walhalladada meinte am 2008/03/17 18:07:
Das Böse, zumal deutscher Provenienz, geriert sich gern als Kantsches 'Ding an sich', insofern es unablässig auf sein Wesen hin befragt wird. Dabei soll die Suche nach dem metaphysischen Kern des Bösen nichts weiter als den Fragenden entlasten. Wovon? Nicht etwa von einer metaphysischen Schuld, sondern von der Bewusstwerdung der eigenen Banalität. Nachdem ich - dank Gregor Keuschnigs link - die glänzend gelesenen Kapitel im FAZ 'Reading Room' gehört habe, wird mir wieder einmal bewusst, dass das Geheimnis des Bösen eben darin Bestand hat, keines zu haben. Eine Tatsache, die vielleicht auch als kurze Definition des Banalen herangezogen werden kann...
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4792837/#4793014
Gregor Keuschnig antwortete am 2008/03/17 18:18:
Ja, es ist
glänzend gelesen im "Reading Room". (Ich äussere mich zum Thema selber nicht bzw. erst, wenn ich das Buch gelesen habe.)
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4792837/#4793057
albannikolaiherbst antwortete am 2008/03/17 18:32:
@Keuschnig. Zum Verfahren.
Ich äußere mich ganz bewußt, w ä h r e n d ich lese, um die Erfahrungen (und Gedanken) während des Leseprozesses mitvollziehbar zu machen und um eben n i c h t resümierend zu reagieren. Es mag durchaus sein, daß mein späteres Urteil jetzige Vor-Urteile revidiert oder über den Haufen wirft. Ich meine aber, daß es gerade interessant ist, in den Prozessen, die auch gefühlt werden, zu denken.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4792837/#4793102
Gregor Keuschnig antwortete am 2008/03/17 19:13:
@albannikolaiherbst
Finde ich ein interessantes Verfahren.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4792837/#4793212
albannikolaiherbst antwortete am 2008/03/17 19:27:
@Keuschnig.
Das Netz hat für so etwas Platz - und die Zeit. Man kann eine Lektüre auch erst ein Jahr, nachdem man sie begonnen hat, abschließen; es kommt in gar keiner Weise auf Markt an. Die Ökonomie ist restlos gleichgültig, man kann sich hier den wunderbaren und förderlichen Luxus einer freien Entscheidungsfindung leisten. Und die Leser daran teilhaben, sowie, wenn sie mögen, daran mitwirken lassen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4792837/#4793245
david ramirer antwortete am 2008/03/17 20:37:
@albannikolaiherbst
ihren letzten kommentar finde ich ganz großartig: darauf mit nachdruck hinzuweisen, dass eine entscheidungsfindung zeit benötigt und nicht erst post festum bekannt gemacht wird, als ob dadurch irgendetwas stabiler werden würde...meinungen und entscheidungen wachsen, und sie wachsen zu sehen (und vielleicht auch selbst wieder zu fällen) ist eine der fundamentalsten beweglichkeiten, die menschen sich leisten können.
noch viel zu wenig derartige transparenz ist im netz zu finden - ich danke ihnen, dass sie dafür eine lanze brechen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4792837/#4793457





















