Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008Der Engel Ordnungen, Gedichte. axel dielmann - verlag 2009 d e

 
herbert hurka meinte am 2008/03/29 09:36:
@ANH Computerspiele
sind Ereignisse, die auf Benutzer-Oberflächen stattfinden und daher gar nichts einüben. Der evolutionäre Schub ist Effekt der Programme. Als PC's, etwas vor 20 Jahren allgemein zugänglich wurden (Micro-Chip-Technik), war es "Amateuren" noch möglich, Programmsprachen zu erlernen und selbst zu programmieren. Ein demokratischer Zugang, der längst geschlossen ist. Programmieren ist zu einem Machtfaktor geworden, über den nur noch wenige verfügen, weil sie nicht nur die Köpfe beherrschen sondern auch die technischen Mittel finanzieren.
Die Epidemie der Computerspiele ist - unterm Gesichtspunkt techno-evolutionärer Hoffnungen/Phantasien - ein klarer Rückschritt. 
albannikolaiherbst antwortete am 2008/03/29 09:47:
@hurka.
Ich wäre mir da an Ihrer Stelle alles andere als sicher. Computerspiele üben zum Beispiel eine Form der schnellen Wahrnehmung und Reaktion, die mir selber mit meinen 53 unterdessen völlig unzugänglich ist. Was die jungen Menschen da sehen können, macht den Anschein eines Vorausahnens, das es aber freilich nicht ist, sondern es ist tatsächlich eine Verschnellerung der Reaktionsfähigkeit in so ungeahntem Ausmaß, daß ich glaube, hier zu recht einen Sprung von Quantität in eine neue Qualität ausmachen zu können. Ich bin mir ganz sicher, daß Sie gegen einen trainierten 12jährigen ebenfalls verlieren würden. Hunderttausende dieser Zwölfjährigen schaffen eine neue menschliche Situation. Der Prozeß rast exponentiell voran. Wir Älteren haben da keine Chance mehr. Ältere haben immer Unrecht, das ist ein Lebensgesetz. Was ich deshalb auch überhaupt nicht bedaure, sondern mit großer Faszination bobachte. Es ist an den Älteren, die diese Technologie entwickelt haben (und zwar eine unterdessen, die sich selbst weiterentwickelt), sich in Bescheidenheit zu üben. 
molosovsky antwortete am 2008/03/29 10:09:
Training
Allgemein dazwischengeplauscht. Ich hoffe ja dieses Jahr selber ein etwas mehr an der Computerspielewelt teilnehmen zu können, als bisher (»GTA IV« und so).

Aber, Herr Herbst, sooooo einzigartig ist die Sache mit dem Reflex-Training durch Computer-Daddelei nun nicht. Beobachter der Handwerkgeschichte können davon erzählen, dass in Zeiten, als z.B. noch mehr Menschen selbst webten, flochten usw., das manuelle Geschick ärger trainiert war, als heutzutage üblich. (Wobei ich solchen Aussagen immer nicht so recht übern Weg traue, wenn Heutige über die Vergangenheit herumurteilen.) Andererseits: Das olfaktorisches Vermögen der Erstweltbewohner nimmt seit Generationen ab. Wo also evolutionieren, züchten wir uns hin: zu supergeschickten schlecht riechen könnenden Knöpfchendrückern?

Jedoch: Bei der Sache mit dem Bescheidenheit üben gebe ich Ihnen vollends recht.

Ansonsten bleibe ich bei meinem Gedankenspiel: solange Maschinen und Computer sich nicht selbst reproduzieren können, ohne menschliche Hilfe!, solange sind sie Werkzeuge und Anhängsel der Kultur-Sphäre des Menschen (der freilich selbst wiederum zur lebendigen Natur-Sphäre gehört. Um etwa zwei Ecken gedacht stimmt der Satz dann wieder, dass Computer Natur sind). 
herbert hurka antwortete am 2008/03/29 10:27:
@ANH
Da haben Sie klar Recht! Es ist nicht nur Reaktionsgeschwindigkeit, die trainiert wird, sondern auch ein vernetzendes Denken, was vielleicht wichtiger als die Reaktion, die ja eine alte Überlebensfähigkeit ist und ja nach wie vor funktioniert, wenn beispielweise das Lid automatisch und schneller, als wir das mit Bewußtsein je könnten, zuklappt, sobald etwas aufs Auge zugeflogen kommt. Doch üben nicht wir - die Blogger - dasselbe vernetzenden Denken ein? Da sollten wir uns nicht gar so alt fühlen, wenn wir dieses Tanzen auf allen argumentativen Hochzeiten so bravourös bewältigen. Die website heißt nicht zufällig "Dschungel".

Genauso der Zugang zu dem Informationsspeicher Internet, der uns enthebt, wegen jeder kurzfristig auftauchenden Wissenslücke in die UB laufen zu müssen, Kataloge durchzublättern und so weiter.

Programmieren jedoch spielt sich auf einer vollkommen anderen Ebene ab.
Das betrifft nicht allein die Praxis, sondern vor allem auch die Ebene des Durchschauens, zu der uns jeglicher Zugang verschlossen bleibt, sofern wir uns nicht mit Haut und Haaren dieser Spezialisierung ausliefern. Auf das trifft ja Günther Anders' Statement von der "Antiquiertheit des Menschen" erst richtig zu. 
knotscher95 antwortete am 2008/03/29 23:50:
wussten sie dass lady lovelace eine tochter von byron war ?
sie hat ne page in der wiki. 
herbert hurka antwortete am 2008/03/30 12:06:
@knotscher95
Sind Sie in die falsche Rubrik geraten? Oder so: Es gibt, schrieb Wondratschek dereinst in seinen besten Jahren, zu viele Antworten auf Fragen, die keiner gestellt hat. 
knotscher95 antwortete am 2008/03/30 15:36:
@h. hurka
sind sie wikipediert :
ADA.
( sie erwähnten doch programmiersprachen ? )
ich weiss ja nicht welches format sie hier ansteuern.
natürlich intendieren sie eine gegenwartssichtung + spekulativem ausblick.
historizität spielt da eine eher untergeordnete rolle, sorry. 
herbert hurka antwortete am 2008/03/30 17:52:
@knotscher95
Danke für den Hinweis: Der dichtende Dandy, die technophile Aufmerksamkeit seiner Tochter, die Bezeichnung der Programmiersprache und die Pentagon-Bezüge zu Lindas Geburtstag - ein hübscher Pynchon-Plot voll paranoider Doppeldeutigkeiten, die im Namen Linda Lovelace mitschwirren. Im wiki sind beide Figuren aus der Tiefe der Geschichte vermerkt. 
knotscher95 antwortete am 2008/03/30 18:05:
@herbert hurka
ha - ist ja lustig !
soweit sind aber jetzt sie gedriftet: linda !
irgendwie ein chtzeit:pixel.
lustig. 
oinos antwortete am 2008/03/30 18:52:
oha
bahnen sich hier wohl enthüllungen an, die nicht unbedingd mit der frühzeit des programmierens zu tun haben? ;-) 

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