Nur ein Leser meinte am 2008/03/14 12:45:
Was die meisten unsrer Sprachgenossen vermissen lassen, ist ein Gespür für verschiedene Sprachebenen. Der (korrekt - in ANHs Sinne - verwendete) Konjunktiv gehört heutzutage wohl nur noch dem gehobenen Sprachniveau an, das vielen als "pathetisch" oder "geschraubt" vorkommt. Mit dem Verlust des Sprachviveaugefühls gehen dann eben auch die Differenzierungsmöglichkeiten in der Literatur verloren. Wenn man nicht weiß, was in der Hochsprache grammatikalisch richtig ist, kann man keine Abweichungen davon, nach oben ins Pathetische oder nach unten ins Umgangsprachliche oder in den Jargon, m a r k i e r e n.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4784572/#4785068
read An antwortete am 2008/03/14 15:38:
Sprache ist ein Indikator für Kultur
"Sprache ist ein lebendiger Organismus!" Ja da hat Sie recht, die Lektorin und dennoch nicht ganz erfasst was ihr da über die Lippen gegangen ist.Sprache als ein lebendiges Wesen zu betrachten kann wohl kaum heißen es zu besetzen und es dem > ICH< zu unterwerfen. Das wäre nicht lebendig, da >ICH< sich auf eitle Weise um sich selbst dreht!
Die Sprachverwarlosung der Ware Schriftsteller geht mit dem >ICH< des Konsummarktes einher, die poetry wirft mit Schlammbällen um sich und dabei wird oft nicht von der sprachlichen Ebene aus geworfen sondern ein jeder wirft sein subjektives Geschwurbel nach Draußen. Der Indikativ ist für viele ein toller Platzhirsch. Konjunktiv und Irrealis liegen vielleicht einfach zu fern von >express Yourself.
"Unvollendete Wortsymphonien" sind den meißten einfach nicht MÖGLICH.............
.....keiten - Sprachpoetik! Das kappt ganz einfach das ICH vom ES der Empfindung.
"Ich bin nur einer von den Epigonen, die in dem alten Haus der Sprache wohnen."
K. Kraus
Heute ist Epigone ja schon zu einem Schimpfwort verkommen!
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4784572/#4785623
cri antwortete am 2008/03/15 07:15:
"Der Ursprung ist das Ziel"
"Epigone" war auch schon zur Zeit von Kraus negativ besetzt, aber Kraus gebrauchte "Epigone" trotzdem, und zwar im Sinne wie es in "Sieben gegen Theben" gebraucht wird, wo die Epigonen dem Misserfolg ihrer Vorgänger einen Erfolg hinzufügen können, und gerade nicht wie es dem zeitgenössischen Sprachgebrauch entsprach.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4784572/#4786921





















