Reproduzieren Computer die Natur? Argo (266).
Dies ist eine der Grundfragen der Anderswelt-Trilogie. Der Polizeichef Marcus Goltz drückt sie aus, bevor er die Fronten wechselt und mit den Myrmidonen paktiert, die aus seiner bisherigen Sicht Terroristen waren, und eben n u r das:
Damals schon, im Zimmer des alten Präsidenten, als Ungefugger Präsident noch nicht gewesen war, hatte Goltz etwas nagend Widerstrebendes, hatte er an dem Unsterblichen etwas gespürt, eine zu jedem Endsieg entschlossene Tugend, die ihn furchtbar leise schreckte. Doch er hatte sein inneres Vorbeben diszipliniert, war obendrein von dem Verbalduell berauscht gewesen und hatte sein Erschrecken für eines vor Ungefuggers Exaltation gehalten. Außerdem war er ein Mann der Sicherheit; weshalb hätte er eine Technologie ablehnen sollen, die einem die größte Übersicht schenkte? (...) „Angenommen, wir haben recht“, sagte er nächstentags zu Beutlin, „können dann Ihre Welten“, Wink zu den Screens, „mit uns interagieren?“ Beutlin nickte. „Dann, Herr Goltz, wäre alles möglich. Eine Unendlichkeit miteinander verschränkter Realitäten, verzweigt und verknüpft wie die Neuronenverbände eines Gehirns, Handel treibend, Krieg führend, liebend, musizierend... David Bohm hat gemeint, daß der Mikrokosmos des Gehirns die Struktur des Universums repliziere.“ „Unübersichtlich“, sagte der Polizeichef. Beutlin mußte lächeln. „Sehr unübersichtlich, Herr Goltz.“ Dies auch als eine Antwort >>>> darauf wie insgesamt auf >>>> diese Debatte. Es wäre das k e i n e Einlassung zum Bewußtsein einer unmittelbar wirkenden Realität? Der Schlußsatz von >>>> Buenos Aires. Anderswelt lautet so:
Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms überschritt das Leben die zweite Schwelle der Schöpfungsgeschichte. Hiernach ging es im Laufschritt die Treppe hinan.
Die viel weiter reichende Frage lautet, ob Computer nicht Natur s i n d? Ob sie also nicht selbst ein Teil des Evolutionsvorganges sind. Falls dem so ist (ich tendiere zu der Annahme sehr), sind auch Computerspiele usw. letztlich Vorbereitungen. Dasselbe gälte für die Künste, und zwar auch, und vielleicht g e r a d e auch, in den klassizistischen Formspielen.
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Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms überschritt das Leben die zweite Schwelle der Schöpfungsgeschichte. Hiernach ging es im Laufschritt die Treppe hinan.
Die viel weiter reichende Frage lautet, ob Computer nicht Natur s i n d? Ob sie also nicht selbst ein Teil des Evolutionsvorganges sind. Falls dem so ist (ich tendiere zu der Annahme sehr), sind auch Computerspiele usw. letztlich Vorbereitungen. Dasselbe gälte für die Künste, und zwar auch, und vielleicht g e r a d e auch, in den klassizistischen Formspielen.
[Bei der Zusammenstellung der Textauszüge
für den >>>> horen-Themenband zu ANDERSWELT.
Wolfgang Rihm, Styx und Lethe für Violoncello und Orchester (1997/98).]
für den >>>> horen-Themenband zu ANDERSWELT.
Wolfgang Rihm, Styx und Lethe für Violoncello und Orchester (1997/98).]
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albannikolaiherbst - Freitag, 28. März 2008, 07:15- Rubrik: ARGO-ANDERSWELT
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