für Beuys als Wissenschaftler nicht (immer unter der Prämisse, dass ich ihn nicht gut kenne).
Zugleich wird mir aber erkennbar, wie Sie Ihre persönliche Erfahrung an die Bewegung dieses Künstlers knüpfen: Ich habe großen Respekt vor den von Ihnen genannten Gotteserfahrungen, sage aber: Das gehört nicht in den Bereich der Wissenschaft. Dafür gibt es Mystik und teils die Theologie; ebenso würde ich sagen: Freiheit, wie Sie sie im Anschluß an Beuys verstehen, gehört nicht in den Bereich der Wissenschaft. Schlagend sieht man dies an Ihrer Äußerung: "Der Mensch, der sich als Individuum selbst bestimmt formt die nächste Phase der Geschichte." Das ist Eschatologie, keine valide Aussage über Wahrheit/Falschheit. -- Jemand wie der schon erwähnte Singer würde Ihnen und Beuys das Konzept der Willensfreiheit physiologisch widerlegen, wie es mit den Gottesbeweisen ja auch nicht gerade gut bestellt war. Singer allerdings präsentiert seine Hypothesen oftmals sehr medienwirksam(!), ich hingegen würde vermittelnd sagen: Gut, glaube an die Freiheit des Willens -- dafür ist Wissenschaft nicht zuständig, sie redet Dir auch nicht hinein. Gut, glaube an Gott (erst recht, wenn Du ihn "erfahren" hast) -- dafür ist Wissenschaft nicht zuständig, sie redet Dir auch nicht hinein. Aber umgekehrt: Wenn Wissenschaft Dir etwas sagt, wofür sie zuständig ist, dann sei nicht dumm und glaube etwas anderes!
Es scheint mir auch so zu sein, dass Beuys' Kunstprojekt "überfrachtet" war, sie Sie schreiben. Mir scheint Kunst nicht einmal in der Lage, den von Ifone anderswo beschriebenen individuellen Druck abzuleiten; dies kann aber Wissenschaft, wenn sie früh genug zur Bildung des einzelnen beiträgt: Dieser könnte dann nämlich vieles Dumme und Überflüssige durchschauen (von der Werbung mit "Magnesiumkalk" bis zur stochastischen Unmöglichkeit eines unbegrenzten ökonomischen Wachstums -- ersteres hindert ihn daran, überteuerte Produkte zu kaufen, letzteres vielleicht, als Firmenchef falsche Entscheidungen zu Lasten anderer Menschen zu treffen.)
Ihre Aktion mit Asylbewerbern sehe ich, anders als Ifone, nicht als Experiment, sondern eher als Exempel; einerseits dafür, wie Menschen mit Eigenem und Fremdem umgehen können (oder eben nicht), andererseits wie viel Chutzpe jemand wie Sie aufbringt, dass er nun wahrscheinlich frisch aus ihrer Heimat Vertriebene sich gegenseitig vertreiben und umsiedeln lässt (und das nicht nur symbolisch). Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll...
Schließlich an read An: Zu Sprengstoff aus Fett ist mir eingefallen: Vor kurzem saß ich mit meinem Ältesten abends vor einem Zorro-Film. Darin sammelten Banditen Seifenstücke, um daraus Nitroglycerin herzustellen. Das war doch ein großer Lacher! In einem Schuppen entzogen sie der Seife irgendwie das Glycerin und nitrierten es einfach und ohne sich um eventuelle Erschütterungen oder Dämpfe Gedanken zu machen!! Den von Ihnen genannten Film kenne ich nicht, will nur sagen: Vorsicht mit chemischen Prozessen, die aus Hollywood kommen!
P.S. Würde es den Damen und Herren viel ausmachen, etwas "langsamer" zu diskutieren, da ich berufsbedingt wohl nur am Wochenende dazu kommen werde, hier mitzutun. Wenn nicht, auch recht: Klinke ich mich eben da ein, wo ich gerade etwas lese.
Sehn sie ifone, eigentlich suche ich nicht nach geist sondern nach gefühl.
Wo aber findet man das gefühl ?
In sich selbst ?
Wenn man schreibt, so schreibt man doch so lange bis man meint,
man hätte die inhaltlichkeit gefühlsmässig adäqut ausgedrückt.
Nun setzt der eine auf anschaulichkeit, das wird eher der wissenschaftliche
typus sein.
Der andere setzt auf emphase, welcher dann wohl eher der ideologische
typus sein wird.
Ein anderer setzt auf massenwirksamkeit, auf agitation, das ist dann der
meister agit-propper, der parolen impft.
Und noch ein anderer will einfach nur klingen, vielleicht der künstler, der
am ende gar noch auf aussagen verzichtet.
Mir persönlich reichen diese 4 typen schon, um ein wenig über sprache
nachdenken zu können.
Entscheide ich mich z.b. verstärkt für den wissenschaftlichen typus, so werde
ich zwar korrekt über sachen verhandeln, aber kaum auffallen.
Als meister agit-propper werde ich zwar auffallen, aber ich bekomme die darstellung
nicht einwandfrei hin, ich kann bestenfalls motivieren ( = anfeuern )
Als wortklangkünstler werde ich irgendwie zum psychologen, bzw. zum neurologisch interessierten, der den klang der worte auf die körperlichkeit hin theoretisiert.
Als emphatischer typus werde ich mich irgendwo dazwischen bewegen.
Nun aber darf ich mich innerhalb dieser freiheiten bewegen und mich dabei fragen,
wo eigentlich mein gefühl ist.
Und das wird dann wohl je nach dem um was es geht einen dieser 4 typen herauskramen und sprechen lassen.
Die frage ist dann, bei welcher gelegenheit welchen ?
Und das entscheidet dann auch mein gefühl in imaginierter verbindung zu einem
rezipienten, bei dem ich etwas voraussetzen muss.
- Stark polarisiert dargestellt : eine demutshaltung.
OH je...Ich weiß gar nicht wo ich mit meiner Antwort ansetzen soll.
Die faschistoiden Schwingungen solcher Worte wie LEITWISSENSCHAFTEN machen mir gewissermaßen Angst. Ich glaube ihre Faszination für die Wahrheit, oder das was sie dafür halten, ist da für einen Augenblick mit ihnen durchgegangen.
Um etwas eleganter mit derlei euphorischen Kräften umzugehen empfehle ich ihnen als Sportlehrer Aikido.
Ihre Fachkenntnisse und ihre makellose Wissenschaftlichkeit, sowie der sich daraus ergebende Anspruch an das Bildungssysthem zeugt jedoch von einer gewissen Schwäche im Bereich der Menschenkenntnis.
Sie unterstellen dem Modell von Beuys bzw. Steiner das es irreparable Schäden anrichten würde.
In diese Diskusion will ich nicht wirklich einsteigen -
Nur so viel möchte ich anmerken. Das von ihnen dargestellte Modell, in dem die Auseinandersetzung mit Kunst, Theater und Musik nur außerhalb der Schule stattfinden soll; in dem die sogenannten Erlebnisfächer Sozialkunde, Religion und Sport sich in die Freizeit verkuscheln sollen und in dem die soziale Kompetenz durch Laborarbeit und Naturgesetze vermittelt werden soll,
führt meines Erachtens weg von der gleichberechtigten freien Selbstentfaltung des Individuums,
Soziales Bewusstsein will gelernt sein.
Das Gewaltpotential des Menschen dürfen sie bei aller Liebe zur Wissenschaft nicht unterschätzen.
Begeben sie sich einfach mal einen Vormittag in eine Schule und lassen sie das Aggressionspotential der Jugendlichen auf sich wirken.
Wir wollen an dieser Stelle gar nicht analytisch werden und die Gründe für das Aggressionspotential untersuchen oder gar Schuldzuweisungen anstellen.
Ich will es dabei belassen, das die menschliche Natur dieses Potential in sich trägt.
Sie sprechen von sozialem Aufstieg durch die Verdichtung zu einer naturwissenschaftlichen Grundbildung.
HALLO !!!
Wohin soll denn da aufgestiegen werden.
Bundesliga der Herzen oder was ?
Das soziale Element entzieht sich der Skalierung, der Wertigkeit ihres naturwissenschaftlich geprägten Ansatzes.
Wie wichtig die Entwicklung eines sozialen Bewußtseins durch Bildung ist kann gar nicht genug betont werden.Die Fächer Kunst, Musik, Theater, Sozialkunde, Religion und Sport erweitern nicht nur die geistige Disposition des Individuums, sondern bilden die nötigen Ventile für die Spannungen denen der junge Mensch heutzutage ausgeliefert ist.
Wenn sie glauben der familiäre Zellverbund kann dies JETZT noch leisten täuschen sie sich gewaltig.
Der Preis für den Aufschwung der Naturwissenschaften im Rahmen des technologischen Fortschritts ist der Entzug von Zeit und die Deformation von Raum.
Ich unterstelle der Wissenschaft keine Hilflosigkeit z.B. in Bezug auf das Bienensterben.
Es mangelt mir lediglich an Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich der Konsequenzen von Forschung.
Der Witz ist und glauben sie mir ich finde das ist zum Totlachen, das nur die Naturwissenschaft die von ihr ausgehende zerstörerische Auswirkung aufhalten kann.
Das ist die Freiheit die uns so unerträglich erscheint.
Bewegung und Gegenbewegung.
Die Metapher des Bienensterbens muß jeder für sich selber durchdringen.
Ich habe die Naturwissenschaft in meinen Ausführungen auch nicht auf einen Binärcode reduziert oder wie ifone meint in Richtung "Kältepol" verschoben.
Mit großer Faszination und Bewunderung versuche ich die Erkenntnisse der Forschung nachzuvollziehen.
Meine eigenen Bildungsdefizite stehen mir dabei nur allzu oft im Weg.
Die Spielregeln von wahr, falsch und möglich kapier ich auch.
Das Gebäude Naturwissenschaft können sie gerne zum höchsten Wolkenkratzer der Erde ausbauen, zur allgemeingültigen Wahrheit erheben.
Die Kunst hat da doch eher bescheidenere Ziele.
Der Satz den sie hervorheben ("Der Mensch der sich als Individuum selbst bestimmt, formt die nächste Phase der Geschichte") ist sinngemäß von Beuys übernommen.
Seine Ziele :
Gleichberechtigung, direkte Demokratie, Entwicklung von sozialem Bewußtsein, ökologisches Verständnis, Entfesselung von evolutionärer Energie,
sind Zeichen eines tieferen Verantwortungsbewußtseins.
Auf diesen Zielen fußt auch sein interdisziplinäres Modell.
Es geht um Bewusstseinsbewegung.
Man könnte an diesem Modell jetzt herumfeilen und es abstimmen auf unsere Not.
Was brauchen wir, wer braucht was, wohin soll das führen etc.
Dieses Geschäft ist Politik.
Die Kunst kann in dieses Geschäft einsteigen.
Sie kann sich aber auch zurücknehmen und in subtiler Weise die Bewegung des Phänomens Mensch beeinflussen und dann könnte vielleicht °°° DER PANTHER°°° anders sehen.
Eine handvoll Wissenschaftler haben sich der interdisziplinären Herausfordeung gestellt, die sich aus der Untersuchung vom Phänomen Bewegung ergibt.
In einer interdisziplinären Textsammlung von Gabriele Klein sind erste Erkenntnisse veröffentlicht worden.
"Ob Körperbewegung oder Tanzbewegung, ob Bewegung der Bilder, der Töne oder der Schrift, ob soziale oder politische Bewegung, der Begriff " Bewegung" wird in Ästhetik, Kultur- und Sozialwissenschaften häufig benutzt. Anders als in den Naturwissenschaften aber ist dem konzeptionellen Stellenwert des Bewegungsbegriffs in den Kultur- und Sozialwissenschaften bislang nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden.
Die interdisziplinäre Textsammlung verfolgt das Ziel, den Status quo des Begriffs in den Sozial- und Kulturwissenschaften zu reflektieren und sein theoretisches Potential zu bestimmen. Sie geht von der Annahme aus, dass Bewegung nicht nur eine "physikalische Tatsache" und damit etwas quasi Natürliches ist, sondern ein soziales und kulturelles Konzept, das auf verschiedene Weise naturalisiert und essenzialisiert worden ist. Der Band präsentiert verschiedene Gebrauchsweisen des Begriffs und ermöglicht damit ein weiteres konzeptuelles Nachdenken über Bewegung als einen Begriff, dessen Rolle im "Tanz der Disziplinen" neu zu entfalten ist." ***BEWEGUNG ***
Hier liegt mein wissenschaftliches Interesse und zwar aus meinen Studienfächern heraus.
ansonsten reh v.
zeit und raum geht konform.
und wissenschaftlichkeit oder technik ist zeitgewinn.
bloss dass das niemand merken darf.
es geht für plastk drauf, für das was man nach bedarf wegschmeissen muss.
wie z.b. gefühle.
man bewegt sich in einem kreislauf von narzsissmen.
das hält man dann für adäquanz.
es wird einem sozusagen ein luxus vorgspiegelt, den es nicht gibt.
defacto gibt es nur abgase und einwenig schminke ( feromonersatzstoffe )
ich selbst bin für freie liebe & a-physik ( u.a. )
aber schauen sie sich die wisenschaften an :
da geht eine maus nach der anderen dabei drauf.
so wie man ein steak nach dem anderen verdrückt.
es ist so simpel : dem steakfresser wird schlecht, die maus wird müde.
das können wir aber schon relativ simulieren.
so weit sind wir schon.
( noch nicht einmal auf 10 %.)
und da jagen wir mit 180 auf der autobahn unf fühlen uns wie die kings ?
na.
und da gibt es leute, die uns was von erderwärmung erzählen.
oder etwas von gott
- sie sind ja lustig.
wir machen es :
wir sind gott ( zumal die götter ) solange er lebt ( sie leben )
mehr ist irgendwie ersteinmal mal nicht drin.
naja imgrunde sind wir schon gottes überwacher.
wir passen auf seine schöpfung auf, weil er eignenlich einschlief und starb.
es ist trotzdem ja nun echt ein kuddelmuddel was er vorauswarf.
keine leichte aufgabe also, die er uns übertrug.
um daran auch noch moral zu beweisen
eine menschliche fürsorge moral halt nämlich.
auf die götter aufzupassen muss nicht unbedingt leichter sein, als
auf die menschen aufzupassen.
vielleicht ist das alles sowieso nur ein als relativ unwissenschftlich aufzufassender oder auffassbarer grober humbug.
sie meinen unfug.
@ knotscher
"zeit und raum geht konform.und wissenschaftlichkeit oder technik ist zeitgewinn."
Meine Unterteilung sollte nur ein Kunstgriff sein.
Vielleicht ist es so :
(Entzug von Zeit) = (Deformation von Raum)
schlüssiger ?
Zeit impliziert Dauer
Geburt/Tod
Naturwissen-schaft Technik.
Der Mensch spannt sich in die Technik ein.
Vielleicht spinnt er sich auch ein -
Defacto zollen wir der Technik zunehmend mehr Zeit.
Das Resultat ist der (Roh) stoffliche Deformierungsprozess auf der einen Seite und
der zunehmende Zeitaufwand auf der anderen Seite.
Ihre Gottestheorie ist schön. Ganz schön schön.
Individumm = Gott = Überwacher von ∞
ich antworte ihnen doch
weil ich ihre texte und bilder echt saugut finde.
Wenn man sich mal so anschaut, was von dem menschen alles so erzählt wird
( also ethnologisch und religionswissenschaftlich ) so kommt man zu dem schluss,
dass eigentlich alles erlaubt war, und das noch ortsunabhängig, d.h. klimatisch
oder nahrungstechnisch nicht begründbar.
Da gab es polyandrie, polygynie und monogamie, matriarchale ordnungen, patriarchale ordnungen, da gab es kriegerische gesellschaften und friedliche gesellschaften, da gab es
weibliche schöpferinnen, männliche schöpfer und zwittrige schöpferwesen,
da gab es viele göttInnen oder nur eine(n) einzige(n).
Und wir, wir dürfen davon wissen.
Nun stellt man sich die frage was gott ist, so muss man ja gar nicht lange fragen :
Gott ist das alles zusammen :
Also das göttliche.
Wenigstens.
Nun kann man noch ein wenig weiter gehen dann sagt man :
Das göttliche ist energie und energie ist alles.
Sowohl fantasie als auch realität ( vorausgesetzt man macht diesen unterschied )
Dann wären wir ein teil des göttlichen, sowie die gesamte anorganische wie organische materie.
Da sind wir.
( Ich hab darüber absolut kein problem religionen zu akzeptieren vorausgesetzt sie
verhalten sich friedlich. )
letztens sass ich hier und eine amsel kam zur balkontür rein ( welche zur hälfte
geöffnet war )
sie bewegte sich unter dem flügel durch und pickte wo für mich nichts zu picken war
ich schloss die tür richtung kühlschrank.
dann öffnete ich den zweiten flügel der balkontür und fing an ignorant zu
werden _ den papagei bittet man ja zur schulter
nachdem sich das wesen sattgegessen hatte unter dem schreibtisch flog es
souverän.
das letzte wirklich grosse tier in meinem zimmer war eine klitzekleine fledermaus,
die mir die feminstinnen ankündigten.
ich liebe sie.
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Bruno Lampe - 2009/07/04 19:35 A. D. IV Non. Iul. Anno 2762 a.u.c.
Vierter Tag vor den Nonen. Dies nefastus publicus. Am Morgen geht das Sternbild der Krone auf (Columella). ...
albannikolaiherbst - 2009/07/04 10:17 Samstagsjournal. 4. Juli 2009.
8.59 Uhr:
[Arbeitswohnung. Elgar, The Dream of Gerontius.]Ausgeschlafen, nachts noch die Küche fast ...
ist seit 1848 Tagen online,
zuletzt aktualisiert am 2009/07/04 19:52
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