Gregor Keuschnig meinte am 2008/03/14 10:37:
Der Ausdruck "Sprachfaschismus" zeigt nicht nur eine virulente Argumentationsimpotenz, sondern knüpft an den (eigentlich längst veralteten) Duktus einer sich revolutionär gebenden und sich für elitär haltenden Schein-Avantgarde an (von Leuten wie >>>>>Götz Aly pointiert decouvriert). Wo es der "Sprachpurist" auch als Schimpfwort getan hätte wird dann der "Faschist" draus. Das schlimme ist, dass diese Deutungsinquisition, die der Moderne überall neue Standards aufpfropft, extrem totalitär daherkommt und in sich selber wieder faschistoide Züge trägt.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4784572/#4784704
ConAlma antwortete am 2008/03/14 11:25:
Ja der Purist hätte wohl ausgereicht ...Mich erschreckt der leichtfertige Umgang mit Sprache und ihren Regeln auch immer wieder, diese Beliebigkeit, mit der gehandelt und geschrieben wird, und wie damit der Sprache auch so viel von ihrer Schönheit genommen wird. Gerade der Konjunktiv (ich liebe ihn und verstehe meinerseits nicht, wie man ihn nicht mögen kann) birgt so viel Schönheit! Und das Argument der Veränderung von Sprache wird da schon sehr leichtfüßig zur Hand (in den Mund) genommen. Ein anything goes ohne gewissenhafte Kenntnis der Grundlagen bedeutet doch Verlust.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4784572/#4784850





















