Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 d e

 
Dies ist eine der Grundfragen der Anderswelt-Trilogie. Der Polizeichef Marcus Goltz drückt sie aus, bevor er die Fronten wechselt und mit den Myrmidonen paktiert, die aus seiner bisherigen Sicht Terroristen waren, und eben n u r das:
Damals schon, im Zimmer des alten Präsidenten, als Ungefugger Präsident noch nicht gewesen war, hatte Goltz etwas nagend Widerstrebendes, hatte er an dem Unsterblichen etwas gespürt, eine zu jedem Endsieg entschlossene Tugend, die ihn furchtbar leise schreckte. Doch er hatte sein inneres Vorbeben diszipliniert, war obendrein von dem Verbalduell berauscht gewesen und hatte sein Erschrecken für eines vor Ungefuggers Exaltation gehalten. Außerdem war er ein Mann der Sicherheit; weshalb hätte er eine Technologie ablehnen sollen, die einem die größte Übersicht schenkte? (...) „Angenommen, wir haben recht“, sagte er nächstentags zu Beutlin, „können dann Ihre Welten“, Wink zu den Screens, „mit uns interagieren?“ Beutlin nickte. „Dann, Herr Goltz, wäre alles möglich. Eine Unendlichkeit miteinander verschränkter Realitäten, verzweigt und verknüpft wie die Neuronenverbände eines Gehirns, Handel treibend, Krieg führend, liebend, musizierend... David Bohm hat gemeint, daß der Mikrokosmos des Gehirns die Struktur des Universums repliziere.“ „Unübersichtlich“, sagte der Polizeichef. Beutlin mußte lächeln. „Sehr unübersichtlich, Herr Goltz.“Dies auch als eine Antwort >>>> darauf wie insgesamt auf >>>> diese Debatte. Es wäre das k e i n e Einlassung zum Bewußtsein einer unmittelbar wirkenden Realität? Der Schlußsatz von >>>> Buenos Aires. Anderswelt lautet so:

Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms überschritt das Leben die zweite Schwelle der Schöpfungsgeschichte. Hiernach ging es im Laufschritt die Treppe hinan.
Die viel weiter reichende Frage lautet, ob Computer nicht Natur s i n d? Ob sie also nicht selbst ein Teil des Evolutionsvorganges sind. Falls dem so ist (ich tendiere zu der Annahme sehr), sind auch Computerspiele usw. letztlich Vorbereitungen. Dasselbe gälte für die Künste, und zwar auch, und vielleicht g e r a d e auch, in den klassizistischen Formspielen.

[Bei der Zusammenstellung der Textauszüge
für den >>>> horen-Themenband zu ANDERSWELT.
Wolfgang Rihm, Styx und Lethe für Violoncello und Orchester (1997/98).]
Argo 265 <<<<
molosovsky meinte am 28. Mrz, 09:40:
Klassische SF-Themen
Über die biotechnische Revolution schreibt ja z.B. Bruce Mazlisch in »Faustkeil und Elektronenrechner – Die Annäherung von Mensch und Maschine« (»The Fourth Discontinuitiy«, 1993 / dt. 1998). Wenn man sagt, dass Computer Natur sind, oder diesen Rahmen noch weiter spannt und sagt, dass Technik Natur ist, deutet man freilich auf einen interessanten Entwicklungsvorgang hin, bzw. auch auf ein ganzes Büschel utopischer Ziele (denen sich ja z.B. Transhumanisten widmen) , aber leider um den Preis, die Begriffe ›Technik‹ und ›Natur‹ zu vertrüben. Der Mensch ist das Technik produzierende und sich der Technik bedienende Tier, und nutzt diese Technik dazu, die Natur zurückzudrängen, zurechtzustutzen, umzugestalten zu künstlichen Lebensräumen. Kurz: Aus dem Baden im Teich wird das baden im Pool. Da die Kräfte der Natur-Evolution ja (soweit mir bekannt) kein absichtsvolles Planen im Voraus kennen, würde ich den Bereich der Technik-›Evolution‹ doch abgrenzen und etwas beiseit stellen. Die Menschen greifen ja nicht vollkommen plan- und absichtslos als Züchter, Baumeister, Kybernetiker usw in die Umwelt, die Evolution ein, und Technik entsteht ja nur in seltenen Fällen in Akten des un-teleologischen vor sich hin Bosselns. 
albannikolaiherbst antwortete am 28. Mrz, 10:45:
@molosovsky.
Wenn Sie Teleologie als Zielgerichtetheit verstehen, in diesem (menschlichen) Fall als ein bewußtes, läßt sie sich sehr wohl - und zwar ohne jeden Plan - aus den Naturprozessen herausfolgern. Auch ist es als Ausschließliches falsch, daß aus dem Baden im Teich das Baden im Pool wird; tatsächlich b l e i b t es ja beim Baden im Teich, bzw. sogar im Meer. Evolution (bitte das Folgende jetzt nicht mit Absicht verwechseln) probiert Lebensarten aus, und zwar mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die sich auch entwickeln können. Eines dieser Mittel ist Technik. >>>> Ifone hat bereits darauf hingewiesen, daß es eine Tendenz des Menschen gibt, sich in Technischem aufzulösen; Harraways >>>> Natur/Cyborg-Aufsatz weist in die gleiche Richtung. 
molosovsky antwortete am 28. Mrz, 11:18:
@ANH: Die alte Frage…
…wo der Mensch verortet wird, und wie man dann die damit zusammenhängenden Begriffe definiert (›Gegensatz‹: Mensch = Naturkind UND Mensch = nicht von dieser Welt). Ifone deutet ja in dem von Ihnen verlinkten Beitrag sehr schön an, dass es das tatsächliche Machen ist, das eben die teleologischen Tatsachen des Menschenparks schafft. Wo die einen noch über bioethische Probleme debattieren, investieren anderenorts schon Aufbruchtsgemeinschaften entsprechende Zukunftsprojekte, rekutieren Herzen und Hirne für ihre Archen. Für mich als Außenstehenden alles eher ferne und abstrakte Vorgänge, in etwa so weit weg wie mittelalterlicher Bilderstreit oder afrikanische Stammeskriege. An der biotechnischen Revolutions-Zukunft kann halt nur mitmachen, wer ›drin‹ ist, egal ob als Versuchskaninchen oder Programmierer. Der Rest, außerhalb der bewachten Grünzonen darf wieder zurücksinken auf ältere Formate menschlicher Zivilisation. Utopien sind eben immer nur für die sich selbst zu ihnen Auserwählenden auch Idyllen und (Selbst)Verwirklichungs-Räume: für alle anderen sind sie der Altar, auf dem Mensch sich für Visionen einer besseren Zukunft opfern, bzw. geopfert werden. 
herbert hurka meinte am 28. Mrz, 21:39:
@ANH/molokovsky
Wir sind ja längst mittendrin in einer Situation, in der Gegensätze wie Mensch - Natur, Mensch - Maschine mehr verunklaren als erklären. Jede technische Prothese, die den Körper ergänzt, erzeugt einen Cyborg-Organismus. Alle technischen Prothesen aber gehen im dem Mega- und Metamedium Computer auf, der am wenigsten durchschaubar ist, wo seine Funktionen denen des Gehirns am nächsten sind. Wie der digitale Code alle Daten, die er umschreibt, zur disponiblen Masse macht, so macht die Gentechnologie den Menschen selbst, d.h., nicht allein den Körper, zur disponiblen Masse, wobei das Bild des Menschen automatisch mitgezogen wird, so dass es keinen humanistisch-determinierten Anker mehr abgeben kann. Je weiter also das Menschenbild in die Defensive gerät, je weiter es sich vor den immer neuen Gebietsverlusten an die Technik zurückziehen muss, desto heftiger werden die fundamentalistischen Pflöcken eingeschlagen - bis hin zur Leugnung der Evolutionstheorie. 
molosovsky antwortete am 29. Mrz, 00:09:
Pflanzen sich Computer schon fort?
So alleine, ohne dass Menschen eingreifen? Solange Computer und Maschinen noch menschliche Hebammen usw. brauchen um sich zu reproduzieren, solange darf man sie noch getrost als von uns abhängige Technik, also als Teil der menschlichen Kultursphäre bezeichnen. Gedankenexperiment: Alle Menschen verschwinden »Quiet Earth«-artig und was ist dann mit all den Computern und der Technik? Machen die allein weiter? Wenn nein, dann keine Natur im lebendigen Sinne, sondern eben Weltraumschrott, Zivilisations-Ruine. Wenn ja, kann man davon sprechen, dass die Technik zu einem kompetenten Natur-Kind geworden ist.

Speziell zu Herrn Hurka: Eine Prothese allein macht noch keinen Cyber-Organismus. Nur weil ich eine Gabel in die Hand nehme, bin ich noch kein Cyborg, oder? Auch eine Uhr am Handgelenk macht mich noch nicht zu einem Biomechanoiden. Auch Keramik in der Hüfte wäre mir zu wenig Technik. Hier haben wir ein ›Haufen‹-Problem. Wie viele Erbsen sind ein Haufen Erbsen? 3? 5? 7? — Ein Herzschrittmacher, künstliche Glieder mit intelligenten künstlichen Muskeln, Ohren- und Augenersatz usw … da würde ich schon eher sagen, dass der Mensch sich in Richtung Cyborg-Organismus entwickelt (oder sagt man korrekterweise ›künstlich ergänzte Person‹?). 
herbert hurka antwortete am 29. Mrz, 00:33:
@molosovsky
Klar habe ich an den Herzschrittmacher gedacht, wenn ich von TECHNISCHEN Prothesen rede. Sollte man erweitern auf elektronische Prothesen. Gigers Biomechanoiden, auf die Sie offensichtlich anspielen, sind übrigens nicht zuletzt von der traumatischen Erfahrung inspiriert, dass Gigers Mutter bereits in Kindheitszeiten des Sohnes sog. Sulzer-Gelenke in die Hüften implantiert bekam.
"Künstlich ergänzte Person" ist ein wunderbarer Ausdruck - ich hoffe, kein echter sondern ein dem unerträglichen Glatt-und-Korrekt-Jargon nacherfundener.

Zum anderen Argument: Aber das hat doch längst angefangen, wenn auch der Sprung bisher nicht so spektakulär stattgefunden hat, wie die SF-Fantasien das vorwegnehmen. Zum Beispiel wenn Computer-Programme Computer-Programme schreiben oder programmierte Industrieroboter ganze Produktionsphasen "eigenverantwortlich" durchführen. Ein interessantes Buch dazu vielleicht - Kevin Kelly (ehemaliger Wired-Herausgeber): Das Ende der Kontrolle, allerdings schon 14 Jahre alt, eine Ewigkeit für Technik-Entwicklungen. 
albannikolaiherbst antwortete am 31. Mrz, 07:57:
@molosovsky. Gedankenexperiment.
Alle Technik verschwindet von der Erde.

Was wird mit dem Menschen? Er fällt, wenn es gutgeht und er, wie Robinson Crusoe, einen Lebensraum ohne natürliche Feinde besiedelt, auf eine Lebenserwartung von um die zwanzig bis dreißig zurück und wird diese paar Jahre fieberhaft nutzen müssen, um - Technik zu entwickeln. 
combambus meinte am 29. Mrz, 00:24:
Epi
ANH schrieb:
"Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms überschritt das Leben die zweite Schwelle der Schöpfungsgeschichte. Hiernach ging es im Laufschritt die Treppe hinan."

Das ist doch eher Journalistengeschwätz, Genom-Datenbanken nutzen dem Forscher ungefähr so viel, wie einem Berliner Proll ein chinesisches Telefonbuch. Mit den Gendaten fängt die Arbeit erst an, genannt Epigenetik: http://epigenome.eu/de/ 
albannikolaiherbst antwortete am 29. Mrz, 00:28:
@combambus.
Die Arbeit fängt immer erst an, wenn das Material vorliegt. Das liegt nun vor. Vorher lag es nicht vor. Dazwischen liegt die Schwelle. 
combambus antwortete am 29. Mrz, 03:06:
Und
der Proll wird mit dem Telefonbuch nix anfangen können. 
albannikolaiherbst antwortete am 29. Mrz, 05:30:
Der sieht es ja auch nicht auf der Schwelle liegen.
Die er auch schon nicht sieht.

(Den Witz beiseite, auch die abwertende Bezeichnung beiseite: Er spürt es aber, dieses Telefonbuch:: daß nämlich andere als er Nummern daraus wählen und daß in den darauf geführten Telefonaten Entscheidungen fallen, auch über ihn und sein weiteres Geschick). 
combambus antwortete am 29. Mrz, 15:54:
Variation
Das Bild spinne ich anders weiter, der (Bildungsferne) weiss sehr genau, was da vor ihm liegt. Er und niemand sonst kann es zum Wohl seines Sozialverbands einsetzen und er kann nie gekannte Verbrechen damit begehen. Was jetzt keine Überleitung zur nächsten Binsenweisheiten-Flechterei sein soll. Ich vermute mal, der (Bildungsferne) wird den Gebrauch eines chinesischen Wörterbuchs so weit erlernen, dass er seinen Saufkumpan in Peking anrufen kann...

In China you don’t learn about China,
in China you learn about yourself. (F. G.) 
herbert hurka meinte am 29. Mrz, 09:36:
@ANH Computerspiele
sind Ereignisse, die auf Benutzer-Oberflächen stattfinden und daher gar nichts einüben. Der evolutionäre Schub ist Effekt der Programme. Als PC's, etwas vor 20 Jahren allgemein zugänglich wurden (Micro-Chip-Technik), war es "Amateuren" noch möglich, Programmsprachen zu erlernen und selbst zu programmieren. Ein demokratischer Zugang, der längst geschlossen ist. Programmieren ist zu einem Machtfaktor geworden, über den nur noch wenige verfügen, weil sie nicht nur die Köpfe beherrschen sondern auch die technischen Mittel finanzieren.
Die Epidemie der Computerspiele ist - unterm Gesichtspunkt techno-evolutionärer Hoffnungen/Phantasien - ein klarer Rückschritt. 
albannikolaiherbst antwortete am 29. Mrz, 09:47:
@hurka.
Ich wäre mir da an Ihrer Stelle alles andere als sicher. Computerspiele üben zum Beispiel eine Form der schnellen Wahrnehmung und Reaktion, die mir selber mit meinen 53 unterdessen völlig unzugänglich ist. Was die jungen Menschen da sehen können, macht den Anschein eines Vorausahnens, das es aber freilich nicht ist, sondern es ist tatsächlich eine Verschnellerung der Reaktionsfähigkeit in so ungeahntem Ausmaß, daß ich glaube, hier zu recht einen Sprung von Quantität in eine neue Qualität ausmachen zu können. Ich bin mir ganz sicher, daß Sie gegen einen trainierten 12jährigen ebenfalls verlieren würden. Hunderttausende dieser Zwölfjährigen schaffen eine neue menschliche Situation. Der Prozeß rast exponentiell voran. Wir Älteren haben da keine Chance mehr. Ältere haben immer Unrecht, das ist ein Lebensgesetz. Was ich deshalb auch überhaupt nicht bedaure, sondern mit großer Faszination bobachte. Es ist an den Älteren, die diese Technologie entwickelt haben (und zwar eine unterdessen, die sich selbst weiterentwickelt), sich in Bescheidenheit zu üben. 
molosovsky antwortete am 29. Mrz, 10:09:
Training
Allgemein dazwischengeplauscht. Ich hoffe ja dieses Jahr selber ein etwas mehr an der Computerspielewelt teilnehmen zu können, als bisher (»GTA IV« und so).

Aber, Herr Herbst, sooooo einzigartig ist die Sache mit dem Reflex-Training durch Computer-Daddelei nun nicht. Beobachter der Handwerkgeschichte können davon erzählen, dass in Zeiten, als z.B. noch mehr Menschen selbst webten, flochten usw., das manuelle Geschick ärger trainiert war, als heutzutage üblich. (Wobei ich solchen Aussagen immer nicht so recht übern Weg traue, wenn Heutige über die Vergangenheit herumurteilen.) Andererseits: Das olfaktorisches Vermögen der Erstweltbewohner nimmt seit Generationen ab. Wo also evolutionieren, züchten wir uns hin: zu supergeschickten schlecht riechen könnenden Knöpfchendrückern?

Jedoch: Bei der Sache mit dem Bescheidenheit üben gebe ich Ihnen vollends recht.

Ansonsten bleibe ich bei meinem Gedankenspiel: solange Maschinen und Computer sich nicht selbst reproduzieren können, ohne menschliche Hilfe!, solange sind sie Werkzeuge und Anhängsel der Kultur-Sphäre des Menschen (der freilich selbst wiederum zur lebendigen Natur-Sphäre gehört. Um etwa zwei Ecken gedacht stimmt der Satz dann wieder, dass Computer Natur sind). 
herbert hurka antwortete am 29. Mrz, 10:27:
@ANH
Da haben Sie klar Recht! Es ist nicht nur Reaktionsgeschwindigkeit, die trainiert wird, sondern auch ein vernetzendes Denken, was vielleicht wichtiger als die Reaktion, die ja eine alte Überlebensfähigkeit ist und ja nach wie vor funktioniert, wenn beispielweise das Lid automatisch und schneller, als wir das mit Bewußtsein je könnten, zuklappt, sobald etwas aufs Auge zugeflogen kommt. Doch üben nicht wir - die Blogger - dasselbe vernetzenden Denken ein? Da sollten wir uns nicht gar so alt fühlen, wenn wir dieses Tanzen auf allen argumentativen Hochzeiten so bravourös bewältigen. Die website heißt nicht zufällig "Dschungel".

Genauso der Zugang zu dem Informationsspeicher Internet, der uns enthebt, wegen jeder kurzfristig auftauchenden Wissenslücke in die UB laufen zu müssen, Kataloge durchzublättern und so weiter.

Programmieren jedoch spielt sich auf einer vollkommen anderen Ebene ab.
Das betrifft nicht allein die Praxis, sondern vor allem auch die Ebene des Durchschauens, zu der uns jeglicher Zugang verschlossen bleibt, sofern wir uns nicht mit Haut und Haaren dieser Spezialisierung ausliefern. Auf das trifft ja Günther Anders' Statement von der "Antiquiertheit des Menschen" erst richtig zu. 
knotscher95 antwortete am 29. Mrz, 23:50:
wussten sie dass lady lovelace eine tochter von byron war ?
sie hat ne page in der wiki. 
herbert hurka antwortete am 30. Mrz, 12:06:
@knotscher95
Sind Sie in die falsche Rubrik geraten? Oder so: Es gibt, schrieb Wondratschek dereinst in seinen besten Jahren, zu viele Antworten auf Fragen, die keiner gestellt hat. 
knotscher95 antwortete am 30. Mrz, 15:36:
@h. hurka
sind sie wikipediert :
ADA.
( sie erwähnten doch programmiersprachen ? )
ich weiss ja nicht welches format sie hier ansteuern.
natürlich intendieren sie eine gegenwartssichtung + spekulativem ausblick.
historizität spielt da eine eher untergeordnete rolle, sorry. 
herbert hurka antwortete am 30. Mrz, 17:52:
@knotscher95
Danke für den Hinweis: Der dichtende Dandy, die technophile Aufmerksamkeit seiner Tochter, die Bezeichnung der Programmiersprache und die Pentagon-Bezüge zu Lindas Geburtstag - ein hübscher Pynchon-Plot voll paranoider Doppeldeutigkeiten, die im Namen Linda Lovelace mitschwirren. Im wiki sind beide Figuren aus der Tiefe der Geschichte vermerkt. 
knotscher95 antwortete am 30. Mrz, 18:05:
@herbert hurka
ha - ist ja lustig !
soweit sind aber jetzt sie gedriftet: linda !
irgendwie ein chtzeit:pixel.
lustig. 
oinos antwortete am 30. Mrz, 18:52:
oha
bahnen sich hier wohl enthüllungen an, die nicht unbedingd mit der frühzeit des programmierens zu tun haben? ;-) 
Stromberg meinte am 30. Mrz, 16:57:
Computer werden besser sein als die Natur.
Heutige Roboter imitieren nicht nur das Leben, sie sind mittlerweile recht lernfähig. Siehe "Phobot", der den diesjährigen Preis der Human-Robot-Interaction 2008 (http://science.orf.at/science/news/151084 und http://www.hri2008.org/) gewonnen hat. Und man erinnere sich an die drolligen Norns (http://de.wikipedia.org/wiki/Creatures_(Computerspiel)), die ja schon so etwas wie ein frühes Stadium der KI innerhalb des Computerspeichers entwickelt hatten und in den Flugsimulatoren der RAF zeitweise gegen Piloten eingesetzt wurden, wo sie nach einiger Zeit b e s s e r waren, als die menschlichen Gegner.
Die kommenden unbemannten Marsmissionen setzen auf sich selbst reparierende Roboter und die Entwicklung der zivil genutzten Kernfusion - etwa im Forschungszentrum Jülich - wird uns in den kommenden Jahrzenten einige interessante Technologien bescheren. Es stellt sich hier nicht die Frage o b zukünftige Technologien den Menschen ergänzen oder gar verdrängen/ersetzen können, sondern w a n n wir über diese Technologie verfügen werden - und was wir daraus machen. Werden wir Borg? Bei den Borg stellt sich immerhin nicht die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Hier war eindeutig der Organismus zuerst da, dann folgte das kybernetische Implantat. Bei der Frage nach künstlichem Leben stößt man immer wieder auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit i r d i s c h e n Lebens und außeririschen Lebens. Zunächst sah es in der Wissenschaftsgeschichte so aus, dass selbst irdisches Leben sehr unwahrscheinlich ist, eher ein großer Zufall im Spiel der kosmischen Elemente. Heute gehen die Wissenschaftler (Dank an Hubble, Radioteleskop und andere Ferngläser) davon aus, dass Leben außerhalb unseres Systems sehr wahrscheinlich ist. Womit die Wahrscheinlichkeit irdischen Lebens natürlich auch beträchtlich zugenommen hat.
Wenn es ein Telos für die Menschheit gibt, so könnte ein Grenzstein auf diesem Weg die Eroberung des Weltraums sein. Und in dieser unwirtlichen Umgebung sind autonom handelnde, robuste Helfer wie etwa Androiden sehr nützlich.
In vielen Fähigkeiten sind uns die Maschinen - selbst wenn sie von uns noch bedient werden müssen - weit im Vorteil. Schon mal versucht gegen Fritz 10 eine Partie im Turniermodus zu gewinnen? Wenn Sie kein Großmeister sind, sehe ich da aber schwarz. Oder nehmen wir die Olympischen Spiele. Ohne Hochtechnologie wäre es kaum möglich die sportlichen Ziele, höher, schneller, weiter, zu erreichen. Einige Wissenschaftler an Hochschulen sind so schlau und lassen immerhin schon kleine putzige Roboter gegeneinander Fußball spielen.
Und noch etwas wird uns zur Erschaffung künstlichen Lebens treiben: Der Mensch will nicht nur zerstören, er will auch erschaffen, Schöpfer sein. Gott erschuf uns doch nach seinem Ebenbild, oder nicht? Wir werden besser werden als Gott, der Mensch wird zu Gott 2.0! Es schallt mir hier das Geschrei Dr. Frankensteins aus dem gleichnamigen Film von James Whale in den Ohren: „It’s Alive! It’s Alive!“
Nur eines sehe ich nicht bewiesen: dass ein Computerspieledaddler, der wieselflinke Finger durch Warcraft konditioniert bekam, aufgrund dieser Fähigkeit eines Tages den Nobelpreis überreicht bekommt. Dazu gehört mehr, als einige zusätzliche Synapsenverschaltungen, die lediglich die Fingerknöchelkondition trainieren.