Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008 d e

 

Arafats Tod. Und Israels mögliche Größe.

Die Hand ausstrecken. Ihn auf den Tempelberg bitten und bei der Al-Aksa-Moschee beerdigen lassen. Damit Ihr seht: Wir wünschen uns Frieden.

So ruhe er. Shalom. Das ist das gleiche Wort wie Salam.
diefrogg meinte am 11. Nov, 13:15:
Es scheint...
Im Wesen des Krieges zu liegen, dass das nicht geht. 
albannikolaiherbst antwortete am 11. Nov, 13:47:
Es scheint...
Daß sich Krieg nur beenden läßt, indem man das Wesen des Krieges mißachtet. 
ferromonte meinte am 11. Nov, 15:39:
es scheint, daß daran aber die entscheidenden leute kein interesse haben, seit jahrzehnten nicht.
die vorstellung, arafat dort zu begraben ist wirklich symbolträchtig und wäre eine großartige sache. mit einem wort: literatur. 
albannikolaiherbst antwortete am 11. Nov, 18:30:
Aber sie reagieren auf beiden Seiten wie Wahnsinnige.
Nicht alle, aber viele. Man will wechselseitig die Auslöschung. Und wenn nicht einer einlenkt, wird es zu dieser Auslöschung kommen. Dabei hätte Arafat jetzt - in seinem Tod - die Möglichkeit, wirklich ein Friedensherr gewesen zu sein. Der er so wenig war wie - außer zu Zeiten Rabins - irgend ein israelischer Führer. Arafat als Friedensherr - man muß sagen: -fürst - posthum wäre seitens Israels eine Geste der Grandezza, die zum ersten Mal Ko-Existenz denkbar machte. Es wäre zugleich ein Schlag gegen die islamistische Radikale. Ein Friedensschlag. 
zwischenwelten meinte am 11. Nov, 17:50:
Es wäre schön und ein Traum. Und so symbolisch, dass es gleichermaßen ängstigt. Arafat auf dem Tempelberg - es ist zu früh dazu. Oder zu spät, wenn man sich die Entwicklung im Land seit der Ermordung Rabins ansieht. 
parallalie antwortete am 11. Nov, 18:46:
"traum" impliziert "unmöglich" - und "unmöglich" setzt politisches kalkül voraus - es geht (wie immer) am leben vorbei 
albannikolaiherbst antwortete am 11. Nov, 21:12:
Die Ableitung empfinde ich nicht als eine notwendige.
"Traum" kann ebensogut ein zu Erreichendes, ein Ziel sein. Siehe etwa das Idiom "Traum vom Fliegen", das schon sehr lange erfüllt ist. 
parallalie antwortete am 11. Nov, 22:37:
wobei ich doch eher sagen würde: etwas anzuSTREBENDES. ich korrigiere mich aber gleich, weil das auf utopien abzielt. insofern gebe ich Ihnen wegen der nicht notwendigen ableitung recht. zwar geht's hier nicht um utopien (also nicht-orte), aber doch um etwas, dessen erreichen von 'zwischenwelten' im eingangssatz eigentlich negiert wird. 
zwischenwelten antwortete am 12. Nov, 14:50:
Negiert...
... ja, aber nicht im Sinne einer Ablehnung, sondern Anerkennung dessen, was ist. Geschichte setzt sich fort, immer, mindestens in den Phantasien der Menschen, v.a., wenn sie nicht bewältigt ist. Um Arafat herum ist zu viel passiert - auf beiden Seiten. Es ist schon ein Traum, das anerkennen zu können.