Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008Der Engel Ordnungen, Gedichte. axel dielmann - verlag 2009 d e

 
read An (Gast) meinte am 2007/12/19 17:32:
Frühlingserwachen mit gelbem Gefieder
TICK TACK, TICK TACK, metronomisches Anschlagen der Uhr. Ich weiß also das die Zeit noch läuft, doch wie spät es ist das verrät sie mir nicht. TICK TACK, TICK TACK gleichmäßig fließt sie dahin. Mit starren, eingefrorenen Gliedern liege ich da, die Augen überfüllt von Schlaf. Alles um mich herum ist dunkel. Ich drehe meinen Kopf und suche nach etwas Bekanntem, auf dem meine Augen ruhen können. Nervös flackernd streifen sie umher. Bin ich denn noch im selben Raum, in dem mein kleiner Freund mir gestern sein Liedchen geträllert hat?Oder habe ich zu lange geschlafen? Kleiner Freund sprich mit mir! Keine Antwort, nur das Ticken der Uhr. Ich schließe die Augen und atme tief ein, in der Hoffnung meine Lungen verraten mir etwas über den dunklen, fremden Kontinent, in dem ich mich befinde. Ich kann ihn atmen, doch wie weit er sich um mich herum erstreckt kann ich nicht sagen. Meine Lungen sind nicht mehr sehr kräftig. Wieder ein Atemzug, diesmal nur wenig. Ich koste ihn aus und probiere zu schmecken. Meine Zunge berührt die Oberlippe auf der Suche nach knisternd süßlichen Zedern, Pinien- und Orangenduft, das ist das letzte an das ich mich noch erinnern kann. Es hat keinen Zweck, ich schmecke nur trockenen Staub in meinem Mund. Keine feuchtbenetzten Lippen an denen ein Geruch anhaften könnte. Vom Suchen müde schließe ich meine Augen. Geschlossenes Schwarz ist leichter zu ertragen als nichts sehendes Suchen. TICK TACK, TICK TACK fast schlafe ich wieder ein. Langsam sich nähernde Bilder zeichnen sich auf meiner Liderleinwand ab. Noch nicht stark konturiert aber in weichen Farben. Unbekannter Film, verschwommenes Kino mit einem auf einmal laut einsetzendem Ton. Ich schrecke auf, die Bilder verschwinden. Der Ton ist aber immernoch da. Ins Schloss fallende Tür, dann KLACK KLACK, KLACK KLACK, spitze Schritte, auf die der Boden mal knarrend, mal quietschend antwortet. Immer lauter und schneller dringt die eilige Absatzfolge an mein Ohr. Komm näher, ganz dicht zu mir heran! Ein leises Verstummen, nur noch der Boden flüstert. Ich höre auf zu atmen, mein Herz pocht und schaue in die Richtung, aus der das letzte KLACK hallte. Ein neues Geräusch, erst rostiges Drehen, dann ein einrastendes schnelles KLICK. Ein Spalt wird geöffnet, blass einströmende Farben ziehen zu mir hinein. Sie gestalten den fremden, bisher dunklen Kontinent und verwandeln ihn in ein Zimmer, das mir bekannt vorkommt. Schnellen spitzstapfenden Fußes tritt eine kleine zierliche Person zu mir herein. Ohne mich dabei anzuschauen läuft sie ans Fenster. Ein frischer, ihr anhaftender Wind, geschäftig riechend zieht zu mir herüber und streichelt kühl meine Wangen. Aufgestellt auf Zehenspitzen streckt sie ihren Körper in die Höhe. Ihre kleinen dünnen Arme greifen nach einem marinefarbenen schwerfallenden Stoff, der von der Zimmerdecke bis zum Boden herabhängt. Kraftvoll schnaubend zieht sie ihn zur Seite. Glasklares Hell verrät mir jetzt woher ich dieses Zimmer kenne. Es ist mein uraltes eigenes. Sie öffnet das Fenster und klappt beide Flügel weit auf: dröhnendes Hupen, gewaltig schippernde Wellenbrecher, umspült vom Meeresrauschendem Klang, wellenschwappend ziehen kräftige Hauchintervalle zu mir hinein. Meine Nasenflügel breiten sich aus wie Pferdenüstern. Immernoch steht sie am Fenster, der Wind durchweht ihr offengetragenes goldenes Haar. Stöhnend ins Draußen blickend bindet sie ihren verwehten Schweif zu einem geflochtenen Zopf. Sie tritt zu mir und küsst mich auf die Stirn. Einen Moment lang schaut sie mich lächelnd an. Ich betrachte ihren Mund und denke wutrot aufgetragener Lippenstift ist zum Verwischen da. Ihre eisblauen Augen verglasen, rot aufgeplatzte dünne Äderchen umgreifen ihre Iris. Traurig, nicht mehr lächelnd schließt sie ihre Lider und wendet sich ab. Mit unsicherem Gang KLACKert sie hastig in Richtung Küche. Viel zu kurzer Rock auf nackten Beinen, der keinen Halt findet weil das was er verhüllen soll zu glatt ist. Silbrig klirrendes Besteckgerassel. Ich drehe den Kopf wieder zum Fenster, mein Blick schweift hinaus über das dampfende Ufer hin zu den, von der Schneeschmelze bloßgelegten Ziegeldächern mit rauchenden Schornsteinen, die ihr übriges tun um die letzten Spuren des Winters zu vertreiben. Meine Glieder sind immernoch kalt und gefroren, der Schlaf lässt sie nicht mehr ganz los. Aufsteigender Frühling, der aus allen ahnbaren Gassen zu mir herein läutet: durcheinandersprechendes Menschengewirr, eilige Wortwechsel deren Inhalt ich nicht verstehe. Unbewölkt eisiger Himmel mit pastellgelben und rosanen Rissen. Eine hell klingende Türglocke aus dem Erdgeschoss unter mir verspricht einen süßen Gebäck- und Sauerteigduft. Mit klapperndem Tablett betritt sie wieder das Zimmer und serviert mir ein Ei, eine Scheibe Brot mit zu sparsam daraufgekratzter Butter und eine Tasse Pfefferminztee. Sie beugt sich über mich, ich nehme einen Schluck Tee, dann einen Bissen, wieder Tee und einen Bissen. Das Kauen fällt mir schwer. Nachdem ich fertig bin tupft sie mir mit ihrem Schal über den Mund. Ihr Duft bleibt in meiner Nase haften, aufdringliches Patchouligeflieder. Es erinnert mich an einen geliebten Menschen. Schon so lange her. Die Züge in ihrem Gesicht werden vertrauter, nur ihre Mimik ist mir so fremd. Ich weiß ihren Namen nicht mehr und doch steht sie auf einmal mit all meinen Sinnen fassend in meiner Erinnerung ganz klar vor meinen Augen. Ich schaue sie wieder an, schwarz getuschter Blich, vor Müdigkeit verwischt. Sie steht auf und wirbelt eine, auf eienem Ständer hängende schwarze Decke herab. Ein kleines rundes Haus mit silbernen Gittern kommt zum Vorschein. Sie öffnet ein winziges Fenster. Auf einer hölzernen Schaukel, warm eingepackt in gelben Gefieder sitzt mein kleiner Freund. Trällernd singt er sein Liedchen und schüttelt den Schlaf mit ein paar Federn von sich ab. Kleiner Freund du bist noch da. Die Tür des Käfigs steht offen. Sie steht auf und holt ein Bündel Holzscheite mit dem sie den moosgrüngekachelten Ofen befeuert. Noch einmal tritt sie zu mir und nimmt meine Hand in ihre kalten weißen Hände. Ihr Blick senkt sich. "Ich komme heute Abend wieder." sagt sie, dreht sich um und geht. Diese Stimme, ich kenne dich, ich weiß jetzt deinen Namen! Mit aller Kraft versuche ich der wenigen Luft in meiner Lunge den Klang zu geben, der soeben tief aus meinem Herzen spricht. "Klara! Bleib bei mir! Wo bist du so lange gewesen?" Ihre Schritte verlangsamen sich, in der Türschwelle bleibt sie stehen. Ohne sich noch einmal zu mir umzuwenden spricht sie mit zittrig dünner Stimme: "Vater ich bin es Ines! Mutter ist doch schon lange fort." Die Tür fällt ins Schloss. Holprig verklingen ihre Schritte, mein Herz pocht. Nach einer Weile schaue ich wieder zum Fenster hinaus. Frühlingserwachen. Gleichmäßig verteilt sich die Wärme im Raum. Der Winter zieht aus. "Flieg kleiner Freund das Fenster steht offen!" Nichts passiert. Ich drehe mich zum Käfig und schaue traurig hinein. Er beginnt sein Gefieder zu rupfen. Eine Feder nach der anderen gleitet langsam zu Boden. " Du störrischer Narr, du sollst endlich fliegen!" Er neigt sein Köpfchen, unverständlich starrt er mich an und singt wieder trällernd sein Liedchen. Ich habe verstanden! Komm kleiner Freund und lass uns auf Reisen gehen für die du keine Flügel brauchst. Es wird leise um mich herum, nichts grelles mehr das ich mit meinen Sinnen noch abschalten kann. Ich schließe die Augen. TICK TACK, TICK TACK. Mein Körper wird schwerelos. Innerlich lächelnd sitze ich auf der Fensterschwelle, warm eingepackt mit gelbem Gefieder. Der Wind heult sein Lied und trägt mich hinauf. Flirrende Tageslichter ziehen an mir vorbei... 
albannikolaiherbst antwortete am 2007/12/20 11:09:
@ read An (zu: Frühlingserwachen mit gelbem Gefieder).
TICK TACK, TICK TACK, metronomisches Anschlagen der Uhr. Ich weiß also [Selbstkommentare veremiden.] das< die Zeit noch läuft, doch wie spät es ist das verrät sie mir nicht [:zu kindliche Personalisierung.]. TICK TACK, TICK TACK gleichmäßig fließt sie dahin. Mit starren, eingefrorenen Gliedern liege ich da [:solche "mit"-Beschreibungen sind unschön und wehren den Eingang eher ab], die Augen überfüllt von Schlaf [:Das ist schön.]. Alles um mich herum Es ist dunkel. Ich drehe meinen Kopf und suche nach etwas Bekanntem, auf dem meine Augen ruhen können [:Ist das sinnvoll, wenn es doch dunkel ist?]. Nervös flackernd [:Dann würden sie funkeln im Dunklen!] streifen sie die Blicke [und nicht etwa die Augen] umher. Bin ich denn noch im selben Raum, in dem mein kleiner Freund mir gestern sein Liedchen geträllert hat? Oder hHabe ich zu lange geschlafen? Kleiner Freund [:Klingt mir zu naiv.] sprich mit mir! Keine Antwort, nur das Ticken der Uhr. Ich schließe die Augen und atme tief ein, in der Hoffnung meine Lungen verraten mir etwas [:Abermals: Personalisierung.] über den dunklen, fremden Kontinent [:Afrika? Oder Freuds metaphorisches Afrika=die Sexualität der Frau?], in dem ich mich befinde. Ich kann ihn [:den Kontinent? Problematisch.] atmen, doch wie weit er sich um mich herum erstreckt kann ich nicht sagen. Meine Lungen sind nicht mehr sehr kräftig. Wieder ein Atemzug, diesmal nur wenig [:sprachlich: wenig "Zug"?]. Ich koste ihn aus und probiere zu schmecken. Meine Zunge berührt die Oberlippe auf der Suche nach knisternd süßlichen Zedern [:aufpassen, daß das jetzt nicht komisch wird. Ich krieg sofort so ein >>>> Arcimboldo-Bild.], Pinien- und Orangenduft, das ist das letzte an das ich mich noch erinnern kann. Es hat keinen Zweck, ich schmecke nur trockenen Staub in meinem Mund [:redundant. Wo sonst? Und der nächste Satz ist insgesamt unschön:]. Keine feuchtbenetzten Lippen an denen ein Geruch anhaften könnte. Vom Suchen müde [:war die Person vorher munter? Das machte doch eher n i c h t den Eindruck. Und d a s steht schon ein paar Zeilen hierüber:] schließe ich meine Augen. Geschlossenes Schwarz ist leichter zu ertragen als nichts sehendes Suchen. TICK TACK, TICK TACK fast schlafe ich wieder ein. Langsam sich nähernde Bilder [:Das bitte als Aktion erzählen, nicht so partizipial steif.] zeichnen sich auf meiner Liderleinwand ab. Noch nicht stark konturiert aber in weichen Farben. Unbekannter Film, verschwommenes Kino mit einem [:siehe oben. Einfach erzählen, w i e etwas geschieht und w a s gesehen wird, nicht, daß gesehen wird. Das kriegt der Leser dann schon mit.] auf einmal laut einsetzendem Ton. Ich schrecke auf, die Bilder verschwinden. Der Ton ist aber immernoch da. Ins Schloss fallende Tür, dann KLACK KLACK, KLACK KLACK, spitze Schritte, auf die der Boden mal knarrend, mal quietschend antwortet [:das hier wird jetzt besser. Aber gehen Sie n o c h näher ran!]. Immer lauter und schneller dringt die eilige Absatzfolge [:unklar formuliert; "die" Folge... also wenn schon, dann: "eine"] an mein Ohr [Und: "dringt an mein Ohr", ist auch nicht grad 'ne Findung.]. Komm näher, ganz dicht zu mir heran näher... noch näher!! Ein leises Verstummen, nur noch der Boden flüstert [:na ja...]. Ich höre auf zu atmen [= ich sterbe. Vorsicht!, mein Herz pocht und schaue in die Richtung, aus der das letzte KLACK hallte [ich denke, es war "geflüstert" worden... "hallen" wäre so ziemlich das Gegenteil.]. Ein neues Geräusch, erst rostiges Drehen [:Nein! Das D r e h e n ist nicht rostig.], dann ein einrastendes schnelles KLICK. Ein Spalt wird geöffnet, blass einströmende Farben ziehen [:redundant.] zu mir hinein. Sie gestalten den fremden, bisher dunklen Kontinent und verwandeln ihn den Kontinent in ein Zimmer, das mir bekannt vorkommt ich kenne. Schnellen spitzstapf[:Dat jeht nich'.]enden Fußes tritt eine kleine zierliche Person zu mir herein . Ohne mich dabei anzuschauen und läuft sie ans Fenster. Ein frischer, ihr anhaftender Wind, geschäftig riechend [:aua.]zieht zu mir herüber und streichelt kühl meine Wangen. Aufgestellt auf den Zehenspitzen streckt sie ihren Körper in die Höhe. Ihre kleinen Die dünnen Arme greifen nach einem dem marinefarbenen schwerfallenden Stoff, der von der Zimmerdecke bis zum Boden herabhängt. Kraftvoll sSchnaubend zieht sie ihn zur Seite. Glasklares Hell verrät mir [:siehe oben: Personalisierung.] jetzt woher ich dieses Zimmer kenne. Es ist mein ur[???]altes eigenes. ABSATZ. Die Frau Sie öffnet das Fenster und klappt beide Flügel weit auf: dröhnendes Hupen, gewaltig schippernde Wellen[:Bitte???]brecher, umspült vom Meeresrauschendem Klang [:das ist ganz unnötiger Kitsch], wellenschwappend [:Vorsicht mit neoexpressionistischen Parzipien!] ziehen kräftige Hauchintervalle [:Hm. Sie wollen damit was, aber das bekommt keinen Körper.] zu mir hinein. Meine Nasenflügel breiten sich aus [:Bitte was anderes.] wie Pferdenüstern. ABSATZ Immer noch steht sie am Fenster, der Wind durchweht ihr offengetragenes goldenes Haar. Stöhnend ins Draußen [:Autsch!] blickend [:dauernde Partizipien; die stellen Ihnen den ganzen Text fest.] bindet sie ihren verwehten Schweif zu einem geflochtenen Zopf. Sie tritt zu mir und küsst mich auf die Stirn. Einen Moment lang schaut sie mich lächelnd an. Ich betrachte ihren Mund und denke wutrot aufgetragener Lippenstift ist zum Verwischen da. Ihre eisblauen Augen verglasen, rot aufgeplatzte dünne Äderchen umgreifen [:versuchen Sie erst einmal e i n f a c h zu erzählen, bevor Sie die Formulierungen aufblähen.] ihre Iris. Traurig, nicht mehr lächelnd schließt sie ihre Lider und wendet sich ab. Mit unsicherem Gang KLACKert sie hastig in Richtung Küche. Viel zu kurzer Rock auf [:l i e g t sie? Nö nich'.] nackten Beinen, der keinen Halt findet weil das was er verhüllen soll zu glatt ist [:Sie meinen: die Beine seien zu glatt?]. Silbrig klirrendes Besteckgerassel. Ich drehe den Kopf wieder zum Fenster, mein Blick schweift hinaus über das dampfende Ufer hin zu den, von der Schneeschmelze bloßgelegten Ziegeldächern mit rauchenden Schornsteinen, die ihr übriges tun [:Nullaussage.] um die letzten Spuren des Winters zu vertreiben [:wirklich "vertreiben", die Spuren?]. Meine Glieder sind immernoch kalt und gefroren, der Schlaf lässt sie nicht mehr [?] ganz los. Aufsteigender Frühling, der aus allen ahnbaren Gassen [:Nö. Nich'. Weg.] zu mir herein läutet: durcheinandersprechendes [:abermals und abermals: Partizipialstarre.] Menschengewirr, eilige Wortwechsel deren Inhalt ich nicht verstehe. Unbewölkt eisiger Himmel mit pastellgelben und rosanen Rissen. Eine hell klingende Türglocke aus dem Erdgeschoss unter mir [:redundant. Von "unter mir" gehen wir aus, denn es ist ja deutloich geworden, daß die Person nicht im Keller liegt.] verspricht einen süßen Gebäck- und Sauerteigduft [:Eine Türglocke, die Gebäck verspricht? Das wär phänomenal und sollte so dann auch erzählt werden.]. Mit klapperndem Tablett betritt sie [:die Türglocke?] wieder das Zimmer und serviert mir ein Ei, eine Scheibe Brot mit zu sparsam daraufgekratzter Butter und eine Tasse Pfefferminztee. Sie beugt sich über mich, ich nehme einen Schluck Tee, dann einen Bissen, wieder Tee und einen Bissen. Das Kauen fällt mir schwer. Nachdem ich fertig bin tupft sie mir mit ihrem Schal über den Mund. Ihr Duft bleibt in meiner Nase haften, aufdringliches Patchouligeflieder. Es erinnert mich an einen geliebten Menschen [:Auch so ein Nullsatz. An w el c h e n Menschen?]. Schon so lange her [:daß er die Person erinnert?]. Die Züge in ihrem Gesicht werden vertrauter, nur ihre Mimik [:welcher Unterschied ist zwischen Gesichtszügen und Mimik?] ist mir so fremd. Ich weiß ihren Namen nicht mehr und doch steht sie auf einmal mit all meinen Sinnen fassend [:"mit" u n d noch Partizip!] in meiner Erinnerung ganz klar vor meinen Augen. Ich schaue sie wieder an, schwarz getuschter Blich, vor Müdigkeit verwischt. Sie steht auf und wirbelt eine schwarze Decke von einem braunen Ständer , auf eienem Ständer hängende schwarze Decke herab. Ein kleines rundes Haus mit silbernen Gittern kommt zum Vorschein. Sie öffnet ein winziges Fenster. Auf einer hölzernen Schaukel, warm eingepackt inm gelben Gefieder sitzt mein kleiner Freund [Na ja. Und prompt:]. Trällernd singt er sein Liedchen und schüttelt den Schlaf mit ein paar Federn von sich ab. Kleiner Freund du bist noch da [:hat was Anrührendes, aber macht die Person restlos zum Kind.]. Die Tür des Käfigs steht offen. Sie [:die Tür?] steht auf und holt ein Bündel Holzscheite mit dem sie den moosgrüngekachelten Ofen befeuert. Noch einmal tritt sie zu mir und nimmt meine Hand in ihre kalten weißen Hände. Ihr Blick senkt sich. "Ich komme heute Abend wieder." sagt sie, dreht sich um und geht. Diese Stimme, ich kenne dich, ich weiß jetzt deinen Namen! Mit aller Kraft versuche ich der wenigen Luft in meiner Lunge [:viel zu äußerlich!] den Klang zu geben, der soeben tief aus meinem Herzen [:Jetzt sind wir g a n z in einem Heftchen-Roman.] spricht. "Klara! Bleib bei mir! Wo bist du so lange gewesen?" Ihre Schritte verlangsamen sich, in der Türschwelle bleibt sie stehen. Ohne sich noch einmal zu mir umzuwenden spricht sie mit zittrig dünner Stimme: "Vater ich bin es Ines! Mutter ist doch schon lange fort." [Sehen Sie, bis hierher mußte jeder der Überzeugung sein, die Ich-Erzählerin sei eben weiblich und, wenn nicht ein kleines Kind, dann eine senile alte Frau.] Die Tür fällt ins Schloss. Holprig verklingen [:geht nicht.] ihre Schritte, mein Herz pocht. Nach einer Weile schaue ich wieder zum Fenster hinaus. Frühlingserwachen [:auch bei sowas s e h r aufpassen. Das ist >>>> Wedekind!]. Gleichmäßig verteilt sich die Wärme im Raum. Der Winter zieht aus [:aus dem Raum?]. "Flieg kleiner Freund das Fenster steht offen!" Nichts passiert. Ich drehe mich zum Käfig und schaue traurig hinein [:Unglückliche Formulierung, als würde von oben geschaut und nicht von einem Bett, das weit wegsteht.]. Er beginnt sein Gefieder zu rupfen. Eine Feder nach der anderen gleitet langsam zu Boden [:Mauser? Oder ist das Tier gleich nackt wie ein Brathähnchen? Ungewollt komisch.]. " Du störrischer Narr, du sollst endlich fliegen!" Er neigt sein Köpfchen, unverständlich starrt er mich an und singt wieder trällernd sein Liedchen. Ich habe verstanden! Komm kleiner Freund und lass uns auf Reisen gehen für die du keine Flügel brauchst. Es wird leise um mich herum, nichts grelles mehr das ich mit meinen Sinnen noch abschalten kann [:reines Papier.]. Ich schließe die Augen. TICK TACK, TICK TACK. [Die folgende Levitation - "Tod und Verklärung" - kommt zu unvorbereitet und vor allem ungelenk-kitschig daher:] Mein Körper wird schwerelos. Innerlich lächelnd sitze ich [:schwerelos?] auf der Fensterschwelle, warm eingepackt mit gelbem Gefieder. Der Wind heult sein Lied und trägt mich hinauf. Flirrende Tageslichter ziehen an mir vorbei... Auch hier: Erst einmal nur beschreiben, was geschieht, und zwar jetzt, weil Ich-Perspektive, allein aus der Empfindung des alten Mannes und aus seinen Wahrnehmungen. Vermeiden Sie alles, was rein-deskriptiv ist. Legen Sie sich selbst auf ein Bett und stellen Sie die Geschichte nach, mit Ihrem eigenen Körper. Sie werden dann das Problem haben, nicht in einen Männerkörper hineinzukommen, aber da kann ich ja, wenn Sie überarbeitet haben, ein bißchen Empathie übermitteln. 
read An (Gast) antwortete am 2007/12/20 14:44:
Na dann will ich mal ans überarbeiten gehen, bin ja selbst schuld bei der Menge von Text! Blödes Partizip Präsens! Es scheint Besitz von mir ergriffen zu haben genauso wie eine dauernde kindische Reimlaune gegen die ich versuche anzukämpfen. Wieso man aber lange Zeit denkt die Ich-Person sei zwingend weiblichen Geschlechts verstehe ich noch nicht ganz. Habe ich die Ich-Perspektive zu weiblich geschildert? Die Idee mit dem Vogel ist sicherlich naiv, habe mir das auch lange überlegt mir viel aber kein vergleichbares Bild ein das den Drang eines alten Menschen aktiv am Leben teilzunehmen verdeutlichen könnte. Außerdem dachte ich es passt schon, dass der Leser den Eindruck eines Kindes bekommt. Ältere Menschen werden ja oft wieder zu kleinen Kindern in ihrem Verhalten oder Sichtweise. Dabei nicht zu beschreibend ist sicherlich die größte Überwindung. >>Eitelkeiten über Bord werfen!!! 
read An (Gast) antwortete am 2007/12/20 14:50:
Mist! Da ist es schon wieder ich habe es entdeckt! >>fieses Partizip, hat es sich doch schon wieder eingeschlichen >letzter Satz: "Dabei nicht beschreibend... 

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