Lorenz Jäger vermeldet im Feuilleton der >>>heutigen FAZ, dass ein „Tugendbold“ der Geschichtswissenschaften, Heinrich August Winkler, der Büchnerrede von Martin Mosebach im Deutschlandradio widersprach. Das ist Winklers gutes Recht. Ob er aber auch Recht hat, dies ist zu diskutieren. Mosebach wird von ihm Reaktionär genannt, weil der Schriftsteller St. Just und Himmler in einen Ideenzusammenhang gebracht haben soll. Herr Winkler übersieht dabei, dass sich Mosebach in seiner Rede als gelehrter „Frankfurter Schüler“ erweist. Denn es waren Adorno und Horkheimer, die in ihrer „Dialektik der Aufklärung“ auf innewohnende Affinitäten zwischen Aufklärung und Nationalsozialismus hinwiesen. Nicht Mosebach denunzierte St. Just, sondern, wenn von Denunziation überhaupt gesprochen werden darf, war es die alte „Frankfurter Schule“, die lange vor Mosebachs Preisrede die Folgen der Aufklärung in die Nähe Himmlers rückten. Unabhängig davon, dass ich dies immer schon für einen zwar nachvollziehbaren aber falschen Standpunkt gehalten habe, finde ich die Ausführungen des Preisträgers, legt man „ Die Dialektik der Aufklärung“ als Maßstab zugrunde, nur konsequent. Natürlich teile ich diese Konsequenz keinesfalls, weil sie Geschichte nur als Fatalität begreift, und damit gehe ich nicht nur mit manch sturem Marxisten konform.
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albannikolaiherbst - 5. Jul, 08:22 @Sumuze.
Ob gestelzt, weiß ich nicht. Vielleicht gab es ein Zwischenspiel, das die Situation (das "Setting") vorübergehend ...
ist seit 1484 Tagen online,
zuletzt aktualisiert am 5. Jul, 10:57
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