Paul Reichenbachs Mittwoch, der 1. August 2007. Koinzidenz
Mit einem Striptease Erfolg zu haben,
bedeutet also durchaus nicht, „mit dem Publikum ins Bett zu gehen“,
wie man im Allgemeinen glaubt, genau das Gegenteil ist richtig.
(Jean Baudrillard, Der symbolische Tausch und der Tod.)
Ob das "chorische TB" Erfolg haben wird, - was ist Erfolg ? - wird nicht vom elsesken Andante eines dankenswert-kritischen Duetts abhängen. Denn hier ist alles Notiz, die sich dann hoffentlich in lesbare Geschichten verwandelt haben wird, wenn uns schon lange die Kamille aus den Augen wächst.
Nach einigen Tagen gänzlich unfreiwilliger Absenz, der von mir gedemütigte PC rächte seine Niederlage von vergangener Woche, indem er von Samstag an beredt schwieg. Ab und zu leuchtete, fuhr ich ihn wieder hoch, das Signallämpchen der Festplatte und blickte mich hochmütig an. Wenn aber die Intervalle von Blick und Gegenblick eher Oktaven als Sekunden gleichen, dann wird es kritisch; nicht nur zwischen Mensch und Maschine !
Ich schaue also hin, ob er lädt und den Bildschirm Material zur Pixelwandlung anbietet, was er trotz des kleinen gelben, blinkenden Auges der HDD offenbar verweigert, und sehe wie er schäumend vor Wut, dass ich ihn nicht sterben lasse eine Funktion nach der anderen einstellt. Am Sonntag gab ich dann auf und zog alle Stecker. Zeitlich parallel, man kann schon von Koinzidenz sprechen, stellte sich zu der 24-stündigen, schadenfrohen Agonie des Computers, bei mir eine grippale Virusinfektion ein, die mich ins Bett zwang. Montag dann, ich lag,
in den Daunen, fieberte, hustete (nie wieder Rauchen !!!) und schnupfte so vor mich hin, auf dem Nachttisch eine Kanne Tee, brachte sie aus Mischgefühl von Mitleid und Rechthaberei einen PC mit, den ich hätte schon früher kaufen können, meinte sie. Ich nahm die mittlere Preislage, er wird dir gefallen. Oh, dachte ich leicht irritiert, demnächst wählt und kauft sie noch Bücher für mich. Der Tod der Maschine, ein erfolgreicher Protest gegen eine autoritäre Herrschaft, hatte sichtlich an meinem Image gekratzt. Wer schwach erscheint muss halt ertragen lernen, dass Andere die Zügel in die Hand nehmen wollen. Apropos Schwäche (zum TB): Es ist doch merkwürdig, dass ausgerechnet wenn ein Autor für ein paar Tage ausfällt, die Krähen, begabt mit kurzsichtiger Phantasie, einen vermeintlichen Todesacker umfliegen, wo zwar eine Blechleiche von Fujitsu liegt, aber ansonsten alle Anderen leben. Ich meine Bruno und natürlich, obwohl ich die letzten Tage munter schwieg, auch mich.
bedeutet also durchaus nicht, „mit dem Publikum ins Bett zu gehen“,
wie man im Allgemeinen glaubt, genau das Gegenteil ist richtig.
(Jean Baudrillard, Der symbolische Tausch und der Tod.)
Ob das "chorische TB" Erfolg haben wird, - was ist Erfolg ? - wird nicht vom elsesken Andante eines dankenswert-kritischen Duetts abhängen. Denn hier ist alles Notiz, die sich dann hoffentlich in lesbare Geschichten verwandelt haben wird, wenn uns schon lange die Kamille aus den Augen wächst.
Nach einigen Tagen gänzlich unfreiwilliger Absenz, der von mir gedemütigte PC rächte seine Niederlage von vergangener Woche, indem er von Samstag an beredt schwieg. Ab und zu leuchtete, fuhr ich ihn wieder hoch, das Signallämpchen der Festplatte und blickte mich hochmütig an. Wenn aber die Intervalle von Blick und Gegenblick eher Oktaven als Sekunden gleichen, dann wird es kritisch; nicht nur zwischen Mensch und Maschine !
Ich schaue also hin, ob er lädt und den Bildschirm Material zur Pixelwandlung anbietet, was er trotz des kleinen gelben, blinkenden Auges der HDD offenbar verweigert, und sehe wie er schäumend vor Wut, dass ich ihn nicht sterben lasse eine Funktion nach der anderen einstellt. Am Sonntag gab ich dann auf und zog alle Stecker. Zeitlich parallel, man kann schon von Koinzidenz sprechen, stellte sich zu der 24-stündigen, schadenfrohen Agonie des Computers, bei mir eine grippale Virusinfektion ein, die mich ins Bett zwang. Montag dann, ich lag,in den Daunen, fieberte, hustete (nie wieder Rauchen !!!) und schnupfte so vor mich hin, auf dem Nachttisch eine Kanne Tee, brachte sie aus Mischgefühl von Mitleid und Rechthaberei einen PC mit, den ich hätte schon früher kaufen können, meinte sie. Ich nahm die mittlere Preislage, er wird dir gefallen. Oh, dachte ich leicht irritiert, demnächst wählt und kauft sie noch Bücher für mich. Der Tod der Maschine, ein erfolgreicher Protest gegen eine autoritäre Herrschaft, hatte sichtlich an meinem Image gekratzt. Wer schwach erscheint muss halt ertragen lernen, dass Andere die Zügel in die Hand nehmen wollen. Apropos Schwäche (zum TB): Es ist doch merkwürdig, dass ausgerechnet wenn ein Autor für ein paar Tage ausfällt, die Krähen, begabt mit kurzsichtiger Phantasie, einen vermeintlichen Todesacker umfliegen, wo zwar eine Blechleiche von Fujitsu liegt, aber ansonsten alle Anderen leben. Ich meine Bruno und natürlich, obwohl ich die letzten Tage munter schwieg, auch mich.
Paul Reichenbach - Mittwoch, 1. August 2007, 15:58- Rubrik: Tagebuch
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