Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008 d e

 
walhalladada meinte am 2008/04/04 09:11:
"Der Geist ist ein Knochen'. (Hegel) 
albannikolaiherbst antwortete am 2008/04/04 09:19:
@walhalladada.
Nein. Er ist i m Knochen. Der Knochen ist, mit Kant gesprochen, die Bedingung seiner Möglichkeit. (Ich wollte das in einem weiteren Paralipomenon noch mal zugespitzt fassen. Falls ich's tue, verlink ich's dann hiermit). 
Ifone antwortete am 2008/04/04 09:26:
Auch hier
würde man irgendwann wieder Ping Pong spielen. Möglicherweise ist das Ping-Pong-Spiel notwendig. Aber dann muss man rauskriegen, was es antreibt, oder ob man jemals schlauer als dieses Ping-Pong-Spiel wird sein können. 
Ifone antwortete am 2008/04/04 09:30:
@herbst
ich denke, nein ich bin sogar ziemlich überzeugt: Es ist eine Wechselwirkung. Nur welche? Das hat Lem mit seiner "Honest Ani" im Golem angedeutet. 
albannikolaiherbst antwortete am 2008/04/04 09:38:
@Ifone.
Das k a n n gar nicht unabhängig voneinander sein, weil es sonst ein entropischer Zustand wäre: Es gäbe keine vermittelnde "Sprache" für beide, das heißt: es wäre ein Mainboard ohne Programm. Monadisch kommunikationslos. Mit irgendetwas, tatsächlich, ist Hard- auf Software bezogen und umgekehrt. Völlig einverstanden. 
Ifone antwortete am 2008/04/04 09:57:
@herbst
Genau. Nennen wir das Kind beim Namen: Es ist das Energie-Infomrmationsproblem, Zwischen diesen beiden Feldern gibt es eine Wechselwirkung. Das ist das Kernproblem. Tatsächlich sind beide Begriffe, nämlich Energie und Information nicht mehr eindeutig. Das deutet Lem schon an, Carl Friedrich von Weizäcker wusste es und seine Schüler. Da liegt der Hase im Pfeffer. Und weil nämlich beide Begriffe durch die wissenschaftliche aber auch die geisteswissenschaftliche Wirklichkeit weich geworden sind, deshalb hat die konstruktive Phantasie heute die Chance, da etwas aufzuklären, unabhängig ob sie nun Kunst oder Wissenschaft betreibt.
Das Problem der Entropie liegt in der Mitte des Problems, und muss da eingebunden werden. 
walhalladada antwortete am 2008/04/04 16:03:
@herbst
Ich möchte ein wenig trotzig auf der Gleichung: 'Der Geist
i s t ein Knochen' bestehen, weil diese Relation eben
n i c h t suggeriert, der Geist halte sich dort - als 'Ding an sich' versteckt und man brauche nur den Knochen zu 'analysieren', um des Geistes habhaft zu werden.

"Das Objekt, - der Knochen - funktioniert in dieser Gleichung nur als positivierter Mangel: Es füllt die Leere, die Unmöglichkeit, die das Subjekt selbst ist: Das Äquvalent des Subjekts im Anderen ist das Objekt, das leblose Moment, welches das Loch im Anderen ausfüllt. Das Subjekt ist nämlich kein 'Ding an sich', welches in seiner Substantionalität jenseits seiner symbolischen Repräsentationen verharren würde; das Subjekt ist genau das Leere, die Unmöglichkeit seiner signifikanten Repräsentation, was als sein 'Hindernis' erscheint, ist gerade die Bedingung seiner Möglichkeit: Ohne diese Unmöglichkeit würde das Subjekt 'ins Objekt' fallen. Die Logik des Urteils 'Der Geist ist ein Knochen...erscheint zunächst als eine extrem vulgärmaterialistische Reduktion des Geistes, des Subjekts, dieser reinen Negativität auf etwas völlig Träges, auf die vollkommen undialektische Präsenz eines starren, toten Objekts (....)
Der 'Geist ist ein Knochen' ist die Gestalt einer grotesken Disharmonie, eines extrem negativen Verhältnisses. Diese Negativität, diese unerträgliche Spaltung fällt mit der Subjektivität selbst zusammen, nur auf diese Weise können wir uns die negative Kraft der Subjektivität vorstellen. Gerade durch das Verfehlen, durch die radikale Unangemessenheit, durch die Unvereinbarkeit von Prädikat und Subjekt gelingt es, die Dimension der Subjektivität zu übertragen".
(Slavoj Zizek: 'Der erhabenste aller Hysteriker'. Lacans Rückkehr zu Hegel, S.72f.)

Wenn der Knochen, mit Kant gesprochen, die Bedingung seiner Möglichkeit ist, dann aber gleichzeitig doch auch die Bedingung einer Unmöglichkeit, nämlich der des Subjekts! 

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