Ifone meinte am 2008/03/26 12:28:
Antwort an Montgelas
Die "Akte Harich" gehört tasächlich zu den schillernsten und wenig aufbereiteten Aspekten - im DRAMA DDR, bzw zur FARCE DDR, ihr Hinweis ist berechtigt. Harig war selbst Funktionär, ein hochintelligenter, der als Intellektueller in die Mühlen geraten ist. Ja, er hatte wohl Vergünstigungen. Man kann diese Dinge nicht mit einfachen moralischen Kategorien behandeln. Ich habe von Hacks auch keine moralisch einwandfreie Biografie verlangt. Ebensowenig wie ich sie heute von Müller verlange.Es geht einzig und allein um die Frage, ob Texte mehr als nur schön oder hässlich, oder hässlich schön oder schön hässlich geformt sind. Und in wie weit sie sich operativ auch denkerisch auf ihre Gegenwart einlassen. Oder ob sie als ästhetisches Event konsumiert werden. Das Thema füllt Bibliotheken. Tatsächlich halte ich persönlich übrigens Joyce oder Pound oder Prouct darin für völlig überschätzt, im Gegensatz zu Flaubert oder Kafka, den ich für unterschätzt halte, obwohl er von Deleuze vereinnahmt wurde. Aber das sind jetzt Ansichtssachen. Eigentlich ist es tatsächlich an der Zeit die geistigen AKTEN BRD DDR einmal zu untersuchen und die links-rechte oder rechts- linke Verstrickung mit ihren Nachwehen nachadornitischen Sehnsucht nach Katholizität im heutigen Feulliton unter die Lupe zu nehmen.
Kunst, sofern sie eine Geniesserstruktur hat, hat immer auch eine systemerhaltende Funktion. (Kirchen-Kunst) Es geht nicht um Subversivität oder Moral, es geht darum, ob sie Geistes-Gegenwart riskiert. Das kann sie sogar affirmativ. Aber das würde nun womöglich wirklich ausufern... natürlich auch deshalb, weil man über den Kunstbegriff diskutieren müsste, aber das ist ermüdend, weil hinter dem Rücken dieser Diskussionen andere Dinge ablaufen, um deren Verständnis man sich bemühen müsste, auch wenn das manchmal mit Genuss eher weniger zu tun hat.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4808457/#4814596





















