ROSENBLUT meinte am 2007/11/20 10:53:
About
About.Vor dem Spiegel. Hocken. Ich finde mich nicht. Ich finde mich nicht schön. Mein Bauch ist faltig. Der Mutter Venus abgerungen. Als fand ich den in einer Höhle vor vielen Zeiten, um ihn anzuschnallen fürs Gebären. Wie hässlich das ist, in verschlungenen, weichen Linien bis zum Becken fließt. Eines Rinnsaals gleich (mein Meer ist ein See). Ich bin ein Narziss. Oder nicht? Mein Gesicht möchte ich zerstückeln mit Furchen versehen, sobald es mir begegnet (in den Augen der anderen erkenne ich mich nicht). Es schaut mich ein Engel aus dem Spiegel an, ein Kind. Sie fressen mich auf: Der Engel und das Kind. Spielen, zelebrieren ein Schneepicknick (wissen Sie, wie still es ist - nach dem Schnee(?)), trinken mein Blut mit grünen Augen bis zum letzten Tropfen auf. So rein kann ich nicht sein. Wirklich nicht. Ich bin eine F r a u, schnürte mein Haar zusammen, schnitt es ab, damit keiner glaubt: Er mich müsse mich wegen dessen gelber Farbe begehren und der Form meiner Lippen (herausfinden, was Liebe ist, ob sie mir nicht dramatisch wäre). Ich rauche eine Zigarette, betrachte meinen Arsch. Der passt. Der passt in ein Charleston Kleid aus Seidefaden, zur Kraft meines Rückens, zu den Schultern und den zartgliedrigen Händen, zu meinen Füßen (manchmal des Nachts im Mondlicht, bricht meine Haut auf, ich bekomme Flügel, die ich nicht brauch’).
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4456017/#4464717
albannikolaiherbst antwortete am 2007/11/20 11:24:
@Rosenblut. Den Engeln.
Das ist ein ganz toller Text, auch – und vielleicht eben – dort, wo er die Grammatik bricht (Interpunktion, Schleifung des Konjunktivs: „Als fand“). Mir gefällt das außerordentlich. Aber gehört er nicht eigentlich >>>> d a hinein? Auch, wenn ich mir klar darüber bin, müßte ich benoten, ihn dann s o benoten zu müssen: „Thema verfehlt. Note: 1“. (Denn gebeten wurde ja um ein Portrait, nämlich b i s zum Halsansatz und nicht darunter. Dennoch paßt Ihr Text großartig da hinein.)Wie auch immer, ein paar Kleinigkeiten möchte ich dennoch anmerken:
Da haben Sie einen wirklich tollen >>>> Engeltext geschrieben.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4456017/#4464801
ROSENBLUT antwortete am 2007/11/21 08:12:
Guten Morgen Herr Herbst,
es macht (mir) Freude, Ihre Anmerkungen zu lesen. Ein Gesicht in Sprache zu tauchen, ist recht schwerer als ein Selbstporträt in Farben zu malen. Ich danke für die milden Impulse zur Erweiterung meines Verständnishorizontes noch einmal Darstellungen des Narziss zu frönen, über das Konstrukt der Zeit nach zu denken und über Engel ...Ihr Schluss ist irgendwie ... schön, stimmig (mir fehlt ein Wort), die Begründung zur Ungewißheit des irrationalen Erlebens scheint klar, entspricht meinem Empfinden und ich bin unentschlossen, ob es m e i n Schluss ist. Will ich die Symbolebene des subjektiven irrationalen Erlebens n i c h t von der logischen materiellen Realität lösen? Wem wachsen schon Flügel des nachts (physikalisch gesehen unmöglich) also aus einer Phantasie heraus, die Zartheit eines, nennen wir es Lichtes (besonderen Eigenschaft (Engel)) als eine nicht erklärbare Möglichkeit doch eine Wirklichkeit durch subjektives Fühlen (meines Fühlens) zu erschaffen, ist über der Ebene der Phantastik (?) ...
Gedankenendlosschleifenfahrt. Auch danke dafür.
Vielleicht ist es doch m e i n Schluss.
Wie auch immer, einen frohen Tag Ihnen.
:).
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/4456017/#4467137





















