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dass allein die Bewegung der Augäpfel schmerzen kann, mein Blick verschwimmt, es schwindelt mir, irgendwo Schmerz, ich kann ihn nicht zuordnen, wende die Augen dennoch, zum Fenster hin, weißes Licht tropft herein, von draußen, vom Schnee gebrochen, morgendlich, immer bleiben meine Fensterläden offen, immer, denn zu oft will der Schlaf nicht zu mir, das kommt vom Alter, und dann kann ich immerhin hinaussehen, die Sterne sind sehr hell hier, das Haus etwas außerhalb des Dorfs, hier ist es noch dunkler als in der Stadt und die Sterne näher, ich blicke gern hinauf, wenn ich nachts nicht schlafen kann oder morgens ins erste Licht, wenn ich vor meinem Weib aufwache und Ruhe habe vor ihr und ich prüfe die Farbe des Lichts, jetzt noch winterlich weiß und höre den Wind an den Fensterläden rütteln, die Frühlingsstürme beginnen, der warme Föhnwind weht, es wird wärmer werden und tauen, der Schnee wird schmelzen, es wird unablässig zu tropfen beginnen und zu brausen, bersten, zu fließen und die Bäche und Flüsse im Voralpenland werden anschwellen, ich freue mich auf die Schneeschmelze, aber jetzt ist das Licht noch weiß von den Schneebergen vorm Haus und irgendwo sitzt ein Schmerz in meinem Körper, ich weiß nicht wo und ich liege still, Rückenlage, wie jeden Morgen, ich bleibe liegen, bis sie mich weckt, ich erwarte sie in steifer Spannung, bis sie aus dem Nebenzimmer kommt, das Weib, das einen gesunden Schlaf hat, nicht wie ich und ich schnarche, hat sie gesagt, so laut, dass sie nicht schlafen könne, dabei schlafe ich doch kaum, wegen dem Schnarchen schläft sie schon lange nebenan und das ist besser so, viel besser, sie furzt, nicht nur nachts, aber im Schlaf umso mehr und der Geruch kann sich in der Wärme unter der Bettdecke gut entfalten, bevor er darunter aufsteigt, es ist widerlich, unerträglich, viel zu lange schlief ich an ihrer Seite, besser sie schläft nebenan, so kann ich allein in die hellen Sterne schaun und ins morgendlich weiße Licht, ich will nach draußen sehn, jetzt, in den Schnee, ich hebe den Kopf ------- nein, ich hebe nicht den Kopf, es geht nicht, die Nackenmuskeln gehorchen mir nicht, ich versuche die Finger, versuche die Zehen, nichts, mein Körper folgt mir nicht, vielleicht hat sie mich vergiftet, die alte Hexe, vielleicht hat sie einen Liebhaber, will mich aus dem Weg schaffen, die Hure, nein, dazu ist sie zu alt und hässlich, vielleicht erträgt sie mich nicht mehr wie ich sie nicht mehr ertrage, das knittrige Weib, ich liege in Rückenlage und kann mich nicht bewegen, kann nicht in den Schnee draußen sehen, nur das weiße Morgenlicht und diese Schmerzen beim Bewegen der Augäpfel, draußen beginnt alles zu plätschern, zu rinnen und zu fließen, während ich mich nicht vom Fleck rühren kann, das Weib ist schuld, das Weib, ich verabscheue sie, ich hasse ihre Geranien in den Blumenkästen am Holzbalkon, ihre vielgepflegten Rosen im Garten und ihre Kaninchen im Stall, die sie nicht schlachten lassen will, jetzt kommt das Weib, schon ihr Schritt, geschäftig und munter, regt mich auf, jeden Morgen, sie ist so wach, ausgeruht ist sie, ihr dünnes weißes Haar ist wirr am Morgen, sie kommt näher, ruft meinen Namen und sie riecht schlecht aus dem Mund, noch schlechter als früher, Geruch nach Zersetzung, Leichengeruch aus ihrem Mund und nach ihren Furzen im Nachthemd, sie lächelt, „Was ist mit Dir?“, sie wartet, sie schaut, dann packt sie meinen Körper und rüttelt ihn, schlaff in ihren Händen, die Muskeln wollen mir nicht gehorchen, tränenfeucht werden ihre Triefaugen im knittrigen Gesicht, „Um Gottes willen!“, sie läuft zum Telefon, endlich ist sie weg
dass hier im text kein einziges mal ein punkt benutzt wird, funktioniert ganz wunderbar meiner meinung nach. es treibt einen dazu immer weiter zu lesen.
dass allein die Bewegung der Augäpfel schmerzen kann, mein Blick verschwimmt, es schwindelt mir, irgendwo Schmerz, ich kann ihn nicht zuordnen [:Das ist zum vorhergehenden „irgendwo“ redundant und außerdem ein deskriptiver Kommentar, der aus der Innenperpektive herausspringt], wende die Augen dennoch [:ebenfalls deskriptiv; sehen Sie aus den Augen hinaus, das muß man nicht reflektieren:], zum Fenster hin, weißes Licht tropft herein, von draußen [:logisch „von draußen“], vom Schnee gebrochen, morgendlich, [ACHTUNG, HIER RHYTHMUSWECHSEL; wenn Sie ohne Punkt erzählen wollen, muß der Rhythmus b l e i b e n] immer bleiben meine Fensterläden offen, immer [:sehr schön, diese Wiederholung!], denn zu oft will der Schlaf nicht zu mir, das kommt vom Alter, und dann kann ich immerhin hinaussehen, die Sterne so sind sehr hell hier, das Haus etwas außerhalb des [: v i e l zu deskriptiv!] und das Dorfs, hier ist es noch sie sind dunkler als in der die Stadt, und die Sterne sind näher, ich blicke da seh ich gerne hinauf, wenn ich nachts nicht schlafen kann, und oder morgens das Weib, das noch schläft und läßt mich in Ruhe, noch, ins dem erste LFrühlicht, wenn ich vor meinem Weib aufwache und Ruhe habe vor ihr und ich prüfe die Farbe des Lichts, jetzt noch winterlich weiß wie der und höre den Wind an den FensterlLäden, er rüttelnt, die Frühlingsstürme beginnen, der warme Föhnwind so warm weht, es wird wärmer werden und tauent, der Schnee wird schmelzen, das es wird unablässig zu tropften beginnen und das zu brausten, etwasbeirsten, um zu fließen und die Bäche und Flüsse im Voralpenland [:abermals zu deskriptiv; man merkt, daß Sie etwas erklären wollen; das darf man aber nicht merken.] werden anschwellen, ich freue mich so auf die Schneeschmelze [:halten Sie das ruhig imn Ungefähren, weil das dem Vergeblichen entspricht, das dieser Text darstellt.], aber jetzt ist das Licht ist noch weiß [:so das Motiv von oben wörtlich wieder aufnehmen; das schafft Ihnen eine Formklammer.] von den SchneebBergen vorm Haus und es strahlt irgendwo sitzt ein in den Schmerz in meinem dem Körper, ich weiß nicht wo und ich liege still, Rückenlage, irgendwo, wie jeden Morgen, ich bleibe liegen, bis sie mich weckt, auf die ich erwarte sie in meiner steifern/i> Spannung warte, bis daß sie aus dem Nebenzimmer kommt es mich weckt, das Weib, das einen gesunden Schlaf hat, nicht wie ich und das immer sagt ich schnarche, und schläft im Nebenzimmer hat sie gesagt, sie könne sonst nicht schlafen so laut, [VON HIER AN WECHSELT DER TEXT DEN SEMANTISCHEN BEREICH; das braucht eine Einführung: denn sozusagen holen Sie ja als inneren Monolog die ständigen Streitereien des alten Paares nach; versuchen Sie mal, den Übergang organischer zu gestalten] dass sie nicht schlafen könne, dabei schlafe ich doch kaum, wegen dem [„wegen dem: das braucht deutlichere Rollenprosa; Sie haben hier ein Formproblem] Schnarchen schläft sie schon lange nebenan und das ist besser so, viel besser, sie furzt, nicht nur nachts, aber im Schlaf umso mehr [:hier wird es ungewollt komisch] und der Geruch kann sich in der Wärme unter der Bettdecke gut entfalten, bevor er darunter aufsteigt, es ist widerlich, unerträglich, viel zu lange schlief [:also i s t es eben nicht mehr widerlich, sondern w a r widerlich; eine Möglichkeit, das hier zu lösen, wäre, die alte Situation des Beieinanderliegens rückzuimaginieren, aber konkret bitte, sinnlich] ich an ihrer Seite, besser sie schläft nebenan, so kann ich allein in die hellen Sterne schaun und ins morgendlich weiße Licht, ich will nach draußen sehn, jetzt, in den Schnee, ich hebe den Kopf [:deskriptiv; lassen Sie es ihn versuchen] ------- nein, ich hebe nicht den Kopf, es geht nicht, die Nackenmuskeln gehorchen mir nicht [:zu abgewichstes Idiom – und d a s jetzt, das Folgende, aus der Aktion beschreiben und nicht mit „ich versuche zu“], ich versuche die Finger, versuche die Zehen, nichts, mein Körper folgt mir nicht, vielleicht sie hat sie mich vergiftet, die alte Hexe [UND JETZT EINE ERINNERUNG, W I E SIE DAS (ANGEBLICH) TAT... Kaffee, der Tee oder ähnliches: konkretisieren], vielleicht hat sie einen Liebhaber [:bei „die Alte“? Unwahrscheinlich], will mich aus dem Weg schaffen, die Hure, nein, dazu ist sie zu alt und hässlich [Eben. Das ergibt nichts als einen erzählerischen Zeitverlust], vielleicht erträgt sie mich nicht mehr wie ich sie nicht mehr ertrage, das knittrige Weib, ich liege in Rückenlage und kann mich nicht bewegen [sinnlich erzählen!], kann nicht in den Schnee draußen sehen, nur das weiße Morgenlicht und diese Schmerzen beim Bewegen der Augäpfel [:gestelzt], draußen beginnt alles es zu plätschern, zu rinnen und zu fließen, während ich mich nicht vom Fleck rühren kann, das Weib ist schuld, das Weib, ich verabscheue sie, ich hasse ihre Geranien in den Blumenkästen am Holzbalkon [:abermals zu erklärend], ihre vielgepflegten Rosen im Garten und ihre Kaninchen im Stall, die sie nicht schlachten lassen will und kommt jetzt, sie , jetzt kommt mit dem das Weib, schon ihr Schritt, geschäftig und munteren Schritt, immer ist sie geschäftig und regt mich auf, jeden Morgen, sie ist so wach , ausgeruht ist sie, ihr mit ihren dürren dünnes weißes Haaren [:hier bewußt n i c h t das korrekte „Haar“ verwenden, damit man das einzelne Haar flusen fühlen kann, und ruhig etwas in den Abscheu übertreiben:], ist wirr und widerlich an jedem Morgen, sie kommt sienäher, ruft meinen Namen und sie riecht schlecht aus dem Mund, noch schlechter als früher, Geruch [Projektion einsetzen!:] riecht nach Zersetzung , Leichengeruch aus ihrem Mund und nach ihren Ffurzent in dem im Nachthemd, sie und lächelt [:schöne Irritation hier.], „Was ist mit Dir?“, wie sie wartet, sie und schaut, dann packt sie meinen den Körper und rüttelt ihn und weint [:ABER INSGESAMT KOMMT DAS ENDE ZU PLÖTZLICH SO, da braucht er noch eine kleine Drehung, um die Szene angemessen zu erzählen.] , schlaff in ihren Händen, die Muskeln wollen mir nicht gehorchen, tränenfeucht werden ihre Tr [:aufgepaßt mit ungewollt komischen Alliterationen]iefaugen im knittrigen Gesicht, „Um Gottes willen!“, sie läuft zum Telefon, endlich ist sie weg [:Dieser letzte Satz ist sehr gut; was immer sie in den letzten Zeilen verändern, der sollte stehenbleiben.]
Das ist eine gute Ausführung der Aufgabe, man bekommt die Szene sehr gut mit, sie hat auch Spannung und Tragik. Nur müssen Sie noch etwas feingriffiger schreiben, gerade, wenn Sie von Wahrnehmungen zu Innenzuständen übergehen, also der Innenzustand nicht von der Wahrnehmung beschrieben, sondern etwas ganz anderes beschrieben wird: nämlich erinnerte Interaktion. Da hilft es immer, erinnerte Szenen konkret mitzuerzählen; vielleicht auch mal in abgerissenen Sätzen, um den Übergang sofort dazuhaben.
Wegen des Erzählens ohne Punkte (die ja Pausenzeichen sind) >>>> hat gloria_m recht; das ist hier ein vortreffliches Stilmittel. Falls es Sie interessiert: Ich habe selbst >>>> einen Roman ohne Punkte geschrieben; wenn Interesse besteht, stelle ich hierunter oder draußen auf der Hauptsite mal einen Auszug daraus ein, weil sich aus dem Text, glaube ich, einiges lernen läßt darüber, wie man „fehlende“ Punkte über die Rhythmisierung auffängt.
Herzlichen Dank erstmal für Ihre Anmerkungen! Mich würde ein Auszug aus dem Roman ohne Punkt sehr interessieren, wäre nett, wenn Sie das einstellen könnten.
Mein Problem bei der anstehenden Verbesserung des Textes ist das, was Sie als 'deskriptiv' kritisiert haben. Mir ist klar, was Sie meinen, aber mir ist nicht klar, wie ich das ändern soll, was stattdessen hinkommen könnte, außer die betreffende Zeile zu streichen, aber wenn man das nicht will? Z.B. "wende die Augen dennoch" -> kann man weglassen, klar, aber hier will ich ja beschreiben, dass diese Bewegung schmerzt, also mache ich was....???
Oder die Stelle: "ich hebe den Kopf [:deskriptiv; lassen Sie es ihn versuchen]". Ich verstehe, was Sie kritisieren, aber ich finde im Moment keine Lösung, komme da nicht raus aus der Deskription, irgendwie muss ich doch beschreiben, dass es versucht wird... Wie Sie sehen: ich stehe im Moment ratlos auf der Leitung...
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